Liane H. Willey Ich bin Autistin, aber ich zeige es nicht

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Inhaltsangabe zu „Ich bin Autistin, aber ich zeige es nicht“ von Liane H. Willey

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    Ich bin Autistin, aber ich zeige es nicht
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. February 2017 um 17:54

    Frauen mit dem Asperger-Syndrom in einer relativ milden Ausprägung gehen damit ganz anders um als Männer. Wenn man das verstehen möchte, sollte man dieses Buch lesen. Allerdings muss man sich dabei auf einen recht weitschweifigen und sehr mitteilsamen Text gefasst machen. So wie ich die Autorin verstanden habe, ist ihr ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis ein Teil ihrer autistischen Persönlichkeit, der sich allerdings nur entfaltet, wenn sie sich in einer sicheren Umgebung aufhält. Manche Leser werden dieses Buch deshalb vielleicht als etwas langweilig empfinden und die eigentliche Aussage nicht so wahrnehmen, wie es die Autorin gerne gehabt hätte. Mancher empfindet vielleicht bereits den Titel als eine Provokation. Doch das lag sicher überhaupt nicht in der Absicht der Autorin. Wäre dies nämlich nicht so gewesen, dann hätte man es doch mit dem blanken Gegenteil, also einer Zurschaustellung zu tun, was nun wahrlich kein Merkmal von Autisten ist. Für solche Sachen haben Autisten gar keine Energie übrig, denn im Gegensatz zu "normalen" Menschen stehen sie vor dem ewigen Problem einer permanenten Reizüberflutung, die ihr Nervensystem überlastet, sodass sie sich mit Gegenreaktionen zu beruhigen versuchen. Die Außenwelt kann das nicht wirklich begreifen und empfindet ein entsprechendes Verhalten als unangemessen, störend und  peinlich, ohne den wirklichen Hintergrund zu verstehen. Oftmals zeigen sich solche Beruhigungs- oder Ablenkungsmanöver der Betroffen entweder als scheinbar aggressive Ausbrüche, die man gesellschaftlich nur schwer tolerieren kann, oder als Selbststimulierung, was manche Betrachter ebenso verwirrt. Auch ihre unbedingte Ehrlichkeit, oftmals verbunden mit einer ungewohnten Schroffheit, führt viele Autisten ins soziale Abseits. Männer kommen damit besser zurecht als Frauen. Und deshalb versuchen betroffenen Frauen dies zu verstecken und sich zu tarnen. Die Lebensgeschichte der Autorin ist dafür ein gutes Beispiel. Das mitzuteilen ist der eigentliche Sinn dieses Buches. Viele Menschen besitzen das sogenannte Asperger-Syndrom in einer relativ milden Ausprägung und wissen deshalb oft gar nichts davon. Sie gelten wegen ihres oft seltsamen Verhaltens als Außenseiter. So verlief auch das Leben der Autorin bis zur Geburt ihrer beiden Zwillingsmädchen. Eines davon benahm sich allerdings völlig anders als das andere. Später wurde die Autorin von einer Freundin auf das Asperger-Syndrom aufmerksam gemacht. Während eines Tests mit ihrer Tochter bemerkte sie dann erstmals die Ähnlichkeit ihres eigenen kindlichen Verhaltens mit dem ihrer Tochter. Und erst da wurde ihr klar, was mit ihr scheinbar schon immer nicht gestimmt hat. Die Ausprägungen im Asperger-Spektrum können sehr unterschiedlich sein, sowohl in seiner Stärke als auch in seiner Vielfalt. Auch dafür liefert dieses Buch viele Beispiele. Im Grunde geht es der Autorin um zwei wesentliche Punkte: Einerseits möchte sie deutlich machen, dass man als Autist sich nicht bemühen muss, so zu sein wie die vom Asperger-Syndrom nicht betroffenen Menschen. Und andererseits möchte sie Betroffenen eine detaillierte Hilfestellung zur Meisterung des Alltagslebens liefern. Dazu schlägt sie im Anhang umfangreiche Maßnahmen vor. Für Betroffene kommt es sehr darauf an, dass sie einen verständnisvollen Partner finden und sich ein informiertes Umfeld schaffen, das sie versteht und akzeptiert. Das ist nicht gerade der einfache Teil, weil Autisten sich oft nicht so verhalten, wie das gesellschaftlich akzeptiert wird. Selbst relativ unauffällige Autisten mit der Aufgabe zu konfrontieren, sich der gesellschaftlichen Norm anzupassen, ist eine Forderung, die unerfüllbar ist, auch dann, wenn sie sich diese Aufgabe selbst stellen, weil sie sich vielleicht ihres Zustandes (noch) nicht wirklich bewusst sind.  Das klar zu machen, ist auch eines der Anliegen dieses Buches. Hat man sich schon vorher mit den Auswirkungen des Asperger-Syndroms befasst, dann erfährt man in diesem Buch nicht viel Neues dazu. Es war einfach nicht das Anliegen der Autorin, darüber zu berichten. Vielmehr wollte sie aufzeigen, wie man vielleicht mit dieser Veranlagung umgehen und sein Leben organisieren kann. Ob sie insbesondere den letzten Punkt hinreichend gut abgearbeitet hat, liegt außerhalb meiner Erfahrungswelt. Alles andere empfand ich als wirklich informativ, wenngleich es nicht immer leicht war, den oftmals weitschweifigen Text zu lesen.

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