Liaquat Ahamed Die Herren des Geldes

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Inhaltsangabe zu „Die Herren des Geldes“ von Liaquat Ahamed

Strong, Schacht, Norman und Moreau – ihre Namen sind Legende, ihr Vermächtnis die schlimmste Weltwirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts. Pulitzerpreisträger Liaquat Ahamed schaut ihnen über die Schulter, im Jahr 1929 an der Klippe des Abstiegs vom rauschenden Boom der Zwanzigerjahre in die Weltwirtschaftskrise. Spannender als durch die Augen der beinahe mächtigsten Männer dieser Zeit lässt sich der komplette Zusammenbruch der Weltwirtschaft kaum erzählen.

Auf der einen Seite Benjamin Strong von der Federal Reserve Bank of New York, dessen energisches Auftreten seine totale Überforderung kaschiert. Ihm gegenüber von der Bank of England der neurotische und geheimnisvolle Montagu Norman und Émile Moreau, der misstrauische und ausländerfeindliche Chef der Banque de France. Und dann noch Hjalmar Schacht, gleichsam arrogant wie streng, der brillante Reichsbankpräsident.

Zusammen stehen diese vier Männer in der diffizilen Zeit von 1914 bis 1944 auf der Bühne der Welt und ziehen die Strippen in der weltweiten Finanzwelt, zwischen Goldstandard, persönlichen Eitelkeiten und der schlimmsten Weltwirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts. Eine wahre Geschichte, die zeigt – gerade in Analogie zu heute –, dass die Großen der Welt mehr von persönlichem Eifer und den eigenen Unzulänglichkeiten getrieben werden als von sachlichem Kalkül zum Wohle aller.

Die packende Geschichte einer Ära der Wirtschafts- und Finanzgeschichte, die gleichzeitig Weltgeschichte geschrieben hat und mit der Liaquat Ahamed zu Recht den Pulitzerpreis 2010 gewann.

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    Die Herren des Geldes

    R_Manthey

    27. June 2015 um 16:47

    Dieses außergewöhnlich gut geschriebene und deshalb leicht lesbare Buch beleuchtet die Rolle der Zentralbanken der damaligen vier wichtigsten Industriestaaten bei der Entstehung der sogenannten Großen Depression. Warum sollte eine solche Untersuchung für uns heute noch interessant sein? Es mag merkwürdig klingen, aber die Antwort lautet: Weil wir uns heute aus monetärer Sicht in einer prinzipiell ähnlichen Situation befinden wie zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus kann man viel über die Rolle von Zentralbanken und über politische Dummheit lernen. Schließlich bietet diese Zeit auch zahlreiche Hinweise darauf, dass der Goldstandard von Währungen vielleicht im Inland den Schuldenirrsinn verhindern, dafür aber zu enormen Spannungen in der Weltwirtschaft führen kann. Die Herren des Geldes waren: Benjamin Strong, der Chef der New York Federal Reserve Bank, Montagu Norman, der Präsident der Bank of England, Hjalmar Schacht von der deutschen Reichsbank und Emile Moreau von der Banque de France. Im Buch werden die Schicksale und die persönlichen Beziehungen dieser Herren zueinander sehr ausführlich beschrieben. Gerade diese intensive persönliche Sichtweise macht das Buch interessant. Sie führt aber auch dazu, dass andere Aspekte weniger ausführlich beleuchtet werden und man sich manchmal fragt, wie denn gewisse im Kontext angerissene Probleme letztendlich gelöst wurden, weil sie im Buch nicht zu Ende diskutiert werden. Der Text beginnt mit dem 1. Weltkrieg. Bereits hier bemerkt man, dass es eine große Stärke des Autors ist, sehr detailliert historische Stimmungen wiederzugeben. Der Krieg schuf eine Schuldenkrise in Europa und führte zu einer heftigen monetären Kräfteverschiebung zugunsten des Dollars. Das ist die Ausgangssituation. Verschärft wurde diese Lage noch durch extreme Reparationsforderungen an Deutschland (nach heutigem Wert über 2,4 Billionen Dollar), die vor allen Dingen von Frankreich betrieben wurden. Obwohl wir keinen Krieg hinter uns haben, ist die heutige Schuldenlage fast aller Industriestaaten weit dramatischer als die damalige. Im ersten Teil des Buches werden uns zunächst die oben genannten Herren und die Ausgangslage in aller Ausführlichkeit vorgestellt. Der zweite Teil befasst sich vor allem mit den unsinnig hohen Reparationsforderungen an Deutschland. Der Text folgt wie im gesamten Buch der Chronologie der Ereignisse. Um die Reduzierung der Reparationsforderungen zu ermöglichen, hatte die Reichsbank die Hyperinflation von 1923/24 in Gang gebracht. Davon und von den völlig unterschiedlichen Situationen in Großbritannien, Frankreich und den USA handelt der dritte Teil. Die Bank of England hatte den Weg der Deflation gewählt und war auf verhängnisvolle Weise zum Goldstandard zurückgekehrt, indem der Kurs des Pfundes viel zu hoch angesetzt wurde. Die Banque de France dagegen hatte ihre Währung bewusst niedrig bewertet und riesige Mengen an Pfund Sterling gehortet. Damit hätte sie enorme Mengen an Gold bei der britischen Zentralbank eintauschen und Großbritannien aus dem Goldstandard drängen können, was zu heftigen Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien führte. In den USA hatte sich dagegen während des Krieges viel zu viel Gold angesammelt. Geld kam ins Land, und es entstand eine gigantische Spekulationsblase an der Wall Street, die in den folgenden Jahren immer größer wurde. Die Fed vergrößerte diese Blase auch noch durch eine unsinnige Zinssenkung und sah danach dem Treiben, nach dem Tod von Strong 1928 tief gespalten, tatenlos zu. Davon berichtet der vierte Teil, der die Jahre 1928-33 beschreibt. Die Aktien-Spekulationsblase in New York machte es durch ihre monetäre Sogwirkung insbesondere den deutschen Dollar-Schuldnern, zu denen zahlreiche Kommunen gehörten, immer schwerer sich zu refinanzieren. Deshalb beklatschte besonders Schacht den New Yorker Crash von 1929. Dies zeigt allerdings auch, dass er, wie die meisten anderen Experten, Schwierigkeiten hatte, die Aktienmärkte und ihren weitreichenden Einfluss auf die Realwirtschaft zu verstehen. Sehr interessant aus heutiger Sicht ist das Wirken des neuen Fed-Chefs Harrison in dieser Krise. Genau wie 89 Jahre später Ben Bernake bei der Lehman-Pleite, schaufelte er in einer einsamen Entscheidung massiv Geld zu den Banken um den Super-Gau des Finanzsystems zu verhindern. Nimmt man an, die Gesellschaft wäre tatsächlich demokratisch organisiert, dann sollte man vielleicht doch stutzig werden, wenn man sieht, dass ein kleiner Zirkel oder gar ein einziger Mensch in den Zentralbanken planwirtschaftliche Zinsentscheidungen trifft oder anders in extremer Weise in den Wirtschaftskreislauf eingreift, ohne dass auch nur die geringste Rechenschaftspflicht oder gar Kontrolle besteht. In den folgenden Abschnitten zeigt der Autor wie der damalige Goldstandard der Währungen und die Verknappung des Edelmetalls bei vielen Zentralbanken zum Zusammenbruch der Rohstoffpreise, in eine weltweite Kreditklemme und zu zahlreichen Bankenzusammenbrüchen führten, was besonders in Deutschland drastische Folgen hatte. Bald darauf bewirkten zunehmende Goldabflüsse aus der Bank of England, dass sich Großbritannien aus dem Goldstandard verabschieden musste. Da viele andere Zentralbanken das Pfund als Reserve hielten, brachte ihnen diese britische Währungsabwertung enorme Verluste, die sie durch den Eintausch ihrer Dollarreserven in Gold ausgleichen mussten, was das amerikanische Finanzsystem ins Wanken brachte. Das Fed-System, das angeblich dafür installiert wurde, solche Situationen zu verhindern, versagte nicht nur, es hatte auch zur Entstehung der misslichen Lage erheblich beigetragen. Mit der detaillierten Beschreibung dieser Ereignisse endet der vierte Teil des Buches. Im letzten Teil des Buches geht der Autor kurz auf einige währungspolitisch bedeutende Entwicklungen in den Jahren 1933-44 ein. Nach Großbritannien verließen auch die USA einer Eingebung ihres neuen Präsidenten folgend den Goldstandard und begannen danach den Dollar über die Manipulation des Goldpreises zu schwächen. Tatsächlich gelang es dadurch aus der Deflationsfalle zu entkommen. Der letzte Abschnitt dieses Teils gibt Auskunft über die persönlichen Schicksale der verbliebenen drei Herren des Geldes und das des britischen Starökonomen John Maynard Keynes, der immer wieder wegen seiner realistischen Voraussagen und Einschätzungen im Buch zitiert wird. Schließlich werden am Ende noch einmal die Geschehnisse zusammengefasst und Analogien zu unserer Zeit benannt. Fazit. Dass der Autor für dieses Buch den Pulitzer-Preis erhielt, verwundert mich nach dem Lesen nicht mehr. Ich habe selten ein so unterhaltsames Sachbuch über Wirtschaftsgeschichte gelesen. Das Herunterbrechen historischer Ereignisse auf eine gewisse persönliche Ebene der Beteiligten macht sie viel verständlicher. Mit ein wenig Abstraktionsvermögen erkennt man erschreckende Parallelen zur heutigen Situation. Am Beispiel des bankrotten Griechenlands sieht man, dass genau wie damals Probleme verschleppt werden. Doch wie vor achtzig Jahren werden sie später mit viel größerer Gewalt zurückkehren. So ist eben auch damals aus einem eigentlich beherrschbaren Problem ein Riesenunglück geworden.

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  • Rezension zu "Die Herren des Geldes" von Liaquat Ahamed

    Die Herren des Geldes

    Dubhe

    26. March 2013 um 13:12

    In diesem Buch geht es um die finanziellen Probleme der westlichen Welt während der Jahre 1914, bei Ausbruch des ersten Weltkrieges, über die Weltwirtschaftskrise von 1929-1931, bis in das Jahr 1944.  Der Autor behauptet zwar, dass es sich in diesem Buch hauptsächlich um die vier Zentralbankiers von Amerika, Frankreich, Großbritannien und Deutschland dreht, doch es kommen viele weitere historisch wichtigen Personen vor, denn nicht allein diese vier Männer haben das Geschehen geleitet.  Auch Maynard Keynes, der unser heutiges Währungssystem sehr geprägt hat, kommt darin vor.  . Mir hat dieses Buch außerordentlich gefallen, auch wenn es von vielen wahrscheinlich als fetter Schmöker und langweiliges Buch bezeichnet wird.  Der Autor hat sich mit diesem Buch einiges angetan, denn er kann die Ereignisse ganz genau erzählen, er weiß, wann wer welche Postion in welchen geheimen Verhandlungen eingenommen hat und so weiter. Der Autor hat wirklich sehr nachgeforscht.  Auch wenn der Autor ein Amerikaner ist, bleibt er ziemlich objektiv, so sehr es eben geht.  Es hat eine längere Zeit gedauert, dieses Buch zu lesen, doch es hat sich absolut gelohnt und ich kann es jedem nur weiterempfehlen, der sich für die wirtschaftlichen Ereignisse dieser Zeit interessiert. 

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