Libba Bray The Diviners

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Inhaltsangabe zu „The Diviners“ von Libba Bray

The Diviners It's 1920s New York City. It's flappers and Follies, jazz and gin. It's after the war but before the depression. And for certain group of bright young things it's the opportunity to party like never before. For Evie O'Neill, it's escape. She's never fit in in small town Ohio and when she causes yet another scandal, she's shipped off to stay with an uncle in the big city. But far from being exile, this is exactly what she's always wanted: the chance to show how thoroughly modern and incredibly daring she can be. But New York City isn't about just jazz babies and follies girls. It has a darker side. Young women are being murdered across the city. And these are... (Quelle:'Flexibler Einband/18.09.2012')

Ich liebe das Setting und die Figuren. Bitte mehr davon!

— tinydancingdoll
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  • The Diviners

    The Diviners
    Saralonde

    Saralonde

    06. November 2015 um 16:26

    New York in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die siebzehnjährige Evie O’Neill wird zu ihrem Onkel Will ins Exil geschickt, da sie in ihrer Heimatstadt für einen gesellschaftlichen Eklat gesorgt hat. Dieser Eklat hat mit einer besonderen Fähigkeit Evies zu tun: ein Gegenstand aus dem Besitz einer Person und etwas Konzentration reichen ihr, um in die Gedanken und Erinnerungen der Person einzudringen. Onkel Will wiederum betreibt passenderweise ein Museum für übernatürliche Phänomene und als ein mysteriöser Mord geschieht, soll er die Polizei bei den Ermittlungen unterstützen. Natürlich ist Evie zu neugierig, um die Finger davon zu lassen. Dabei trifft sie im Laufe des Buchs auf weitere Siebzehnjährige mit merkwürdigen Gaben… Libba Bray legt mit ihrem Jugendroman eine wirklich packende, komplexe Geschichte nicht nur für Teenager vor. Am besten gefallen an dem Buch hat mir die authentische 20er-Jahre-Atmosphäre, die heraufbeschworen wird, unter anderem durch Begriffe, die zur damaligen, von der Prohibition gekennzeichneten Zeit gängig waren. Ich musste das eine oder andere Mal die englische Wikipedia zurate ziehen. Die Untergrundkneipen mit illegalem Ausschank wurden etwa “Speakeasies” genannt, die Schwarzhändler “Bootlegger”. Libba Bray hat offensichtlich einen enormen Rechercheaufwand betrieben, um die 20er Jahre möglichst glaubhaft darzustellen. Aufgefallen ist mir der trotz der Prohibition doch enorme Alkoholkonsum, insbesondere von Evie, da könnte man fast meinen, es wurde jetzt erst recht gesoffen ;-) Die Charaktere sind in ihrer Tiefe nicht unbedingt das, was den Roman ausmacht, originell und gefällig sind sie aber allemal. Evie als Hauptperson ist mitunter nervig, sie ist ein richtiges Partygirl, aber auch sehr aufgeweckt und mutig. Das übersinnliche Element wird direkt im ersten Kapitel eingeführt, der Leser weiß im Gegensatz zu den Charakteren direkt Bescheid, wer bzw. was der Mörder ist. Um diese gruselige Gestalt wird jedoch ein regelrechter Mythos aufgezogen, der mich absolut gefesselt hat. Sprachlich ist der Roman trotz der Spezialbegriffe aus der Prohibitionszeit gut lesbar. Sehr genervt hat mich allerdings Evies ständiger Gebrauch der Verballhornung “pos-i-tutely”. Gegen Ende des Buchs werden ein Element und eine Entwicklung eingeführt, die mir nicht gefallen haben. Einmal handelt es sich dabei um ein regelrechtes Steampunk-Element, das für meine Begriffe nicht in das Buch passt. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt die Welt von “The Diviners” als reale Welt empfunden, in der es eben nur Übersinnliches gibt. Das Steampunk-Element entrückt die Welt noch etwas mehr von der unseren, was für mich nicht stimmig ist. Außerdem entwickelt sich da etwas, das auf eine Dreifach-, eventuell sogar Vierfachbeziehung in der Fortsetzung hindeutet, und das muss ich jetzt wirklich nicht schon wieder in einem Jugendbuch haben. Ich vergebe dementsprechend vier von fünf Sternen und bin gespannt auf den zweiten Teil.

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  • Mystery Thriller im New York der 30er Jahre

    The Diviners
    Aleshanee

    Aleshanee

    "Idealismus ist doch nur eine Flucht vor der Realität. Es gibt keine perfekte Gesellschaft." S. 272 Zum Inhalt Manhattan, 1926 Auf einer Party kommt etwas Langeweile auf und die Gastgeberin, die ihren 18. Geburtstag zu etwas besonderem machen will, erinnert sich an das Ouijabrett, das ihre Mutter von einem Antiquitätenhändler erstanden hat. Die Gäste sind schon etwas beschwipst und stürzen sich begeistert darauf, ohne die Sache wirklich ernst zu nehmen. Es scheint tatsächlich ein Geist zu antworten und er verspricht ihnen, sie das fürchten zu lehren. Alle glauben an einen Scherz und keiner von ihnen ahnt, welche dramatischen Folgen daraus entstehen werden. ... Evie O´Neill (17) hat eine besondere Gabe, durch das Berühren von Gegenständen kann sie die tiefsten Geheimnisse von Personen erfahren. Doch als sie auf einer Party den jungen Harold Brodie vor den Gästen bloßstellt, schießt sie über ihr Ziel hinaus. Um einer gesellschaftlichen Diffamierung zu entgehen, wird sie von ihren Eltern nach Manhattan geschickt, zu ihrem Onkel Will, der dort das Museum für Aberglauben und Okkultes leitet. Ihre Eltern hätten Evie keinen größeren Gefallen tun können. Möchte sie sich doch endlich aus den konventionellen Ketten befreien, ihr Leben genießen und berühmt werden! Dass ihr Onkel schon bald der Polizei bei einem mysteriösen Mordfall helfen soll, ist für Evie anfangs noch ein aufregender Spaß, bis ihr bewusst wird, welch grausame Bestie hinter dem Verbrechen steckt. Meine Meinung Das Cover von dem Buch hatte es mir sofort angetan. Ich lese ja sehr gerne historische Romane, allerdings eher aus dem Mittelalter und ich kann eigentlich mit dem frühen 20. Jhd nicht so viel anfangen. Der Klappentext und die ersten Rezensionen zu dem Buch konnten mich aber schnell überzeugen und ich wurde nicht enttäuscht! Der Schreibstil hat mich sofort in die damalige Zeit versetzt. Die Autorin schafft es wunderbar, das New York der 20er Jahre aufleben zu lassen: mit ihren anschaulichen Beschreibungen der Stadt, der Dialoge und der vielen kleinen Details, die eindrucksvolle Bilder entstehen ließen. Da liest man von tanzenden Revuemädchen, dem Broadway, Charlie Chaplin Filmen, Debütantinnen, Flüsterkneipen und dem Ku Klux Klan - als würde man einen Schwarz-Weiß Streifen anschauen :) Die Handlung wird aus den Perpektiven der Figuren beschrieben, die ganz schön zahlreich sind. Evie ist natürlich die Hauptperson und genau so sieht sie sich selbst auch. Sie hasst die traditionellen Zwänge, die ihr als junge Frau in dieser Zeit auferlegt werden und liebt es, zu feiern, zu trinken und auf Partys im Mittelpunkt zu stehen. Man könnte sie auch selbstsüchtig nennen, denn ihr eigenes Vergnügen steht immer im Vordergrund und viele sehen in ihr eine Herausforderung; vielleicht ist sie das auch für sich selbst. Mut gehört auch zu ihren Eigenschaften, doch diese Unerschrockenheit gründet eher in ihrer Unbesonnenheit, nicht über etwaige Konsequenzen nachzudenken. The Diviners sind Menschen mit besonderen Gaben, zu denen auch Evie zählt, aber sie hängt ihre Fähigkeit, in Gegenständen Dinge aus der Vergangenheit des Menschen zu lesen, nicht an die große Glocke. Allerdings kann sie sich bei übermäßigem Alkoholgenuss oft nicht zurückhalten und versucht damit die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen. Dass sie diese Gabe tatsächlich besitzt, glaubt ihr so recht keiner, bis auf ihre beste Freundin Mabel, die sie schon aus Kindertagen kennt. Mabel ist die Tochter eines jüdischen Sozialisten und Dame guter Gesellschaft, die sich jedoch in eine Volksaufwieglerin verwandelt hat. Sie wohnt in Manhattan und so sehen sich die beiden Freundinnen nach Jahren der Brieffreundschaft endlich wieder. Mabel wirkt neben Evie ein bisschen wie eine graue Maus, aber Evie holt sie gerne aus ihrer tristen Welt, und möchte ihr auch helfen, ihrem Schwarm Jericho näher zu kommen. Jericho arbeitet bei Evies kuriosem Onkel Will im "Gruselkabinett", dem Museum für Aberglauben und Okkultes. William Fitzgerald ist ein Sammler und geradezu vernarrt in mystische Rituale und Traditionen aus aller Welt. In seinem Museum findet man ein Sammelsurium an allem Unmöglichen und Unglaublichen und er wirkte für mich ein bisschen wie ein genialer, aber zerstreuter Professor. Auf jeden Fall liebenswert :) Jericho ist eher zurückhaltend und vorsichtig, ein großer Kerl, der beschützend wirkt, aber etwas verbirgt. Aber es gibt auch noch den Straßendieb Sam Lloyd und den Geldeintreiber Memphis Campbell, die für Evie und die Ermittlungen noch eine große Rolle spielen werden und die Revuetänzerin Theta und ihren Freund Henry, die ein ganz besonderes Verhältnis zueinander haben. Libba Bray hat all diesen Personen wie auch den Nebenfiguren genug Zeit gewidmet, um sie mir als Leser anschaulich nahe zu bringen. Sie alle sind sehr individuell und passen perfekt in den Schauplatz der Geschichte. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, inwieweit das Drumherum den historischen Tatsachen entspricht, aber es fühlt sich an, als hätte Libba Bray hier sehr gut recherchiert und ich habe die Handlung überzeugend miterleben können! Gegruselt hat es mich leider überhaupt nicht, obwohl ich mir das erhofft hatte. Es waren wirklich viele Personen und ich musste alles sehr genau lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Die Charaktere, denen man nach und nach näher kommt, haben mich sehr neugierig gemacht, denn so unterschiedlich sie auch sind, scheint sie doch etwas zu verbinden. Alles bleibt mysteriös und es dauert seine Zeit, bis die Geschichte in Fahrt kommt. Allerdings hat es sich für mich grad in der ersten Hälfe doch etwas gezogen, weil die ganzen Beschreibungen der Personen und ihre Hintergründe recht viel "Platz" beansprucht haben. Die Zufälle häufen sich und man merkt, dass alles, was passiert nur ein Vorspiel war, ein Auftakt zu etwas größerem. Ab der Hälfte zieht dann das Tempo auch an und es gab einen spannenden Schluss, der mich sehr neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat. Fazit Ich konnte durch die Beschreibungen und die Dialoge wunderbar in den Schauplatz New Yorks in den 20er Jahren eintauchen. Der mysteriöse Hintergrund war ungewöhnlich und hat seinen Reiz - obwohl es mir manchmal etwas zu zuviel an Andeutungen war, mit denen man hier noch nicht recht viel anfangen konnte, die aber eine Vorbereitung auf die Fortsetzung sind. Die Spannung hat ab der Hälfte konstant zugenommen und ich freu mich schon sehr darauf, wie es weitergehen wird! © Aleshanee Weltenwanderer The Diviners 1. The Diviners – Aller Anfang ist böse 2. Lair of Dreams (engl. 14. April 2015) 3. ... ?

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    • 2
  • gruselige Spannung in gelungener Atmosphäre

    The Diviners
    mithrandir

    mithrandir

    07. October 2014 um 17:55

    Weil Evie sich mal wieder sehr unschicklich benommen hat, verfrachten ihre Eltern sie im Jahre 1926 kurzerhand zu ihrem Onkel Will nach New York, wo sich Evie sogleich begeistert ins Paryleben stürzt. Doch eine unheimliche, rituelle Mordserie, bei dem die Opfer ein mysteriöses Zeichen auf der Haut haben, setzt dem schnell ein Ende. Verzweifelt wendet sich die Polizei deswegen an ihren Onkel, der der Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes ist, denn der Mörder scheint über übernatürliche Kräfte zu verfügen. Doch damit ist er zum Glück nicht allein in New York, denn auch Evie hat besondere Kräfte, die sie bislang tunlichst zu verstecken versucht. Aber sie erkennt, dass diese Gabe, die sie bisher eigentlich nur in Schwierigkeiten gebracht hat, hier endlich auch einmal hilfreich sein kann und auf einmal stecken Evie, ihre Freunde, Onkel Will und sein Assisstent Jericho, sowie der geheimnisvolle Taschendieb Sam bis zum Hals in den Ermittlungen drin und bringen sich selbst dabei ziemlich schnell in Gefahr, denn etwas Dunkles und Böses gewinnt schnell an Macht in New York. Meine Meinung: Die Atmosphäre in dem Buch hat mir außerordentlich gut gefallen und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sehr viel Wert auf einen gut recherchierten, historischen Hintergrund gelegt hat. Dadurch wirkten die Beschreibungen der Örtlichkeiten und der damaligen Zeit so bildlich, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte und einen tollen Einblick in die damalige Zeit bekommen habe. Dies führte jedoch auch dazu, dass die gruseligen Anteile dieser Geschichte ebenfalls sehr einprägsam waren, insbeondere die Beschreibungen der Opfer der grausamen Morde, die wahrlich kein schöner Anblick waren. Auch die Charaktere waren klar gezeichnet, mit all ihren besonderen, persönlichen Eigenarten, die sich schnell in mein Gedächtnis eingebrannt haben. Ganz besonders Evie ist der Autorin wirklich gelungen. Sie ist mutig und lässt sich von niemanden etwas sagen, aufmüpfig und weiß nie, wann sie besser den Mund halten sollte, neugierig, mehr als ihr guttut, und dabei gnadenlos rotzfrech. Sie walzt mit der ihr ureigenen Energie alles, das ihr im Weg steht, einfach hinweg. Zudem hat sie oftmals nur ihr Vergnügen im Kopf. Alles in ihr scheint nach Aufmerksamkeit zu schreien, die sie bislang immer vermissen musste. Erst später erfährt man als Leser den Grund für ihr Verhalten und spätestens dann, wenn nicht schon vorher, hat man ihr sofort verziehen, denn sie ist vor allem anderen nämlich auch eine sehr liebenswerte Person. Sie hat eine Gabe, die es ihr erlaubt, aus persönlichen Gegenständen die intimsten Geheimnisse ihrer Besitzer herauszulesen. Neben Evie gibt es natürlich auch noch viele andere Charaktere und sie allesamt waren sehr lebendig und fantastisch beschrieben. Jeder von ihnen hat seine Macken, eine besondere Vergangenheit und nicht zuletzt ein Geheimnis, das sie nicht enthüllen wollen und jedem von ihnen hat sich die Autorin sehr ausführlich gewidmet. Obwohl so manche Eigenschaft von ihnen fernab der Normalität war, fand ich sie alle sehr authentisch und überzeugend. Dabei hat die Autorin auch einen kompletten Querschnitt der damaligen Bevölkerung nicht gescheut. Unabhängig von den magischen Aspekten spiegeln ihre Charaktere die Probleme von schwarz und weiß, von arm und reich und von berühmt und unbekannt wider. Sie zeigen, wie schnell Vorurteile entstehen, Menschen an eine falsche Wirklichkeit glauben wollen und wie schnell religiöser Glaube in Fanatismus und einen Hang zum Okkulten abrutschen kann, einzig aus dem Wunsch, in einer besseren Welt leben zu wollen. Das Ende ist teilabgeschlossen und klärt die aktuelle Handlung. Dennoch werfen vor allem die letzten Seiten ganz viele neue Fragen auf. Und wenn ich kurz vorher dachte, ich würde die meisten Charaktere und das, was sie antreibt, kennen, so wurde ich hier - kurz vor Schluss - eines Besseren belehrt und verspüre seitdem den unbedingten Wunsch, ganz schnell eine Fortsetzung in meine Finger zu bekommen. Fazit: Mit "The Diviners - Aller Anfang ist böse" hat Libba Bray einen tollen Serieauftakt geschaffen, der seine Leser in eine Geschichte eintauchen lässt, die von menschlicher Schwäche und Bösartigkeit erzählt, die aus religiösem Fanatismus und Begeisterung für das Okkulte entspringen. Eingebettet in eine grandiose Mischung aus gruseliger Spannung, dem besonderen Charme und der gelungenen Atmösphäre des New Yorks der 20er Jahre, eindrucksvoller Magie und wundervoll prägnanten und gut ausgearbeiteten Charakteren hat der Roman bei mir voll eingeschlagen.

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  • Glimmer, Glamour, Rassismus und Fanatismus

    The Diviners
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. March 2014 um 21:08

    Man schreibe das Jahr 1926, New York, New York. Evangeline O' Neill, sollte eigentlich als Bestrafung bei ihrem Onkle Will von nun an in New York leben. Was er nicht weiß: Sie hat die Gabe durch die Berührung eines persönlichen Gegenstandes Einblicke in die Vergangenheit seines Besitzers zu erhaschen. Alles scheint wunderbar, bis seltsame Morde geschehen. Da Onkel Will ein relativ umfassendes okkultes Wissen besitzt, wird er von der Polizei zu Rate gezogen. Evie, sich keines Abenteuers zu schade, ist natürlich sofort Feuer und Flamme. Doch niemand von ihnen ahnt, dass sich vor kurzem, in einer lauen Sommernacht, etwas Böses erhoben hat. Die Goldenen Zwanziger bieten alles, was ein mitreißendes Setting braucht. Libba Bray hat sich dieses Wissen erfolgreich zu Nutze gemacht. Gegenüber den Glimmer und Glamour der jungen, flotten Flapper, charismatischen Ziegfeld - Mädchen, Speakeasies "Flüsterkneipen", kulturellem und künstlerischem Dynamismus, stellt Bray die Armut in den heruntergekommenen Teilen New Yorks, den die Zeit beherrschenden Rassismus und gestörten Fanatimus extremer Religionsausüber. Im Vordergrund steht natürlich die flatterhafte Seite der Stadt. Protagonistisch bedingt erhält man durch Evangeline Einblicke in das leichte Leben. Evie ist der Prototyp eines "Flappers". Mit zu einem Bob getrimmten Haaren, genießt sie das Leben trinkend, rauchend und stark geschminkt, in vollen Zügen. Durch typische Redewendungen wie z.B. "the bee's knees" oder "the cat's meow" glaubt man sich in einer anderen Zeit wiederzufinden. Die Protagonistin zeichnet sich zwar nicht durch große Sympathie aus, sie ist viel mehr zu laut, zu unverfroren und ziemlich oft nur auf sich selbst und ihren Spaß bedacht. Schlussendlich weiß man sie als Leser aber Grund ihres Humors zu schätzen. Uncle Will frowned. "Didn't they teach you how to go about research in that school of yours?" "No, but I can recite 'The Battle Hymn of the Republic' while making martinis." "I weep for the future." (The Diviners, S. 328) Neben Evie gibt es zahlreiche Nebencharaktere, die alle ihre Geheimnisse mit sich rumschleppen. Alle sind von extrem unterschiedlicher Art, stammen aus unterschiedlichen sozialen Ständen und laufen dabei so gut wie jeden gesellschaftlichen Rang New Yorks in den Zwanzigern ab. Libba Bray hat kräftig in den Farbtopf gelangt. Nach und nach beginnt man derweil zu verstehen, was sie mit den mysteriösen "Divinern" zu tun haben Leider erfährt man dann doch nicht allzu viel über sie selbst, weil NEBENcharakter, aber ich denke, das wird sich im nächsten Band ändern. So schön die Autorin die strahlenden, oder von Armut geprägten Teile des gesellschaftlichen Lebens auch verbildlicht, so eine gruselige Atmosphäre beschwört sie, wenn es um die Mordfälle geht. Als Leser weiß man, anders als die Charaktere, wer sich hinter dem Mörder verbirgt. "Naughty John" mag zwar auf den ersten Blick ein zu beschmunzelnder Name sein, wer aber in die Hände dieses gestörten fällt, hat nicht mehr viel zu lachen. Besonders gruselig wird die ganze Situation dadurch, dass seine Gräueltaten auf rein fanatischer Ebene basieren. Dabei mangelt es an Spannung kaum. There's nothing more terrifying the absoluteness of one who believes he's right, [...] (The Diviners, S.482) Besessenheit hat auf mich eine beunruhigende Wirkung, wir wissen schließlich alle, wozu das unter Hitler führte. Außerdem verwebt Bray die Worte so, dass man einfach Gänsehaut bekommt. Da kann ihr keiner so schnell etwas vormachen. "Ah, one last game, I see," the stranger said, [...]. "Go on, then, Thomas. Place your bets. Roll the dice." His voice echoed in the cavernous slaughterhouse. "Run!" (The Diviners, S. 173) Unterm Strich gesagt, verfügt "The Diviners" über alles, was eine fesselnde Geschichte braucht. Ein fantastisches Setting, einen traumhaft atmosphärischen Schreibstil und viel Spannung. Wer mit mysteriösen Dingen und den Zwanzigern etwas anfangen kann, ist mit dem Buch bestens beraten. "The time is now. They are coming," [...] "Diviners" (The Diviners, S. 166) "The Diviners" wurde von der talentierten Libba Bray verfasst und die schmucke gebundene Ausgabeerschien beim Little Brown Verlag. Freuen kann man sich auf 578 wirklich lesenswerte Seiten, die für 14.50€ erhältlich sind.

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  • Rezension zu "The Diviners" von Libba Bray

    The Diviners
    Shiku

    Shiku

    11. December 2012 um 09:14

    Evie O’Neill lebt im Amerika der 1920er Jahre und abgesehen davon, dass sie ihren sehr eigenen Kopf hat, macht sie sich das Leben durch den unklugen Einsatz ihrer besonderen Fähigkeiten nur noch schwerer. Wenn sie einen Gegenstand berührt – und dieser eine signifikante Rolle im Leben des Besitzers spielt – kann sie die Vergangenheit der Person sehen. An sich sehr praktisch, aber nichts mit dem man auf Partys angeben sollte – was Evie allerdings macht. Nachdem sie dadurch in einen kleinen Skandal verwickelt wird, schicken ihre Eltern sie nach New York zu ihrem Onkel Will. Aber kann man das wirklich „Strafe“ nennen? Zunächst sieht es nicht danach auch und Evie genießt mit ihrer Freundin Mabel das Leben dort. Dann aber wird ein Mädchen ermordet aufgefunden, mit Hinweisen auf ein Ritualverbrechen. Evies Onkel wir zu Rate gezogen und auch sie gerät in die Ermittlungen hinein. Während sie nach dem Mörder suchen, der selbst keine Ruhe gibt und sich weitere Opfer sucht, denen er brutal das Leben nehmen kann, wird auch klar, dass die Zeit für die „Diviners“ reif ist – für Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Für Menschen wie Evie. Oh, Evie O’Neill! Sie bringt nicht nur sich selbst immer wieder in Schwierigkeiten, sondern sicherlich auch den einen oder anderen Leser in Bedrängnis – bei mir hat sie es zumindest so geschafft. Es ist zwar keine Hassliebe, die sich da zwischen uns entwickelt hat, aber es geht in diese Richtung. Einerseits ist Evie ein sehr lustiger Charakter, der das Geschehen ganz bestimmt nicht langweilig werden lässt; andererseits ging sie mir genau damit manchmal ganz schön auf die Nerven. Wäre ich Mabel und sie meine Freundin, hätte ich sie garantiert schon mal angebrüllt, vor allem wenn sie mal wieder meint, dass ihr Lebensstil der richtige ist. Allerdings macht es sie authentisch – wer ist denn schon perfekt und wird in jeder Hinsicht von jemandem geliebt/gemocht? Genauso verhält es sich mit den übrigen Charakteren, auch wenn wir sie nicht ganz so gut kennenlernen wie den 17-jährigen Wirbelwind. Evie ist nun mal der Hauptcharakter und so bleiben nur ein paar Kapitel für Memphis, Mabel, Theta, Sam und Jericho, aber sie bieten einen schönen Einblick und dass da noch mehr kommen wird, ist klar. Besonders gut hat mir gefallen, wie mit beinahe jedem Kapitel auch wirklich eine neue Schicht hinzugefügt wurde. In vielen Büchern passiert zwar etwas, aber es bringt „nur“ den Plot voran (wenn überhaupt), hier aber erhalten wir immer wieder neue Informationen über das Geschehen, die Charaktere, die Vergangenheit und so kann sich auch das Bild, das das Buch beim Leser hinterlässt, immer wieder verändern. Informationstechnisch ist „The Diviners“, wie so viele andere Bücher auch, zwar erst mal ein Auftakt, es wird aber genügend preisgegeben, um den Leser nicht frustriert zurückzulassen. Im Gegenteil: Meine Neugierde wurde geweckt. Was die Morde angeht, ist „The Diviners“ vorerst eine eigenständige, in sich abgeschlossene – und bisweilen ziemlich gemeine – Geschichte mit Hinweisen auf kommende Probleme im nächsten Band. Die Morde werden gelöst, aber das heißt nicht, dass nicht gleichzeitig das Interesse am nächsten Band geweckt wird. Was hat es mit den Diviners auf sich, wer gehört noch alles dazu und wozu sind sie überhaupt da? Bei manchen Charakteren ist noch nicht ganz klar, wie sie in diese Sache verstrickt sind, und auch hier schafft Band 2 hoffentlich ein wenig Abhilfe. Mit etwas Glück erscheinen manche Entwicklungen dann etwas logischer, denn auch wenn es sich hierbei um einen ansatzweise fantastischen Roman handelt, so kam mir manches Detail doch ein wenig an den Haaren herbeigezogen vor. Noch ist aber nicht aller Tage Abend und solange es später angemessen geklärt wird, will ich mich nicht beschweren. Sprachlich orientiert sich das Buch an der Zeit, in der es spielt – zumindest ist das mein Eindruck. Ich bin generell kein Experte in Sachen Englisch, geschweige denn in amerikanischem Englisch und ganz bestimmt nicht im Englisch der 20er Jahre. Da wissen andere besser Bescheid und wer großen Wert darauf legt, dass es authentisch ist, sollte da mal nachfragen. Wer nicht ganz so viel Wert darauf legt und mit der Aussage zufrieden ist, dass es sich richtig anfühlt, kann erleichtert aufatmen: Das tut es. Vokabular und Ausdruck erinnern keineswegs an heute, womit unerfahrene Englischleser zu Beginn wenige Probleme haben könnten – ich bin aber recht überzeugt davon, dass diese sich schnell legen werden. Ich für meinen Teil bin von Anfang an gut damit zurechtgekommen. Letztlich trägt die Sprache auch viel dazu bei, dass die Atmosphäre der „Roaring Twenties“ aufleben kann. „The Diviners“ von Libba Bray ist ein gutes Buch. Während die Protagonistin Evie sich selbst und den Leser ins Schwitzen bringt, verstecken sich auch im Hintergrund noch interessante Charaktere, die den nächsten Band sehr vielversprechend scheinen lassen. Einen Cliffhanger muss man aber nicht fürchten, das Buch ist in sich abgeschlossen, auch wenn nicht jede Frage restlos geklärt wird – manche Informationen bleiben dann doch für die Fortsetzung übrig. Auch sprachlich überzeugt das Buch, nicht zuletzt aber mit der den 20ern entsprechenden Atmosphäre. Wer sich trotzdem von der Seitenanzahl abschrecken lassen will: Lasst es dieses Mal bleiben, das Lesen lohnt sich.

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