Libuse Moníková

 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Eine Schädigung, Treibeis und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Libuse Moníková

Eine Schädigung

Eine Schädigung

 (2)
Erschienen am 01.03.1990
Treibeis

Treibeis

 (1)
Erschienen am 01.02.1997
Die Fassade

Die Fassade

 (1)
Erschienen am 01.01.1987
Treibeis

Treibeis

 (1)
Erschienen am 01.01.1992
Der Taumel

Der Taumel

 (0)
Erschienen am 13.03.2000

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Rezension zu "Eine Schädigung" von Libuse Moníková

Rezension zu "Eine Schädigung" von Libuse Moníková
Beaglevor 8 Jahren

Um ihr Konto aufzubessern, fährt Jana neben ihrem Studium eine alte Straßenbahn, die auf einer Strecke verkehrt, die nur noch selten von den Bürgern gebraucht wird. Noch dazu in der Nachtschicht, allenfalls verirrt sich ein eingeschlafener Arbeiter oder ein Betrunkener noch in diese Gegend. In einer dieser Nächte wird Jana von einem Polizisten aufgegriffen. Sie war den Berg zu Fuß hinuntergelaufen, die Straßenbahn hinter ihr, leer. Als Zeitvertreib und für die sportliche Betätigung. Aber der Weg, den sie sonst immer entlanglief, war nun gesperrt worden und sie lief in der Dunkelheit gegen ein für sie unsichtbares Tor.

Der Polizist hielt sie zuerst für einen Jungen. Jana ist groß und schlank, die Dunkelheit kam hinzu. Als er jedoch merkte, dass er ein junges Mädchen vor sich hatte, die sich (bedingt durch die Verletzungen nach dem Aufprall gegen das Tor) nicht fügen wollte, legt er ihr kurzerhand Handschellen an und vergewaltigt sie. Als er mit Jana fertig ist, schmerzen ihre Glieder und das Geschlecht umso mehr, sie kann sich kaum bewegen, ringt nach Luft, denn der schwere Körper des Mannes hätte sie beinahe erdrückt. Der Polizist befiehlt ihr zu gehen, aber sie bleibt an eine Mauer gelehnt stehen. Er zeiht den Knüppel, will sie erneut züchtigen, doch sie entreißt ihn ihm in ungeahnter Kraft und beginnt auf den Mann einzuprügeln, immer wieder schlägt sie auf ihn ein, bis er sich nicht mehr rührt.

Das Leben nach dieser Schädigung ist ein anderes. Jana sieht ihre Umgebung plötzlich mit anderen Augen, sie muss versuchen, wieder leben zu lernen. Scheu ängstigt sie sich vor menschlicher Nähe und doch möchte sie nicht allein sein, hat Angst davor. So flüchtet sie sich in die Anonymität der Kinos, wo sie unter Leuten ist, die sie aber nicht näher anzusehen braucht.

Die Geschichte eines jungen Lebens, das sich nach der Vergewaltigung wieder in die Normalität einfügen muss, ist geistreich erzählt und die Ängste sind realistisch dargebracht.

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