In ihrem wundervollen Romandebüt „Dem Meer entgegen " erzählt Lidija Hilje, eine atmosphärische Geschichte vor der Küste Kroatiens über alte Gefühle, eine zweite Chance auf die Liebe und den Mut zu einem Neubeginn.
Im Mittelpunkt steht die achtunddreißige Ivona, die nach knapp zwanzig Jahren in ihr Elternhaus in Zadar zurückkehrt um ihren kranken Vater zu pflegen. Ivona fühlt sich überfordert mit dem hochverschuldeten Anwesen Lovorun ihrer verstorbenen Großmutter, dass ihr Vater unbedingt zu einem Hotel umbauen wollte. Ihr Bruder kann nur bedingt helfen während ihr Vater Lovorun, unbedingt behalten will, doch die Bank lehnt einen weiteren Kredit ab. Ivona kümmert sich um den Verkauf des Hotels und Anwesens mitsamt ihren geliebten Olivenbäumen.
Die Nähe zu ihrem Ex-Mann Vlaho, der mit ihrer besten Freundin verheiratet ist, bringt alte Gefühle an die Oberfläche. Als dann noch ein neuer Mann in Ivonas Leben tritt, geraten Vergangeheit und Gegenwart unaufhaltsam in Bewegung.
Ivona hat nicht nur schöne Erinnerungen an ihre Kindheit. Erst als sie ihr Biologiestudium beginnt und ihre große Liebe in Vlaho findet, strahlt sie vor Glück. Als beide zurück nach Zadar kehren, findet Vlaho schnell einen Job während Ivona keine Arbeit findet und zum Schluss in einem Schreibwarenladen landet. Zehn glückliche Jahre sind sie verheiratet doch der Kinderwunsch erfüllt sich nicht .Das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen und sie lassen sich scheiden, doch aus den Augen verlieren sie sich deswegen nicht, selbst ihre Liebe zueinander bleibt.
Fazit:
Der Autorin gelingt es, Ivonas und Vlahos Geschichte und die Innigkeit ihrer Liebe, atmosphärisch hervorragend zu erzählen. Und besonders gut gefallen hat mir die Erzählung aus Ivonas Perspektive, die ihre Gedanken und inneren Konflikte dadurch noch intensiver hervorheben. Ich hoffe sehr, dass dieses gelungene und lesenswerte Debüt die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Lidija Hilje
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Dem Meer entgegen
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Dem Meer entgegen
Slanting Towards the Sea
Neue Rezensionen zu Lidija Hilje
Dieses ist kein super spannendes und aufregendes Buch. Aber dies muss es auch nicht sein. Denn dieses Buch ist ein Buch welches aus dem direkten Leben gegriffen ist. Es geht um Heimkehr. Um Ankunft. Und auch um das Paar sein. Es zeigt zum 1, wie sich eine Liebe bildet und doch wieder vergeht. Und zum anderen wie ist es wenn man wieder nach Hause zurückkehrt. Besonders gut an diesem Buch hat mir gefallen dass man sich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen konnte und es realistisch geschrieben war. Du Schreibstil direkt mir sehr gut gefallen. Ich konnte ihm sehr gut folgen und es war für mich sehr angenehm das Buch zu lesen. Trotz dass dieses Buch nicht Action geladen ist, hat man es sehr gerne gelesen und wollte es nicht aus den Händen legen. Deshalb gebe ich diesen Buch die volle Punktzahl. Auch das Cover finde ich sehr gut zu diesem Buch gewählt.
Manchmal greift man zu einem Buch, weil man einfach Sehnsucht nach Wellenrauschen und Salz auf der Haut hat, und stellt sich auf eine leichte Sommerlektüre zum Wegschmökern ein. Genau das dachte ich auch, als ich „Dem Meer entgegen“ von Lidija Hilje aufgeschlagen habe, doch das Buch hat mich an ganz andere Orte mitgenommen, als ich anfangs gedacht hätte – und das im positivsten Sinne. Im Kern begleitet die Geschichte eine Protagonistin, die vor ihren eigenen Baustellen an die Küste flüchtet. Es ist kein klassischer Wohlfühl-Roman, in dem die Hauptfigur einfach den perfekten Neuanfang wagt und am Ende alles rosig ist. Stattdessen stolpert sie durch die Tage, konfrontiert mit einer Last aus Trauer, unverarbeiteten Verlusten und einer ganzen Reihe persönlicher Unzulänglichkeiten. Was mich an Hiljes Schreibstil sofort eingenommen hat, ist die Ehrlichkeit. Hier wird nichts weichgezeichnet oder in seichte Floskeln verpackt. Die Hauptfigur ist meilenweit von einer strahlenden Sympathieträgerin entfernt, sie macht Fehler, trifft fragwürdige Entscheidungen, verrennt sich und ist phasenweise verdammt anstrengend. Ganz ehrlich: Es gab Momente beim Lesen, da hätte man sie am liebsten mal kurz geschüttelt. Und doch kann man sie vollkommen verstehen, weil die Autorin schwere Themen wie Trauer und das Scheitern an den eigenen Ansprüchen schonungslos, direkt und ohne Kitsch behandelt. Trotz dieser emotionalen Schwere liest sich das Buch unheimlich unterhaltsam, flüssig und hat eine enorme Tiefe. Das liegt vor allem an der sprachlichen Brillanz, denn Lidija Hilje hat ein feines Gespür für Zwischentöne und atmosphärische Dichte, sodass die Worte einen regelrecht in die Emotionen hineinsaugen. Man spürt die Zerrissenheit der Protagonistin und die bleierne Schwere der Trauer fast am eigenen Leib. „Dem Meer entgegen“ ist somit kein Buch für zwischendurch, das man nach der letzten Seite direkt wieder vergisst, sondern eine intensive, sprachlich großartige Charakterstudie über eine unperfekte Frau, die lernen muss, mit sich selbst ins Reine zu kommen, und wer bereit ist, sich auf diese Ecken und Kanten einzulassen, wird mit einem absolut lesenswerten Roman belohnt.
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