Lili Vogel

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Wie man einen Kaiser erpresst

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Erschienen am 16.03.2018
Die Rose von Huwelreich

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Der König von Blauwittern

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Der Kaiser von Huwelreich

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Rezension zu "Dietrich von Bern: König ohne Reich und Krone" von Lili Vogel

die helden zeigen ihr wahre Gesicht
phantastische_fluchtenvor 5 Monaten

Dietrich von Bern ist eine tragische Gestalt. Von seinem Onkel Ermarnarich des Thrones beraubt, muss der Thronanwärter fliehen und begibt sich an den Hof von König Etzel, der ihn gastfreundlich aufnimmt.  Dietrich führt im Namen des Hunnenkönigs etliche Schlachten, doch als er davon genug hat. macht er sich, sein Königreich zurück zu erobern.

Er selbst nennt sich, in wahrhafter Selbstüberschätzung, "der Schlichter". Immer wenn ein Krieg droht, es Streit zu schlichten gibt oder eine holde Jungfrau zu befreien ist, steht Dietrich von Bern bereit, das Problem aus der Welt zu schaffen. Als ihn der berühmte Hagen von Tronje darum bittet, ihm bei der Befreiung König Gunhers aus den Händen der Hessen zu helfen, ist der Berner gerne bereit dazu.  Auch wenn dabei seine eigene Ziele zurückstecken müssen. Wer wäre nicht bereit, dem legendären Vasallen König Gunthers zu helfen?  Zumal sich Hagen und Dietrich aus früheren Zeiten kennen. Hagen von Tronje hätte sich daran erinnern sollen, denn überall, wo Dietrich von Bern erscheint, folgt der Ärger auf dem Fuße.

Kommentar:

Ich beginne mit einem Zitat, welches die Stimmung des Buches sehr gut widerspiegelt.

"Wer bist du?" fiepten die Mädchen.

"Ich bin Dietrich, der große Schlichter!"

"Und ich bin Ulf, der große Dichter"

Und vom Ufer aus krähte es: Ich bin der alte Hildebrand, ich bin der einzige mit Verstand.

Hier werden die großen Kämpfer der deutschen Heldensagen einmal nicht ganz ernst genommen. König Gunther wird als Weichei beschrieben. Ein schwacher Herrscher, der unter der Knute seines finsteren Beraters Hagen von Tronje steht.  Und Dietrich von Bern, der professionelle Streitschlichter, Jungfrauenretter und Kriegsverhinderer denkt bei den von ihm begangenen Taten nur an den Geldbeutel und an seinen legendären Ruf. Er schätzt die Bequemlichkeit, gutes Essen, Wein, Weib und Gesang. Begleitet wird Dietrich von seinem treuen Diener Hildebrand, der einst sein Ausbilder und Waffenmeister war. Diese berühmten Namen findet man tatsächlich in den deutschen Heldensagen und im Nibelungenlied, doch Lili Vogel gibt dem Ganzen ein neues Gewand.

Ich habe mich allerdings zu Beginn mit der Sprache etwas schwer getan. Sicherlich ist die Schreibweise der mittelalterlichen Handlung geschuldet aber manchmal wirkte der Satzbau doch etwas bemüht. Ein Beispiel: "Dietrich legte das Kettenhemd ab, denn er wollte nicht hart sein, wenn die schöne Maid sich fest an ihn drückte beim reiten." Aber je weiter man liest, desto mehr vergisst man dies, denn der Leser verliert sich in der amüsanten Handlung, die so anders voranschreitet, als man es von Heldensagen erwartet.

Während sich Hagen von Tronje, Dietrich von Bern und Hildebrand aufmachen, den burgundischen König zu befreien,  wiegelt Gunther seine Entführer gegeneinander auf. Mit seiner flinken Zunge ist er ein genialer Ränkeschmied und bald lesen ihm die Entführer jedes Wort von den Lippen ab. Hier wird klar, warum Gunther so ein guter König ist und keineswegs unter der Knute Hagens steht. Hagen, der in allen Sagen stets als die düstere Gestalt erscheint, wirkt auch hier unnahbar, kalt und mitleidlos. Doch seine Liebe zu seinem Herrn ist unbestreitbar, er würde sich selbst opfern, um Gunthers Leben zu retten. Er und Dietrich gelten als die besten Schwertkämpfer ihrer Zeit, der Legende nach hat Dietrich sogar Siegfried bezwungen. Kaum zu glauben, wenn man dieses Buch liest.  Hier sehen wir einen Mann, der sich dermaßen selbst überschätzt und nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Als er den fahrenden Sänger Ulf kennenlernt, nimmt er ihn als Begleiter an, damit Ulf heroische Balladen über die kühnen Heldentaten Dietrichs verfasse. Ulf bringt eine weitere heitere Note in die Geschichte ein. Denn als die holde Weiblichkeit dem jungen Sänger mehr Aufmerksamkeit schenkt, als dem dicklichen Helden, weckt dies seine Eifersucht. Konkurrenz ist nicht gut für das Geschäft.

Das Buch besteht aus 290 Seiten und lässt sich leicht und locker lesen. Ich hatte es an einem Nachmittag aus und habe mich sehr gut unterhalten und amüsiert. Einige Sätze verleiten dazu, sie laut vorzulesen. Das Cover passt zwar zu der Geschichte, erweckt aber den Eindruck, dass es sich um eine ernsthafte Version der Heldensaga handelt und würdigt den Spaßfaktor nicht.

Ich bin gespannt, ob wir noch mehr von dieser Autorin zu lesen bekommen, lohnen würde es sich sicher.

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