Lilian Loke

 4.1 Sterne bei 36 Bewertungen
Lilian Loke

Lebenslauf von Lilian Loke

Lilian Loke, geboren 1985, studierte Englische Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur und lebt in München. Ihr Debütroman „Gold in den Straßen“ erschien 2015 und wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem Tukan-Preis ausgezeichnet. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie u. a. das Literaturstipendium der Stadt München, das Werkstattstipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung und der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Seit 2016 ist sie Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Alle Bücher von Lilian Loke

Auster und Klinge

Auster und Klinge

 (33)
Erschienen am 15.02.2018
Gold in den Straßen

Gold in den Straßen

 (3)
Erschienen am 14.02.2015

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Neue Rezensionen zu Lilian Loke

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Katis-Buecherwelts avatar

Rezension zu "Auster und Klinge" von Lilian Loke

Hier hat die Chemie zwischen dem Buch und mir von Anfang an nicht gepasst.
Katis-Buecherweltvor 3 Monaten

Klappentext:
Victor führt ein Doppelleben, als Hotelfachmann und Einbrecher. Als er wegen eines Bruchs im Gefängnis landet und von Frau und Tochter verstoßen wird, will er nach der Haft nur noch eines: Ein eigenes Restaurant eröffnen, um seine Familie zurückzugewinnen. Auch Georg hat zwei Identitäten, als Künstler einerseits und Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns andererseits. Doch Georg rührt seinen Erbteil nicht an, hasst die barbarischen Produktions- und Arbeitsbedingungen nicht nur in der familieneigenen Firma genauso, wie er den Kunstbetrieb verachtet: Er will die Gesellschaft mit radikalen Kunstaktionen aufrütteln – mit Aktionen, die wehtun. Als Victor zufällig bei Georg unterkommt, treffen sie eine Abmachung: Victor bringt Georg das Einbrechen bei. Dafür erhält er von Georg das Kapital für sein ersehntes Restaurant. Der Plan scheint aufzugehen, bis Georgs Aktionen außer Kontrolle geraten … Virtuos und mit bösartiger Komik erzählt Lilian Loke von einem riskanten Deal in einer erbarmungslosen Welt.

Zum Buch:
Die Buchgestaltung gefällt mir sehr gut. Ich mag das auffallende Pink und die Kombination mit dem orangefarbenen Herz. Das Organ ist hervorgehoben und glänzend vom Hintergrund abgesetzt, welcher sich matt anfühlt. Der Schriftzug des Titels ist modern und fügt sich in das Gesamtbild perfekt ein. Unter dem Schutzumschlag fand ich einen weißen Einband und die ersten Seiten sind schwarz, ebenso die Titelbeschriftung am Buchrücken.

Erster Satz:
Ein Murmeln aus Dutzenden Mündern erfüllt das Callcenter, während Georg auf seinem Merkblatt herumkritzelt, stets lächeln beim Sprechen, Verständnis zeigen, Essverbot am Platz, Georg zeichnet Herzkranzgefäße, Aorta, Muskelgewebe mit schnellem, fließendem Strich quer über die schnörkellose Computerschrift.


Meine Meinung:
"Auster und Klinge" habe ich im Rahmen einer Leserunde gelesen und ich freute mich auf eine unterhaltsame und humorbespickte Gaunerstory. Was ich dann vorfand, war alles andere als eine witzige und leichte Kost. Ich musste mich zeitweise durch den Lesestoff quälen.

Victor ist Hotelfachmann und sein Zweitjob Einbrecher. Als er wegen eines Einbruchs inhaftiert wird, verliert er seine Frau und seine 4-jährige Tochter. Nach seiner Entlassung plant er, ein eigenes Restaurant zu eröffnen und seine Familie zurückzugewinnen.
Georg, ein wohlhabender Künstler provoziert die Gesellschaft durch radikalen Kunstaktionen und versucht sie somit aufzurütteln. Beide führen ein Doppelleben und als sie aufeinandertreffen, schmieden die Männer einen Plan. Victor soll Georg das Einbrechen beibringen und im Gegenzug erhält Victor von Georg die finanzielle Unterstützung für seinen Traum. Das dabei nicht alles wie geplant abläuft, ist vorprogrammiert.

Ich brauchte zwei Anläufe dieses Buch zu lesen und spielte mehrfach mit dem Gedanken es abzubrechen, weil ich sowohl mit dem Schreibstil nicht zurechtkam und etwas völlig anderes erwartet habe.
Lilian Lokes Schreibstil ist anspruchsvoll und mühsam zu lesen. Ich brauchte eine lange Zeit, um mich daran zu gewöhnen, und fand leider nicht in die Erzählung. Es folgten einige Erzählstränge und Umschreibungen, die langatmig waren und mich ermüdeten. Die Autorin nutzte immer wieder viele Aufzählungen von Begriffen, wie z.B. über das Essen, in anderen Worten formuliert, die teilweise bis zu einer Seite umfassten. Ich verstand den Hintergrund, was sie mir damit vermitteln wollte, doch das war mir zuviel des Guten und langweilte mich. Ich konnte während des Lesens keinen richtigen roten Faden finden, der mich durch die Geschichte führte.

Die Charaktere waren speziell und ich konnte mich mit beiden nicht anfreunden. Georg wurde mir im Verlaufe des Buches immer unsympathischer durch sein Verhalten und seinen Aktivitäten. Eine Szene blieb mir dabei stark im Gedächtnis und schockierte mich über so viel Grausamkeit. Nach diesem Abschnitt konnte ich eine lange Zeit kein Schweinefleisch mehr essen. So furchtbar diese Handlung war, so sieht leider nicht Realität aus. Die Schriftstellerin ist schonungslos und ehrlich auf diese Aktivität eingegangen und das fand ich gut.
Victor dagegen war mir eher gesonnen, auch wenn ich ihn nicht immer einschätzen und verstehen konnte. Er hatte einen Fehler begangen und wollte daraus lernen. Seine Entwicklung hab ich gerne verfolgt.

Es dauert lange bis sich die Geschichte zu dem entfaltet, was der Klappentext verrät. Erst im letzten Drittel des Buches kommt es zu dem besagten Deal, auf was ich lange gewartet habe. Im Endeffekt hätte mir das Ende allein schon gereicht und der Umschlagtext beschreibt den gesamten Inhalt.
Der Schluss hat mich überrascht, wie sich die Rollen der Protagonisten getauscht haben und einer der Charaktere sich von der Auster in die Klinge gestürzt hatte.

Fazit:
"Auster und Klinge" von Lilian Loke konnte mich nicht begeistern und ich quälte mich durch den Lesestoff. Erwartet habe ich eine Gaunerstory mit einer humorvollen Ader, wovon dieses Buch weit entfernt war. Hier hat die Chemie zwischen dem Buch und mir von Anfang an nicht gepasst. ~ anstrengender und langweiliger Schreibstil ~ Klappentext verrät die komplette Handlung ~ für Kunstliebhaber interessant. 

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Miamous avatar

Rezension zu "Auster und Klinge" von Lilian Loke

Kriminelle Energie trifft auf Kunst....
Miamouvor 3 Monaten

Im Grunde ist dieses Buch ein Blickfang. Knallpink mit weißen Schriftzug und einem orangenen Herz. Und dann auch noch der Titel „Auster und Klinge“. Irgendwie passt da Alles und dann doch wieder Nichts. Genauso ist es mir am Ende dieser Lektüre gegangen. Mir war nicht ganz klar, was die Autorin mit diesem Buch wollte – es war, wie man so schön sagt, nicht Fisch und nicht Fleisch.

Worum geht’s: Victor hat seine Haftstrafe abgesessen, nachdem er nach einer längeren Einbruchsserie geschnappt wurde. Wieder in Freiheit plant er mit einem Freund ein Restaurant zu eröffnen. Leider fehlt ihm das nötige Kleingeld. Zufällig trifft er auf Georg. Ein Künstler, der seine besten Tage scheinbar auch schon hinter sich hat. Aber Georg hat Geld und Georg würde von Victor gerne die Kunst des Einbrechens erlernen, denn er verfolgt ein bestimmtes Ziel, mit dem er die Menschen aufrütteln und zum Denken anstoßen will.

Nun…letzteres ist Lilian Loke sicher gelungen. Sie packt ein Thema an, dass in der Literatur seinen Platz haben muss, denn sie kann es ganz ungekünstelt bringen, ohne dass sie dabei wertend wird. Sie hat dabei Szenen erstellt, die manchen das Grausen lehren. Auch darüber kann man streiten, ob es nun tatsächlich so notwendig ist. Ich selbst fand das nun nicht so schlimm, auch wenn ich mir wünsche niemals in so eine Situation zu kommen. Was mich mehr gestört hat, war, dass sie mit Georgs Idee so vage blieb. Den Satz, warum er das genau macht, sucht man vergebens. Als Leser kann man das nur erahnen, da lediglich Andeutungen gemacht werden, die aber dann wieder ein wenig verwischen und dann ist man sich plötzlich wieder unsicher.

An sich wäre dieses eine Thema, das Georg betrifft schon groß genug, um ein ganzes Buch damit zu füllen. Dass Victor irgendwie eine Rolle mit hineinspielen muss ist auch klar, weil er Georg zeigt, wie er einbrechen muss. Victor bekommt dann allerdings so viel Platz, dass das eigentliche Thema zwischenzeitlich in den Hintergrund tritt. Plötzlich wird man mit Victors Vergangenheit, seinen Wünschen, seiner Familie und seiner kriminellen Ader konfrontiert, die nur bedingt die Handlung vorantreiben, was dann zur Folge hatte, dass ich mich in dem Buch ein wenig verloren habe. Was es mit Georg auf sich hat und warum er der Reiche von den beiden ist, löst sich erst sehr spät auf, obwohl es zwischendurch immer Anhaltspunkte gab.

Was man der Autorin aber zu Gute halten muss, ist ihre Situationskomik, mit der sie einem durch das Buch lotst. Es gibt immer wieder Stellen, Begebenheiten, Handlungen, die einem doch das Schmunzeln ins Gesicht treiben und somit dieses „Verloren fühlen“ kurz ad acta schiebt. Sie holen einen dann wieder kurz zum Geschehen zurück, wenn es dann aber nicht bald Nachschub gab, dann war meine Konzentration schnell wieder dahin.

Was mir auch noch äußerst schwerfiel, war das Einlesen in den Schreibstil. Ich fand diese vielen, manches Mal wirklich über eine Seite reichenden, Aufzählungen einfach nur mühsam und als ich den Dreh raushatte, habe ich mich auch öfter dabei erwischt, dass ich diese Aufzählungen nur quer gelesen habe. Ich denke nicht, dass ich dadurch etwas versäumt hätte.

Alles in Allem finde ich, dass die Thematik des Buches eine wichtige ist und diese in der Literatur unbedingt sein muss. Im Fall von „Auster und Klinge“ wurde sie für mich aber von zu vielen Nebensächlichkeiten immer wieder in den Hintergrund gestellt. Zudem hat mir eben auch öfter gefehlt, dass die Autorin das Kind beim Namen nennt. Grundsätzlich brauche ich das nicht immer, aber so manches Mal wäre es in diesem Fall gut gewesen. Ich war einfach nicht die Leserin zu dem Buch, aber es gibt sie sicher :-)

Kommentare: 1
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Eggi1972s avatar

Rezension zu "Gold in den Straßen" von Lilian Loke

Nicht nur Gold in den Strassen
Eggi1972vor 4 Monaten

Mit dem Roman Gold in den Strassen hat Lilian Loke einen wirklich tollen Debütroman zustande bekommen.

Sie beschreibt eindringlich, wie Thomas Meyer als Makler immer mehr Erfolg und ein tolles Gespür für seine Kunden hat. Dies geht solange gut bis sein Vater stirbt, er in der Firma aufsteigt und eigentlich glücklich sein sollte. Das Buch zeigt einem eindringlich, dass berufliches Vorankommen nicht unbedingt mit dem inneren Seelenfrieden einhergehen muss.

Er verliert sein Gefühl für das Bedürfnis seiner Kunden, und kann somit auch nicht mehr  seine Vorgaben für sein Geschäft erfüllen.

Der Roman lässt sich schnell und schlüssig lesen, auch sind die Orte, die Sie beschreibt, für Menschen, die in der Gegend leben wieder zu erkennen.

Sie schreibt relativ einfach aber trotz allem sehr emotional. Man kann verstehen warum Herr Meyer die Schritte geht. Wie die Trennung von seiner Freundin, die aus der gehobenen Gesellschaft kommt oder warum alles einfach nicht mehr so läuft, wie er es kennt.

Der Roman zeigt in vielen Facetten, wo es in unserer Gesellschaft alles krankt und er zeigt auch wie man für andere eigentlich glücklich sein müsste, weil alles beruflich gut läuft.

Er beschreibt auch, wie man trotzdem irgendwie langsam ausbrennen kann, weil man sich selbst immer mehr unter Druck setzt. Er zeigt, dass man anderen misstraut, mit sich selbst nicht zufrieden ist und man kann ihn einfach als ein mahnendes Beispiel nehmen.

Ich freue mich, wenn diese Autorin ein neues Buch schreibt, und ich vielleicht auch weitere Fortschritte sehen kann, und man einfach wieder ein gutes Buch deutscher Gegenwartsliteratur in den Händen halten kann.

literaturlounge,eu

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

"Wenn du Superkräfte hättest, würdest du den Helden spielen oder sie nur zu deinem Vorteil nutzen?"

Wer träumt nicht von dem Tag, an dem alle Probleme und Sorgen einfach so verschwinden? Wer wünscht sich nicht, plötzlich das große Los zu ziehen und es allen endlich zu zeigen? Als Victor und Georg sich zum ersten Mal begegnen, ahnen sie nicht, dass dieses zufällige Treffen ihr Leben komplett verändern wird. Es fühlt sich wie ein Lottogewinn an und sie wittern dabei ein Riesengeschäft – Das Leben könnte wirklich großartig sein!
Lilian Loke überrascht mit ihrem zweiten Roman "Auster und Klinge" und macht definitiv süchtig nach mehr! Möchtet ihr erfahren warum? Dann solltet ihr unbedingt bei unserer Leserunde zu "Auster und Klinge" mitmachen!

Zum Inhalt
Victor führt ein Doppelleben, als Hotelfachmann und Einbrecher. Als er wegen eines Bruchs im Gefängnis landet und von Frau und Tochter verstoßen wird, will er nach der Haft nur noch eines: Ein eigenes Restaurant eröffnen, um seine Familie zurückzugewinnen. Auch Georg hat zwei Identitäten, als Künstler einerseits und Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns andererseits. Doch Georg rührt seinen Erbteil nicht an, hasst die barbarischen Produktions- und Arbeitsbedingungen nicht nur in der familieneigenen Firma genauso, wie er den Kunstbetrieb verachtet: Er will die Gesellschaft mit radikalen Kunstaktionen aufrütteln – mit Aktionen, die wehtun. Als Victor zufällig bei Georg unterkommt, treffen sie eine Abmachung: Victor bringt Georg das Einbrechen bei. Dafür erhält er von Georg das Kapital für sein ersehntes Restaurant. Der Plan scheint aufzugehen, bis Georgs Aktionen außer Kontrolle geraten … Virtuos und mit bösartiger Komik erzählt Lilian Loke von einem riskanten Deal in einer erbarmungslosen Welt.

Bereit für eine spannende Leseprobe?

Zur Autorin
Lilian Loke, geboren 1985, studierte Englische Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur und lebt in München. Ihr Debütroman "Gold in den Straßen" erschien 2015 und wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem Tukan-Preis ausgezeichnet. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie u. a. das Literaturstipendium der Stadt München, das Werkstattstipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung und der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Seit 2016 ist sie Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 20 Exemplare von "Auster und Klinge" unter allen, die erfahren möchten, wie Victors und Georgs gewagtes Abenteuer endet.
Habt ihr Lust, euch über diesen aufregenden Roman in Rahmen einer Leserunde auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 21.02., und antwortet auf folgende Frage:

Victor und Georg machen den Deal ihres Lebens.
Mit wem würdet ihr einen ähnlichen Deal eingehen? Und warum gerade mit dieser Person?

Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt!
Viel Glück
!


* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
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