Lilian Loke Auster und Klinge

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Inhaltsangabe zu „Auster und Klinge“ von Lilian Loke

Victor führt ein Doppelleben, als Hotelfachmann und Einbrecher. Als er wegen eines Bruchs im Gefängnis landet und von Frau und Tochter verstoßen wird, will er nach der Haft nur noch eines: Ein eigenes Restaurant eröffnen, um seine Familie zurückzugewinnen. Auch Georg hat zwei Identitäten, als Künstler einerseits und Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns andererseits. Doch Georg rührt seinen Erbteil nicht an, hasst die barbarischen Produktions- und Arbeitsbedingungen nicht nur in der familieneigenen Firma genauso, wie er den Kunstbetrieb verachtet: Er will die Gesellschaft mit radikalen Kunstaktionen aufrütteln – mit Aktionen, die wehtun.
Als Victor zufällig bei Georg unterkommt, treffen sie eine Abmachung: Victor bringt Georg das Einbrechen bei. Dafür erhält er von Georg das Kapital für sein ersehntes Restaurant. Der Plan scheint aufzugehen, bis Georgs Aktionen außer Kontrolle geraten …
Virtuos und mit bösartiger Komik erzählt Lilian Loke von einem riskanten Deal in einer erbarmungslosen Welt.

Ein ungleiches Protagonistenpaar mit völlig verschiedenen Lebensentwürfen - eine unerwartete Gesellschaftskritik, die vollends überzeugt.

— miss_mesmerized

Heftig und heftig gut. Über Verantwortung, Gier, Widerstand. Dennoch für stabile Mägen (u.a. Metzgermilieu)

— StefanieFreigericht

Der Roman mit seinen Charakteren und dem phänomenalen Schreibstil ist eine Wucht und unbedingt lesenswert!!!

— Laurie8

Ein toller Roman, dem ich es wünsche vielfach gelesen zu werden, denn er hat eine tiefe Botschaft an uns alle – aber vorsicht: bissig!

— Nil

Ein besonderer Roman, der vor allem mit seinem Schreibstil und einer kreativen Grundidee überzeugen kann

— milkysilvermoon

Dachte erst ein kurzweiliges, aber durchaus cleveres Kriminalspiel in Händen zu halten, was mich dann mit seinem Tiefgang überraschte.

— WildeCharlotte

Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der sich mit einer kritischen Weltansicht auseinandersetzen möchte und keine Angst davor hat,

— TiaraFlyable

Packend, regt zum Nachdenken an, vielschichtige Charaktere - was will man mehr von einem Buch

— Linker_Mops

ein gesellschaftskritischer Roman, der wachrütteln soll...

— Diana182

Dichte Handlung und spannende Einblicke in die Wlet der Einbrecher und Gastronomie-Neulingen.

— Linatost

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  • eine schockszene jagd die nächste

    Auster und Klinge

    suppenfee

    11. May 2018 um 23:04

    Durch einen glücklichen -  oder in diesem Fall vielleicht eher unglücklichen Zufall, lernen sich Viktor und Georg auf der Straße kennen.  Viktor ist eigentlich Hotelfachmann, hatte aber eine lukrative Karriere als Einbrecher, bis es eben einmal schiefging. Jetzt kommt er frisch aus dem Gefängnis. Zu Frau und Kind kann er ersteinmal nicht zurück. Aber Georg nimmt Viktor zunächst bei sich auf. Georg kommt aus einer Fleischerfamilie, hat reich geerbt, aber will mit dem Unternehmen nichts zu tun haben. Er ist Künstler und provoziert wo er nur kann. Die zwei ungleichen Männer gehen einen zweifelhaften Deal ein. Georg finanziert Viktor seinen lang gehegten Wunsch -  ein eigenes Restaurant – und der bringt ihm im Gegenzug bei, was einen erfolgreichen Einbrecher ausmacht. Alles für die Kunst.   Lilian Loke hat mich mit diesem Roman zugleich fasziniert und schockiert. Die Handlung ist sehr einfallsreich, bietet viel Abwechslung und regt sicher auch zum Nachdenken an, gerade wenn es um Themen wie Massentierhaltung geht.  Die Bilder und Szenen sind manchmal sehr makaber, da kann man sich schonmal schütteln. Die Protagonisten haben vielschichtige Charaktere und trotz der etwas zweifelhaften Moralvorstellungen der beiden, konnte ich mich gut auf sie einlassen. Sie wirken nicht immer 100 % sympathisch, aber dafür „echt“. Der Schreibstil selbst hat mich durch die vielen Aufzählungen eher etwas auf Distanz gehalten, sodass ich nie längere Abschnitte am Stück lesen konnte, weil es mir dann zu viel wurde. Jedoch macht das Buch durch seine bissigen Dialoge trotzdem Spaß zu lesen. Insgesamt eine sehr intensive und wirklich keine leichte Kost.  

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  • Eine Geschichte, die zum Nachdenken bringt

    Auster und Klinge

    EsthersBuecher

    01. May 2018 um 09:53

    Der Einstieg in ein neues Buch ist oft nicht einfach. Man muss Geduld haben und hoffen, dass der Punkt bald kommt, an dem man sich beim Lesen richtig wohl fühlt und nicht mehr aufhören möchte. Es ist wohl so ähnlich, wie für einen Einbrecher in ein unbekanntes Haus einen Weg zu finden. Und obwohl der Vergleich gerade zu diesem Buch sehr gut passt, hatte ich mit Lilian Lokes neuem Roman überhaupt keine Einstiegsprobleme. Von der ersten bis zur letzten Seite war ich engagiert, hatte Interesse an der Geschichte und an den Charakteren.Das liegt wahrscheinlich daran, dass Lilian Lokes Schreibstil sehr gut zu meinen Gedankengängen passt. Sie wandert oft innerhalb eines Absatzes oder Satzes in eine andere Zeit ab, fängt in der Gegenwart an, um dann eine mehrere Jahre zurückliegende Erinnerung zu erzählen. Das kann verwirrend sein, ich habe mich dabei jedoch wie zuhause gefühlt.Auch das Thema hat mich angesprochen. Zwei sehr unterschiedliche Lebenswege kreuzen sich eines Tages in Frankfurt. Victor ist ein Einbrecher, der viele Jahre lang unbestraft davonkam, bis er einmal geschnappt wurde und ins Gefängnis kam. Er hat nun seine Strafe abgesessen und wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Frau und Kind zurückzugewinnen und ein Restaurant zu eröffnen. Georg ist Maler, Aktionskünstler, Erbe eines milliardenschweren Fleischunternehmens, der die negative Auswirkungen der Globalisierung nicht tatenlos hinnehmen kann.Als die beiden sich treffen, gründen sie ziemlich schnell eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft (wer würde denn schon einen Einbrecher bei sich einquartieren?). Ihre Beziehung Freundschaft zu nennen wäre zu viel gesagt, aber sie kommen gut miteinander aus – zumindest bis Georg eine ungewöhnliche Bitte hervorbringt. Die beiden schließen einen Pakt, von dem sie beide zu profitieren hoffen.Dass sich schließlich alles zum Schlechten wendet, liegt vielleicht an der Naivität Georgs, der daran glaubt, dass er mit seinen tollkühnen Aktionen die Augen der Menschen öffnen kann. Er greift Themen der globalisierten Wirtschaft auf: Kinderarbeit, Ausbeutung, Armut und Elend. Er will erreichen, dass die Menschen ihr Verhalten ändern und endlich hinschauen und will nicht wahrhaben, dass seine Provokationen wirkungslos sind. Sind wir tatsächlich so abgestumpft? So faul? So desinteressiert? So egoistisch? Der Roman gibt darauf eine nur halbwegs hoffnungsvolle Antwort.Der idealistische Georg erinnert mich an mich selbst als Jugendliche, als ich noch an Revolutionen geglaubt habe. Ich war damals überzeugt davon, dass Menschen in der Unterdrückung stark genug sind, ihre Situation zum Guten zu wenden. Ich dachte, dass das Gute immer gewinnen muss, wir brauchen nur Zusammenhalt und Leidenschaft und einen gemeinsamen Willen. Heute glaube ich nicht mehr daran. Nach und nach habe ich gemerkt, dass die Welt anders funktioniert. Dass immer die Recht haben, die über Macht oder Geld (oder meistens beides) verfügen. Und dass man nicht viel dagegen tun kann.Aber nicht nur in Romanen gibt es Georgs, und eigentlich kann man auch ohne große Aktionen Gutes bewirken. Im Alltag mal ein faires Produkt kaufen, oder Produkte mit weniger Verpackung. Weniger Fleisch essen und auch sonst auf Zutaten achten und im Sinne der Umwelt eine Wahl treffen. Die Liste könnte man noch lange fortsetzen, und wenn ich mir das alles so durch den Kopf gehen lasse, stellt sich heraus, dass ich doch einiges richtig mache. Ob das reicht? Das wird mich auf jeden Fall noch beschäftigen.Auster und Klinge hat mich zum Nachdenken gebracht, ohne mich belehren zu wollen. Das Lesen hat mir Spaß gemacht, es war spannend und unterhaltend. Ein ziemlich perfektes Buch, ich werde in Zukunft definitiv nach den Büchern von Lilian Loke Ausschau halten.

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  • Lilian Loke - Auster und Klinge

    Auster und Klinge

    miss_mesmerized

    22. April 2018 um 17:28

    Endlich wieder in Freiheit nachdem er wegen wiederholter Einbrüche im Gefängnis saß. Ein eigenes Restaurant ist der Traum von Victor, doch dafür benötigt er Geld und erst einmal muss er wieder auf die Füße kommen. Immerhin hat er bereits einen Job als Pizzafahrer. Bei einer Auslieferung in einem Bürokomplex lernt er zufällig Georg kennen, bei dem er auch vorläufig unterkommen kann. Georg ist Künstler – oder so etwas Ähnliches. An Geld scheint es ihm nicht zu mangeln, von den paar Stunden an der Volkshochschule kann er kaum leben. Es dauert bis Victor herausfindet, dass Georg Erbe eines großen Schlachtkonzerns ist, wo tagtäglich Tausende von Tieren getötet und weiterverarbeitet werden. Zu seiner Familie hat er nur selten Kontakt, zu sehr weichen seine Vorstellungen von jenen der Eltern und Geschwister ab. Georg finanziert Victors Traum vom eigenen Restaurant, doch dafür erwartet er auch eine Gegenleistung: Victor soll ihm beibringen, wie man in Häuser einsteigt. Nach dem Grund gefragt, antwortet er ausweichend, eine Art Kunstprojekt oder Installation. Bald schon wird die ganze Stadt davon wissen.So wie die beiden Begriffe im Titel des Buchs – Auster und Klinge – schon nicht zusammen zu passen scheinen, so muten auch die beiden Protagonisten wie ein unmögliches Paar an: einerseits der wohlhabende und kunstaffine Georg, der es sich dank der finanziellen Rücklagen leisten kann, keinen Job wirklich machen zu müssen und sich um größere Dinge als die eigene Existenz Sorgen machen zu können. Auf der anderen Seite Victor, der als ehemaliger Häftling ganz am unteren Ende der Nahrungskette steht, dessen Frau ihn nicht mehr sehen möchte und der auf jeden Cent angewiesen ist, was eine gewisse Flexibilität bei der Jobwahl erzwingt. So wie die Auster ein Luxusgut darstellt, das höchsten Genuss verspricht, ist die Klinge eher das zerstörerische Werkzeug oder eine Waffe. Der Titel erklärt sich durch das Buch nicht, weist aber durchaus durch seine surreale Verbindung der beiden Begriffe den Weg zur anarchistischen Kunst- und Weltauffassung Georgs, der die vorherrschenden Werte in Frage stellt. Lilian Loke reißt gleich mehrere gesellschaftskritische Fragen in ihrem Roman an, obwohl dieser keineswegs so dramatisch ernsthaft daherkommt, wie es die Thematik nahelegen könnte. Ganz im Gegenteil, er ist voller Leben, bisweilen gar komisch und von einem überzeugend leichten Erzählton geprägt. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, inwieweit unsere Gesellschaft bereit ist, Straftäter wieder in ihrer Mitte aufzunehmen, ihnen eine Chance zu geben und die Fähigkeiten über die Straftat hinaus sehen zu wollen. Zum anderen die Massentierhaltung und die Ausbeutung asiatischer Arbeiter, die für kaum einen Dollar am Tag unsere Kleidung zusammennähen, was von Georg drastisch angeprangert wird. Wir wissen alle um diese Dinge, verschließen nur zu gerne die Augen und es benötigt solche Aktionen oder tragische Unglücke, um uns tatsächlich damit auseinanderzusetzen – was jedoch noch lange keine Verhaltensänderung bewirkt.Ein bemerkenswerter Roman, der nicht nur durch seine inhaltliche Relevanz überzeugt, sondern vor allem das schriftstellerische Potenzial der Autorin unter Beweis stellt. „Auster und Klinge“ ist erst ihr zweiter Roman, man darf auf die folgenden gespannt sein.

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  • Was wollen wir wirklich wissen? Erwartungshaltung: heftig. UND heftig gut

    Auster und Klinge

    StefanieFreigericht

    14. April 2018 um 11:03

    Was wollen wir wirklich wissen? Erwartungshaltung: heftig. UND heftig gut Treffen sich zwei Männer in einer Bar. Nein, kein Beginn eines Witzes, sondern der eines wilden Ritts, denn Georg und Victor haben natürlich auch eine Vorgeschichte. Victor ist frisch aus dem Knast, dreizehn Monate für die erste Tat, zumindest die erste, bei der er erwischt wurde. Einbrecher ist er, kein Räuber, das ist ihm wichtig. Jetzt hat er Ärger mit Ehefrau Sina, die nichts ahnte, und braucht eine Wohnung. Georg bietet ihm spontan Obdach. Ein erfolgreicher Maler war er, dann lieber...was? Aktionskünstler? Victor träumt von einem eigenen Restaurant. Und Georg bietet ihm einen Deal an, wenn, ja wenn er ihm das Handwerk beibringt. Dieses Buch ist der absolute Hammer, wenn man es lässt. Dafür sollte man sich von den beiden Männern abholen lassen auf Ebene ihrer Moralvorstellungen, sich einfach darauf einlassen können, und nicht von Beginn an sagen: Der lügt oder der hat gestohlen. Ein anständiger Erwachsener würde ja auch Pipi Langstrumpf nicht allein wohnen lassen, als Geschichte hingegen akzeptiert er genau das. Dazu ist einiges am Text etwas drastisch. Georg hat Metzger gelernt, und er berichtet. Das wird nicht, sorry für das Wortspiel, ausgeschlachtet, aber sachlich beschrieben. Nun bin ich kein Vegetarier, aber schon der Ansicht, dass man sich dessen bewusst sein sollte,was man da isst. Das scheint auch die Ansicht von Georg zu sein, allerdings ziehen er und ich daraus unterschiedliche Konsequenzen. "Auster und Klinge" ist ein anspruchsvoller Roman mit grandios bildhafter Sprache, jedoch setzt Autorin Lilian Loke diese oft mit bissigem Zynismus ein und mit überbordenden Beschreibungsketten, man kann es willkürlich herausgreifen: "Sie waren beide grimmige Kinder, zu alt für ihr Alter ..." S. 198 oder "Werd endlich erwachsen, Doro, dir fehlt es an Reife - ehrlich, was ist Reife schon anderes als ein Zustand kurz vor der Fäule?" S. 190. Loke ist bissig, ihr Georg will, dass die Menschen genau hinsehen, auch wenn es wehtut - und somit schreibt auch seine Schöpferin oft so, da, wo es um Georgs Aktionen geht. Damit wirkt er, der ewige Protestler, weniger vernünftig als der gewohnheitsmäßige Einbrecher mit seiner Moral. DAS muss man erst einmal hinbekommen! Sehr unterhaltsam, als Krimileser empfand ich die Drastik logischerweise weniger = 5 Sterne Was für ein verrücktes Zeug!!

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  • Leserunde zu "Auster und Klinge" von Lilian Loke

    Auster und Klinge

    aba

    "Wenn du Superkräfte hättest, würdest du den Helden spielen oder sie nur zu deinem Vorteil nutzen?" Wer träumt nicht von dem Tag, an dem alle Probleme und Sorgen einfach so verschwinden? Wer wünscht sich nicht, plötzlich das große Los zu ziehen und es allen endlich zu zeigen? Als Victor und Georg sich zum ersten Mal begegnen, ahnen sie nicht, dass dieses zufällige Treffen ihr Leben komplett verändern wird. Es fühlt sich wie ein Lottogewinn an und sie wittern dabei ein Riesengeschäft – Das Leben könnte wirklich großartig sein!Lilian Loke überrascht mit ihrem zweiten Roman "Auster und Klinge" und macht definitiv süchtig nach mehr! Möchtet ihr erfahren warum? Dann solltet ihr unbedingt bei unserer Leserunde zu "Auster und Klinge" mitmachen!Zum InhaltVictor führt ein Doppelleben, als Hotelfachmann und Einbrecher. Als er wegen eines Bruchs im Gefängnis landet und von Frau und Tochter verstoßen wird, will er nach der Haft nur noch eines: Ein eigenes Restaurant eröffnen, um seine Familie zurückzugewinnen. Auch Georg hat zwei Identitäten, als Künstler einerseits und Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns andererseits. Doch Georg rührt seinen Erbteil nicht an, hasst die barbarischen Produktions- und Arbeitsbedingungen nicht nur in der familieneigenen Firma genauso, wie er den Kunstbetrieb verachtet: Er will die Gesellschaft mit radikalen Kunstaktionen aufrütteln – mit Aktionen, die wehtun. Als Victor zufällig bei Georg unterkommt, treffen sie eine Abmachung: Victor bringt Georg das Einbrechen bei. Dafür erhält er von Georg das Kapital für sein ersehntes Restaurant. Der Plan scheint aufzugehen, bis Georgs Aktionen außer Kontrolle geraten … Virtuos und mit bösartiger Komik erzählt Lilian Loke von einem riskanten Deal in einer erbarmungslosen Welt. Bereit für eine spannende Leseprobe?Zur AutorinLilian Loke, geboren 1985, studierte Englische Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur und lebt in München. Ihr Debütroman "Gold in den Straßen" erschien 2015 und wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem Tukan-Preis ausgezeichnet. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie u. a. das Literaturstipendium der Stadt München, das Werkstattstipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung und der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Seit 2016 ist sie Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 20 Exemplare von "Auster und Klinge" unter allen, die erfahren möchten, wie Victors und Georgs gewagtes Abenteuer endet.Habt ihr Lust, euch über diesen aufregenden Roman in Rahmen einer Leserunde auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 21.02., und antwortet auf folgende Frage:Victor und Georg machen den Deal ihres Lebens.Mit wem würdet ihr einen ähnlichen Deal eingehen? Und warum gerade mit dieser Person?Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt! Viel Glück!* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    • 804
  • Ein intensiver, bildhafter Stil, aber es steigert sich zu einer Spirale, die auch schockiert

    Auster und Klinge

    Buchraettin

    12. April 2018 um 07:30

    2 Menschen, 2 Männer. Einer verurteilter Straftäter, ein Einbrecher. Einer ein Künstler, ein Sohn reicher Eltern. Sie begegnen sich zufällig und dann verbinden sich ihre Leben, durchweben sich.Da die Autorin auch Kunstgeschichte studiert hat, wie man im Buch aus den Angaben zu ihr erfährt, spiegelt sich dieses Wissen meiner Meinung nach auch in der Figur des Künstlers wieder. Seine Gedanken um die Kunst, die Vermarktung, deren Darstellung, die Kunstszene, das wurde sehr lebendig dargestellt und hat mir sehr gefallen.Auch der Stil des Buches, besonders wieder wenn die Figur Georg, der besagte Künstler, beschrieben wird, gefiel mir. Es war manchmal eine Aneinanderreihung von Adjektiven und die Autorin schafft so für mich eine unheimlich intensive und lebendige Atmosphäre.Die zweite Hauptfigur im Buch Viktor, der eigentlich Hotelfachmann ist und im Gefängnis saß, weil ein Einbrüche verübte, wird sehr gut einführt und intensiv beleuchtet. Aber mir fehlte bei ihm das Intensive Empfinden beim Lesen, das ich bei Georgs Perspektive hatte.Aber ich muss sagen, das ändert sich durchaus im Laufe des Buches und die Figuren machen für mich eine Art Metamorphose durch und dann entpuppen sie sich wirklich.Was mir klar fehlt, ein pinkfarbenes Lesebändchen wäre toll gewesen. Das Cover, der Umschlag mit dieser intensiven fast neonartigen pinken Ausstrahlung, das haptische Empfinden, wenn man den Umschlag streichelt und bemerkt, dass man mit den Fingern die Herzkranzgefäße erfühlen kann, das ist ein absoluter Hingucker.Anfangs war ich begeistert vom Stil des Buches. Dieses Aneinanderreihen von Wörtern, eine Aufzählung von Adjektiven, die das Lesen so lebendig gestaltet hat. Dann spürt man die ersten Szenen, auch diese wieder sehr gut dargestellt, weil einfach plötzlich neue Personen auftauchen, deren Rolle man erst danach ergründen kann. Die Szenen, die nun im Buch hervorkommen, die sind z.T. wirklich heftig zu lesen, auch blutig und mir doch etwas zu detailliert und manchmal auch zu brutal. Es wirkt auf mich wie eine Art Spirale, die sich immer weiter zuspitzt. Auch wie eine Art Verwandlung der Figuren. Die Autorin verpackt in die Kunstaktionen und Gedanken von George auch immer wieder Kritik, an Massentierhaltung, Arbeitsbedingungen, Konsum. Insofern regt das Buch auch zum Nachdenken an und durch die Darstellung der Szenen, ist es manchmal schon sehr drastisch und hallt nach, bleibt dem Leser im Gedächtnis.Der Stil der bekommt 5 Sterne, einen Punkt ziehe ich aber ab, weil ich die Szenen nicht lesen möchte, diese blutigen Szenen, das war mir zu viel. Ein intensiver, bildhafter Stil. Absolut fesselnd zu lesen, der aber dann zu einer Spirale ansteigt und den Leser mitzieht und auch schockiert.

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  • Ein wahnsinns Roman

    Auster und Klinge

    Laurie8

    04. April 2018 um 21:55

    In Lilian Lokes Roman „Auster und Klinge“ geht es um zwei Männer die sich zufällig über den Weg laufen. Victor, der gerade wegen Einbruch und Körperverletzung im Gefängnis saß, bekommt von Georg das Angebot bei ihm zu wohnen. Georg, ein Künstler der mehr schlecht als Recht durchs Leben kommt, ist einer der Erben des milliardenschweren Schlachtkonzerns seiner Eltern. Die beiden Männer haben nichts gemeinsam und gehen doch einen Deal ein. Victor braucht Georgs Geld um endlich seriös zu werden, seinen Traum vom eigenen Restaurant zu verwirklichen und somit seine Familie zurück zu gewinnen. Und Georg braucht Victors kriminelle Fähigkeiten und Kontakte um seine skurrilen Kunstaktionen durchziehen zu können. Beide geraten dadurch immer mehr hinein in einen Strudel aus Gewalt, Misstrauen und Zerstörung. Der Autorin ist ein phänomenaler Roman gelungen, der mich sehr mitgerissen und begeistert hat. Ihre Sprache ist eine Wucht und manchmal hatte ich Angst dem hohen Niveau nicht folgen zu können. Doch sie schafft es einen Schreibstil zu kreieren der perfekt zwischen Obszönität und Einfachheit und einem unglaublich gesellschaftskritischen Stil auf hohem Niveau wechselt, dass man als Leser mental gefordert wird und aber auch immer wieder kleine Pausen eingeräumt bekommt. Mit Victor und Georg hat sie zwei tolle Charaktere entworfen, die sich im Laufe des Romans immer weiter entwickeln, wodurch sich die Sympathien mal zum einen, mal zum anderen verschieben. Sie beschreibt viele Situationen (speziell das Schlachten bleibt mir wohl für immer in Erinnerung) derart schonungslos und detailgetreu dass einem fast der Atem stockt. Dabei bezieht sie nie Stellung für eine Seite, sie schreibt einfach wie es ist und das tut sie extrem gut! Ich habe es sehr genossen das Buch zu lesen und kann es uneingeschränkt weiter empfehlen!

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  • Wie ein Rausch liest es sich weg!

    Auster und Klinge

    Nil

    29. March 2018 um 11:20

    Zwei Männer, die verschiedener nicht sein können, prallen hier aufeinander und bleiben aneinander haften. Ein Einbrecher, der frisch aus dem Knast kommt, Victor und ein verwahrloster Künstler entsprungen aus einer reichen Schlachterfamilie, Georg. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Frankfurt am Main und Umgebung geben dafür die richtige Kulisse her, wie die beiden Protagonisten, ist auch die Stadt in sich zerrissen. Die Autorin Lilian Loke arbeitet in 'Austern und Klinge' die Ambivalenz und die Zwiespältigkeit eines jeden Menschen heraus. Egal wo man her kommt, egal wie man lebt, egal was man tut, sie hält uns einen Spiegel vor und zeigt uns: Jeder dreht sich die Wahrheit so hin, dass es einem persönlich passt und echte Rücksicht gibt es nicht. Der Mensch ist ein Tier in seinem Erhaltungsdrang und seiner Verteidigung. In mir hat sich ein Unwohlsein breit gemacht, Lilian Loke schafft es den Finger in die Wunde zu legen. Insgesamt ist der Ton des Romans düster und beklemmend, aber auf eine wachrüttelnde gute Art. Wie beispielsweise auf Seite 201: „Glückliche Menschen sind meist friedfertig, aber was ist Glück anderes als der kurze Moment von Euphorie und Wunschlosigkeit, bevor er in Langeweile und neues Verlangen umschlägt.“ Die Sprache ist einerseits philosophisch tief und doch zugleich so alltäglich, dass das Lesen ein leichte ist und man einfach abtauchen kann. Ich habe die letzten 2/3 auf dem Flughafen sitzen in einer lärmenden Menschenmenge verschlungen und es störte nicht, der Text hat mich in sich hineingezogen.   Fazit: Ein toller Roman, dem ich es wünsche vielfach gelesen zu werden, denn er hat eine tiefe Botschaft an uns alle – aber vorsicht: bissig!

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  • Ein (un)moralisches Angebot

    Auster und Klinge

    milkysilvermoon

    28. March 2018 um 15:43

    Jahrelang hat Victor Ellischer ein Doppelleben geführt. Neben seinem Job als Hotelfachmann hat er seiner Frau Sina und seiner Tochter Kim verschwiegen, dass er regelmäßig als Einbrecher unterwegs war. Doch seine kriminellen Machenschaften flogen auf, als er von der Polizei erwischt wurde und ins Gefängnis musste. Endlich ist Victor wieder frei und hat nur noch ein Ziel: ein eigenes Restaurant, mit dem er seine Familie zurückgewinnen will. Kurz nach der Haft trifft er auf Georg Bercking und sein Wunsch scheint sich bald zu erfüllen. Der 43-jährige Künstler ist Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns und will mit radikalen Kunstaktionen auf das aufmerksam machen, was in dieser Welt schiefläuft. Der Aktivist will nun einen Schritt weiter gehen. Er schlägt Victor einen Deal vor, der zu verlockend ist, um ihn abzulehnen: Er bringt Georg das Einbrechen bei. Im Gegenzug finanziert dieser ihm das gewünschte Restaurant. Dann gerät alles außer Kontrolle… „Auster und Klinge“ ist ein ungewöhnlicher Roman von Lilian Loke. Meine Meinung: Das Buch besteht aus drei Teilen, die wiederum in einzelne Kapitel untergliedert sind. Erzählt wird hauptsächlich aus der Perspektive von Victor und Georg, allerdings auch aus der mehrerer weiterer Personen. In die Kapitel eingebettet sind immer wieder Rückblenden. Der Schreibstil ist außergewöhnlich und konnte mich begeistern. Die Sprache ist bildhaft und eindringlich. Immer wieder wird das Motiv des Herzens im Text aufgegriffen. Auch andere Metaphern tauchen auf. Allerdings müssen die Seiten aufmerksam gelesen werden. Auffällig ist auch, wie schonungslos und detailliert selbst unangenehme Dinge geschildert werden. Dass ich etwas gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden, liegt aber nicht nur an dem besonderen Stil des Romans. Denn die eigentliche Handlung nimmt erst nach etlichen Seiten an Fahrt auf, sodass es eine Weile gedauert hat, bis mich das Buch auch inhaltlich fesseln konnte. Das hängt damit zusammen, dass sich die Autorin viel Zeit nimmt, um die beiden Hauptprotagonisten und deren Vergangenheit ausführlich vorzustellen. Die zwei Antihelden werden dadurch authentisch und in all ihren Facetten beschrieben, die Charaktere erhalten Tiefe. Victor, der seit dem Teenageralter immer wieder geklaut hat, sich nun aber für seine Familie bessern will, war mir dabei sympathischer als Georg, dessen Motive ich zwar aller Ehren wert finde, dessen Verhalten ich aber in vielerlei Hinsicht nicht nachvollziehen konnte. Beide Charaktere haben das Potenzial zu polarisieren. Auch die Nebenfiguren sind interessant. Vor allem in den beiden letzten Teilen des Romans wird es spannend, sodass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Hier wird die Handlung komplexer und bleibt dennoch bis zur letzten Seite absolut schlüssig. Auch das Finale ist nach meiner Meinung stimmig. Gut gefallen hat mir auch, dass in dem Roman viel Gesellschaftskritik steckt. Georg prangert diverse Missstände wie Ausbeutung von Arbeitern, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit, übermäßiger und unreflektierter Konsum und vieles mehr an. Dadurch regt die Geschichte zum Nachdenken an. Die Gestaltung des Covers mit der ungewöhnlichen Farbkombination, bei der das Herz-Motiv ebenfalls thematisiert wird, erregt Aufmerksamkeit und trifft meinen Geschmack. Auch der Titel ist passend gewählt. Mein Fazit: „Auster und Klinge“ von Lilian Loke ist ein besonderer Roman, der vor allem mit seinem Schreibstil und einer kreativen Grundidee überzeugen kann. Er hat mir unterhaltsame Lesestunden bereitet.

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  • Überraschend tief unter die Haut

    Auster und Klinge

    WildeCharlotte

    28. March 2018 um 08:33

    Dachte erst ein kurzweiliges, aber durchaus cleveres Kriminalspiel in Händen zu halten, was mich dann mit seinem Tiefgang überraschte.  Beide Protagonisten stellen Antagonisten und Identitätsfiguren da und nehmen den Leser in ihre jeweilige Perspektive mit und in dramatische Verwicklungen, die allerdings der Realität der Welt in der wir leben entsprechen und nicht der fiktiven Handlung. Sehr anregend und spannend!

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  • Ein außergewöhnlicher Deal

    Auster und Klinge

    Larischen

    25. March 2018 um 18:18

    Durch Zufall treffen sich Victor und Georg in einer Frankfurter Kneipe. Und wie es das Schicksal will, tun sich die beiden ungleichen Charaktere zusammen. Victor ist frisch aus dem Knast entlassen und kommt bei Georg, dem „schwarzen Schaf“ einer reichen Unternehmersfamilie, unter. Victor war passionierter Einbrecher, will aber nach seinem Gefängnisaufenthalt sein Leben in ordentliche Bahnen lenken, um für seiner Familie da sein zu können. Sein großer Traum ist ein Sternerestaurant – doch wer gibt schon einem Ex-Knacki einen Kredit? Georg wiederum konnte sich in seinem Leben selbst verwirklichen, er war lange ein recht erfolgreicher Künstler und ist nun eher Aktionkünstler. Nun will Georg von Victor das Einbrechen lernen. Im Gegenzug dafür unterstützt Georg Victor bei der Eröffnung seines Restaurants – eine Win-Win-Situation für beide? Lilian Loke erzählt in „Auster und Klinge“ sehr schonungslos vom außergewöhnlichen Deal von Victor und Georg. Am Anfang war ich total begeistert von der Geschichte. Der Erzählstil der Autorin hat mir total gut gefallen und gerade auch Georgs gesellschaftskritische Ansichten fand ich super. Da waren mir auch beide Protagonisten total sympathisch. Das ist insoweit überraschend, da es sich bei Victor ja immerhin um einen verurteilten Verbrecher handelt. Dennoch mochte ich ihn eigentlich das komplette Buch hindurch sehr gerne. Dagegen war Georg mir wirklich nur am Anfang sympathisch. Im weiteren Verlauf der Geschichte hatte ich den Eindruck, dass er etwas „eskaliert“ und sich nicht mehr wirklich im Griff hat. Ab einem gewissen Zeitpunkt habe ich dann auch die Handlung als total schockierend empfunden. Der Deal zwischen den beiden läuft einfach völlig aus dem Ruder und man muss als Leser schon einiges aushalten. Das Ende war dann leider etwas enttäuschend.. Da hätte ich nach dem fulminanten Einstieg doch wesentlich mehr erwartet. Insgesamt ging die Geschichte für mich immer ein wenig weiter bergab, sodass von meiner anfänglichen Begeisterung nicht mehr besonders viel übrig blieb. Nichtsdestotrotz haben mir die gesellschaftskritischen Elemente gerade am Anfang sehr gut gefallen und auch der Erzählstil der Autorin war sehr angenehm und eingängig. Daher kann ich „Auster und Klinge“ von Lilian Loke durchaus empfehlen, allerdings nur für Leser, die auch etwas drastischere Darstellungen ertragen.

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  • Ein Buch, dass mich zum Nachdenken angeregt hat!

    Auster und Klinge

    TiaraFlyable

    25. March 2018 um 09:06

    Rezension – Auster und Klinge von Lilian LokeIch durfte mich zu den glücklichen Gewinnern zählen, die bei Lovelybooks ein Leseexemplar gewonnen hatten und an der entsprechenden Leserunde teilnehmen (leider mit Unterbrechung meinerseits …) Ich muss zugeben, dass ich mir das Buch wohl selbst nicht gekauft hätte, wäre ich in der Buchhandlung drüber gestolpert. Inhalt: In dem Roman geht es um Georg und Victor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die beiden treffen durch einen Zufall aufeinander und wie es das Schicksal so will, verstehen sie sich auf Anhieb. Georg lädt Victor zu sich nach Hause ein und ab da geht der Spaß erst richtig los. Die Einblicke, die man in die zwei Welten der Charaktere bekommt, waren immer wieder faszinierend. Der eine ist ein wohlhabender Erbe eines riesigen Unternehmens und provokativer Künstler, der andere Ex-Knacki, der sich nichts sehnlicher wünscht, als sein eigenes Restaurant zu eröffnen. Da passt es doch ganz gut, wenn man einen gemeinsamen Nenner findet, und beide Parteien voneinander profitieren.   Fazit: Da ich mir, wie schon erwähnt, das Buch nicht selbst gekauft hätte, bin ich sehr froh, dass ich es doch gefunden habe. Mir ist es anfangs schwer gefallen (trotz Leseprobe), mit den Schreibstil der Autorin klarzukommen. Aber nach den ersten 20 Seiten hatte ich den Dreh dann raus und konnte das Buch in vollen Zügen genießen. Die Darstellungen der Autorin waren teilweise sehr verstörend und ich saß mehrmals kopfschüttelnd da. Ich konnte mir immerzu sehr gut bildlich vorstellen, wie die Gesichter der Personen ausgesehen haben mussten, als sie mit Georgs provokativer Kunst-Aktionen konfrontiert wurden. Das war definitiv keine leichte Kost. Ich wüsste gar nicht, wie ich reagieren würde, wenn plötzlich jemand mitten in der Stadt einen Sklavenhandel darstellen würde, und Kinder für einen Spottpreis verhökert. Würde ich mir Gedanken machen? Würde ich den Kerl als verrückt abstempeln? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass Lilian Loke es geschafft hat, dass ich mir noch mehr Gedanken über meine Umwelt machen werde.  Von wo ich meine Produkte beziehe und was genau hinter den Produkten steht. Das Buch hat mir in einer gewissen Weise also die Augen geöffnet, dass Grausamkeit nicht nur in Büchern vorkommt, sondern eigentlich tagtäglich um uns herum stattfindet – und diese auch nicht ohne persönliche Änderungen verschwinden werden.   Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der sich mit einer kritischen Weltansicht auseinandersetzen möchte und keine Angst davor hat, mit nackten Tatsachen konfrontiert zu werden. Das alles wird in einer spannenden Geschichte, voll Verrat, Leidenschaft, Provokation und Familiendrama, begleitet. Definitiv zu empfehlen!

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  • Auster und Kinge

    Auster und Klinge

    Simi159

    22. March 2018 um 22:32

    Victor, ehemals Restaurantfachman, frisch aus dem Gefängnis entlassen, versucht wieder im Leben Fuß zu fassen. Sein Traum wäre ein eigenes Restaurant, das er zusammen mit einem Freund, einem Koch, führen würde. Bevor Victor wegen Einbruchs verhaftet und verteilt wurde, war er Kellner, Ehemann und Vater einer kleinen Tochter. Das einbrechen ist seine andere Seite, denn er erkennt Sicherheitsschwachstellen auf den ersten Blick und durch die Einbrüche hatte er immer etwas Extra-Budgets. Durch Zufall lernt Victor Georg kennen. Dieser ist erfolgreicher Künstler,  auch wenn  sein Schaffen gerade auf Eis liegt und er nur Malkurse an der Volkshochschule gibt und sich ein Zubrot als Telefonist in einem Callcener verdient. Diese wäre eigentlich nicht notwendig, denn Georg stamm aus Eier erfolgreichen Schlachterdynastie, möchte aber mit dem „blutigen“ Geld aus seiner Familie nichts mehr zu tun haben. So wie Victor hat auch Georg eine andere Seite. Er macht Straßenkunst der etwas anderen Art. Mit dieser möchte er die  Aufmerksamkeit seiner Zuschauer auf Missstände in der Welt hinweisen. Victor wird Georgs Untermieter. Wenig später gehen sie gegenseitig einen Deal ein. Georg finanziert Victor den Traum vom Eingenen Restaurant und dafür lehrt dieser ihn, wie man zum perfekten Einbrecher wird…. Fazit: Wow, dieses Buch macht Spass -geht  ans  Herz- und regt zum Nachdenken an. Denn auch wenn die Leben von Georg und Victor nicht unterschiedlicher sein könnten, sie ergänzen sich und sie profitieren von einander. Dass es dabei nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen ist, sondern wie im normalen Leben, es immer hoch und runter geht und die die Charaktere nicht nur eindimensional, sondern vielschichtig durch ihr bereits gelebtes Leben sind, macht „Auster & Klinge“ zu so einem tollen Buch. Die Autorin, Lilian Loke, hat dabei eine ganz eigene Sprach und Art diese Geschichte zu erzählen. Mit sehr viel Tempo, kurzen Sätzen und wenig Beschreibung drumherum. Eigen sind auch die immer wiederkehrenden Aufzählungen, die beim Lesen gefühlt erst mal  nicht enden wollen, obwohl sie selten mehr als eine halbe Seite ausmachen. Die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch wird aus dieser Zweckgemeinschaft mehr und mehr eine Freundschaft bei der der für den Anderen Verantwortung übernimmt. Georg ist dabei der wenige, der dem Leser durch seine Aktionen und Aussagen zeigt, was in unserer Welt nicht alles Ok ist. (Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Tierzucht). Das läßt einen, auch nach dem Ende des Buch, nachdenken, auch wenn man selbst „wahrscheinlich“ nie zu so radikalen Mitteln wie Georg greifen würde. Die Charaktere sind authentisch, lebensnah und jeder auf seine Weise sympathisch mit seht viel Tiefe. Die Gesellschaftskritik kommt „auf leisen Sohlen“ an, denn sie ist geschickt in die Geschichte um Victor und Georg und deren Leben eingewoben. Beide finden ihren Weg, auf dem man sie als Leser begleitet.  Mir hat dies sehr viel Spass gemacht dieses Buch zu lesen.... 5 STERNE.

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  • Ein gefährlicher Deal...

    Auster und Klinge

    Maddinliest

    19. March 2018 um 18:04

    Victor ist gelernter Hotelfachmann, der nebenbei gerne einen Einbruch begeht. Er hat dieses "Handwerk" von seinem Kumpel Fred gelernt und auch nur der zufällige Aufenthalt des Hausbesitzers während eines Einbruchs kann seine Diebesserie stoppen. Victor wird verurteilt und landet für ein gutes Jahr im Gefängnis. Als er wieder in Freiheit ist, trifft er zufällig auf Georg. Der ist eigentlich Künstler und der Nachkomme eines sehr vermögenden Industriellen. Die beiden freunden sich an und erkennen nach kurzer Zeit, dass sie sich gegenseitig beim Erfüllen eines Herzenswunsches behilflich sein können. Die Folge ist ein Deal, der beide Leben deutlich verändern soll...Ich hatte schon viel positives vom Erstlingswerk "Gold in den Straßen" der Autorin Lilian Loke gehört und war nun gespannt auf ihr neues Werk. Um es vorwegzunehmen war "Auster und Klinge" für mich eine echte Entdeckung und das Buch konnte mich begeistern. Zum einen überzeugte mich der sehr gut zu lesende Schreibstil, der aber mit vielen Bildern und der eingeschobenen wohldosierten Komik seine eigene Note entwickelte. Zum anderen hat Lilian Loke mit Victor und Georg zwei interessante und exzentrische Charaktere geschaffen, deren Miteinander faszinierend zu verfolgen war. Ein Buch welches sicherlich den ein oder anderen Seitenhieb gegen die aktuelle Gesellschaft beinhaltet, aber auch mit den Einzelschicksalen überzeugen kann. Der Autorin ist es aus meiner Sicht gelungen einen enormen Spannungsbogen um das Duo aufzubauen, der den ein oder anderen Kriminalroman oder Thriller in den schatten stellt. Auch das Finale hätte ich anders vermutet, was aber auch der nie vorherzusehenden Handlung gerecht wurde."Auster und Klinge" ist wirklich eines meiner Lesehighlights des zugegebener weise  noch jungen Jahres, aber ich kann hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung an die aussprechen, die sich gerne auch von ein paar schrägen Protagonisten überraschen lassen wollen. Von mir erhält der Roman daher fünf von fünf Sterne und ich freue mich auf weitere Bücher der interessanten Autorin.

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  • Auster und Klinge

    Auster und Klinge

    Bibliomania

    17. March 2018 um 00:33

    Victor und Georg lernen sich zufällig kennen. Der eine ist Hotelfachmann und saß wegen Einbruchs hinter Gittern, der andere ist Künstler und Erbe eines sehr erfolgreichen Schlachtkonzerns. Der Künstler Georg lebt nur in den Tag hinein, weiß nicht recht wohin mit sich und will die Menschheit wachrütteln. Victor will ein eigenes Restaurant aufmachen, doch wie soll das als Ex-Knacki möglich sein? Als sich Victor und Georg begegnen stellen sie fest: sie können sich gegenseitig helfen und beschließen den Deal ihres Lebens.  Eine tolle, hektische Sprache, die zum Zahn der Zeit passt und zum Charakter der Figuren. Beide sind auf ihre Weise gehetzt, wollen zwingend und unbedingt etwas erreichen und gehen dabei über Leichen. Die ganze Zeit über weiß man, das ist keine gute Idee, das kann nur schiefgehen und dennoch muss man einfach wissen, was passiert, wenn Georg und Victor ihre Sache durchziehen. Ich persönlich konnte nicht anders als auf Georgs Seite zu sein. Als strubbeliger Künstler mit zu viel Geld war und blieb er mir einfach viel sympathischer, als der permanent lügende Victor. Dieser scheint gar nicht zu erkennen, dass er keinen Deut besser ist als früher und als Georg sowieso nicht. Zum Schluss läuft es dann auch noch für einen der beiden einfach zu rund, zu perfekt. Scheinbar verliert nur der eine alles und doch helfen die beiden Männer sich irgendwie gegenseitig. Die Spannung im Buch nimmt immer mehr zu und die Autorin kann den Bogen ziemlich gut halten, aber umehauen hat mich die Geschichte nicht. Wirklich niedlich fand ich Victors kleine Tochter, auch wenn ich "Kim" als Kindernamen nicht so schön finde, war das kleine Mädchen ein richtiger Goldschatz. Dass Sina, Victors Frau, ihm auf einmal so viel nachsieht, obwohl sie ihren Ehering schon beiseite gelegt hatte, fand ich dann auch ein wenig zu viel des Guten. Zum Schluss möchte ich aber dennoch Evelyn, eine sehr gute Freundin von Georg erwähnen. Obwohl viele sie in der Leserunde gar nicht mochten, hat mich diese Frau fasziniert. Sie war immer straight, hat sich und leider auch andere in Gefahr gebracht, ist aber auch eine gute Freundin gewesen. Schließlich war keiner mehr 18, jeder wusste, was er tat, selbst als alles aus dem Ruder lief und sie hat sich auch nicht als Moralapostel oder "Mutter" aufgeschwungen. Mir hat diese Figur gefallen, anders kann ich es nicht sagen. Dieses Buch hat mich neugierig auf mehr gemacht und ich bin durchaus an ihrem Debüt "Gold in den Straßen" interessiert, 3,7 Sterne für "Auster und Klinge".

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