Liljana Pandeva

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Alle Bücher von Liljana Pandeva

Balkanexpress Skopje Lausanne

Balkanexpress Skopje Lausanne

 (1)
Erschienen am 01.12.2013
Schwestern und Machos in Makedonien

Schwestern und Machos in Makedonien

 (1)
Erschienen am 01.02.2012
Balkanexpress Skopje - Lausanne

Balkanexpress Skopje - Lausanne

 (0)
Erschienen am 15.08.2013

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Rezension zu "Balkanexpress Skopje Lausanne" von Liljana Pandeva

Buchjuwel jenseits des Mainstreams
Gospelsingervor 5 Jahren

Es gibt Bücher, die ich, obwohl ich ihr Erscheinen sehnsüchtig erwartet habe, nicht sofort zu lesen beginne. So, wie man eine Flasche Wein, von der man weiß, dass der Inhalt etwas Besonderes ist, für eine besondere Gelegenheit aufspart, hebe ich mir die Lektüre auf. Ich warte auf einen Zeitpunkt, zu dem ich das jeweilige Buch in Ruhe genießen kann.

So war es auch mit diesem Buch, an das ich, nachdem mir das erste Buch dieser Autorin, „Schwestern und Machos in Makedonien“, so gut gefiel, entsprechend hohe Erwartungen hatte. Und die wurden nicht enttäuscht.

Die Ich-Erzählerin, eine junge Makedonierin, geht nach dem Studium in die Schweiz, um dort zu arbeiten. Allerdings nicht in ihrem eigentlichen Beruf, sondern zunächst in der Gastronomie, um ihre Französischkenntnisse aufzubessern. Nebenbei kann sie bei dieser Tätigkeit auch ihre Neugier auf andere Menschen befriedigen.
Wobei ihr die Schweiz zunächst recht seltsam vorkommt.

„Diese Schweizer sind schon wunderlich. Über sich selbst lassen sie nichts verlauten, aber über andere wollen sie alles herauskriegen.“

Die Ich-Erzählerin lernt, dass man Fondue nur mit Freunden isst, erkennt die Vorteile eines Maskenballs, begreift die Freuden des Tees, merkt, dass sie Piercings nicht mag, und freut sich, dass in diesem Land nicht das Aussehen an erster Stelle steht, sondern die Arbeit, die man leistet. Und sie reflektiert ihre Situation.

Das große Thema dieses Buches ist das Leben in der Fremde. Was ist eigentlich Heimat? Wo sind unsere Wurzeln? Wie setzt sich die eigene Identität zusammen? Wie kann man sich in einem neuen Land eingliedern, ohne das Gefühl zu bekommen, „umgeschmolzen“ zu werden?

Wie schon im ersten Buch der Autorin werden auch hier kluge Gedanken ganz wunderbar formuliert, und einmal mehr hat der Schreibstil mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Passagen ernsthafter Betrachtungen wechseln sich mit urkomischen Szenen ab, alles durchzogen von einer beim Lesen spürbaren menschlichen Wärme.

Als sehr hilfreich empfand ich die Fußnoten mit Anmerkungen des Übersetzers. (Nur auf Seite 180f hat sich ein kleiner Druckfehler eingeschlichen: Der erwähnte Schriftsteller heißt Raymon Carver.)

Dieses kleine Buchjuwel bekommt seinen Platz auf meinem Lieblingsbuch-Regal. Und ich lege es allen ans Herz, die sich gern jenseits des Mainstream-Einheitsbreis bewegen.

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Rezension zu "Schwestern und Machos in Makedonien" von Liljana Pandeva

Rezension zu "Schwestern und Machos in Makedonien" von Liljana Pandeva
Gospelsingervor 6 Jahren

Kalina Kalin ist 40 plus einige Jahre alt, Mutter einer gut geratenen Tochter, schön, selbstbewusst und eine erfolgreiche Journalistin. Eine tolle Frau, die ein tolles Leben führt.
Hinter der Fassade zeigt sich allerdings ein ganz anderes Bild. Kalina hat gesundheitliche Probleme, die operiert werden mussten, ihr Mann hat sie verlassen, für ihren Job wird sie allmählich zu alt, und die ständige Rivalität mit ihrer Zwillingsschwester hört nicht auf.
Wie sie damit umgeht, wird aus ihrem Terminplan deutlich. Vom Shoppen erzählt sie, von Geburtstagen, von ihrer Scheidung im Eilverfahren, von ihrer Operation, von Wochenendplänen, von Renovierungen, von Zahnarztbesuchen, vom Kampf mit der Figur. Ihren Alltag beschreibt sie, ihren ganz normalen, dramatischen, witzigen, deprimierenden, lebendigen Alltag.
Ich muss gestehen, dass Makedonien und die umliegenden Staaten mein persönlicher blinder Fleck sind. Ich weiß relativ wenig über diese Region, die ich auch noch nie besucht habe. Aber trotzdem war mir das Geschriebene nicht fremd, im Gegenteil. Denn ich habe einige Gemeinsamkeiten zwischen mir und der Protagonistin entdeckt.
Frauen auf der ganzen Welt stehen offensichtlich vor ähnlichen Problemen, haben ähnliche Gefühle, machen ähnliche Erfahrungen. Und wir alle haben unsere Menstruation.
Dieses Buch bricht ein immer noch bestehendes Tabu, nämlich über die Menstruation zu schreiben. Das tut es, und das hat mir besonders gut gefallen, nicht effektheischend wie die zur Zeit zahlreich erscheinenden Skandal-Bücher, sondern hier wird die Menstruation beschrieben, wie sie ist. Nicht mystisch überhöht, nicht möglichst drastisch formuliert dargestellt, sondern einfach nur erwähnt, als das was sie ist: Ein ganz natürlicher Vorgang, der Bestandteil des weiblichen Lebens ist.
Ein richtiges Kleinod von Buch ist mir da in die Hände geraten, wunderbar geschrieben, tief berührend, zum Nachdenken anregend und dabei auch noch unterhaltsam zu lesen!

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