Lilli Tollkien

 4,4 Sterne bei 90 Bewertungen

Lebenslauf

Lilli Tollkien, 1980 in Berlin geboren, begann verschiedene Ausbildungen und studierte unter anderem Regie und Musiktherapie in Berlin und Heidelberg. Sie arbeitete in sehr unterschiedlichen Berufen, etwa als Suchtberaterin in der JVA, als Jobcoach und Ausstatterin. Neben ihrem heutigen Beruf fotografiert sie und hat in Anthologien veröffentlicht. Sie lebt mit ihren Kindern in Leipzig. "Mit beiden Händen den Himmel stützen" ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Mit beiden Händen den Himmel stützen (ISBN: 9783351042844)

Mit beiden Händen den Himmel stützen

(87)
Neu erschienen am 14.03.2026 als Gebundenes Buch bei Aufbau.
Cover des Buches Mit beiden Händen den Himmel stützen (ISBN: B0GR6965GL)

Mit beiden Händen den Himmel stützen

(3)
Neu erschienen am 11.03.2026 als Hörbuch bei Aufbau Audio.

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Cover des Buches Mit beiden Händen den Himmel stützen (ISBN: 9783351042844)

Mit beiden Händen den Himmel stützen

(87)
Erschienen am 14.03.2026
Cover des Buches Mit beiden Händen den Himmel stützen (ISBN: B0GR6965GL)

Mit beiden Händen den Himmel stützen

(3)
Erschienen am 11.03.2026

Neue Rezensionen zu Lilli Tollkien

Starkes Debüt!

. Suchst du nach einem Roman, der dich schon mit der ersten Zeile in seinen Bann zieht und dich noch lange nach der letzten nicht mehr freigibt?

Dann solltest du 

„Mit beiden Händen den Himmel stützen“ unbedingt lesen oder hören.  

Eine Geschichte, die nicht nur durch ihre Erzählkunst besticht, sondern durch ihre Tiefe lange nachhallt.


. Aber was erwartet dich genau…

Lale wächst in den 80er Jahren bei ihrem Vater in einer Männerkommune auf. 

Grenzen oder Regeln gibt es nicht. Ihre Mutter kann sich aufgrund ihrer Drogensucht nicht kümmern. 

Lale sehnt sich nach Geborgenheit und Zuverlässigkeit, doch genau das Gegenteil ist der Fall.   


. In „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ begleiten wir Lale als Ich-Erzählerin und tauchen tief ein in die Schichten ihres Lebens. Vor allem sind es die Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, die den Erzählraum prägen und doch öffnen sich immer wieder Fenster in ihr Erwachsenenleben, in denen sichtbar wird, wie unauslöschlich die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt. Schon bald begreifen wir, wie sehr ihre frühen Jahre von Traumata durchzogen sind. Besonders die Kapitel aus kindlicher Perspektive gehen unter die Haut, leise und doch mit umso größerer Wucht.

. In meinem Fall wurde diese Wirkung noch verstärkt! Als Hörbuch entfaltet der Text eine zusätzliche Intensität, nicht zuletzt durch die eindringliche Interpretation von Aileen Wrozyna, die Lale mit einer Stimme versieht, die zugleich verletzlich und standhaft klingt. Ihre Erzählweise erzeugt eine beinahe intime Nähe, als säße man selbst mit Lale am Tisch, eine Tasse Kaffee zwischen den Händen, und lauschte ihren Erinnerungen.

. Lale ist ein vernachlässigtes Kind, das früh lernt, auf sich allein gestellt zu sein, und dennoch unbeirrt nach Licht sucht. Was uns als Leserinnen und Lesern erschreckend klar erscheint, bleibt ihr selbst lange verborgen…die Abgründe ihrer eigenen Kindheit. Und doch wird sie zur stillen Heldin ihres Lebens, die nicht aufgibt, die Strategien des Überlebens entwickelt und sich auf einer rastlosen Suche nach sich selbst immer wieder in fremden Identitäten verliert.

. Die erzählte Wirklichkeit wirkt beklemmend realistisch und ist es wohl auch für viel zu viele Kinder. Wo Fürsorge fehlt, öffnen sich Räume, in denen alles ins Wanken gerät. Diese Dynamik beschreibt Tollkien eindringlich, emotional und ohne Beschönigung. Sie legt schonungslos offen, was geschieht, wenn ein von patriarchalen Strukturen geprägtes System versagt, wenn weggesehen wird bei Sucht, Missbrauch und Vernachlässigung.

. Lales Vergangenheit durchzieht ihre Gegenwart wie ein unsichtbares Gewebe und wird unweigerlich auch ihre Zukunft formen. Tollkien zwingt uns, hinzusehen, auszuhalten, nicht wegzublicken. Es ist eine unangenehme, aber notwendige Erfahrung.

. Gerade darin liegt die Stärke dieses Romans! Er ist ein schonungsloses Zeugnis einer zerstörten Kindheit und Jugend, ein Leben im Ausnahmezustand, das zugleich verstörend, beklemmend und von einer stillen, poetischen Kraft durchzogen ist.

. Eine eindringliche Lese- und mehr noch – Hörempfehlung.

Cover des Buches Mit beiden Händen den Himmel stützen (ISBN: 9783351042844)
L

Rezension zu "Mit beiden Händen den Himmel stützen" von Lilli Tollkien

leonie2106
Hart aber auch weiche Kost

Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es ist so einnehmend, die Farben sind super schön zusammen und erscheinen zwar sehr bunt aber in sich so stimmig, dass man es gerne ansieht.
Als nächstes der Schreibstil: der war für mich schon fast etwas magisch. Die Autorin hat mich zeitweise so in ihren Bann gezogen, dass ich beim Lesen total die Zeit vergessen habe.
Das Thema und die Geschichte sind hart und auch belastend, die Erzählung fühlt sich roh an, direkt von der Seele weg und ich mochte alles daran. Auch die Darstellung der 80er in Berlin war sehr authentisch und hat mir sehr gefallen. Die Charaktere sprühen vor Leben und Einzigartigkeit und ich habe zwischendurch fast vergessen, dass das hier eine fiktive Geschichte ist, weil ich so gefangen war.

Alles in allem ist "Mit beiden Händen den Himmel stützen" kein einfaches Werk, ABER es lohnt sich sehr zu lesen und war ein echtes Jahreshighlight für mich.

Leseempfehlung

„Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien

Verlag: Aufbau 

Ein Roman, der sich trotz der schweren Thematik schnell wegliest.

Lale wächst in den 80er Jahren in einer Männer-WG auf. Die drogenabhängige Mutter hat das Sorgerecht verloren, der Vater sitzt im Gefängnis und sein Freund Karlheinz holt aus schlechtem Gewissen und wegen 700 € Pflegegeld die kleine Lale aus dem Heim und gibt ihr ein Zuhause. Falls man eine Männer-WG mit Alkohol, Drogen und wechselnden Frauen als Zuhause gelten lassen mag.

Lale sehnt sich nach Sicherheit, Wärme, Umarmung und einer Brotdose für die Schule.

Sie bekommt Freiheiten, aber keine Regeln und keine Grenzen, keine Erziehung.

Die Autorin schreibt in einer etwas distanzierten, sachlichen, aber eindringlichen Art über die schweren Themen wie se*uellen Missbrauch, Abhängigkeiten und Vernachlässigung.

Beginnend mit Lales Zeugung bis zur Entbindung ihres Kindes wird chronologisch ihr schwerer Weg erzählt. Ein Buch, das mich aufwühlt, wütend macht und mich doch voller Mitgefühl und Empathie weiterlesen lässt. Die Autorin gibt uns Einblicke in die anti-autoritäre Erziehung. Lale bekommt schon als kleines Kind eine verkehrte Art von Beziehung aufgezeigt. Frauen werden benutzt, für verrückt erklärt, wenn sie sich auflehnen und so bekommt Lale ein verquertes Bild von Beziehungen. Auch ihr Selbstbild wird stark durch die Männer und deren verzerrtes Denken über Frauen, Alkohol und Drogen geprägt.

Ihr Vater, der nach dem Gefängnis in der Kommune lebt, nimmt Lale und ihre Ängste nicht ernst. Niemand beschützt das kleine Kind auf dem Weg zur Erwachsenen und das lässt mich beim Lesen voller Unverständnis den Kopf schütteln. Weder Jugendamt noch Lehrer oder Freunde der Männerkommune helfen, auch Lales Oma und ihre ältere Schwester greifen nicht ein.

Hoffen wir, dass das System heute besser organisiert ist.

Lale ist eine kleine Streberin in der Schule, die Regeln dort gefallen ihr und sie geht gerne dorthin. Bis sie abrutscht und sich in Kreisen bewegt, in denen Alkohol und Drogen dazugehören. Lale versucht immer wieder, aus diesem Kreislauf auszubrechen, doch sie kann nichts zu Ende bringen. Ihr Versuch, zu werden wie andere Personen, lässt sie scheitern, und sie findet sich erst wieder, als sie zu schreiben beginnt.

Der Missbrauch durch einen der Männer aus der Kommune wird erst Jahre später zugelassen. Ihre Scham über die Erregung währenddessen, obwohl sie sich ekelt, ist so groß, dass sie versucht, das Thema zu ignorieren. Was nicht ausgesprochen wird, existiert nicht.

Der Debütroman von Tollkien ist kein Buch für Zwischendurch, es ist eine klare Empfehlung für alle, die sich mit diesem schweren Thema auseinandersetzen können.

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