Eins vorweg: Es ist äußerst wichtig, psychische Erkrankungen, deren Ursachen und Auswirkungen sowie Heilungsprozesse literarisch zu platzieren. Besonders im Jugendbuch-Bereich finde ich es wichtig. Mittlerweile sind sicher auch viele Betroffene in dieser Altersgruppe vorzufinden. Es ist ein sensibles und auch relevantes Thema in der heutigen Zeit. Sowohl Jugendliche als auch Erwachsene können und sollten "Narbenmädchen" oder ähnliche Romane lesen. Thematisch finde ich das Buch von Lilly Bogenberger also gut, leider hat es mich nicht wirklich gekriegt. Mir ist es teils zu langatmig, zu wenig Handlung. Ich werde mit den Protagonisten nicht wirklich warm, mir fehlt die erzählerische Nähe. Das Potenzial ist definitiv vorhanden - vielleicht liegt es auch daran, dass ich 38 bin und nicht mehr ganz der Zielgruppe entspreche.
Lilly Bogenberger
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Narbenmädchen
Neue Rezensionen zu Lilly Bogenberger
Auf Lilly Bogenbergers Roman "Narbenmädchen" habe ich mich sehr gefreut. Es klang nach einem sehr aufwühlenden und emotionalen Buch - und ich habe für mich genau das bekommen, was ich erwartet habe.
Lara ist 15 Jahre alt und verletzt sich selbst, aus diesem Grund kommt sie für 4 Wochen in eine Kurklinik. Dort lernt sie andere Jugendliche mit ähnlichen Problematiken kennen und schließt neue Freundschaften. Die Abläufe und Situationen in der Klinik scheinen sehr realitätsnah zu sein.
Als erstes muss ich sagen, dass ich das Buch so wichtig finde, weil die Anzahl der psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen immer höher wird - interessant ist hier eben auch, dass das Buch ausschließlich aus der Sicht des Mädchens erzählt wird. Wie sie die Betreuung wahr nimmt, dass sie es auch dort schafft sich selbst zu verletzen etc. Der Schreibstil, wie auch die komplette Geschichte, wirkt auf mich sehr authentisch. Man kann das Gefühlsleben von Lara sehr gut nachvollziehen und fühlt auch mit den anderen Charakteren mit. Für mich wirklich ein sehr bewegendes Buch, dass ich gerne gelesen habe.
In diesem Roman, geht es um Lara. Sie muss in eine Kurklinik. Hier werden auffällige Jugendliche therapiert. Sie ritzt sich seit einiger Zeit und so kann es nicht weiter gehen. Sie selbst fühlt sich damit wohl. Als sie hier auf Jugendliche trifft, die alle so ihre eigenen Probleme haben, wächst zunächst die Ablehnung, sich mit seinen eigenen Problemen auseinander zu setzen. Alle Jugendlichen hier haben mit sich zu kämpfen, der eine leidet unter Magersucht oder Bullemie, andere haben Selbstmordgedanken, sind aggressiv oder Drogenabhängig. Sie selber bezeichnet es als Knast und auch die Therapien scheinen für sie nicht hilfreich. Hier lernt sie Finn und Neo kennen und es entwickelt sich eine Freundschaft. Sie treffen sich oft und im Laufe der Geschichte reift eine wahre Freundschaft. Sie reden über ihre Probleme. Wird dies zu guter letzt ein Punkt sein, der sie im Leben weiter bringt?
Die Autorin hat sich hier mit einem Thema befasst, was sehr präsent ist in unser Gesellschaft. Der Schreibstil ist fließend und jugendlich frisch. In die Gedankenwelt von Lara kann man sich eigentlich nur zum Ende hin richtig gut hineinversetzen, wenn man nicht selbst betroffen ist. Die Autorin schildert hier, wie es in diesen jungen Menschen aussieht. Sie wissen selbst nicht, warum sie bestimmte Verhaltensmuster haben und müssen erkennen, warum sie so handeln. Dieser Prozess kann sehr lange dauern. Ich bin der Meinung, das dieser Roman sehr hilfreich für betroffene Jugendliche ist, aber auch für Menschen im näheren Umfeld. Am Ende werden hier auch noch einige Hilfe-und Anlaufstellen aufgeführt.
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