Lilly Lindner Bevor ich falle

(90)

Lovelybooks Bewertung

  • 77 Bibliotheken
  • 6 Follower
  • 1 Leser
  • 17 Rezensionen
(53)
(18)
(15)
(3)
(1)

Inhaltsangabe zu „Bevor ich falle“ von Lilly Lindner

»Ich war neun Jahre alt, als meine Mutter beschlossen hat, dass sie das Leben nicht mehr mag. Sie hat mich hochgehoben und ganz fest in ihre Arme geschlossen, dann hat sie mir einen Gutenachtkuss gegeben und mich in mein Bett gelegt. Meine gelbe Giraffe lag neben mir und die bunte Kuscheldecke auch. Ich weiß das noch so genau, als wäre es heute gewesen. Dabei sind Jahre vergangen, seit diesem letzten Tag in meinem Leben.«

Sprache, die einen überwältigt!

— Chelios
Chelios

Welch enorme Wortgewalt!

— pohaare
pohaare

Poetisch, rührend, bewegend - Lilly Lindners Bücher sind einfach perfekt! 💕

— TraeumenVonBuechern
TraeumenVonBuechern

Besonderer Schreibstil und unglaublich wortgewandt. Lilly Lindner weiß, wie man die Leser fesselt und mitfühlen lässt. Ein super Buch.

— Book_Junkie
Book_Junkie

Wie eine langatmige Soap in Schriftform mit einer selbstzerstörerischen Pubertierenden in der Hauptrolle.

— Anmara
Anmara

Wie jedes Buch von Lilly Lindner berührt auch dieses bis tief in die Knochen.

— Velina2305
Velina2305

Fesselnd, eine Geschichte die zum Nachdenken anregt und auch nach der letzten Seite noch lange in meinem Kopf blieb !

— Marlee3007
Marlee3007

Lilly Linder KANN schreiben und berührt mich immer und immer wieder mit ihren Worten.

— LillianMcCarthy
LillianMcCarthy

Wortgewalt

— sweetpiglet
sweetpiglet

Lilly Lindner geht unter die Haut, krallt sich dort fest wo es besonders weh tut und bleibt mit ihren Worten lange im Gedächtnis.

— Linsenliebe
Linsenliebe

Stöbern in Romane

QualityLand

Eine grandios humorvolle erzählte Geschichte, deren zugrunde liegende Dystopie eingängig und mit viel Hingabe zum Detail erklärt wird.

DrWarthrop

Wer hier schlief

Auf der Suche nach der verlorenen Frau ist Philipp, nachdem er für sie alles aufgegeben hat. Gut geschriebener Roman mit kleinen Schwächen.

TochterAlice

Die Schule der Nacht

Atmosphärisch, düster und spannend...

Nepomurks

Zeit der Schwalben

Ein Buch, bei dem einem das Herz aufgeht.

Suse33

Drei Tage und ein Leben

Gut!

wandablue

Sonntags in Trondheim

Fortsetzung der "Lügenhaus"-Trilogie: Gut geschriebene, unterhaltsame Familiengeschichte, mit wenig Highlights.

AnTheia

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Bevor ich falle | Rezension vivreavecdeslivres

    Bevor ich falle
    vivreavecdeslivres

    vivreavecdeslivres

    06. March 2017 um 21:00

    Lilly Lindner ist eine Wortmagierin - das wissen viele von uns. Mit diesem Roman beweist sie wiedereinmal, klar, ihre Wortgewalt, aber das, was sie besonders macht, sind die leisen Töne, die das Gesamtorchester so brutal klingen lassen. Wie ein Strauss frischer Blumen gebündelt streckt sie sie uns entgegen, um sich im nächsten Moment in ihrer Protagonistin zu verstecken, trotzige Widerworte hallen lässt und dadurch die Verletztheit nur noch deutlicher preisgibt. So oder so ähnlich würde ich Lilly Lindner beschreieben, nur einer zahlreicher Versuche, ihre klassische Vielseitigkeit zu bündeln und in einer knappen Beschreibung sprechen lassen - aber so etwas ist eben unmöglich. Denn den Strom, diesen Wasserfall, den ihre Worte auslösen, sollte man möglichst einmal selbst miterlebt haben. Und diese Chance kriegen wir alle mit jedem ihrer neuen Bücher. Natürlich haben alle ein gleiches Schema. Ihre eben erwähnte Vielseitigkeit wird nicht daraus ersichtlich, dass die Protagonistin in ihren Büchern sich mal in einen Punk, dann in einen alten Sack und dann klischeehaft in den Kindergartenfreund verliebt, sondern die Buchstabenzuammensetzung, die so unterschiedlich erfolgt, dass man sie gar nicht auffangen kann. Meistens hat man selten eine ähnliche Situation miterlebt, und kann sich trotzdem unbeschreiblich gut in den Hauptfiguren wiederfinden. Und dass schafft die junge Autorin, ohne in irgendwelcher Weise belehrend oder fürsorglich zu wirken, als wolle sie Leid vermeiden. Natürlich will sie das, und zwar auf eine wunderschöne Art, aber die ist nicht sofort ersichtlich. Was nicht schlimm ist, sondern ihre Bücher eben genau ausmachen. Sie erzählt vom Leiden anderer Menschen, anderer Figuren - starken und schwachen Personen. Aber die Gewandheit mit Worten, die Lilly Lindner ihren ausserordentlich authentischen Charakteren weiterverleiht, kommt nie zu kurz - natürlich nicht! Schattenhaft, eine wabenhafte, fast schon gespenstische Stille kann sie erzeugen, schwarz, dunkelstes Schwarz in einem winzigen Raum versammelt, der alles verschluckt. Und dann fühlt man in unendlichen Situationen so ein Glücksgefühl in sich heraufstreben, wie tausend fröhlich flatternde Schmetterlinge, dass spätestens dann niemand mehr sagen kann, er mag Lilly Lindner nicht. Zum Buch selber kann ich gar nicht so viel sagen - ich weiss, ich spreche nur von Lilly Lindners Schreibstil, und ich weiss, dass ich nicht mal das besonders gut kann. Aber solange nur ein Fünkchen der Neugierde, der Freude, die ich beim Lesen empfand, auf euch rübersprang und ein kleines bisschen abfärbte, dann bin ich zufrieden. Das Buch ist so bittertraurig, dass es zugleich wunderschön ist. Es ist unglaublich grotesk - aber das in einem wahnsinnig fragilen Sinne. Und ja, ich weiss ebenfalls, dass sich das wieder mehr auf den Schreibstil bezieht. Aber was kann ich dafür, wenn Lilly Lindner mich mal zu mal so sehr verzaubert? Sie lullt mich als Leserin ein, bettet mich in ihre Worte ein, die sanftmütig wie warmes Wasser in Wogen über mich spülen. Irgendsoein nicht in Worte zu fassendes Gefühl habe ich beim Lesen ihrer Bücher. Wirklich.Ich weiss, als gute Rezensentin sollte ich vielleicht ein bisschen was zu bemängeln haben. Obwohl das auch wieder eine doofe Aussage ist. Aber zumindest sollte ich nicht nur in so ein halbgestörtes Dauerschwärmen fallen, sondern objektiv zusammenfassend etwas zum Buch sagen. Vielleicht kann ich sogar ein bisschen Kritik üben - es war nämlich erstaunlich voraussehbar. Das meine ich aber nicht einmal negativ. Kennt ihr das, jemand, der wahrhaftig gut schreibt, von dem erwartet ihr auch, dass alles andere perfekt ist? Indem hier von einigen gut gepolsterten Klischees Gebrauch gemacht wurde, hat Lilly Lindner aber auf wundervolle Weise gezeigt, dass es gar nicht immer so ist. Dass man ein Buch lieben kann, auch wenn es nicht perfekt ist, nicht ganz glatt und aufpoliert. Sondern eben mal rau und realitätsnah. Und genauso ist auch dieses Buch.www.wonderful-ne-books.blogspot.de

    Mehr
  • Großartiges Werk einer Ausnahme-Autorin

    Bevor ich falle
    Chelios

    Chelios

    03. December 2016 um 13:31

    "Bevor ich falle" ist ein weiterer Roman, der die unglaubliche Kraft von Lilly Lindners Sprache demonstriert. Wie immer sprüht dieses Buch vor Wortspielen, die einen zum Lachen, wie zum Weinen bringen. Eine wunderbar berührende Geschichte, die uns wieder Problemthemen auf eine wunderschöne emotionale Weise näher bringt. Was Bestseller-Autorin Lilly Lindner wieder auf die Seiten gezaubert hat, sucht seines Gleichen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Autorin beweist einmal mehr, dass sie eine der begabtesten Autorinnen Deutschlands ist.

    Mehr
  • Bevor ich falle

    Bevor ich falle
    Laennard

    Laennard

    05. June 2016 um 14:38

    Lilly Lindner hat es mal wieder geschafft. Nicht umsonst ist sie meine Lieblingsautorin und ganz, ganz großes Vorbild. Sowohl menschlich, als auch sprachlich. Im Hinterkopf hatte ich beim Lesen immer ihre zwei Autobiografien - kein Wunder, ähnliche Themen wie Depression, Selbstmord, Selbstverletzen und Magersucht stehen hier auf dem Plan. Ich muss sagen, diese zwei aus dem Leben gegriffenen Geschichten haben mich doch ein Stück weit mehr bewegt. Aber bei Lilly Lindner kann ich nur auf höchstem Niveau meckern - und das nicht, weil ich mich blind dem allgemeinen Begeisterungssturm anschließe, sondern weil mich so viele Wörter und Sätze treffen - direkt ins Herz. Für mich gibt es nichts Besseres, als dieses Gefühl: mitzuerleben und mitzufühlen, weil man so oder so ähnlich denkt oder gedacht hat, weil man die gleiche Kälte, den gleichen Stillstand mal empfunden hat. Die Hauptfigur Cherry hat mich in vielen Teilen natürlich an Lilly selbst erinnert, wie man sie in ihren Autobiografien kennengelernt hat, weil sie ähnliche Abwärtsspiralen nach unten ziehen, wenn auch aus anderen Gründen. Sie hat Schwächen, wie jeder von uns, aber sie kämpft, gegen diese schwarze Denkmuster in ihrem Kopf. Nicht immer, aber sie versucht es. Von Landon habe ich eigentlich das ganze Buch über ziemlich viel gehalten, er stellt eine tolle Stütze dar, keine Frage, nur eine Sache gegen Ende des Buches fand ich doch etwas seltsam - sei hier aber nicht gespoilert. Die Geschichte erzählt über viele Jahre hinweg den Kampf von Cherry mit sich selbst und dem Leben, was sie zu ersticken droht, nachdem sich ihre Mutter umgebracht hat, als sie selbst gerade mal 9 Jahre alt war. Schuldgefühle graben sich wortwörtlich tief unter ihre Haut. Und irgendwie, immer wieder, findet sie dann doch Halt bei den Worten, wie Lilly Lindner das so großartig auch selbst tut. Der Schreibstil ist einfach der Wahnsinn - manches muss man mehrmals lesen und ich bin sicher, manches wird man nie verstehen. Aber muss man das? Man kann so viel aus Lillys Sätzen ziehen, so viel Verständnis für Gleichgesinnte. So viel Schönheit in einzelnen Wörtern, dass es sich wie pure Inspiration anfühlt. Deswegen lese ich. Um vollkommen eingenommen zu werden von Welten, die sich nur durch Sprache öffnen. Es gibt nichts weiteres zu sagen, nur Bewundern und eben dieses: Sprachlosigkeit. Feuchte Augen vielleicht, am Ende. 

    Mehr
  • Eine Frage des Geschmacks

    Bevor ich falle
    Anmara

    Anmara

    16. February 2016 um 22:17

    Dieses war mein drittes Buch der Autorin nach ihren autobiographischen Romanen "Splitterfasernackt" und "Winterwassertief". Erwartungsvoll stieg ich in den Roman ein und kam schon auf den ersten Seiten ins Straucheln - mein Lesefluss wurde hier schon bald durch aufgebauschte Wortansammlungen gebremst. Was eigentlich den spezifischen Schreibstil der Autorin ausmacht, wird hier im Laufe des Romans leider überstrapaziert und so hat man das Gefühl, dass bisweilen recht viel auf hochgradig gekünstelte und umständliche Weise ausgedrückt wird, das kaum zur Handlung beiträgt. Gelegentlich treibt man sogar ein bißchen vom Handlungsstrom ab, da die aufgeblähten Wortkonstruktionen, die plötzlich eingeschoben werden, sich selbst ad absurdum zu führen scheinen. Die eigentliche Handlung: Das Mädchen wächst in eine dysfunktionale Familie hinein, in der sie einerseits mit dem frühen Selbstmord der Mutter und mit ihrem herrischen, ablehnenden Vater zurechtkommen muss. Da sie keinerlei emotionale Unterstützung erfährt, verliert sie sich zunehmend in sich selbst und entwickelt im Laufe der Jahre den Hang zur Selbstverletzung. Haltlosigkeit und innere Leere zu kompensieren scheinen zu ihren unbewussten Lebensaufgaben geworden zu sein, denn die Protagonistin bringt sich permanent unüberlegt in gefährliche Situationen, ihre jugendlich-rebellische "Scheißegal-Einstellung" und ihr teilweise aufmüpfiges Verhalten verschärfen das Ganze noch. Doch ihr begegnen auch Menschen, die es gut mit ihr meinen und ihr helfen wollen - sie kann das Wohlwollen anderer und die Zuneigung jedoch bis zuletzt nur schwer anerkennen oder gar erwidern, zu sehr ist sie in sich selbst gefangen und kämpft ihren einsamen Kampf. Nur das Ausdrücken von Wörtern scheint ihr von Bedeutung zu sein, wozu sie durch einige glückliche Zufälle dann auch die Gelegenheit bekommt und so wird dem Schreiben auch in diesem Roman wieder eine tragende Rolle zuteil. Ich empfinde dieses Buch eher als Jugendroman, da ich mich mit fast 30 einfach nicht mehr mit den spezifischen Problemen (den eigenen Weg finden, sich von der Familie abkapseln, Selbstverantwortung übernehmen etc.) der Protagonistin identifizieren kann, ganz zu schweigen von der "hippen" und oft übertriebenen Ausdrucksweise, die vor allem Jüngere ansprechen dürfte - ich war davon irgendwann genervt, muss ich zugeben. Als Jugendliche hätte der Roman mir bestimmt noch eher zugesagt und ich kann mir vorstellen, dass gerade diejenigen LeserInnen sich verstanden fühlen könnten, die mit dem Thema Selbstverletzung oder einer kaputten Familie zu kämpfen haben. Noch dazu finde ich einige Geschehnisse reichlich unrealistisch, was bestimmt auch so beabsichtigt wurde, diesen Roman aber noch eigenartiger anmuten lassen. Wer schon die autobiographischen Romane von Lilly Lindner gelesen hat, der wird sie auch hier zwischen den Zeilen wiederfinden. Wer gerne mitfühlt und auf ausgedehnte Dialoge mit Wortspielen zwischen fiktiven Charakteren steht, der könnte an diesem Roman Gefallen finden, denn "Bevor ich falle" ist ein bißchen wie eine tragische Soap in Schriftform.

    Mehr
  • "Bevor ich falle" von Lilly Lindner

    Bevor ich falle
    Jacynthe

    Jacynthe

    14. December 2015 um 11:43

    Inhalt Cherry ist neun Jahre alt, als ihre Mutter sich aus dem Fenster stürzt und das Mädchen bei dem lieblosen und herrschsüchtigen Vater zurücklässt. Anfangs kämpft sie noch um seine Liebe, doch mit 14 Jahren sieht sie ein, dass es keinen Sinn hat. Sie verlässt ihr Zuhause und kommt bei ihrem ehemaligen Schwimmlehrer unter, der ihr Halt gibt. Doch auch er kann sie nicht davon abhalten, sich selbst zu verletzen und so versinkt Cherry immer tiefer in dem düsteren Sog der Todessehnsucht. Als sie den Musiker Scratch kennenlernt, scheint es wieder aufwärts zu gehen, denn sie findet ihre Bestimmung in dem Schreiben von Songtexten. Doch ist das genug, um wieder auf die Beine zu kommen? Meine Meinung Dieses Buch ist definitiv etwas Besonderes. Es ist stark und mutig, tieftraurig und deprimierend, und bei allem von einer beeindruckenden Wortgewalt. Doch gerade an dieser Wortgewalt setzt auch meine Kritik an: es war mir einfach zu viel. Ich liebe das Spiel mit Worten und beneide Menschen, die in Schrift und Sprache so damit umgehen können, wie Lindner es tut. Doch in diesem Roman fehlte mir die Balance. Ich mag es nicht, wenn ich bei gefühlt jedem zweiten Satz darüber nachdenken muss, was denn nun gemeint ist, und wenn die Worte so bedeutungsschwer sind, dass sie schon wieder wirr erscheinen. Wenn sich mir nicht schnell genug erschließt, was der Autor oder die Autorin denn nun sagen will, und das permanent, dann schmälert das mein Lesevergnügen enorm. Ganz zu schweigen von den literarischen Ergüssen, die jedes neue Kapitel einleiten - irgendwann habe ich diese gar nicht mehr gelesen, weil ich ohnehin nie verstanden habe, was man mir denn nun damit sagen will. Desweiteren kam ich mit dem erzählenden und dem erzählten Ich nicht zurecht. Die Glaubwürdigkeit der Protagonistin schwand mit jedem Kapitel, was von der Autorin jedoch gezielt herbeigerufen wurde. Immer wieder sagt das erzählende Ich, dass es übertreiben muss, um der Situation gerecht zu werden, vor allem, wenn es um den lieblosen Vater geht. Ebenso fand ich Cherrys ganzen beruflichen Werdegang unglaubwürdig, der aber vielleicht ebenfalls aufgebauscht wurde, wie es die Eigenart der Erzählerin ist: Das Treffen mit dem Sänger, der zufällig auf der Suche nach einem Songwriter ist, der schnelle Erfolg, das viele Geld... Das Stilmittel der Hyperbel mag bewusst gewählt worden sein und die wortgewaltige Sprache überhaupt erst ermöglichen, bei mir hat sie jedoch ihre Wirkung verfehlt. Lässt man das alles außenvor, dann bleibt die Geschichte eines Mädchens, das seine Mutter durch Selbstmord verloren hat und schließlich vor ihrem lieblosen Vater flieht. Sie wird von einem Freund aufgenommen, der sich um sie kümmert, doch die Narben, sowohl die seelischen als auch die, die sie sich selbst zufügt, bleiben. Sie schafft es nicht, auf die Beine zu kommen, und auch der berufliche Erfolg hilft ihr nicht lange. Immer öfter spielt sie mit dem Gedanken, ihrer Mutter zu folgen... Dass sich eine solche Geschichte zwischen den Buchdeckeln verbirgt, habe ich nicht erwartet, und es geht teilweise echt heftig zu. An einer Stelle ist mir fast schlecht geworden, und das passiert wirklich selten. Wer also wie ich schwache Nerven hat, wenn es um detailierte Beschreibungen von aufklaffenden Wunden geht, sollte um das Buch einen Bogen machen. Es gab aber auch viele Stellen, die mich positiv berührt haben, und die anderen, in die ich mich nicht einfinden konnte, aufwiegen. Vor allem das Kapitel gegen Ende, in dem Cherry ihren Vater im Supermarkt trifft, hat mich zu Tränen gerührt. Auch die Einarbeitung von (englischen) Songtexten hat mir hingegen gut gefallen. Sie erinnern daran, dass Lieder oft mehr zu sagen haben, als es im ersten Moment scheint, und dass die Songwriter und Texter nicht selten ihre eigenen Geschichten musikalisch verarbeiten. Insgesamt gesehen ist dieser Roman aber keiner, den ich noch einmal lesen möchte, auch wenn ich ihn nach einiger Zeit des Einfindens recht schnell fertig gelesen hatte. Es ist mir einfach von allem zu viel. Ich vergebe 3 von 5 Wolken.

    Mehr
  • Wieder einmal wortgewaltig!

    Bevor ich falle
    LillianMcCarthy

    LillianMcCarthy

    06. July 2015 um 21:12

    Inhalt: Ich war neun Jahre alt, als meine Mutter beschlossen hat, dass sie das Leben nicht mehr mag. Sie hat mich hochgehoben und ganz fest in ihre Arme geschlossen, dann hat sie mir einen Gutenachtkuss gegeben und mich in mein Bett gelegt. Meine gelbe Giraffe lag neben mir und die bunte Kuscheldecke auch. Ich weiß das noch so genau, als wäre es heute gewesen. Dabei sind Jahre vergangen, seit diesem letzten Tag in meinem Leben. (Quelle: Verlag) Meine Meinung: Nach Was fehlt, wenn ich verschwunden bin, ist Bevor ich falle das zweite Buch von Lilly Lindner, zu dem ich greife. Ja, ich schleiche mich immer noch dezent um die Biografien herum, weil ich von der ganzen Schwere, die sich in ihnen befindet, sicher heruntergezogen werde. Aber wie auch schon WFWIVB hat Bevor ich falle auch sehr viele autobiografische Bezüge in sich, die mir auch hin und wieder das Herz ganz schwer gemacht haben. Aber genau das macht das Buch auch so unglaublich authentisch. Das ist auch gar nicht schlimm. Nein, ich wollte es euch vielmehr sagen, damit ihr vorbereitet seid, denn ich persönlich kann solche Bücher nicht immer lesen. Cherry hat ein schweres Leben, ihre Mutter ist fort und so lebt sie alleine mit ihrem Vater, der ein vielbeschäftigter Mann ist, selten da ist und seine Tochter wohl auch nicht so wirklich lieben kann. Die Kleine zerbricht und da ist niemand da, der sie auffängt und dennoch steht sie so gefährlich nah am Rande der Klippen, dass man Seite für Seite, Satz für Satz und Wort für Wort Angst um sie hat. Und dann fällt sie. Ausgerechnet an Heiligabend. Mit Vierzehn. Und wenn man denkt, es ist alles verloren ist da doch jemand. Landon. Ihr alter Schwimmtrainer. Und der versucht verzweifelt Cherry zusammenzuflicken. Aber egal ob er es schafft oder nicht. Er ist da und hält sie, bevor sie fällt. Und selbst wenn. Selbst, wenn sie fallen würde, dann fängt er sie auf. Er ist ihr Vater. Auch wenn er dafür viel zu jung ist. Aber er gibt ihr diesen Halt, den sie so dringend benötigt. Eine zweite wichtige Person in ihrem Leben ist Scratch, der zwar völlig anders ist als Landon, der aber Cherrys Leben noch mehr Sinn und vor allen Dingen Cherry selbst eine Bestimmung gibt. Scratch und Landon sind, obwohl ich Landon stets Scratch vorziehen würde, einfach zwei wundervoll ausgearbeitete Charaktere, die eine unglaublich wichtige Rolle im Buch spielen und ich habe sie beide so sehr in mein Herz geschlossen, wie auch Cherry. Dennoch hat das Buch gar nicht so viel Inhalt. Die Geschichte schwächelt sehr und obwohl viele ernste Themen aufgegriffen werden und diese auch sehr schon umgesetzt werden, mangelt es Bevor ich falle einfach an einer durchgängig spannenden und sich entwickelten Geschichte. Das ist für mich mein einziger, großer Kritikpunkt und genau dieser Punkt hat mir auch manchmal das Lesen wirklich erschwert, weil die 300 Seiten plötzlich zu 3000 wurden und ich einfach nicht weiter kam. `Was das Buch allerdings auszeichnet ist auch gar nicht die Geschichte. Es ist die unglaubliche WORTGEWALT, die man in jedem Werk von Lilly Lindner findet. Ich habe es schon einmal gesagt und ich kann mich nur wiederholen. Lilly Lindner kann Schreiben! Sie ist so wunderbar poetisch und das ganze Buch ist so tiefgründig und voller schöner Zitate. Man möchte am liebsten alle Seiten mit bunten Post Ist bekleben und die schönen Wort so für immer bewahren. Und genau diese Wortgewalt macht fast, aber nur fast, schon die fehlende Story wett. Sie ist der Grund, warum ich immer und immer wieder zu Lilly Lindner Büchern greifen würde und diese Autorin meinen ganzen Respekt verdient hat. Diese Wortgewalt macht mich immer sprachlos und genau das bin ich jetzt auch! Danke Lilly Lindner, dass du mich immer begeistern kannst. Bewertung: Bevor ich falle trägt Lilly Linders Handschrift und trotz der schwächelnden Story ist es absolut lesenwert. Mit wundervoll ausgearbeiteten Charakteren und natürlich der Wortgewalt, die Lilly Lindner hat, wird Bevor ich falle für mich zu einem Must Read. Wegen dem Inhalt gebe ich einen Fuchs Abzug und, wenn ich ehrlich bin, kommt es auch nicht an Was fehlt, wenn ich verschwunden bin heran. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Füchschen.

    Mehr
  • Bevor ich falle

    Bevor ich falle
    sweetpiglet

    sweetpiglet

    02. May 2015 um 12:01

    Meine Meinung: Dies ist tatsächlich mein erstes Buch von Lilly Lindner, denn bisher sind ihre Bücher zwar hoch gelobt wurden, aber immer an mir vorbei gegangen. Umso gespannter war ich auf dieses Buch, und ich muss sagen, es ist wirklich etwas ganz anderes. Zunächst musste ich feststellen, dass das Cover sehr schlicht gehalten ist, was ich aber entsprechend dem Thema im Buch gut finde. Die Mischung aus blau und türkis hat es mir auch direkt beim ersten Blick auf das Buch angetan. "Aber Erwachsene rennen ja auch alle vier Jahre los, um ihre Stimme abzugeben. Bildlich gesehen ist das ein Stillleben. Aber genau genommen ist es einfach nur Politik." (Seite 51) Im Buch wird die Geschichte von Cherry erzählt, oder eher Cherry selbst erzählt ihre Geschichte, mit viel Gefühl und Wortgewalt. So erfahren wir am Anfang, wie ihre offensichtlich depressive, gefühlssüchtige Mutter Selbstmord begeht und ihr cholerischer, gefühlskalter Vater ihr dafür die Schuld gibt und sie allumfassend von sich stößt. Da hier natürlich stets nur ihre Sicht beschrieben wird, haben wir als Leser nur einen subjektiven Blick, und können nur versuchen Cherry und ihre Gefühle zu verstehen. Leider ging es mir oft so, dass ich keine Verbindung zu Cherry aufbauen konnte, einige ihrer Entscheidungen konnte ich einfach nicht nachvollziehen, und ich musste dann einfach damit leben, dass Cherry solche fatalen Fehler begeht und ich als Leser hilflos dabei zu sehen muss. "Du weißt nicht, wie sich Stille anfühlt. Bis sie dich anbrüllt." (Seite 93) Eine entscheidende Rolle in Cherry's Leben spielt Landon, ihr ehemaliger Schwimmlehrer. Er ist sowas wie der Fels in der Brandung, denn er fängt sie auf bevor sie fällt. Er war für mich so was wie der Held der Geschichte, zumindest er hat versucht Cherry immer wieder zurück ins Leben zu befördern, da ihr Vater dazu nicht in der Lage war. Die Chance ihres Lebens erhält Cherry von Scratch, welche genau das ist, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, denn damit würde ich zu weit nach vorne greifen. Allerdings muss man klar feststellen, dass es Cherry leichter fällt Bindungen zu Männer aufzubauen, was sicherlich daran liegt, dass sie vor allem eine neue Vaterfigur sucht, denn ihr Vater hat leider total versagt. Inhaltlich beschäftigt sich das Buch mit vielen schweren Themen, Themen die dem Leser dann schwer im Magen liegen, aber von Lilly Lindner leider manches mal nur teilweise erklärt werden. So kommt es zu Konflikten wo die Lösung ausbleibt oder nicht erklärt wird, oder eben auch ein Ende was so offen ist, dass man verzweifelt nach weiteren Seiten am Ende des Buches sucht. "Gefühle sind lautlose Gestalten. Aber sie haben eine schweigende Stimmgewalt." (Seite 271) Das wohl beste an dem Buch ist seine Wortgewalt, selten habe ich ein Buch gelesen was so toll mit Wörtern und deren Bedeutung spielt, egal ob englisch oder deutsch, hier werden Wörter auf ihre kleinsten Teilchen auseinander genommen und neu geordnet. Dies wäre definitiv eines der Bücher welches ich nochmal lesen würde, nur um alle versteckten Wortspielchen aufs neue zu lesen. Allerdings wäre am Ende wieder eine Wortleere wo eigentlich das Ende sein sollte, ein Abspann oder irgendwas was uns als Leser zeigt, welche Richtung die Geschichte nehmen wird. Fazit: Von mir gibt es 4 Sternchen für dieses wortgewaltige Buch, dass leider in Sachen Tiefe durch seine Flut an Worten verloren hat. Wer aber gern mit Worten spielt und eine einfache Story bevorzugt, dafür aber sehen möchte wie Worte anders wirken können, für den ist dieses Buch genau das richtige.

    Mehr
  • Lilly Lindner geht unter die Haut und krallt sich dort fest, wo es am meisten weh tut.

    Bevor ich falle
    Linsenliebe

    Linsenliebe

    26. February 2015 um 14:49

    Cherry ist einsam. Sie lebt mit ihrem Vater zusammen, einem cholerischen Verlagsboss, der alles und jeden hasst, inklusive seiner eigenen Tochter. Und das lässt er sie auch bei jeder Gelegenheit deutlich spüren. Ihre Mutter nahm sich in Cherrys Kindheit auf tragische Weise das Leben, was sie auch Jahre später noch sehr beschäftigt und ihr ganzes Dasein nachhaltig beeinflusst. Sie macht sich schreckliche Vorwürfe und denkt sie hätte den Freitod ihrer Mutter verhindern können und es scheint so als würde sie sich selbst auf jegliche erdenkliche Weise für den Verlust bestrafen wollen.  So läuft Cherry an Weihnachten nach einem Streit mit ihrem Vater davon, verletzt sich selbst und rutscht immer weiter ab, geradewegs in ihr Verderben. Aufgehalten wird sie nur von Landon, der in früheren Zeiten ihr Schwimmtrainer war. Er nimmt sie mit und lässt sie vorübergehend bei sich wohnen - und aus vorübergehend wird lange, aus lange wird immer.  In mühevoller Kleinarbeit bringt Landon Cherry wieder auf den richtigen Weg und doch hat sie immer wieder Rückfälle, kann sich gegen ihr innerstes nicht wehren und verfällt in alte Verhaltensmuster, die sie Stück für Stück kaputt machen. Cherry verkörpert so ziemlich alles, was man selbst nicht sein will. Sie hat furchtbare Dinge erlebt und musste ohne Mutter aufwachsen. Sie vermisst sie schmerzlich und gibt sich selbst die Schuld an ihrem selbst gewählten Tod. Cherrys Vater ist ihr auch keine Hilfe, im Gegenteil, er hackt nur immer weiter auf ihr rum sodass sie irgendwann wegläuft und bei Landon unterkommt. Der hilft ihr wirklich gut wieder auf eigenen Beinen zu stehen und nicht bei jedem Windstoß umzufallen und doch verfällt Cherry immer wieder zurück in selbstverletzendes Verhalten. Man will sie als Leser permanent durchschütteln und ihr irgendwie helfen, auch wenn man weiß dass sie sich nur selbst helfen kann. Ich war damit beschäftigt herauszufinden, in welche Richtung die Welt sich dreht und wie schnell man laufen muss, um nicht als Letzter den nächsten Tag zu erreichen. - Seite 20 Den Vater habe ich verachtet, die Mutter irgendwie auch denn wie konnte sie nur die kleine Cherry bei diesem Tyrann lassen und sich das Leben nehmen? So sehr es vielleicht auf der einen Seite verständlich erscheint was sie getan hat, so sehr kann ich auf der anderen Seite nicht begreifen wie eine Mutter ihr kleines Kind sich selbst überlassen kann. Dass Cherry sich hierfür ihr Leben lang mehr oder weniger die Schuld gibt kann ich sehr gut verstehen und ich denke das würde wohl jedem so gehen.  Es ist kein Gesetz der Welt, dass jemand da ist, der sich darum bemüht, die Zeitscherben mit dir aufzusammeln. - Seite 93 Die Wendung, die eintritt als Cherry den Rockstar Scratch kennenlernt, fand ich sehr gelungen. Sie findet sozusagen ihre Bestimmung im Schreiben von Musiktexten, worin sie auch sehr erfolgreich ist. Und Scratch nimmt auch einen besonderen Platz in Cherrys Leben ein.  "Bevor ich falle" verrät wieder viel über Lilly Lindner und geht wirklich unter die Haut, wenn man mit ihrem Schreibstil zurecht kommt. Alles weitere müsst ihr einfach selbst lesen und euch ein eigenes Bild machen. Ich liebe ihren Schreibstil und vergebe an "Bevor ich falle" 5 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Lesechallenge im August 2014 zu "Atemnot" von Ilsa J. Bick

    Atemnot
    Daniliesing

    Daniliesing

    Im August möchten wir mit euch im Rahmen der Lesechallenge 2014 ein Buch lesen, das ihr so schnell garantiert nicht wieder zur Seite legen könnt. In diesem Monat dreht sich alles um den packenden neuen Roman "Atemnot" von Ilsa J. Bick. Dieser erzählt von eine Liebe gegen alle Regeln! Ich freue mich auf die Lesechallenge im August mit euch! Mehr zum Buch: Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen … Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten. Auch dieses Mal vergeben wir wieder - zusammen mit dem Egmont INK Verlag - 50 Exemplare des Romans unter allen Bewerbern. Meldet euch dazu einfach im passenden Unterthema bis zum 10. August 2014 an und ihr habt die Chance auf eines der Bücher. In jeder Woche gibt es ein bis zwei neue Aufgaben zum Buch, die es zu lösen gilt. Wer am Ende der Challenge (Einsendeschluss für alle Aufgaben: 14. September 2014) die meisten Punkte gesammelt hat, erhält einen 100€ Manufactum-Gutschein + Buchpaket und die Plätze 2-10 bekommen je ein tolles Buchpaket! Bewerbt euch jetzt für die Leseexemplare oder steigt einfach spontan noch bis Ende August mit ein. Alle Informationen zur Lesechallenge gibt es wie immer auf: http://www.lovelybooks.de/lesechallenge/

    Mehr
    • 2695
  • Mit "Splitterfasernackt" liegt die Messlatte fast unerreichbar hoch

    Bevor ich falle
    Tialda

    Tialda

    19. April 2014 um 16:42

    Rezension: Nachdem ich von Lilly Lindners Debüt “Splitterfasernackt” so begeistert war, wollte ich mir auch ihr zweites Buch, und gleichzeitig ihr Romandebüt “Bevor ich falle” nicht entgehen lassen. Und nun stehe ich vor einem gewissen Zwiespalt – denn eigentlich möchte ich es nicht zugeben, wenn mir das Buch eines Autoren, den ich mag, nicht so zusagt. Der Schreibstil ist zwar gut und auch fesselnd, aber nicht ganz so berührend, wie ich es von “Splitterfasernackt” kannte. Zwar ist die Autorin weiterhin eine Wortjongleurin, doch hatte sie sich selbst mit ihrem ersten Buch die Messlatte fast unerreichbar hoch gelegt. Mit der Geschichte an sich verhält es sich genauso. Nachdem ich mich Lilly Lindner nach ihrer Autobiografie unglaublich nah fühlte, hinterlies die Protaginstin in “Bevor ich falle”, Cherry, kaum Eindruck bei mir. Klar – eine Biografie ist persönlicher, doch trotzdem kann man sich ja auch fiktiven Personen in Geschichten nahe fühlen. Ehrlich gesagt war mir Cherry sogar irgendwie unsympathisch, weil ich es wahnsinnig unfair von ihr fand, wie sie mit den Personen, die sich für sie einsetzen umgeht – angeknackste Psyche hin oder her. Ihre Geschichte ist tragisch, aber war doch ziemlich genervt von ihr. Trotz allem würde ich aber von diesem Buch nicht zwingend abraten. Ich denke, wäre dies das erste Buch gewesen, das ich von der Autorin gelesen hätte, dann wäre mein Urteil unvoreingenommen und nicht so ‘hart’ ausgefallen. Wobei dieses Urteil auch nicht wirklich hart ist – “Bevor ich falle” ist an sich trotzdem ein gutes Buch, das es verdient gelesen zu werden und das durchaus fesseln kann. Fazit: Kann sich nicht mit “Splitterfasernackt” messen – davon abgesehen aber eine Geschichte, die den Leser trotz irgendwie unsympathischer Protagonistin fesselt.

    Mehr
  • Nicht mein Ding

    Bevor ich falle
    Herzecho

    Herzecho

    26. July 2013 um 16:54

    Nachdem ich den Buchrücken des Buches gelesen habe, war ich ziemlich gespannt auf das Buch. Richtig anfreunden konnte ich mich dann aber nicht, da es für mich zu langweilig war. Irgendwie ist kaum etwas passiert und das was passiert ist, war vorhersehbar.

  • [Rezension] Bevor ich falle

    Bevor ich falle
    Rosa_Mariposa

    Rosa_Mariposa

    18. July 2013 um 18:52

    Meine Meinung Geschichte: Cherry macht sich Vorwürfe und gibt sich die Schuld an dem Selbstmord ihrer Mutter. Als sie 9 Jahre alt war ist ihre Mutter aus dem Fenster gesprungen. Seit dem lebt Cherry mit ihrem Vater zusammen. Da die beiden aber überhaupt nicht gut klar kommen schmeißt ihr Vater sie mit 14 Jahren an Weihnachten raus. Es ist eine Geschichte, die einem sehr an die Substanz geht. Ich musste sehr oft schlucken und konnte manches Verhalten nur schwer nachvollziehen. Cherry hat es nicht sehr leicht und verletzt sich selber, weil sie nicht geliebt wird und sie keinen Ausweg mehr sieht.Obwohl sich das Buch mit so einem ernsten Thema befasst habe ich es gern gelesen. Man fühlt mit der Protagonistin mit und will wissen ob sie irgendwann schafft über all das hinweg zu kommen. Das Ende fand ich sehr gelungen gewählt und konnte mich persönlich zufrieden stellen.Protagonisten: Cherry hat es sehr schwer und anfangs niemanden der ihr hilft aus ihrem schwarzen Loch rauszukommen. Ihre Gedankengänge waren zum größten Teil negativ, trotzdem habe ich versucht sie zu verstehen und nicht zu verurteilen. Wenn ich meine Mutter mit 9 Jahren verloren hätte, wüsste ich nicht wie und ob ich das alles überstanden hätte.Cherry Vater ist einfach nur das letzte. Ich hasse ihn regelrecht, wie er mit seiner Tochter umgegangen ist und wie er ihr schlechtes Gewissen eingeredet hat. Ich konnte sein Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen und hätte ihn am liebsten den Hals umgedreht. Es gibt aber auch ein paar Personen die die Geschichte positiv beeinflussen. Das fand ich sehr gut.Schreibstil: Wer "Splitterfasernackt" gelesen hat, weiß wie der Schreibstil von Lilly Lindner ist. Er hat sehr hohen Widererkennungswert und ich liebe ihren Stil einfach über alles. Das lesen dauert manchmal ein wenig länger, als bei normalen Büchern, weil er so poetisch ist. Viele Sätze habe ich 2-3 mal gelesen weil sie sehr berührend sind und viel mehr aussagen. Wer noch kein Buch von Lilly Lindner gelesen hat, sollte das auf jeden Fall mal tun!Gestaltung: Ich mag die Gestaltung des Buches. Das Cover ist toll und mit der Farbe bleibt sie sich treu. Ganz besonders schön ist der Anfang und das Ende innen gestaltet. Und mir gefallen die abgerundeten Ecken am Buchrand. Bewertung Geschichte: 5/5 Protagonisten: 4/5 Schreibstil: 5/5 Gestaltung: 4/5 Fazit: Lilly Lindner konnte mal wieder mit einer berührenden Geschichte und einem poetischen Schreibstil überzeugen. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und freue mich sehr auf ihr neuen Roman, der im September erscheint. 4,5 Sterne Diese Rezension findet ihr auch auf meinem Blog:http://maike-liest.blogspot.de/2013/07/rezension-bevor-ich-falle.html

    Mehr
  • Lesemarathon zum Welttag des Buches! (27.&28.04.)

    litschi

    litschi

    Hallo ihr Lieben! Der Welttag des Buches ist der Feiertag für alle Bücherfreunde und solche, die es werden wollen. Um die Welt mit ihrer Begeisterung für Bücher anzustecken, haben sich die Bloggerinnen Dagmar und Christina eine ganz besondere Aktion überlegt: „Blogger schenken Lesefreude!“. Sie haben etliche Blogger zusammengetrommelt, die am Welttag des Buches (23.04.) Bücher verschenken wollen. Mehr Informationen gibts im passenden Streamthema. Wir finden: eine tolle Idee! Und die perfekte Möglichkeit sich noch einmal mit Büchern zu versorgen vor unserem großen Lesemarathon, den wir am Wochende nach dem Welttag des Buches starten!  Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind was ihr so lest, haben wir uns auch ein paar Aufgaben ausgedacht, die ihr lösen könnt. Wir starten am Samstag, dem 27.04. um 09 Uhr und posten hier alle 2 Stunden eine neue Aufgabe. Reinschauen lohnt sich also :) Enden wird der Lesemarathon nach 24 Stunden, also am Sonntag, dem 28.04. um 09 Uhr.  Unter allen Teilnehmern, verlosen wir ein tolles Buchpaket! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Was werdet ihr so lesen? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt? Warum nehmt ihr teil und wart ihr bereits dabei? :) Aufgabenübersicht: 1. Aufgabe - 9 Uhr: Welches Buch liest du denn gerade und wie gefällt dir das Cover?  2. Aufgabe - 11 Uhr: Aus welchem Genre stammt das Buch, das du gerade liest? Liest du öfter Bücher aus diesem Genre? Wenn ja, was reizt dich besonders daran? Hast du vielleicht sogar besondere Empfehlungen aus diesem Genre für uns?  3. Aufgabe - 13 Uhr: Wir sind unheimlich neugierig… verrate uns doch bitte den 3. Satz auf deiner aktuellen Seite. 4. Aufgabe -15 Uhr: Hast du dich schon mal gefragt wie viele Leute eigentlich gerade das Gleiche lesen wie du? Schau gleich mal auf LovelyBooks nach und berichte uns!  5. Aufgabe - 17 Uhr:  Wo befindest du dich? An welchem Ort spielt das Buch, das du gerade liest? 6. Aufgabe - 19 Uhr:  Schreibe eine Kurzmeinung zu dem Buch, das du gerade liest oder zuletzt gelesen hast. Wir sind gespannt, wie du dein aktuelles Buch findest! 7. Aufgabe - 21 Uhr: Beschreibe den Protagonisten/die Protagonistin deines Buches in drei Worten. 8. Aufgabe - 23 Uhr: Wir lieben gute Rezensionen! Belohne eine gute Rezension zu dem Buch das zu gerade liest oder zuletzt gelesen hast. Das kannst du tun, indem du auf die Rezension und dann rechts auf das ♥ klickst. 9. Aufgabe - 01 Uhr: An alle Nachtleseeulen: verratet uns doch die besten Tipps und Tricks zum Wachbleiben. Wie haltet ihr euch wach, wenn euch die Augen schon zu fallen, ihr aber unbedingt weiterlesen wollt? 10. Aufgabe - 3 Uhr: Hast du eigentlich Gemeinsamkeiten mit einer Person aus dem Buch? Gibt es eine Figur mit der du dich identifizieren kannst? Welche ist das und wieso? 11. Aufgabe - 5 Uhr: Stell dir vor das Buch würde verfilmt werden. Wie müsste die Person sein, die die Hauptrolle spielt? Hast du einen konkreten Schauspieler vor Augen? Was hältst du generell von Buchverfilmungen? 12. Aufgabe - 7 Uhr: Es ist doch immer wieder toll Leser mit einem ähnlichem Buchgeschmack zu finden und sich auszutauschen. Auf LovelyBooks werden dir auf der eingeloggten Startseite in der rechten Leiste etwas weiter unten User mit ähnlichem Buchgeschmack angezeigt. Wie wäre es, wenn du einem von ihnen eine Buchempfehlung oder einfach nur einen netten Gruß an die Pinnwand postest? 13. Aufgabe - 9 Uhr: Wie viele Seiten hast du insgesamt gelesen? Wie hat dir der Lesemarathon gefallen? -- FAQs: a) Muss man wirklich 24h durchlesen?  Nein, natürlich nicht, jeder beteiligt sich in dem für ihn möglichen Rahmen. Das können auch nur 3-4 Stunden am Samstag sein, jeder liest eben wann, wie und wo er Zeit hat. Es geht hierbei um den Austausch und das Lesen zu zelebrieren. b) Braucht man einen Blog, um mitmachen zu können?  Anfangs war das so, dies wollen wir aber ändern. Darum kann man sich nun auch über LovelyBooks und Twitter beteiligen. Selbstverständlich kann man auf einem Blog in größeren Beiträgen länger berichten, Bilder von den Büchern etc. einbauen, aber wir wollen soviele Teilnehmer wie möglich erreichen bzw. zum Lesen bringen - egal auf welcher Website. c) Wie kann ich mich beteiligen?  Grundsätzlich kann jeder mitmachen, spontan einsteigen & kommentieren. Einfach mit der Kommentarfunktion hier posten und los geht's!

    Mehr
    • 1046
  • Rezension zu "Bevor ich falle" von Lilly Lindner

    Bevor ich falle
    Salzstaengel

    Salzstaengel

    "Was sind berechtigte Sätze?" wollte Love Intention Girl sofort wissen. "Sätze mit Papierhaftung", habe ich erklärt. Und so sitz ich schon minutenlang vor meinem Laptop und überlege, wie ich die passenden Worte finde. Für so ein gelungenes Buch. Was mich so sehr berührt hat. Um ihm gerecht zu werden. Lilly Lindner hat gedankenreich eine Geschichte entwickelt, die sich mit einem zerrissenen Mädchen und ihrem Schicksal beschäftigt. Cherry, die Hauptfigur in diesem Roman, verliert ihre Mutter mit 9 Jahren, als diese aus dem Fenster springt. "Wir haben damals im elften Stock gewohnt. So weit oben. War ich danach nie wieder." Fortan wächst Sie mit ihrem gefühlskalten Vater auf. ""Kannst du mich bitte lieben?", habe ich meinen Vater eines Tages in einem Anfall von hirnloser Sehnsüchtigkeit gefragt. Denn es war Weihnachten, und die fluffigen Schneeflocken sind am Fenster vorbei bis in mein stilles Herz getanzt. "Du bist vierzehn!", hat mein Vater, ohne aufzublicken, entgegnet und einfach weiter seine neu erworbenen Bundesschatzbriefe und Aktienpapiere neben dem riesengroßen mit dunkelblauen Kugeln behangenen Tannenbaum aufgestapelt. "Was hat das damit zu tun?", habe ich gefragt. "Du bist zu alt, um geliebt zu werden", hat mein Vater erwidert. "Das verstehe ich nicht", habe ich gesagt. "Kleine Kinder muss man lieben", hat mein Vater ungeduldig erklärt. "Damit sie einen Ansporn haben, um groß und arbeitsfähig zu werden, aber bei dir ist der Zug schon abgefahren."" Bis Sie dessen Kälte nicht mehr aushält und von zu Hause abhaut. Ein Buch, das sich mit Magersucht, der schuldgebalten Zerrissenheit und deren selbstzerstörerischen Folgen auseinandersetzt. "Wir können nur so schuldig sein, wie wir es verstehen. Und im gleichen Atemzug können wir auch nur so unschuldig sein, wie wir es uns zugestehen." "Bevor ich falle" ist Lilly Lindners zweites Buch. Auch dieses Buch ist Droemer Verlag erschienen. In ihrem autobiografischen Erstlingswerk "Splitterfasernackt" verarbeitet Sie durchs Schreiben den sexuellen Missbrauch den Sie jahrelang überlebt hat. Und hier fängt meine Zerrissenheit an. Einerseits möchte ich alles von Lilly lesen, was ich unter die Finger und Augen kriege, um in ihr Wörterreich einzutauchen. Andererseits, werde ich beim Lesen immer Wissen, dass Sie das alles durchgemacht hat. Geholt habe ich es mir. Mit dem Lesen lasse ich mir noch Zeit. Lilly Lindner kann, obwohl ihre bisherigen Bücher nur sensible und verwundbare Ereignisse thematisieren, diese sehr fühlbar und mit einer Weisheit und Emotionalität beschreiben, die ihren einzigartigen Schreibstil ausmachen. Ich denke ihre Worte können Kraft geben und Halt schenken. Das Cover von "Bevor ich falle" ist einen Hauch dunkler als das vom Vorgänger und hat so auch einen Wiedererkennungswert. Beim öffnen des Buches finden wir gleich ein paar Liedtexte, die dem Buch, neben den Worten seine innere Schönheit geben. "Bevor ich falle" ist ein Buch, was mich sehr traurig gemacht hat. Nachdenklich hinterlassen hat. Und wo man ansatzweise verstehen - nein vestehen ist zu viel gesagt ...erklärt bekommt, warum Cherry sich so sehr bestraft. "Wir müssen nicht alles auf der Welt verstehen, es reicht aus, es zu versuchen. Wir müssen nicht alles können, wir müssen nicht alles und jeden berechnen, und wir müssen auch nicht mit jedem konkurrieren um das, was sowieso schon uns allen gehört. Denn worum geht es im Dasein? Um das Leben. Nichts weiter. Und das gehört niemals nur einem Mensch allein. Und egal, wie krampfhaft wir uns an jede einzelne Sekunde klammern - am Ende verlieren wir sie doch. Aber keine Angst. Es ist kein großer Verlust. Wenn die Zeit, die wir hatten, eine gute war." Vielleicht, ganz vielleicht, wird dieses Buch euch so zu Herzen gehen, wie es das bei mir geschafft hat.

    Mehr
    • 6
  • Rezension zu "Bevor ich falle" von Lilly Lindner

    Bevor ich falle
    TheSarahStory

    TheSarahStory

    07. January 2013 um 11:44

    Die kleine Cherry verliert im Alter von neun Jahren ihre Mutter. Sie springt aus dem Fenster und lässt Cherry mit ihrem herzkalten Vater allein zurück. Je älter Cherry wird und je schwieriger es wird, mit dem Alltag klar zu kommen, desto mehr Schuldgefühle und Selbsthass entwickeln sich in ihr. Denn sie ist fest davon überzeugt, dass sie Schuld am Selbstmord ihrer Mutter trägt. Und das einzige, was sie will, ist wieder mit ihr zusammen sein. Aber Gott sei Dank, gibt es einen Menschen in ihrem Umfeld, der sie daran zu hindern versucht, sich selbst zu verletzen und ihr zeigt, was sie eigentlich will. Dieser Jemand ist allerdings nicht ihr Vater, denn von ihm aus, könnte sie ihrer Mutter ruhig hinterher springen. Vermissen würde er sie sicher nicht, sagt er und denkt sie jedenfalls. Handlung & Stil. Wie erwartet, ist bei Lilly Lindners zweitem Roman wieder nicht nur der Stil intensiv, sondern auch die Handlung. Mit harten und direkten Worten, die niemand hätte besser wählen können, erzählt sie uns die Geschichte von Cherry, einem liebenswerten Mädchen, das psychisch allerdings total zerstört ist. Sie weiß nicht, wie sie mit dem Leben fertig werden soll, dafür aber mit den Worten. Ihr Vater hasst Worte und ihr Vater hasst Cherry. Schon als die Mutter noch lebte, schon seit Cherry denken konnte, hat ihr Vater sie schlecht behandelt, wollte sie nicht um sich haben und mochte sie nicht leiden. Und Cherry hat rebelliert. Und ihrer Meinung nach, ihre Mutter auch noch in den Selbstmord getrieben. Mit welcher Stärke, Kraft und unverdaulicher Ehrlichkeit Lilly Lindner diese Geschichte erzählt, ist mal wieder erschreckend und erfreuend zugleich. Denn selten fallen uns solche Bücher in die Hand. Noch nie habe ich einen Autor oder eine Autorin gefunden, die eine solche Wortkraft an den Tag legt. Das kann nur jemand, der selbst eine Menge erlebt hat, der seine ganzen eigenen negativen Gefühle in die Sätze legt, Punkte setzt, wann er sie für richtig hält und nicht, wann sie gut aussehen oder sinnvoll erscheinen. Das ist Lilly Lindner. Und wenn man sich für sie und ihren Schreibstil öffnen kann, dann wird man eine Achterbahnfahrt durch die Hölle des Lebens machen und immerzu schreien wollen. Doch der Nebel unseres Daseins wird euch die Hand auf den Mund pressen und euch weiter hinabziehen, solange, bis die letzte Seite geschlossen wird, und eure Bügel des Waggons sich wieder öffnen. Charaktere & Schauplatz. Natürlich ist Cherry wieder eine Mischung aus allem. Sie ist einerseits sehr liebenswert, andererseits aber auch einfach nur zu bemitleiden. Und noch mal andererseits ist sie ein Mädchen, das zickige Antworten gibt, rebelliert und nicht weiß, wohin sie gehört und wer sie sein möchte. Es ist interessant, sie zu verfolgen, mit ihr einen Teil des Leidensweges zu gehen und irgendwie ihren Schmerz zu spüren. Man versucht ihr ihn ein Stück weit abzunehmen, aber wer selbst etwas Schweres hinter sich hat oder durchmacht, der weiß, dass das niemals funktionieren würde. Man ertrinkt im Leid, weil der Verstand sich darin festfährt. Eigentlich, hat man kaum mehr eine Chance auszutreten. Schauplätze spielen in dem Buch keine tragende Rolle und werden auch nicht sehr geschildert. Dennoch gibt es ein paar Plätze in dem Buch, die wichtig sind und die man sich merkt und vorstellt. Lilly Lindner braucht dazu keine vielen Beschreibungen, damit das menschliche Vorstellungsvermögen arbeitet. Sonstiges. Das Buch hat mich geflasht. Selbstverständlich hat es das. Ich hatte nichts Anderes erwartet. Lilly Lindner ist mit Antonia Michaelis meine absolute Lieblingsautorin und ich würde mich jederzeit auf eines ihrer Bücher stürzen. Deswegen hoffe ich sehr, dass sie noch weitere Werke verfassen wird. Und wer von euch nun mal wirklich etwas Gutes lesen will, dass jeden - aber auch jeden Leser - an seine fühlenden Grenzen bringen wird, dann greift nach diesen Büchern. Splitterfasernackt fand ich allerdings in einigen Hinsichten noch besser. Es hat mich einfach dazu gebracht, das Atmen zu vergessen, fest zu schlucken, hat mir Tränen in die Augen getrieben und mich in einem Gefühl zurückgelassen, das ich bis heute nicht einordnen kann. All das, hat mir hier gefehlt, aber es war dennoch einfach Lilly und daher einfach super genial.

    Mehr
  • weitere