Lilly Lindner Splitterfasernackt

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  • 16 Leser
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Inhaltsangabe zu „Splitterfasernackt“ von Lilly Lindner

Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu vergewaltigen. Er droht ihr mit dem Schlimmsten, falls sie etwas ihren Eltern erzählen sollte. Und so schweigt das kleine Mädchen. Schließlich zieht der Mann weg, doch Lillys Leben ist längst aus dem Lot. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern, damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr schon lange nicht mehr gehört, in einem Edel-Bordell zu verkaufen. Und ausgerechnet hier beginnt sie, ihre ungeheuerliche Geschichte aufzuschreiben und verfasst ein beeindruckendes, provozierendes Buch von großer Sprachgewalt.

Einfach wow

— fropsmuddi

Zwischen Verständnis und Verständnislosigkeit... Dieses Buch berührt zutiefst! Werde ich nicht vergessen können.

— SeitenHiebe

Wow!

— libraryfairy

Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, auh wenn ich es mir wegen der brutalen Wahrheit manchmal gewünscht habe.

— Mondprinzessin

Lilly Lindner ist die Königin der Metaphorik. Sie ist ein wahres Ausnahmetalent!

— sarah_rbcc

Autobiographischer Roman, der die Folgen von Gewalt an einem unschuldigen kleinen Mädchen sehr drastisch und ungeschönt darstellt

— schnaeppchenjaegerin

Glasklar, sehr berührend, aber auch erschreckend und bitter. Hat mich sehr bewegt.

— MissGoldblatt

Ganz besondere Geschichte, sehr rührend, mitnehmend, fesselnd, tarurig, einzigartig.

— krissysch

Ein so wortstarkes und gleichzeitig unfassbar berührendes Buch. Lilly Lindner hat einen ganz einzigartigen Schreibstil!

— kuerbiskoepfchen

Das Buch lässt einen einfach ohne Vorurteile mitfühlen.

— katha_strophe

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  • Erschreckend ehrlich und bildgewaltig

    Splitterfasernackt

    libraryfairy

    27. September 2017 um 19:04

    Splitterfasernackt......so fühlt man sich selbst auch ein wenig nach dem Lesen dieses Buches. Lilly Lindners Autobiographie handelt davon, wie sie als kleines Mädchen von ihrem Nachbarn vergewaltigt wurde und wie sie im Nachhinein damit umgeht, während sie zu einer jungen Frau heranwächst. Lilly Lindners Schilderungen sind so packend und bildgewaltig geschrieben, dass man sich, meiner Meinung nach, sofort angesprochen fühlt und auch ein stückweit mit ihr Mitleid hat. Sie wird vom kleinen, verlorenen Mädchen, was versucht zu vergessen, zum magersüchtigen und depressiven Teenager, der früh aus dem Elternhaus auszieht. Sie schildert ihre Gedankenwelt mit allen Irrungen und Wirrungen und genau das macht dem Leser klar, was so ein Ereignis in einer Seele anrichten kann. Auch wenn Lilly ungewöhnliche Wege, in die Prostitution, geht nimmt man ihr den chaotischen Lebenswandel ab. Sie nutzt tiefschwarze Metaphern, die einen als Leser zum Stocken bringen und irgendwie fühlt man sich auch schuldig und verletzlich. Hätte sie als Kind ein besseres Verhältnis zu ihren Eltern gehabt, wäre das Ganze vermutlich ein stückweit anders ausgegangen. Leider haben viele Kinder, denen so etwas passiert Angst, dass ihnen nicht geglaubt wird. Ich habe Lilly Lindners Buch verschlungen, so tragisch ihre Geschichte auch ist, so sehr hat mich ihr Schreibstil gefesselt. Sie ist eine kluge, wortgewandte, junge Frau, die keine leichte Kost verfasst hat. Im Gegenteil, Splitterfasernackt hallt so lang in einem nach, dass man selbst mehr als froh sein sollte, so etwas nicht erlebt zu haben. Das Buch ist äußerst lesenwert, obwohl es besser ist während des Lesens selbst in einer guten Verfassung zu sein.

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    • 3
  • "Sehr berührend und zu tiefst traurig. Die Geschichte eines geschädigten Mädchens!"

    Splitterfasernackt

    MeinLesezauber

    10. May 2017 um 13:44

    Cover:Der Hintergrund der Vorderseite des Buchcovers ist schwarz. Buchrücken und auch die Rückseite sind Hell-Lila und Dunkel-Lila. Der Buchtitel ist in der selben Farbe und in fett gedruckter Großschrift auf dem Cover gedruckt. Zu sehen ist außerdem der Oberkörper einer jungen dunkelhaarigen Frau. Sie hält eine Hand auf ihrem Kopf. Die andere Hand ruht auf ihrem Nacken. Sie schaut zu Boden. An ihrem Unterarm erkennt man lange kratzerartige Verletzungen. Das Foto wurde nur wenig bearbeitet. Inhalt:Das Buch unterteilt sich in verschiedene Kapitel.Beginnend mit dem Vorspiel in dem die Protagonistin erzählt, wie sie im Alter von nur sechs Jahren von ihrem Nachbarin vergewaltigt wird. An diesem Tag ist sie das erste mal gestorben.Sie fühlt sich von ihrer Mutter ungeliebt und auch ihr Vater ist an ihrem Leben eher desinteressiert.Lilly spricht mit keinem über das Geschehene. Sie verschließt sich und wird viel zu schnell erwachsen.Sie findet Freunde namens Ana und Mia, die sie nicht mehr loslassen. Ana und Mia, das ist Magersucht und Bulimie. Mehrfach hungert sich die Protagonistin auf unter 40 Kilo. Ist dem Tod mehr nahe als dem Leben. Sodann folgt das Zwischenspiel. Sie flüchtet sich in jungen Jahren ins Bordell und schläft dort mit unzähligen Männern. Denn sie ist der Meinung, wenn sie mit allen Männern geschlafen hat, kann keiner ihr je wieder weh tun. Dort findet sie unter den anderen Prostituierten Freunde. Auch bei den Männern ist sie sehr beliebt.Lilly schildert uns ihre Tagesabläufe und den täglichen Kampf mit der Sucht. Gefolgt vom Nachspiel, indem ausführlich ihre Beziehung zu ihrem besten Freund Chase, aber auch der Abschied aus ihrem Bordellleben eine erhöhte Rolle spielen. und letztlich dem Hauptteil, indem sie einen tiefen Einschnitt verarbeitet. Fazit:Splitterfasernackt ist eine Autobiografie einer sehr intelligenten jungen Frau, die als kleines Mädchen von ihrem Nachbarin sexuell missbraucht wurde.Und auch in ihrem weiteren Leben wird sie weitere Schmerzen erfahren und in ihrer Sucht gefangen sein. Ein Happy End gibt es nicht.Ich finde es schwierig, eine Bewertung für dieses Buch abzugeben. Denn allein schon für den Mut dieses intimen Details aus ihrem Leben zu veröffentlichen, verdient für mich schon die volle Punktzahl.  Ich hoffe, dass dieses Buch weiterhin für Aufsehen sorgt. Kinder verdienen unseren besonderen Schutz!  5 Sterne.

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  • Autobiographischer Roman, der die Folgen von Gewalt an einem kleinen Mädchen drastisch darstellt

    Splitterfasernackt

    schnaeppchenjaegerin

    06. May 2017 um 12:50

    "Splitterfasernackt ist kein leicht zu lesender Roman, da er die Folgen von Gewalt an einem unschuldigen kleinen Mädchen sehr drastisch und ungeschönt darstellt. Dabei werden jedoch keine Details der Vergewaltigungen dargestellt, der Leser erhält erst nach dem Wegzug des Täters Einblick in das Seelenleben der inzwischen 13-jährigen Lilly. Die Jugendliche ist völlig verstört und schweigt gegenüber ihren Eltern, die entweder blind sind und deshalb nicht begreifen, wie schlecht es ihrer Tochter geht oder die absichtlich wegschauen, weil sie sich mit keinen Problemen beschäftigen möchten. Das macht fassungslos und traurig, vor allem weil es sich bei dem Roman um die Autobiographie von Lilly Lindner und damit eine wahre Geschichte handelt. Um vor ihrem seelischen Schmerz abzulenken, fängt Lilly an zu hungern und sich selbst zu verletzen. In ihr herrscht ein permanenter Konflikt zwischen Ana (Anorexie) und Mia (Bulimie) und immer wieder gewinnen beide, wenn Lilly so gut wie nichts isst und das, was sie isst, sofort wieder erbricht. Die Schilderungen sind krank und machen wütend. Einerseits darauf, was Lilly ihrem Körper, der ohnehin schon gelitten hat, noch weiter selbst antut statt sich zu artikulieren und andererseits auf den Nachbar, der ungeschoren davon gekommen ist und gar nicht weiß, welchen Trümmerhaufen er hinterlassen hat. Als würde Lilly das Unglück magisch anziehen, wird sie mit 17 Jahren erneut brutal vergewaltigt. Im Alter von 20 Jahren beginnt sie als Prostituierte zu arbeiten und fühlt sich in dem Bordell scheinbar geborgen. Sex soll es in ihrem Leben nur noch gegen Bezahlung geben. "Splitterfasernackt" ist kein Unterhaltungsroman für zwischendurch: Als Leser ist man permanent mit einer geschundenen, kranken, kaputten Seele konfrontiert und taucht in die Gedankengänge von Lilly ein, die man anschreien möchte, sich endlich Hilfe zu holen. Es ist ein verstörendes Buch einer traumatisierten Frau, das unheimlich wortgewaltig geschrieben ist und einen deshalb in den Bann zieht und trotz des bitteren Beigeschmacks und einer mir zu ausführlichen Beschreibung ihres Lebens als Prostituierte, was den Roman etwas in die Länge zieht, unweigerlich weiterlesen lässt. Mit dem Schreiben ihrer Autobiographie hat das Kind Lilly endlich Jahre später ihr Schweigen gebrochen und ihre schrecklichen Erlebnisse der Vergangenheit, die auch auf die junge Erwachsene enorme Auswirkungen hatte, versucht zu verarbeiten.  

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  • Ein Brief an dich

    Splitterfasernackt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. February 2017 um 22:00

    Mein erster Brief an Lilly ist hier zu finden.Datum: 01.01.2017 Liebe Lilly, es ist soweit. Ein Jahr ist zu Ende und ein Neues hat begonnen. Drei Tage ist es her und ich warte immer noch, dass mich der Wechsel ergreift und zu einer neuen Person zaubert. Fast wie bei Cinderella, wo die gute Fee die alten Kleider mit Glanz und Seide ersetzt. Aber wie jedes Mal ist es ein vergeblicher Wunsch, denn auch wenn um Punkt 00:00 die Welt in Feuerwerk explodiert, die Erde dreht sich wie gewohnt um die Sonne und die Sonne bleibt weiterhin unbeeindruckt davon. Das Universum, ja, das blinzelt nicht mal, während kleine Raketen über die Köpfe der ebenso kleinen Menschen in tausend Farben aufleuchten. Dieses Jahr habe ich tatsächlich den ganzen Lärm verpasst - während alle sich jubelnd in die Arme fielen und den Himmel in seiner Ruhe störten, habe ich die Lieder, die mich durch 2016 begleitet haben, angehört. Und an gar nichts gedacht, weil auch ich mal von meinem Kopf Pause brauche. Zwei und Null und Eins und Sechs. Zwei und Null und Eins und Sieben. Was mich verändert, das sind keine Zahlen. Aber Worte, ja Worte. Worte können es. Deine vor allem, die sind bunter als jedes Feuer und lauter als jedes Werk. Und sie hallen länger nach - sie hallen auf ewig nach. Splitterfasernackt. So hast du deine Autobiografie genannt, die ich einige Monate nach "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" gelesen habe. Deine ganz persönliche Geschichte hat mich anfangs auch ähnlich mitgenommen wie die von Phoebe und April. Aber mit jeder Seite, die ich umblätterte verschwand der Knoten in meinem Magen und das Brennen in den Augen. Nicht, weil du glücklicher wurdest nach jedem Kapitel das verging - die Dinge, über die du schreibst, sie sind alles andere als friedvoll. Aber die Hässlichkeit, die du so detailliert vor uns ausbreitest wurde für mich zur Routine. So wie sie wohl für dich zur Routine wurde mit jedem Tag, in dem du im Bordell deinen Körper verschenkst hast. Sag mal Lilly, ist es absurd, dass ausgerechnet die von dir fiktive Geschichte mich Rotz und Wasser heulen lassen hat, während deine - wenn auch einen Hauch abgeänderte - Realität keine Träne forderte? Aber das heißt nicht, ich hätte nichts empfunden, weist du. Ich hab ständig etwas empfunden, weil so sind sie, deine Worte - sie sind wie Hände, die mein Herz halten und ich lasse es zu, warte auf den Moment, in dem sie es in Stücke reißen werden. In "Was fehlt" taten sie das. Nicht nur einmal. Nicht einfach so. Da ging es langsam und hörte nie auf. Es hört immer noch nicht auf. In Splitter war nur die Erwartung da, aber bis auf leichten Druck und einige zittrige Momente blieb es ganz. Am Ende hast du es mir ohne Wunden und Narben zurückgegeben und ich habe dich verwirrt angeschaut. "Aber ..." "Und jetzt darfst du bestimmen, was du empfindest." Das sagst du so leicht. Es ist nämlich einfacher, ein emotionales Wrack zu sein, als sich damit auseinanderzusetzen, was genau du jetzt mit mir gemacht hast. Lilly, wenn du schreibst, denkst du an all die Dinge, die du damit in Bewegung setzt? Lilly, wenn du schreibst, hälst du dann dein eigenes Herz in den Händen und wartest darauf, es in Stücke zerreißen zu können? Lilly, wenn du schreibst, weinst du dann, weil es schmerzt? Wieso frage ich das eigentlich? Ich meine, du schreibst ja gar nicht. Du fühlst nur und die Buchstaben sind dein Körpergewebe. Dein Blut fließt durch die Sätze und füllt sie mit Leben. Splitterfasernackt stehst du auf den Zeilen deines Buches vor uns und sagst uns, nun, schaut, schaut. Ich kann - ja ich kann - euch zusammenbrechen lassen. Und was ich brauche, das ist das hier Ein Stift und Papier. Und mich. Was ich brauche bin ich, ohne Filter und Lüge. Lilly, du schreibst, dieser Moment in deiner Kindheit, den du lange nicht gewagt hast in Worte zu fassen, er hat deinen Körper von deiner Seele gespalten. Das kleine Mädchen, das damals aufhören musste Kind zu sein, sah ab da an zu, wie du versuchst hast. Und immer weiter versucht. Und da waren nur mehr Ana und Mia, die dir gesagt haben, dass nichts bleibt, wenn du verschwunden bist. Und wenn du Nichts bist, dann schätzt man vielleicht. Dein Wert. Und du bist dann endlich Voll. Aber dann lerntest du, Ana und Mia zur Seite zu stoßen. Und da. Siehst du! Hässlichkeit, überall auf der Welt in unseren Leben ist so viel Hässlichkeit und es ist so einfach, unsere Herzen zum st-st-stottern zu bringen, es ist so einfach, sie aus unserer Brust zu reißen und uns damit leblos zu machen. Und monoton und ohne Klopf-Klopf in der Brust leben wir Logik und Wissen, und so ist es und das ist es, aber das Verständnis der Schönheit, das haben wir verloren. Was für ein Talent wohl in dir stecken muss. Dass du es schaffst uns zu diesen leblosen Körpern zu machen, die Hässlichkeit ansehen und sich nichts dabei denken. Wo du aber auch gleichzeitig - oh! - das zerrissene Herz zusammenflicken und zurück stellen kannst, als wäre das doch gar nichts, als gehöre es dazu. Zusammengeflickt durch eben jene Schönheit, die sich deine Geschichten nennen, bin ich hier, ein Körper mit - bumn bumm bumm - in meiner Brust und ich sehe deine Gefühle auf dem Papier und bin dankbar für das Leben mit dem sie mich füllen. Ich werde mich wiederholen. Ich werde schreiben, was ich in meinem letzten Brief bereits geschrieben habe. Und es mag Monate her sein - aber es ist eine Wahrheit ohne Ablaufsdatum: Schönheit, die ist. Und deine Worte, sie sind auch. Und sie bleiben. Ob Zwei und Null und Eins und Sechs. Ob Zwei und Null und Eins und Sieben. Ob als eine gute Fee oder Lilly. Als April oder Phoebe. Du hast die alten Kleider mit Glanz und Seide ersetzt.

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    • 4
  • Eine erschreckende Lebensgeschichte

    Splitterfasernackt

    Skipperbast

    05. February 2017 um 18:49

    Lilly Lindner musste sehr schnell erwachsen werden, nachdem sie mit knapp 6 Jahren von ihm Nachbar missbraucht wurde. Ich finde sie hat einen sehr guten Schreibstil und legt die Dinge offen da ohne gross auszuschmücken.  Ich fand es sehr schwer davon zu lesen, da ich ähnliche Erfahrungen ebanfalls gemacht habe und ich sie somit geistig nochmal erleben musste.  Ich habe aus diesem Buch jedoch auch viel Lebenswillen mitgenommen, viel Lebensfreude und Dankbarkeit. Auf jeden Fall ein Buch das man gelesen haben sollte

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  • "Davonkommen ist ein hässlich verpacktes Geschenk"

    Splitterfasernackt

    kuerbiskoepfchen

    02. January 2017 um 11:56

    "Davonkommen ist ein hässlich verpacktes Geschenk." - Dieses Zitat beschreibt den Leidensweg von Lilly Lindner wohl mit am besten. Sie ist zwar entkommen, muss aber für immer mit den Folgen von jahrelanger Vergewaltigung leben. Von einem ihrer Nachbarn. Täglich geht sie dort vorbei... Und das ist erst der Anfang von all dem, was noch folgen wird, was sie sich in erster Linie selbst antun wird. Magersucht, Prostitution ... Und das Wissen, das eigene Leben jederzeit beenden zu können. Ihre Geschichte ist tragisch, sodass ich es nicht wagen möchte sie inhaltlich zu bewerten. Viel mehr möchte ich die so einzigartige Schreibweise von Lilly Lindner hervorheben. Sie hat es geschafft mich als Leserin zu fesseln, ganz allein mit ihrer Wortgewalt. Inhaltlich stockte mir oft der Atem. Es ist es so unverblümt und ehrlich geschrieben, dass ich nur meinen imaginären Hut vor dem Mut dieser Frau ziehen kann. So viele wichtige Themen, die es wert sind, offen angesprochen zu werden! Dieses Buch wird sicherlich nicht mein letztes von Lilly Lindner sein. Ihre Bücher und ihre berührende Geschichte werden mich mit Sicherheit noch eine ganze Weile begleiten und beschäftigen.

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  • Schockierend und traurig..

    Splitterfasernackt

    AnnabelleGreenleaf

    27. August 2016 um 15:14

    Aber eins weiß ich mit Sicherheit: dass wir das Leben führen, für das wir uns entscheiden. Dass wir so tief fallen, wie wir es zulassen, dass wir so weit sehen, wie wir es wagen, die Augen zu öffnen."(16/ S.243) Kurzbeschreibung: Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu missbrauchen. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr längst nicht mehr gehört, in einem Edel-Bordell zu verkaufen... Meinung: Schockieren, traurig, abstoßend, beklemmend zugleich. All das und viel mehr ist dieses Buch. Lilly Lindner schreibt mit solcher Wortgewalt und Wortgewandtheit ihre schlimme Geschichte, dass ich oft an der Menschheit und Menschlichkeit vieler Menschen gezweifelt habe. Wie können Menschen so etwas grausames tun, wie ein sechsjähriges Mädchen zu vergewaltigen? Ich kann und will es nicht verstehen.. Aber trotzdem passieren immer wieder solche Dinge. Ich bewundere Lindner für ihre Stärke, ihre grausamen Erlebnisse und Folgen aufzuschreiben. Ich weiß nicht, wie sie sich fühlt, aber ich habe jetzt trotzdem das Gefühl, sie ein Stück weit mehr zu verstehen. Von ihrem Worten habe ich immer wieder Gänsehaut und Tränen in den Augen bekommen. Warum verletzt sich ein Mensch selbst und hungert sich zu Tode, nachdem er ein missbraucht und vergewaltigt wurde? Linder schafft es mit ihren gnadenlosen Worten all diese Dinge, über die niemand spricht, zu erklären. Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen. Ich halte es für sehr wichtig, sich über solche Themen zu informieren und zu sprechen. Es ist bestimmt keine leichte Kost, dieses Buch und an vielen Stellen muss man Sätze 2 oder 3mal lesen, um sie wirklich zu verstehen, aber es lohnt sich in jedem Fall.

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  • Bewegende, philosophische Lebensgeschichte

    Splitterfasernackt

    Raven

    19. August 2016 um 21:43

    Das Buch "Splitterfasernackt" von Lilly Lindner ist 400 Seiten lang und wurde bereits von einigen Verlagen herausgebracht.Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Lilly, die unter Bulimie und Anorexie leidet, sich selbst verletzt und ihr Lebensunterhalt letztendlich als Freudenmädchen bestreitet. Es ist die Geschichte einer zerstörten, missbrauchten Kinderseele. Ich fand den Schreibstil von Lilly Lindner einfach perfekt und absolut individuell. Er war sehr philosophisch und tiefgehend. Das zeigt wie intelligent Lilly ist und welch weise Seele sich in ihr verbirgt. Lillys Geschichte ist absolut spannend, teilweise schockierend und interessant. Ihr Leben regt zum Nachdenken an und berührt. In der Mitte hat es sich für mich etwas gezogen und mir haben einige Details und Emotionen gefehlt. Teilweise kam es mir so vor, als schreibe Lilly unter einer Glaskuppel heraus, was jedoch durchaus verständlich ist, wenn man ihre Lebensgeschichte gelesen hat. Das Buch war ganz anders als ich es im Vorfeld erwartete, Im Vordergrund stehen die Jahre als Freudenmädchen und die Motivation dahinter. Fazit: Ein tiefgehendes, philosophisches Werk, welches mit Weisheit und Intelligenz geschrieben wurde und einen ganz eigenen, wundervollen Stil besitzt. Mittig zog es sich etwas und mir fehlten einige Emotionen und Details. Dennoch ist das Buch eine absolute Empfehlung.

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  • »Niemand schweigt besser als ein missbrauchtes Kind.«

    Splitterfasernackt

    Janine2610

    20. June 2016 um 19:52

    Der Klappentext:Lilly Lindner ist sechs Jahre alt, als sie vergewaltigt wird. Sie schweigt - im Nachhall der Gewalt. Der Mann zieht eines Tages weg, doch Lillys Leben ist längst aus dem Lot. Und so beschließt sie zu hungern - damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Sie nennt sich Ana und vergisst, dass sie ein Recht auf ihren eigenen Namen hat. Mit siebzehn Jahren zieht Lilly in eine eigene Wohnung, doch ihr Leben ist noch immer ein Trümmerhaufen. Schließlich beginnt sie, in einem Berliner Edelbordell zu arbeiten, denn ihr Körper, so denkt sie, gehört schon lange nicht mehr ihr, warum nicht wenigstens damit Geld verdienen? Die zarte junge Frau, die wortgewandt, intelligent und sensibel zugleich ist, wird eine begehrte Prostituierte. Umgeben vom roten Licht verfasst sie ein provozierendes Buch von ungeheurer sprachlicher Wucht.Meine Meinung:Lilly Lindner erzählt in ihrer Autobiografie »Splitterfasernackt« über einen sehr negativ prägenden Teil in ihrem Leben, der mich als Leser alles andere als kalt gelassen hat. Der Autorin sind Gewalt und sexueller Missbrauch schon im Kleinkindalter über mehrere Jahre hinweg angetan worden und später im Alter von 17 gab es dann erneut ein fürchterlich einschneidendes Erlebnis, das Lilly völlig aus der Bahn geworfen und seither ihr weiteres Dasein bestimmt hat.~ Einmal in diesem Leben möchte ich morgens aufwachen und verstehen, warum ein Mann eine Frau vergewaltigt. Ich möchte begreifen, warum Männer kleine Kinder ficken. ~(S. 242)Man will es gar nicht glauben, dass das, was Lilly widerfahren ist, tatsächlich passiert ist. Zu grausam und unfair erscheint es einem. Man fragt sich: Wieso geschehen einem solche Dinge? - Das kann doch nicht einfach Pech oder Zufall sein!? Und vor allem - und habe ich erst gar nicht verstanden: Warum entschließt sich Lilly in Anbetracht der Geschehnisse dann dazu, als Prostituierte zu arbeiten? - Aber darauf gibt die Autorin uns in ihrem Buch eine Antwort, die ich, so irre sie auch klingt, doch sehr einleuchtend finde und verstehen kann.Wer Lilly Lindner bereits kennt, weiß, dass sie eine Begabung für die Aneinanderreihung von Worten hat, die man so noch nie erlebt hat. Aber nicht nur das Geschriebene fasziniert und ist einzigartig, nein, ich finde, dass die Autorin genauso fesselnd spricht, wie sie schreibt.Für Lilly Lindner war das Schreiben und der Umgang mit Worten die einzig richtige Entscheidung in so einer schwierigen Lebenssituation, in der sogar die Eltern versagt haben. Mit dem Schreiben will sie der Stille in ihrem Kopf entkommen, die da und einfach nicht aushaltbar ist, seitdem sie diese schrecklichen Erfahrungen machen musste.Mutig, sehr mutig fand ich dann vor allem, dass sie ihr Buch zu einem Verlag getragen und veröffentlicht hat. Denn, wer weiß schon, wie vielen von uns Derartiges vielleicht auch passiert ist und darüber jahrelang eisern geschwiegen hat? Möglicherweise macht diese Autobiografie Betroffenen Mut, mit der Wahrheit herauszurücken?~ Es ist merkwürdig zu sterben, ohne danach tot zu sein. Man fühlt sich leer und verloren, man weiß nicht so richtig, wohin man gehört. ~(S. 25)Autobiografien habe ich bisher noch nicht viele gelesen, aber von den wenigen, die ich bereits gelesen habe, ist Lilly Lindners »Splitterfasernackt« eine, die wegen all der Schicksalsschläge und anschließender Selbstgeißelung so emotional zu lesen ist und durch die unglaublich faszinierenden Wortkonstellationen in meinen Augen deswegen wirklich ein Lesehighlight war.

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  • Leserkommentare zu Splitterfasernackt von Lilly Lindner

    Splitterfasernackt

    simone

    via eBook 'Splitterfasernackt'

    sehr mutig ging unter die haut tolle wortakrobatik hat mich zum nachdenken gebracht

    • 8
  • Eine Geschichte, die mitunter sprachlos macht....

    Splitterfasernackt

    Callso

    16. March 2016 um 16:08

    Ich habe lange Zeit überlegt, ob es mir zusteht, über dieses Buch eine Rezension zu schreiben. Ich habe mich schließlich dafür entschieden.Wahrlich kein einfaches, kein leichtes Buch. Mit sechs Jahren wird Lilly vergewaltigt - dieser früher Vorfall bestimmt die nächsten Jahren, nein eigentlich ihr ganzes Leben.Sie igelt sich ein, kapselt sich von der Familie ab. Schlimme Eßstörungen und Einsamkeit sind tägliche Begleiter, ehe sie für längere Zeit im Bordell landet. Die Zeit wird lang und breit beschrieben, auch der bittere Alltag, in dem Lilly nach dem frühen Vorfall immer wieder innerlich zerbricht und innerlich zweifelt und scheitert.Durch die ständigen Wiederholungen war das Buch in der Tonalität für mich ein wenig zu eintönig und monoton. Mitunter sind einige Passagen auch etwas langatmig und zäh geraten. Aber was schwätze ich, die Vorfälle in den Jugendjahren waren dermaßen prägend, so dass eigentlich jedem Außenstehenden kein Urteil zusteht.Gleichwohl ein sehr direktes Buch, dafür absolute Hochachtung

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  • Was will uns die Autorin mit dieser Autobiografie sagen?

    Splitterfasernackt

    Insider2199

    Was will uns die Autorin mit dieser Autobiografie sagen? Die in 1985 in Berlin geborene Autorin fing schon als 15-Jährige mit dem Schreiben an. Nach dieser Autobiografie, die 2011 zum Bestseller wurde, schrieb sie eine Fortsetzung „Winterwassertief“, die im Januar 2015 erschien. Zum Inhalt: Die Autorin schildert in dieser Autobiografie den sexuellen Missbrauch, den sie im Alter von sechs Jahren erleben musste und der sich in späteren Jahren noch wiederholen sollte, die daraus resultierende Magersucht und schließlich ihr Leben als Prostituierte in einem Edel-Bordell. Meine Meinung: Anfangs fällt sofort die Sprache auf: fragmentarisch, mit vielen Metaphern, tw. poetisch. Auf sehr eindringliche Weise wird der Missbrauch geschildert und löst großes Mitgefühl aus. Obwohl ich meine Kindheit nicht als schön und liebevoll empfand, musste ich sofort daran denken, dass es auch schlimmer hätte kommen können. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, warum Lilly die extreme Magersucht entwickelte und schließlich beschloss, ihren Körper zu verkaufen. Soweit, so gut. Doch dann – nach den ersten 100 Seiten, nach nur einem Viertel des Buches – als Lilly anfängt, sehr detailreich ihr Leben im Edel-Bordell zu beschreiben, beginnt sich die Handlung zu wiederholen. Wenn ich geahnt hätte, dass drei Viertel des Buchs in einem Bordell spielen, hätte ich mir das Buch sicher nicht zugelegt. Mich interessierte das Leben eines Menschen, der einen sexuellen Missbrauch erdulden musste, aber später wieder ins Leben zurück findet – eine Story, die evtl. anderen Betroffenen Mut macht. Denn wenn DAS nicht das Ziel einer solchen Autobiografie ist, welchen Sinn hätte sie dann? Sich nur in seinem eigenen Leiden zu suhlen und den Leser daran teilhaben zu lassen, kann nicht ernsthaft der Sinn einer solchen Veröffentlichung sein!? So habe ich ständig – und leider vergeblich – auf eine „Befreiung“ aus diesem Teufelskreis gewartet, irgendeine Botschaft an den Leser. Aber nichts davon. Stattdessen 300 lange Seiten über das Leben in einem Bordell – wie aufregend. Ich wäre an vielen Stellen fast eingeschlafen vor Langeweile. Auch die Glaubwürdigkeit lässt manchmal stark zu wünschen übrig: da wäre zum Beispiel Lillys Arbeit mit Kindern, obwohl sie dafür überhaupt keine Ausbildung hat und weniger als 45 kg wiegt? Wer stellt denn ernsthaft so eine Person ein – die offensichtlich eine Essstörung hat! –, um die Verantwortung für Kinder zu übernehmen? Völlig unrealistisch! Das Gleiche gilt für die Tatsache, dass sie im Bordell angeblich so gefragt war und die Männer von ihrer Schönheit schwärmten. Wirklich? Völlig abgemagert, mit teilweise selbst zugefügten Schnittwunden und blauen Flecken wegen hervorstehender Knochen war sie natürlich in einem Edel-Bordell mit gehobenen Preisen sicher eine Attraktion! Und natürlich waren alle Kunden immer total lieb und nett, einschließlich ihres Zuhälters, der immer Verständnis für sie hatte. Und dann all die Freunde von Lilly, die sich so liebevoll um sie kümmerten. Warum hat sie niemand wegen der Magersucht zum Arzt geschickt oder zu einem guten Therapeuten? Manchmal drängt sich das Gefühl auf, dass sich die Autorin darin gefällt, sich in diesem Leiden zu suhlen und das Mitleid der Leser zu erregen. Effekthascherei! Was sprachlich interessant begann, nützte sich für mich mit der Zeit sehr schnell ab, was vielleicht auch vor allem daran lag, dass zu viele Metaphern verwendet wurden – gerade diese nutzen sich schnell ab, wenn sie in zu hohem Maße eingesetzt werden. Dieser ständige Versuch der Autorin, poetisch zu klingen, die fragmentarischen Sätze und v.a. die vielen Wiederholungen (siehe Magersucht) fingen irgendwann an, mich tierisch zu nerven. Das Mitgefühl schlug beinahe in Wut um, v.a. als ich merkte, dass es am Ende keine wirkliche Auflösung gab, keine Botschaft, nichts. Erst dann erfuhr ich, dass es eine Fortsetzung davon gibt, was mich noch wütender machte, denn genau DAS – was kommt DANACH – genau das interessiert doch den Leser. Aber nun wird er „gezwungen“, sich die Fortsetzung zu kaufen. Sorry, ohne mich! Fazit: Keine Frage, was Lilly in ihrem Leben erdulden musste, war sicher kein Zuckerschlecken, aber statt, aufzustehen, zu kämpfen und eine Autobiografie zu schreiben, die anderen Betroffenen Mut macht, suhlt sich die Autorin in ihrem Selbstmitleid und zieht es vor, im Leiden zu verharren. Und das macht sie so konsequent, dass es dem Leser schwer fällt, diese Autobiografie wertzuschätzen. Da gibt es bessere Bücher zu diesem Thema! Auf keinen Fall zu empfehlen, v.a. nicht für Leser, die zu Depressionen neigen. Nicht einmal dafür geeignet, sich einen tieferen Einblick in das Leben einer Prostituierten zu verschaffen, denn Vieles bleibt oberflächlich und unglaubwürdig!

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    • 6

    el_lorene

    28. February 2016 um 03:43
  • Glasklare und Welthaltige Prosa

    Splitterfasernackt

    KrtnFneis

    26. January 2016 um 16:17

    "Aber in der viel zu stillen Nacht umfangen mich meine dunklen Träume: Da ist ein kleines Mädchen, es liegt hinter einem Schrank versteckt, in der dunkelsten Ecke seines Zimmers. Es ist mucksmäuschenstill, es hat die Arme ganz fest um seinen Körper geschlungen, und es kauert dort - wartend und hoffend, dass das Unheil nicht kommt.Und dann kommt es doch." In diesem atemberaubendem Buch "Splitterfasernackt" wird die schreckliche Geschichte von Lilly Lindner erzählt, welches man erst mit Schock und entsetzen abstempeln wird. In dieser Story schreibst sie über sich selbst, einem damals unschuldig verloren gegangenem Mädchen das schwieg. Zum einem, weil es mehr Angst vor dem nicht verstanden werden hatte und deswegen niemandem davon wissen ließ, zum anderen weil ihr die Kraft fehlte über ihre Probleme zu reden und dadurch lieber ihr Leben niederschrieb. Sie erzählt in mehreren Abschnitten über ihre Magersucht, ihrem Selbstverletzendem Verhalten und über die Prostitution. Sie beschrieb wie es ihr in diesem Moment ging und was sie fühlte und versucht somit, ihre schreckliche Kindheit und Jugend zu verarbeiten, worüber sie nie mit ihren Eltern reden konnte. Sie schreibt auch von Freunden die davon wussten und ihr zur Seite standen, aber letztenendes sieht man doch, dass jeder auf sich alleine gestehlt ist. Meiner Meinung nach ist das ein sehr fesselndes Buch, weil es auf einer wahren Geschichte einer jungen Dame beruht, welche versucht, dadurch ihr eigenes Ich zu finden. Dieses Buch war für Lilly ein großer Schritt ins neue Leben, weshalb die Geschichte nochmehr fasziniert. Der Satzbau den sie verwendet ist leicht irritierend aber auch einleuchtend, wodurch das Buch einen eigenen Charakter bekommt. Der Text wird von ganz vielen Parataxen begleitet, was ziemlich außergewöhnlich für Biografien ist. Ich denke, dass es für Jugendliche am besten geeinet ist, weil sie genau auf dem Punkt beschreibt, was sie denkt und welche Erfahrungen sie in so jungen Jahren machen musste. Außerdem lässt es gleichaltrigen Minderjährigen, aber auch Erwachsenen, besser verstehen, warum Menschen mit ähnlichen Erfahrungen so denken und handeln. Durch diesem Roman erhoffe ich  mir, dass vielen Leuten die Augen geöffnet werden, weil Lilly Linder darstellte, wie gefährlich das Leben sein kann, wenn man nicht darauf aufpasst. Ich würde nicht sagen das Bücher mich allgemein beeinflussen, doch dieses hier, ließ mich eindeutig anders über Menschen denken als ich es davor tat. Kritikmäßig habe ich an diesem Buch nichts auszusetzen, weswegen ich es sehr an Jugendliche und Erwachsene weiter empfehle und es von mir fünf Sterne bekommt.

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  • Davonkommen ist ein hässlich verpacktes Geschenk

    Splitterfasernackt

    CoffeeToGo

    12. January 2016 um 15:18

    Ich tue mich relativ schwer eine Autobiografie zu bewerten. Schließlich steht es mir nicht zu, Noten für ein Leben zu geben und zu urteilen, ob es gut oder schlecht ist. Aus dem Grund habe ich drei Sterne vergeben, da es meiner Meinung nach eine neutrale Bewertung ist. Splitterfasernackt ist meine erste Autobiografie von jemandem gewesen, der missbraucht wurde und in Folge dessen an Essstörungen und diversen anderen Dingen leidet. Lilly Lindner hat es sehr schön geschrieben. Sie trifft den Leser mit ihren Worte und reißt einen beim Lesen mit. Es ist grausam, was ihr alles widerfahren ist und muss mich jedes Mal schütteln wenn ich daran denke, dass es solche (und noch viel schlimmere) Menschen dort draußen gibt. Erschreckend ist auch, was so eine Tat alles mit einem Menschen anrichten kann. Wie kann man es ihr auch verdenken, da ihr behütetes Leben mit sechs Jahren abrupt beendet wurde. Ich bewundere ihren Mut endlich alles nieder zu schreiben und damit an die Öffentlichkeit zu gehen, gerade weil genau das etwas ist, was viele nicht schaffen zu tun. Und vor allem ziehe ich meinen Hut vor ihrer Stärke. Viele andere hätten es nicht so weit geschafft und den leichteren Weg gewählt. Eine Sache hat mich jedoch etwas irritiert: Sie arbeitet in einem Edelbordell und alle Freier die sie hat finden sie wunderschön? Und das obwohl sie schwer magersüchtig ist? Das hat für mich nicht ganz zusammengepasst und ist auch der einzige Kritikpunkt an Lilly Lindners Buch. Vielleicht werden sich einige wiedererkennen in Lillys Beschreibungen und ich hoffe, dass sie hiermit auch anderen die Augen öffnen und Mut geben konnte. Denn es sind die Mädchen, die aufstehen und gehen können.

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  • Die Geschichte einer zutiefst verletzten Kinderseele

    Splitterfasernackt

    Hexchen123

    01. January 2016 um 15:33

    Das Leben von Lilly Lindner war nicht einfach. Schon im zarten Alter von sechs Jahren wurde sie mehrfach von ihrem Nachbarn vergewaltigt. Sie zerbricht daran und entwickelt eine Persönlichkeitsstörung. Ihre Seele verlässt den Körper. Um sich dennoch zu spüren, fügt sie sich regelmäßig Schmerzen zu. Vor ihren Eltern bleibt dies alles verborgen. Lilly lässt sich als Teenager freiwillig in eine psychatrische Klinik einweisen, später verlässt sie freiwillig ihr Elternhaus um in einem Heim zu wohnen. Sie entwickelt Essstörungen und hungert sich fast zu Tode. Mit dem männlichen Geschlecht kann sie nicht umgehen, Sex ist für sie eine einzige Qual. Irgendwann, Anfang zwanzig beschließt sie, dass sie ihren Körper zurückhaben möchte. In ihren Augen kann das nur gelingen, wenn die Männer ihr das zurückgeben, was ihr Nachbar ihr einst genommen hatte. Deshalb beschließt sie in einem Edelbordell zu arbeiten. „Splitterfasernackt“ entführt uns in eine kaputte Kindheit, in eine zutiefst verletzte Kinderseele, der es auch als junger Erwachsener nicht gelingt, die Wunden zu schließen. Das Leben der Autorin ist kein Zuckerschlecken und es gelingt ihr nur in ganz kleinen Schritten, wieder zurück ins Leben zu finden. Der Schreibstil ist flüssig, vollgepackt mit Metaphern und teilweise sehr poetisch. Während ich im ersten Teil, der Kindheit von Lilly, noch ganz bei ihr war und auch großes Mitgefühl entwickeln konnte, hat mich dann der Rest des Buches doch eher gelangweilt. Die Erzählungen im Bordell konnten mich nicht fesseln und ich fand es extrem schade, dass diese Geschichte nicht mehr Hilfestellung für Betroffene ist. Denn es gibt genug Menschen, die eine ähnliche Kindheit hinter sich haben und teilweise daran zerbrechen. Genau für diese Betroffenen hätte ich mir mehr gewünscht, dass sie in dieser Biographie eine Hilfe bekommen, wie sie zurück ins Leben finden können. Eine Geschichte die anderen Mut macht, das hätte ich mir gewünscht. Fazit Das Leben der Autorin war und ist nach wie vor nicht einfach. Selbst heute noch hat sie mit dem Erlebten aus ihrer Kindheit zu kämpfen und ich kann ihr nur wünschen, dass sie irgendwann einmal damit klar kommt. Die Geschichte ist nicht einfach zu lesen und man kann wirklich nur den Kopf schütteln, wie Eltern so etwas nicht merken können. Dennoch hätte ich mir weniger Bordellgeschichten gewünscht sondern ehter noch mehr Mutmachendes für Betroffene.

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