Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

von Lilly Lindner 
4,6 Sterne bei445 Bewertungen
Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
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Positiv (401):
diekleineraupe27s avatar

mir Fehlen gerade noch ein wenig die Worte um es zu bewerten!!

Kritisch (10):
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Hat mich leider nicht berührt. As Krankheit blieb zu sehr im Hintergrund. Pheobe hat zu großen Raum eingenommen. Etwas zu gewol "dramatisch"

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Inhaltsangabe zu "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin"

'Warum isst du nicht mehr, April?'

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783733500405
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
Erscheinungsdatum:23.02.2017

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Rezensionen und Bewertungen

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    KleineNeNis avatar
    KleineNeNivor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Ein literarisches Meisterwerk. Es ist der Wahnsinn, was Lilly Lindner hier erschaffen hat. Ich liebe es und kann es euch nur empfehlen.
    Ein literarisches Meisterwerk

    In diesem Buch geht es um die Geschichte von April und Phoebe. Sie sind Schwestern, doch April kann nicht bei ihrer kleinen Schwester Phoebe sein, da sie an Magersucht erkrankt ist und in eine Klinik eingewiesen wurde. Daraufhin beginnt Phoebe Briefe an April zu schreiben, welche allerdings nicht beantwortet werden. Doch die Kleine gibt nicht auf! Und daraus besteht das Buch auch: Aus unzähligen Briefen mit wortgewaltigen und gefühlvollen Worten voller Schmerz und Leid. Einmal aus der Sicht von Phoebe und ab der Mitte aus der Sicht von April. Wie erleben die Geschichte also aus der Sicht der Angehörigen und aus der Sicht der Betroffenen.

    Phoebe ist eine hochbegabte 9-jährige und mit ihrem Verstand und ihrem Wissensdurst macht sie ihre Eltern ganz verrückt. Doch nur April kann sie verstehen. Phoebe vergöttert April und möchte so sein wie sie, aber nicht so krank. Die 9-jährige merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist, weiß aber auch nicht wirklich, was mit ihrer großen 16-jährigen Schwester los ist und was es mit ihrer bösen Freundin Ana (Anorexia nervosa = Magersucht) auf sich hat. Mehr möchte ich nicht verraten.

    Denn mein Leben besteht aus Worten.
    Aus Worten für dich, April.
    Das ist alles, was ich noch habe.
    - Phoebe

    Lilly Lindner konnte mich mit ihrem poetischen Schreibstil sofort begeistern. Ihre Gedanken sind einfach so leicht und doch so schwer. Ich habe überhaupt keine Worte dafür. Man fliegt nur so durch die Seiten und will einfach mehr von dieser Geschichte, den Charakteren und den unglaublich toll ausgewählten Worten. Ich bin immer noch hin und weg. Sobald ich mit jemandem über die Geschichte sprechen möchte reagiert mein Körper direkt mit Gänsehaut und Tränen.

    Seit langer Zeit hat mich eine Geschichte nicht mehr so sehr berührt wie diese. Sie zeigt uns wie wichtig es ist einander zuzuhören und auf andere zu achten und einzugehen. Ich kenne (zum Glück?) niemanden der an Magersucht erkrankt ist, aber dennoch habe ich nun ein Gefühl dafür bekommen.

    So verloren sind wir. Ohne dich.
    In deinem Raum.
    - Phoebe

    Nachdem ich nun auch etwas über Lilly Lindner recherchiert habe und sie selbst an Magersucht erkrankt ist, bin ich noch mitgenommener, als ich es sowieso schon bin. Mir fehlen einfach die Worte um auszudrücken, wie wunderbar ich dieses Buch finde.

    Fazit

    Eine Geschichte über die Macht der Worte! Die Geschichte zeigt wie wichtig es ist miteinander zu reden und aufmerksam zu sein. Eine ganz große Leseempfehlung! Nichts für zartbesaitete, da es doch sehr "real" und heftig zugeht. Ein literarisches Meisterwerk!

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    michelles-book-worlds avatar
    michelles-book-worldvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch ist definitiv nicht um sonst mein Lieblingsbuch!
    Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

    "...Niemand hat einen zweiten Versuch. Und wenn ich es nicht schaffe, was hast du dann von all meinen Briefen, wenn du mir nie darauf antworten kannst; was passiert mit all den Erinnerungen an mich - und was fehlt? Was fehlt. Wenn ich verschwunden bin." 
    - April, Seite 320

    Dieses Buch ist definitiv nicht um sonst mein Lieblingsbuch! 

    Das Buch handelt im ersten Teil von den Briefen die Phoebe an April schickt. Im zweiten Teil liest man die Briefe, die April an Phoebe schreibt, aber nicht an sie verschicken kann. Die Geschichte wird also zum einen aus Phoebes und zum anderen aus Aprils Sicht erzählt. So erfährt man viel von dem Seelenleben der beiden.


    Über die Eltern erfährt man nicht sehr viel. Der Vater ist selbstständig und hält sich am liebsten den ganzen Tag in seinem Arbeitszimmer auf. Vor allem wenn die Mädchen ihn mit seinen Fragen auf die Nerven gehen. Die Mutter arbeitet mit Pflegekindern. Sie scheint für ihre Pflegekinder eine bessere Mutter zu sein als für ihre leiblichen Kinder. Sie beschuldigt April die Familie zu zerstören. Wie kann man nur so was zu einem Kind sagen. Die Eltern sind meiner Meinung nach mit Phoebe und April restlos überfordert. Sie können ihnen einfach nicht gerecht werden. Das wird in vielen Situationen immer wieder deutlich. Ich kann nicht verstehen, warum sie keine Hilfe von außen in Anspruch nehmen wollen. Ab einem gewissen Punkt muss man doch einsehen, dass es nicht so weitergehen kann und dass man Hilfe braucht. Sie können beide nicht mit ihren Töchtern umgehen. April wurde als kleines Kind oft sich selbst überlassen. Auch wenn diese Zeit mit ihren Eltern verbringen wollte, einfach nur von ihnen im Arm gehalten werden wollte. Dies hat sie nicht bekommen. Das hat mich beim Lesen so wütend gemacht. Wie kann man nur so grausam zu seinen Kindern sein.

    Phoebe ist so ein wunderbares Wesen, ich hatte sie beim Lesen direkt vor Augen. Wie kann man so ein Geschöpf nur nicht lieben. Sie ist so unschuldig aber auch wahrhaft mutig. Wie sie sich immer wieder gegen ihre Eltern stellt, um ihre Schwester zu verteidigen verdient großen Respekt. 

    Der Schreibstil ist sehr beeindruckend und wunderschön. Die Autorin hat mich wirklich bezaubert. Die Sprache ist so poetisch und hat mich völlig in ihren Bann gezogen. 


    Die Beziehung zwischen Phoebe und April ist etwas ganz besonderes. Die zwei sind nicht nur Schwestern, sie sind Seelenverwandte. Und das ist in jedem Brief zu spüren. Die zwei haben eine Verbindung zu einander, die nichts und niemand zerstören kann. Sie gehören zusammen, sie brauchen sich und geben sich gegenseitig halt. Sie verstehen einander, auch ohne Worte. Phoebe ist die einzige, die erkennt, wie es um April wirklich steht. Sie macht sich die größten Sorgen und kann nicht verstehen, dass ihre Eltern das nicht erkennen wollen. Sie sind immer füreinander da, wenn kein anderer sie versteht. Sie sind beide was Besonderes und daher ist es gut, dass sie wenigstens einander haben. Sie vermissen sich so sehr. Sie lieben sich bedingungslos und dies merkt man in den Briefen.

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    GrueneRonjas avatar
    GrueneRonjavor 7 Monaten
    Mir fehlen die Worte

    „April, du darfst dich nicht verschwenden.

    Es gibt dich noch nur einmal.“ (S. 63)


    Es gibt Bücher, die sind super schwer zu rezensieren, weil ich alle Worte, die ich dazu sagen möchte, gar nicht richtig greifen kann. Dieses Buch gehört dazu. Da stehen so viele Worte drin, so viele tolle Sätze, die berührend sind, sich in dein Herz bohren und es nie wieder verlassen, und trotzdem ersticke ich an diesen Worten.


    Dieses Buch ist die Geschichte von April und Phoebe, und was passiert, wenn Eltern ein Lieblingskind haben. Es geht um zwei Schwestern, die sich verzweifelt aneinander klammern, weil niemand sie versteht. Die eine ist lebensfroh und eine Wortgewalt, die andere stirbt und ist verstummt. Es ist eine Geschichte über zwei wundervolle Mädchen und wie die Gesellschaft, in Form von Eltern, Lehrern, Verwandten, alles kaputt macht. Und ein bisschen ist es auch eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache. Oder Sprache allgemein.


    Phoebes Schwester April ist in einer Klinik und Phoebe hat begonnen ihr Briefe zu schreiben. Obwohl sie keine Antwort erhält, schreibt sie immer weiter und schickt fast jeden Tag einen Brief los. In den Briefen beschreibt sie alles, was sie erlebt, und der Leser lernt Phoebe als eine Erwachsene im Körper eines Grundschulkindes an. Oder eher ein ziemlich weitsichtiger, weiser Mensch im Körper eines Kindes. Diese Weitsicht, diese Worte, die so viel Wahrheit enthalten, machen ihren Eltern Angst.

    April ist in einer Klinik und hat den Willen zu leben schon lange verloren. Einzig ihre Schwester hat sie verstanden, wahrgenommen und wirklich gesehen.


    Ich will eigentlich gar nicht mehr zu dem Inhalt schreiben, denn Phoebe und April können ihre Geschichte immer noch am besten erzählen. Und auch wie sie ihre Geschichte erzählen, nicht nur die Briefform, sondern auch die Worte, die sie wählen, ist etwas ganz besonderes. Ich möchte dieses Buch nur noch halten und lieb haben, denn Phoebe und April sind mir sehr ans Herz gewachsen. Dabei sind die Umstände, warum die beiden getrennt voneinander sind, eher nebensächlich, denn die Ursachen dafür sind viel viel spannender. Und herzzerreißender. Wenn dann alle Tränen getrocknet sind, schaffe ich es vielleicht, in Worte zu fassen, was das Buch mit mir angestellt hat.

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    bookandpassionvor 9 Monaten
    Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

    Das Thema des Buches, sowie die Umsetzung haben mich am Anfang sehr angesprochen. April und Phoebe schreiben sich gegenseitig Briefe, weil sie die Worte in ihrem Kopf nicht mehr dort lassen können. Phoebe sorgt sich um April und ihre Krankheit und April versucht Phoebe vor der Krankheit zu schützen. Dadurch, dass das die Geschichte in Briefform geschrieben wurde, bekam das Buch etwas so Persönliches, dass ich dem Buch am Liebsten keine Bewertung in Form von Sternen gegeben hätte.


    Ich muss leider sagen, dass es mich nicht wirklich packen konnten. der Bezug zu den Personen und allgemein zu der Geschichte hat mir einfach gefehlt und der meiste Teil beschreibt Rückblicke aus dem Leben der Beiden, die einem die Hintergründe der Magersucht von April zeigen und die Liebe zwischen den Geschwistern verdeutlichen. Leider fand ich sie hier und da sehr langatmig. Aber natürlich gab es auch ein paar schöne, tiefgründige Stellen...


    "Wenn es alles so stimmt, dann verheilt die Wunde nach einiger Zeit, und der Schmerz klingt ab. Dann werden die Fäden gezogen.
    zurück bleibt eine kleine Narbe.
    Oder eine große.
    Je nachdem.
    Wie tief die Wunde war." (S.51)

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    Janibous avatar
    Janibouvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, die zu Tränen rührt.
    Eine sehr berührende Geschichte

    Das Buch von Lilly Lindner handelt von April, einem Teenager-Mädchen, das an Magersucht leidet, und zwar so stark, dass sie in die Klinik zur Therapie muss. Ihre 9-jährige Schwester Phoebe bleibt zu Hause zurück bei den Eltern, die sie nicht verstehen, da sie einen viel grösseren Wortschatz hat, als es für ihr Alter üblich ist und sie auch gerne mit den Worten spielt. Phoebe schreibt regelmässig Briefe an April, in denen sie ihre Erlebnisse in allen Farben schildert und die Hoffnung ausdrückt, auf eine baldige Genesung und Rückkehr.

    Ich konnte mich sehr gut in das Mädchen Phoebe hineinversetzen und ihre neue Sinn-gebung von gewissen Wörtern war sehr eindrucksvoll.
    Es braucht viel, dass mich ein Buch zum Weinen gebracht hat, aber als ich am Ende des Buches ankam, musste ich mir wirklich die Tränen von den Wangen wischen.
    Das Buch ist nicht nur für Jugendliche, sondern auch für junge Erwachsene sehr spannend und gibt Einblicke in die Krankheit Magersucht, in die Gefühle betroffener und deren Familie.

    Das Buch ist aber ausschliesslich in Briefform geschrieben, aber dadurch kann man auch schneller Pausen machen, wenn man eine braucht ;-)

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    Ravens avatar
    Ravenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr philosophisches und trauriges Buch über Magersucht. Es hat micht total in seinen Bann gezogen und tief berührt!
    Außerordentliche Tiefe

    Das Buch "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" von Lilly Lindner ist 400 Seiten lang und beim Fischerverlag erschienen.

    Als Softcover hat das Buch ein glänzendes Cover, welches nicht so leicht anfällig für Leserillen ist, was mir sehr gefällt. Die Leseseiten sind in mitteldicker, guter Qualität.

    April ist magersüchtig und seit Wochen bereits in einer Klinik. Die sehr intelligente und für ein Kind überaus erwachsene Phoebe ist Aprils Schwester und neun Jahre alt. Sie kann überhaupt nicht verstehen warum ihre Schwester fort ist und wann sie zurück kommt. Die Eltern schweigen und Phoebe beginnt Briefe zu schreiben an ihre Schwester und obwohl sie niemals von April eine Antwort erhält schreibt sie immer weiter in die Stille hinein.

    Am Anfang war mir nicht bewusst wie jung die Schwester von April ist. Das hat mir zuerst nicht so gut gefallen, da die kindliche Sprache nicht auszudrücken vermag und verstehen kann was eine solche Krankheit wie Magersucht bewirkt und anrichtet. Aber Lilly Lindner hat es geschafft in Kindersprache eine ungeahnte Tiefe zu erreichen und philosophisch die Fragen des Daseins, des Seins, des Lebens und des Todes, die Bedeutung und Macht von Wörtern und Liebe in niedergeschriebenen Briefen einzufangen. Es ist unglaublich wie stark dieses Buch berührt und welche Tiefe es erreicht in der Ausdrucksweise, gemalten Wortgebilden, Szenen und Denkweisen. Die Briefe bringen einen zum Grübeln, lösen tiefe, extreme Emotionen und Gedanken aus und bewegen, verändern einen auch nachhaltig. Besonders der zweite Teil des Romans hat mich so aufgewühlt, dass ich wütend und tieftraurig gleichzeitig wurde und mehr als eine Träne vergoss. Dieses Werk hat mich regelrecht in eine eigene Existenzkriese geschmissen und eine depressive Phase ausgelöst, mich getriggert, aber auch zu weiterem Wachstum angeregt. Was fehlt wenn ich verschwunden bin, ist ein Buch welches den Leser verändert und im Herzen sich verankert. Es klingt ewiglich nach.

    Fazit: Ein großartiges Werk, welches im Herzen für immer bleibt und ewiglich in einem klingt. Es ist unglaublich philosophisch und tiefgehend verfasst und bewegt Geist und Emotionen gleichermaßen. Eine absolute Leseempfehlung von mir!

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    Bambi-Ninis avatar
    Bambi-Ninivor einem Jahr
    gut, aber wow-Effekt fehlt

    Die 16-jährige April muss wegen Magersucht in eine Klinik. Da ihre Schwester Phoebe sie furchtbar vermisst, schreibt sie April regelmäßig Briefe und erzählt von aktuellen Erlebnissen und Erinnerungen an gemeinsame Tage. Brief für Brief, auch wenn sie keine Antwort erhält...
    Dies ist eins dieser Bücher, die sich nur schwer in Worte fassen lassen und zu denen es nahezu unmöglich ist, seine Meinung und Gefühle zu begründen, ohne das Buch komplett auseinander zu nehmen.
    Am Anfang war ich skeptisch, ob das Briefformat mich packen kann, doch Phoebe mit ihrer  besondern Art konnte mich erst mal für sich einnehmen. Es passiert eigentlich nichts, trotzdem fliegen die Seiten zu Beginn nur so dahin. Phoebes Worte sind faszinierend und zugleich beängstigend. Immer wieder frage ich mich, wie alt dieses Kind sein mag, denn auf der einen Seite weiß sie viele Dinge noch nicht, auf der anderen Seite ist sie sehr philosophisch und spielt mit der Sprache, verdreht sie so lange, bis etwas völlig Neues herauskommt.

    Irgendwann kam aber der Punkt, an dem ich dachte, dass nun Zeit für etwas anderes ist, denn auf Dauer wurden diese einseitigen Briefe auch anstrengend, weil es in der Handlung nicht voranging. Aber ich bekam meine Wende... Die Stimmung schlägt im zweiten Teil etwas um. Es wurde noch emotionaler und bedrückender. Schade war allerdings, dass sich die zwei Teile sprachlich und stilistisch nicht sehr voneinander unterscheiden.
    Das Thema des Buches ist ernst, wobei Aprils Krankheit nicht in all ihren Einzelheiten erläutert wird. Viel mehr geht es um die tiefe Verbindung zwischen den zwei Schwestern und die eher komplizierten Beziehung zu den Eltern. Man bekommt den Eindruck, diese würden nur schreien oder flüchten – ein Einblick in das Gefühlsleben der Erwachsenen wäre daher eine hilfreiche Ergänzung gewesen, um dieses extrem negative Bild, das in Phoebes Erzählung entsteht, besser einschätzen zu können.
    Trotz ernster Thematik und emotionaler Momente konnte mich das Buch nicht völlig in seinen Bann ziehen. Der erste Gedanke nach dem Lesen des letzten Satzes war: Irgendwas fehlt... Das Buch war gut, es war oft traurig, aufgrund Phoebes Wortspielen auch manchmal witzig. Es macht wütend und es ist bedrückend, aber irgendwas fehlt. Ich kann es nur schwer in Worte fassen: Die Darstellung der Eltern war mir zu einseitig negativ. Es werden erschütternde Ereignisse einfach so in kurzen Nebensätzen geschildert, was zwar schockiert, aber den tiefen Emotionen gar keinen Raum lässt. Beide Teile sind sprachlich zu ähnlich, was aufgrund Phoebes verdrehter Schreibweise eigentlich nicht sein dürfte...

    Was fehlt, wenn ich verschwunden bin ist keine leichte Kost. Die ernste Thematik sorgt oft für bedrückende Lesemomente, die an Intensität zunehmen, wenn man weiß, dass das Buch autobiographische Züge enthält. Lilly Lindner spielt mit der Sprache und ihre Wortverdrehungen regen oft zum Nachdenken an. Der abschließende Wow-Effekt bleibt zwar aus, – aber es kann nicht schaden, vor dem Lesen Taschentücher bereitzulegen.

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    Anis avatar
    Anivor einem Jahr
    Gefühlvolle Erzählung, die mitten ins Herz trifft

    Die kleine Phoebe ist verzweifelt, denn ihre große Schwester April ist nicht mehr da. Sie ist in einer Klinik und soll dort ihre Magersucht überwinden. Phoebe schreibt ihr Briefe, auf die sie nie eine Antwort bekommt. Dennoch kann Phoebe einfach nicht aufhören an ihre Schwester zu denken und ihr in den Briefen zu zeigen, wie sehr sie sie vermisst. Phoebe versteht nicht, was mit April los ist und die Eltern sind mit der Situation vollkommen überfordert. Deshalb gibt Phoebe auch nicht auf, sondern versucht ihre Schwester mit ihren Briefen zu erreichen......


    Dieser Jugendroman ist in Briefform geschrieben. Zunächst liest man die Briefe, die die jüngere Schwester Phoebe an ihre große Schwester April schreibt. Da April nicht antwortet, hat man  das Gefühl, das Tagebuch von Phoebe zu lesen. Die kleine Schwester schreibt über alles, was ihr auf dem Herzen liegt und findet dabei stets wunderbare Worte, die mitten ins Herz treffen und zum Nachdenken anregen. Denn, obwohl Phoebe erst im Grundschulalter ist, hat sie eine einzigartige Sicht auf die Dinge und begreift, was wirklich wichtig ist.

    Im zweiten Teil des Buchs liest man die Briefe von April. Sie liest die Briefe von Phoebe mit Begeisterung und freut sich stets darüber. Sie antwortet auch, doch die Eltern erlauben nicht, dass sie ihre Briefe auch an Phoebe schickt. Man bekommt beim Lesen einen guten Einblick in Aprils Gedanken, ihren Umgang mit der Magersucht und der Stille,die sie in sich trägt und die nur Phoebe durchbrechen kann. April wirkt sehr sympathisch und man leidet beim Lesen förmlich mit ihr mit.

    Beide Seiten schreiben wunderbare Briefe, die einen mitten ins Herz treffen. Man fliegt förmlich über die Seiten und genießt die Worte der beiden. Der Schreibstil ist leicht und sehr gefühlvoll, sodass man ganz in das Schicksal der beiden Mädchen eintauchen kann. Ganz nebenbei lernt man auch etwas über die Magersucht, sie sie sich langsam anschleicht und sich dann nur schwer, wenn überhaupt, vertreiben lässt.

    Ich habe das Lesen dieses Jugendromans sehr genossen und konnte mich kaum vom Gelesenen lösen. Beide Schwestern sind mir ans Herz gewachsen, sodass ich gerne mit ihnen gelacht, gelitten und mitgefiebert habe. Das Buch hat mich tief berührt und zum Nachdenken angeregt. Deshalb vergebe ich auch alle fünf Bewertungssterne und eine begeisterte Leseempfehlung!

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    Nadl17835s avatar
    Nadl17835vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Es traf mich mitten ins Herz,so wie noch kein anderes je zuvor.Es löste Trauer und Schmerz aus,von denen ich nicht wusste, dass sie da sind.
    Es hat mir das Herz zerrissen...

    Eine Achterbahnfahrt der Gefühle im höchsten Ausmaße, wie man sie garantiert noch nie erlebt hat...ein absolutes Meisterwerk, welches die Autorin geschaffen hat....einmalig in jeder Hinsicht. Dieses Buch hat so echte Emotionen in mir ausgelöst, wie es nicht einmal die Realität vermag.

    Das Buch besteht aus zwei Teilen und beschreibt einen Briefwechsel zwischen den beiden Schwestern April und Phoebe, weil April aufgrund ihrer Magersucht in eine Klinik gegangen ist. Alle, vor allem ihre kleine Schwester, hoffen das sie möglichst bald gesund zurückkehrt. Im ersten Teil schreibt Phoebe, ein 9-jähriges Mädchen, mit ganz viel Ausdrucks,-und Worttalent ihrer Schwester, doch sie erhält nie eine Antwort. Im Gegensatz dazu, schreibt April Phobe immer einen Rückbrief, schickt sie jedoch nicht ab, weil ihre Mutter ihr verboten hat, ihre kleine Schwester in ihre Welt rein zuziehen. Ich möchte eigentlich auch nicht viel vom Inhalt verraten.

    Und eigentlich weiß ich auch gar nicht was ich dazu schreiben soll, weil es mich sprachlos zurückgelassen hat und ich denke das keine Rezension dem Buch Genüge tun wird, weil da so viele Dinge konzentriert auf so wenige Seiten zusammengepresst wurden,wie in einem Gedicht die stilistischen Mittel, aber nicht im negativen Sinne. Es passiert recht wenig, aber die Bedeutung die sich dahinter versteckt ist größer und weitreichender als man es erfassen kann. Da steckt so viel Wahrheit, so viel Mut, so viel Intelligenz, so viel Schuld, so viel Nicht-Gesagtes, so viel Liebe und so viel Nicht-Liebe, so viel vom Nicht-Gehalten-Werden, so viel Ignoranz,so viel Einsamkeit, so viel Verstummung,so viel Sinnlosigkeit,so viel Kindlichkeit, so viele unüberwindbare Probleme,so viel Nicht-Verstanden-Werden, so viel Verzweiflung, so viel vom Aufgeben, so viel Verzeihung so viel Unsensibilität und Sensibilität, so viele bedeutungsschwangere Wörter und gleichzeitig Wörter die kaum einen Sinn haben,so viel Wortgewalt und vor allem so viel Schmerz drinnen, das ich es unglaublich finde dass das Buch nicht explodiert ;) ich weiß nicht wie man es anders beschreiben kann.

    Ich habe so oft geweint bei dem Buch, eigentlich auf mindestens jeder zweiten Seite, wobei es bei Aprils Teil viel schlimmer war. Vor allem das Ende und diese eine Stelle mit April und ihrer Mutter hat mir echt den Rest gegeben. Das fand ich wirklich ja schon beinahe brutal. Neben der Trauer macht man eine Achterbahnfahrt durch, auf einer Seite musste ich noch weinen und auf der nächsten war ich am Lachen, dann zwischendurch war ich wütend und wollte das Buch am liebsten abbrechen (nicht weil ich es schlecht fand/es schlecht ist). Es hat mich echt Nerven gekostet und hat es in sich. So viel zentrierte Traurigkeit und Schmerz auf einmal, habe ich in dieser kunstvoll erschaffenen, wortreichen Welt, noch nie gelesen. 

    Und wenn ihr noch am Zögern seid, dann nehmt es und lest es.Es lohnt sich in jedem Fall, wenn nicht, dann verpasst ihr was!

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    KerstinThs avatar
    KerstinThvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Herzzerreißender Roman über die Liebe zwischen zwei wortgewandten Schwestern, denen die Magersucht der einen im Weg steht.
    Berührender Roman über Schwesternliebe und Magersucht

    Dieser Jugendroman handelt von zwei Schwestern – April, 16, und Phoebe, 9. Der Roman ist in Briefform geschrieben und in zwei Teile geteilt. Der erste Teil enthält Briefe von Phoebe an April. April befindet sich in einer Klinik, um ihre Magersucht zu bekämpfen. Der zweite Teil enthält Briefe von April an Phoebe, die sie aber nicht abschickt, da ihre Mutter es ihr verboten hat. In ihren Briefen berichtet Phoebe April, was zu Hause passiert und beteuert immer wieder, dass alle April vermissen und sich schon auf ihre Rückkehr freuen. Phoebe ist für ihre neun Jahre sehr klug und schreibt wie eine Erwachsene. Es sind einige Aussagen dabei, die zum Nachdenken anregen. Sie hat einen sehr großen Wortschatz und ist sehr wortgewandt. Dennoch behält sie die direkte und ehrliche Art eines Kindes. Durch Phoebes Briefe erfährt der Leser, wie sich ihre Eltern aufgrund der Krankheit ihrer Tochter verändert haben. April schreibt in ihren Briefen hauptsächlich aus der Vergangenheit. Dadurch erkennt der Leser, die Probleme, denen April ausgesetzt war. Aber er erkennt auch, wie eng die beiden Schwestern miteinander verbunden sind. Mir hat dieser Roman gut gefallen, da er einfühlsam geschrieben ist und zum Nachdenken anregt. Auch der Schreibstil, der einfach und durch seine vielen Metaphern sehr bildlich ist, hat mir gut gefallen. Die Wortspiele von Phoebe und April sind herrlich.

    Dieses Buch enthält viele schöne Aussagen. Zum Beispiel. „…um ein Lachen sollte man normalerweise auch nicht bitten müssen. Ein Lachen sollte man geschenkt bekommen.“ Oder: „Wünsche gehen nicht in Erfüllung, wenn man einfach herumsitzt und auf sie wartet. Man muss sich seine Wünsche holen.

    Von mir erhält dieser Jugendroman vier von fünf Sternen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Hallo meine Lieben!

    Wenn ihr Lust habt, dieses Buch zu gewinnen, dann schaut auf meinem Blog vorbei! Dort verlose ich als Weihnachtsgewinnspiel drei Bücher, darunter auch "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin".

    Ich freu mich, wenn ihr vorbeischaut!

    https://stopfisbuecherwelten.wordpress.com/2015/12/20/versuesst-euch-heiligabend-gewinnspiel/

    Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtswoche <3
    Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    https://stopfisbuecherwelten.wordpress.com/2015/12/23/weihnachtsgewinnspiel-auslosung/ Hier findet ihr die Auslosung! Danke für eure Teilnahme!
    Zur Buchverlosung
    Janine2610s avatar

    Hallo ihr Lieben! :) 

    Wer von euch hat "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" von Lilly Lindner noch auf der Wunschliste? ☺Ich habe nämlich heute ein Gewinnspiel dazu auf meinem Blog gestartet. Versucht euer Glück ...
    http://janine2610.blogspot.co.at/2015/07/mein-einfach-so-gewinnspiel.html


     UPDATE: Es ist ausgelost!

    http://janine2610.blogspot.co.at/2015/07/auslosung-einfach-so-gewinnspiel.html

    Zur Buchverlosung
    Daniliesings avatar
    Das Jahr 2015 hält Großes für euch bereit! Zusammen mit den S. FISCHER Verlagen laden wir euch zu einer Jahreschallenge der besonderen Art ein. Gemeinsam wollen wir in jedem Monat ein anderes tolles Buch lesen und spannende Aufgaben dazu erfüllen. Selbstverständlich gibt es großartige Preise zu gewinnen! Punkte könnt ihr sammeln, indem ihr bei unseren Monatschallenges mitmacht und außerdem Rezensionen zu den FISCHER Neuerscheinungen des Jahres 2015 schreibt.

    Los geht es im Januar mit dem ersten Jugendroman der Bestsellerautorin Lilly Lindner! Diese überzeugt in "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" mit der berührenden Geschichte zweier Schwestern, die eine ganz eigene Sprache sprechen - erzählt in Form von Briefen! Wenn ihr ein Buch lesen möchtet, das vor Wortwundern sprüht und euch emotional ganz nahe geht, dann macht doch gleich mit!

    Mehr zum Buch:
    April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

    Wir vergeben 70 Exemplare von "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" von Lilly Lindner für diese Challenge unter allen, die sich bis zum 18. Januar 2015 hier bewerben! Regelmäßig stellen wir euch eine neue Aufgabe, die es zu lösen gilt. Wer bis zum Ende der Challenge die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt einen Luiban-Gutschein im Wert von 100€! Die Plätze 2-10 erhalten jeweils ein Buchpaket von FISCHER voller toller Bücher!

    Bitte beachtet, dass dieses Buch im Handel ab dem 19.02.2015 erhältlich ist und daher erst dann käuflich erworben werden kann. Wer das Buch nicht gewinnt und dennoch in dieser Challenge Punkte für die Jahreswertung sammeln möchte, hat zusätzlich bis zum 08.03.2015 Zeit, die Challenge-Aufgaben zu erfüllen und so ebenfalls Punkte zu sammeln. Bitte schreibt mir in diesem Fall bis dahin eine kurze Nachricht, welche der Aufgaben ihr erfüllt habt.

    Sofern ihr zu den 70 Buchgewinnern gehört, ist der letzte Tag für die Bearbeitung der Aufgaben der 15. Februar 2015. Danach werden dann, ebenfalls im Februar, die Gewinner der Monatschallenge ermittelt.

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    Übersicht zur Jahreschallenge | Sammelthema für Rezensionen
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    Pressestimmen

    Eine tragische Geschichte, wunderbar und leicht erzählt: voller Poesie und Wärme!

    Ein erneut beeindruckender Roman einer unglaublich starken Autorin!

    ›Was fehlt, wenn ich verschwunden bin‹ ist nicht nur schriftstellerisch, sondern auch von den Emotionen her ein kleines Meisterwerk.

    […] es ist ein so wunderbares Buch, und ich werde es sicher ein zweites Mal lesen.

    Dieses Werk von Lilly Lindner ist ein ganz großartiges Jugendbuch! Ich […] möchte es auch der elterlichen Zielgruppe sehr ans Herz legen.

    Wer das nicht selbst erlebt hat wie Lilly Lindner, kann so nicht schreiben. So emotional und tief traurig.

    erschütternd, dramatisch, einfach nur traurig

    Nach fünfzig Seiten habe ich aufgehört mir wunderschöne Sätze zu markieren, weil […] mein Buch mittlerweile wie eine explodierte ›Bibliothek der schönen Worte‹ aussah.

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