Lily Brett

 4 Sterne bei 415 Bewertungen
Autorin von Chuzpe, New York und weiteren Büchern.
Autorenbild von Lily Brett (© Bettina Strauss / Quelle:Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Lily Brett

Lily Brett wird im September 1946 in Deutschland geboren. Stark geprägt vom zweiten Weltkrieg beschließen ihre Eltern im Jahre 1948 mit der Familie nach Australien auszuwandern. Schon im Alter von 19 Jahren schreibt Lily ihre ersten Artikel für eine Rockmusik-Zeitschrift. Zu ihren ersten großen Erfolgen als Buchautorin gehört unter anderem der Roman "Einfach so". Ihr aktueller Roman "Immer noch New York" wird im Oktober 2014 veröffentlicht. Über ihre derzeitige Heimatstadt New York - sie lebt dort mit ihrem Mann und ihren drei Kindern - schreibt sie regelmäßig Kolumnen für die "DIE ZEIT".

Alle Bücher von Lily Brett

Cover des Buches Chuzpe (ISBN: 9783518468166)

Chuzpe

 (145)
Erschienen am 11.03.2018
Cover des Buches Einfach so (ISBN: 9783518750667)

Einfach so

 (49)
Erschienen am 12.12.2016
Cover des Buches New York (ISBN: 9783518750674)

New York

 (49)
Erschienen am 07.08.2017
Cover des Buches Lola Bensky (ISBN: 9783518467022)

Lola Bensky

 (49)
Erschienen am 11.04.2016
Cover des Buches Immer noch New York (ISBN: 9783518468692)

Immer noch New York

 (32)
Erschienen am 16.04.2018
Cover des Buches Zu viele Männer (ISBN: 9783518460139)

Zu viele Männer

 (22)
Erschienen am 14.05.2008
Cover des Buches Zu sehen (ISBN: 9783518459836)

Zu sehen

 (18)
Erschienen am 15.05.2008
Cover des Buches Alles halb so schlimm (ISBN: 9783453350212)

Alles halb so schlimm

 (8)
Erschienen am 01.05.2005

Neue Rezensionen zu Lily Brett

Cover des Buches Chuzpe (ISBN: 9783869745329)
pardens avatar

Rezension zu "Chuzpe" von Lily Brett

Klops braucht der Mensch!
pardenvor 5 Monaten

KLOPS BRAUCHT DER MENSCH!


Ruth kann nicht begreifen, daß ihr Vater Edek, vor wenigen Wochen erst von Melbourne zu ihr nach New York gezogen, weit davon entfernt ist, einen ruhigen Lebensabend zu verbringen. Und dass Lebensabend überhaupt der falsche Begriff ist für den munteren Siebenundachtzigjährigen, der sich erst in Ruths Korrespondenzbüro nützlich zu machen versucht und wenig später ein Verhältnis beginnt mit der (viel zu jungen, wie Ruth findet) Polin Zofia (69). Als Edek zusammen mit Zofia und deren Freundin Valentina auch noch ein Restaurant an der Lower Eastside eröffnen will, das auf polnische Fleischbällchen spezialisiert ist, bangt Ruth gleichermaßen ums Erbe und um ihre Nerven. (Klappentext)


Ruth ist eine Frau in den mittleren Jahren, die drei Kinder sind bereits aus dem Haus, und ihr Mann hält sich derzeit beruflich für ein halbes Jahr in Australien auf. Langeweile kennt Ruth jedoch nicht. Sie führt erfolgreich ein Schreibbüro und verfasst Grußkarten und Briefe für wohlhabende Leute. Mit ihrem 87jährigen Vater Edek, der vor kurzem von Melbourne nach New York gezogen ist, um Ruth näher zu sein, ist jedoch noch eine besondere Aufgabe in ihr Leben getreten. Wie bremst man einen überaus agilen Mann, der sich gerne um alles kümmert und dabei aber oft am Ziel vorbeischießt?


Zunächst gründet er die "Vorwärtsabteilung" in ihrer Firma und bestellt nach eigenem Gutdünken Dinge für das Schreibbüro, die am realen Bedarf eindeutig vorbei gehen. Ruth lässt ihren Vater etwas fassungslos aber tapfer agieren, hat er so doch eine Aufgabe gefunden und lässt sie selbst in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen. Dass sie hier nicht die Notbremse zieht, zeigt zum einen, wie gut es ihr finanziell geht und weist zum anderen auf die etwas verzwickte Vater-Tochter-Beziehung hin. 


Edek und Ruth sind nicht nur jüdischen Glaubens, sondern Edek hat zudem seinerzeit das Ghetto von Lodz überlebt und verdient in Ruths Augen für den Rest seines Lebens einen tiefen Respekt. Seit Ruths Mutter gestorben ist, ist sie nun diejenige, die als Tochter eine Fürsorgepflicht zu erfüllen hat und alles daran setzt, dass es ihrem Vater gut geht. Sie finanziert ihm eine Wohnung in New York und freut sich, dass Edek allmählich wieder aufblüht. 


Ruth selbst hat jedoch schon Jahre der Therapie hinter sich, denn das Aufwachsen als Kind von Überlebenden des Holocaust hat durchaus Spuren hinterlassen. Sie hat und pflegt ihre kleinen Eigenheiten und Neurosen, ist zudem geplagt von ständiger Sorge. Ruth achtet sehr auf sich und ihren Körper, isst wenig und nur gesund, treibt Sport und pflegt einen sehr strukturierten Tagesablauf. Durch das Eintreffen ihres Vaters gerät all das Geregelte allmählich ins Wanken, und als Edek nach der Bekanntschaft mit zwei älteren polnischstämmigen Frauen wie aus heiterem Himmel beschließt, einfach ein Restaurant zu eröffnen, steht Ruths Welt plötzlich Kopf.


"Klops braucht der Mensch" soll das Restaurant an der Lower Eastside heißen, und mit Feuereifer machen sich Edek, Zofia und Valentina an die Umsetzung ihres Plans, und nichts und niemand scheint sie dabei aufhalten zu können. Gerade einmal 30.000 Dollar stehen ihnen dafür zur Verfügung, eine lächerlich kleine Summe nach Meinung aller von Ruth zu Rate gezogenen Experten. Und die 30.000 Dollar stammen zudem auch noch von Ruth, die aber weniger den Verlust des Geldes befürchtet als die Auswirkungen einer sicher zu erwartenden Enttäuschung auf ihren Vater. Wenn solch ein letztes Lebensziel platzt - was dann?!




“Ruthy, Ruthy, reg dich runter!” 




Herrlich absurd und gleichzeitig voller Wärme kommt diese schräge, herzerfrischende, jüdische New Yorker Komödie daher. Ich mochte die liebenswerte Schlitzohrigkeit Edeks, dessen sprühende Lebensfreude (trotz allem) und seine Bereitschaft, so absolut im Hier und Jetzt zu leben und es verdammt noch mal (Verzeihung) auch zu genießen, auch wenn es manchmal anstrengend ist. Und ich mochte es, wie die Ereignisse und die stoische Unbeirrbarkeit Edeks schließlich auch Auswirkungen auf Ruths Leben und ihre Neurosen zeigten. Und wie sich Vater und Tochter letztlich doch auch emotional ganz allmählich annäherten.


Der Schreibstil erscheint im Allgemeinen flüssig, jedoch manchmal etwas einfallslos, was aber u.U. auch an der Übersetzung liegen könnte. Marion Martienzen als Sprecherin der ungekürzten Hörbuchausgabe (5 Stunden und 33 Minuten) hatte für mein Empfinden leider doch etwas Mühe, in die Erzählung hinein zu finden. Vor allem die Vertonung von Ruths Vater Edek geriet anfangs eher in Richtung geistig unterbemittelt denn einfach in Richtung polnisch-jüdischer Akzent, das war zumindest der Eindruck der sich mir unangenehm und unpassend aufdrängte. Doch entweder konnte sich die Sprecherin im Verlauf besser auf die Rolle Edeks einstellen oder aber ich habe mich einfach an ihre Art des Vortrags gewöhnt und versucht, über diese Nuancen hinweg zu hören.


Hintergründige Unterhaltung, die trotz der leisen Melancholie zutiefst lebensbejahend ist. Empfehlenswert!




© Parden

Kommentare: 8
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Cover des Buches Alt sind nur die anderen (ISBN: 9783518429464)
TochterAlices avatar

Rezension zu "Alt sind nur die anderen" von Lily Brett

Schwabbelige Arme und Gespräche über Gott und die Welt
TochterAlicevor 2 Jahren

Lily Brett ist wirklich eine der charmantesten Autorinnen, die ich kenne - selbst ihre Anekdoten über schwabbelige Arme (die ihr Enkel an ihr feststellt) und über Gespräche mit und über Gott und die Welt können mich endlos begeistern! Alles ein bisschen anders, wenn man älter wird, auch bei der so charismatischen Frau Brett. Das hat doch etwas sehr Beruhigendes - vor allem, weil es bei mir noch ein paar Jahre sind bis dorthin!

Kommentare: 1
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Cover des Buches Alt sind nur die anderen (ISBN: 9783518429464)
HeikeEvas avatar

Rezension zu "Alt sind nur die anderen" von Lily Brett

Ach, schade..
HeikeEvavor 2 Jahren

Das ist vielleicht die Kehrseite, wenn man langjähriger Fan von Lily Brett und ihrem lakonischen Humor ist.. als Kenner ihrer Romane verspüre ich bei der Lektüre ihrer gesammelten Kolumnen tatsächlich einen gewissen Ennui -  ihr Lamento erscheint mir doch  in der zudem recht nachlässig editierten Sammlung zu holzschnittartig . Leider nicht sehr inspirierend... Wer Lily Brett kennt, kann dieses Büchlein getrost ignorieren, wer sie nicht kennt, sollte unbedingt "So viel Männer", "Zu sehen" oder "Einfach so" lesen.

Mehr auf www.angutentagen.de

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Gespräche aus der Community

Vor einigen Jahren habe ich ein Buch von Lily Brett gelesen. Chuzpe. Bislang hatte ich keine Bücher dieser Autorin gelesen. Mir gefallen solche New York Romane. Weiß jemand, ob die Autorin ein neues Buch geschrieben hat? Oder gibt es Autoren, die so ähnliche Bücher schreiben?
3 Beiträge
Endorfinchens avatar
Letzter Beitrag von  Endorfinchenvor 13 Jahren
Ich habe von Lliy Brett noch nichts gelesen, aber beim Thema Romane über New York, ist mir Paul Auster eingefallen (übrigens der Mann von der oben empfohlenen Siri Hustvedt). Seine Bücher spielen häufig in New York und zelebrieren die Stadt teilweise fast schon. Ich kann Dir "Die Brooklyn Follies" und "Nacht des Orakels" besonders empfehlen (und auch "Das Buch der Illusionen" und "Mr. Vertigo" - dort spielt New York aber keine große bzw. gar keine Rolle).
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Lily Brett wurde am 05. September 1946 in Deutschland geboren.

Community-Statistik

in 492 Bibliotheken

von 71 Lesern aktuell gelesen

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