Lily Brett Immer noch New York

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Inhaltsangabe zu „Immer noch New York“ von Lily Brett

Lily Brett, die australische New Yorkerin mit europäischen Wurzeln, steckt mittendrin, und um die Stadt einzufangen, hält sie sich selbst den Spiegel vor. Hinreißend erzählt sie von ihren Nöten, einen halbwegs anständigen Büstenhalter im Greenwich Village zu erstehen, vom befremdlichen Anblick der Schoßhündchen in Regenmänteln und Sonnenbrillen, vom überbordenden Großstadtverkehr. Und zum Glück gibt es in dieser ziemlich hektischen Stadt auch Winkel der Ruhe und des Friedens, den Geruch von frisch gebackenem Brot und die entwaffnend ehrlichen Gespräche mit ihrer Kosmetikerin. Denn in Manhattan ist nichts unbedeutend und nichts selbstverständlich. Lily Bretts New-York-Erzählungen sind ein großes Lesevergnügen. In der tragikomischen Mischung aus Autobiographie und kleinen Alltagsvignetten schimmern die großen Themen des Lebens durch.

In diesen Erzählungen stecken viele persönliche Erinnerungen, Humor & Selbstironie und vor allem eine große PortionNew York Flair! Lesetipp!

— TinaLiest
TinaLiest

Amüsant-skurrile und berührende Einblicke in das Leben einer außergewöhnlichen New Yorkerin

— RosaEmma
RosaEmma

Mal amüsant, mal tiefgründig, mal nachdenklich. Lily Brett versteht es, ihr New Yorker Leben zu portraitieren.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Innenansichten einer Metropole

    Immer noch New York
    Babscha

    Babscha

    22. September 2016 um 22:47

    Die australische Schriftstellerin Lily Brett lebt zusammen mit ihrem Mann seit über fünfundzwanzig Jahren in Soho, einem südlich gelegenen Viertel Manhattans. In ihrem Buch erzählt sie uns unterhaltsame Geschichten aus ihrer Stadt, von ihren Lieblingsplätzen dort, von den vielen kulinarischen Verlockungen, den dort lebenden Menschen, von ihrer jüdischen Familie, ihrem täglichen Leben mit drei erwachsenen Kindern und einem fast 100jährigen Vater, der sich immer noch selbstständig in der Lower Eastside lebend durchs Leben schlägt. Das macht sie mit viel Humor, ein wenig Egozentrik, aber auch offen und launig und mit einem erfrischenden Schreibstil. Dabei lässt sie den Leser tief in ihren Kopf schauen und scheut sich durchaus nicht, von ihren ganzen inneren Zwängen und Ängsten, Schrullen und Neurosen zu berichten, mit denen sie sich so den ganzen Tag herumschlägt und die sie zu nicht geringem Teil auf ihr Leben als Tochter von zwei Auschwitzüberlebenden zurückführt. Insgesamt ein wirklich nett geschriebenes Buch, aus dem man vor allem auch noch viel über die stillen Geheimplätze dieser pulsierenden Metropole erfahren kann.

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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  • Impressionen einer inspirierenden New Yorkerin

    Immer noch New York
    RosaEmma

    RosaEmma

    05. February 2016 um 07:08

    Durch Zufall bin ich beim Stöbern auf dieses außergewöhnliche Buchjuwel der australisch-amerikanischen Schriftstellerin Lily Brett gestoßen, die mir vorher gar nicht bekannt war. Da ich ein großer New York Fan bin und auch schon einige Male dort war, habe ich es kurzerhand mitgenommen, ohne den Klappentext o.ä. zu lesen. Was für ein Glücksgriff! Bretts Momentaufnahmen ihres Lebens im „Big Apple“, die sie in 41 Kurzkapiteln auf ihre unnachahmliche Art darlegt, sind ein ganz besonderer Lesegenuss. Sie ist eine wunderbare Erzählerin, die uns nicht nur herrlich witzige Alltagsanekdoten über New York, seine Bewohner und seine Besonderheiten darbringt, sondern uns auch traurige, anrührende und sehr private Einblicke in ihr Leben erlaubt. Diese ungewöhnliche Kombination verleiht diesem Buch eine ganz spezielle, sehr unterhaltsame Note und spiegelt zugleich die tiefe Verbundenheit der Autorin mit ihrer Lieblingsstadt wider. Die Magie der Großstadt Lily Brett berichtet uns vom geheimen Zauber und von Ruheoasen in dieser hektisch anmutenden Großstadt. Dies scheint angesichts der Bilder, die wir von New York ständig im Fernsehen sehen – dichter Verkehr, Menschenmassen, unzählige Wolkenkratzer – ein Widerspruch zu sein. Aber das ist nicht der Fall. Als Beispiel führt die Autorin Grand Central Station, den New Yorker Hauptbahnhof, an, der eine ganz besondere Atmosphäre innehat und laut Brett eine Stadt in der Stadt ist, in der es sogar einen eigenen Markt gibt. Das Einzigartige an Grand Central Station ist meines Erachtens die Ruhe und Nostalgie, die der Bahnhof trotz aller Geschäftigkeit ausstrahlt. Dort morgens früh die Sonne durch die Fenster in die großen Hallen scheinen zu sehen, ist ein wahrhaft magischer Moment. Lily Brett lässt diesen speziellen Ort für uns mit ihrer einzigartigen Sprache lebendig werden, so dass wir für einen kurzen Moment das Gefühl haben, Teil dieses pulsierenden Ganzen zu sein. Skurrile New Yorker Auf sehr amüsante Weise stellt uns Lily Brett einige New Yorker Unikate vor. Da ist zum Beispiel Galina, ihre russische Pediküre, die sie immer Lilitschka nennt und mit der sie über alle Themen des Alltags, wie z.B. den Fettgehalt von Hüttenkäse, philosophieren kann. So hat Galina beispielsweise ihre ganz eigene Vorstellung von Diäten, bei denen auch eine kräftige Portion Zucker nicht fehlen darf. Und auch Bretts favorisierter Schumacher Yakub, der aus Usbekistan stammt, wird von der Autorin liebevoll porträtiert. Er ist äußerst wortkarg, lächelt nie und schüttelt stets den Kopf über den Zustand ihrer Schuhe. Jeder Besuch endet zumeist damit, dass er ihr nicht versprechen kann, ob da noch was zu machen ist – obwohl sie die Schuhe jedes Mal tadellos zurückerhält. Darüber hinaus berichtet Brett uns von ihrem verwirrenden Besuch bei Hellseherin Simone, die die Schriftstellerin zwecks Recherchen zu einem Buch aufsuchte. Die äußerst geschäftstüchtige Simone schwatzt ihr eine Stimulierung ihrer Chakras auf und schlägt dann auch noch vor, ihre Aura zu heilen – natürlich nur mit brasilianischen Kerzen aus echtem Gold. Das war dann jedoch auch für Brett, die ansonsten allen Dingen offen gegenübersteht, zu viel des Guten. „Anything Goes“ Lily Brett gewährt uns skurrile und witzige Einblicke in die teilweise bizarre Welt der New Yorker, deren Motto „Anything Goes“ zu sein scheint. Und die Autorin kann hier aus dem Vollen schöpfen: Seien es Hunde mit schottischem Faltenrock, die schon fast manische Begeisterung der New Yorker für Kaffee und hier insbesondere der momentane Hype um Flat White (lest mal, was das ist), die enorme Wichtigkeit von Psychiatern oder der Hang zur Hypochondrie – das alles ist Teil des Charakters dieser selbstbewussten, leicht neurotischen Großstädtler. Auf den ersten Blick wirkt dieses Porträt der New Yorker schrullig, doch man kommt nicht umhin, sie zu mögen mit all ihren Eigenarten und Verschrobenheiten – zumal sie von Brett so hervorragend skizziert werden. Dabei nimmt sich die Schriftstellerin selbst nicht aus, denn einen Teil dieser Wesenszüge hat sie ebenfalls verinnerlicht. Die jüdische Seele Brettas Erzählungen enthalten darüber hinaus auch autobiografische Details. Als Tochter von Eltern, die als einzige Familienmitglieder den Krieg überlegt haben, hat sie ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrem weisen Vater, der mittlerweile über 90 ist und Schokolade liebt, und ihrer schönen, lebenslustigen Mutter, die jedoch schon vor vielen Jahren an Krebs starb. Diesen Verlust hat sie, wie sie selbst zugibt, noch immer nicht verwunden, und so hängt sie auch sehr an allen Dingen, die sie an ihre Mutter erinnern, wie z.B. deren außergewöhnliche Brillen, die sie heute noch besitzt. Sie beschreibt, wie sie und auch ihre Eltern nach alldem, was passiert ist, nicht mehr an einen Gott glauben können. Und obwohl sie sich somit als Jüdin nicht über ihren Glauben definiert, hat Brett, wie sie selbst sagt, eine jüdische Seele und trägt alle Wesenszüge einer typischen Mutter in sich: Sie macht sich ständig Sorgen, kocht immer viel zu viel und ist wahnsinnig stolz auf ihre beiden Kinder. Wie sie sich und ihre Familie beschreibt, finde ich sehr berührend und aufschlussreich. Ihre Erzählweise wechselt oft von traurig zu witzig und wieder zurück und lässt eine warmherzige und sehr familienverbundene Künstlerin erkennen. Erfrischende Streifzüge durch die Stadt, die niemals schläft Alles in allem sind Bretts New York Erzählungen ein sehr gelungenes Leseabenteuer. Die Autorin zeigt uns in interessanten Streifzügen und amüsanten Anekdoten ihr New York, ihre Lieblingsorte, Cafés, Restaurants, Märkte u.v.m. und erklärt, warum die New Yorker mit ihrer Stadt auf eine ganz besondere Weise verbunden sind. Eine Kritikerin in Brigitte Woman (1.6.2015) brachte es auf den Punkt: „Lily Brett schreibt, wie Woody Allen Filme gedreht hat.“ Treffender kann man es nicht formulieren. Wenn euch dieses Buch gefallen hat, so solltet ihr unbedingt auch den Vorgänger dazu mit dem Titel New York lesen, der 2001 ebenfalls beim Suhrkamp Verlag erschienen ist. Ich lese das Buch gerade und finde es genauso grandios wie Immer noch New York.

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  • Ein Sprachstil, der mich gefesselt hat ...

    Immer noch New York
    VeraHoehne

    VeraHoehne

    07. March 2015 um 16:33

    Autorin: Lily Brett, geboren am 05.09.1946 als Lilijahne Breitstein in einem Lager für “Displaced Persons” im bayerischen Feldafing, ist das einzige Kind eines polnisch-jüdischen Elternpaares. Ihre Eltern heirateten in einem Ghetto in Lodz, wurden nach Auschwitz deportiert und dort getrennt und fanden sich erst nach einem Jahr wieder. Die kleine Familie immigrierte 1948 nach Australien, wo Lily Brett ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Mit 19 begann sie für ein Rock-Magazin zu schreiben und lebte u. a. in London. Sie interviewte Rock-Größen wie Mick Jagger, Janis Joplin und Jimi Hendrix. Seit mehr als 25 Jahren lebt sie nun in New York gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem australischen Maler David Rankin, mit dem sie drei mittlerweile erwachsene Kinder hat – einen Sohn und zwei Töchter hat. Auch ihre Tochter Jessica ist eine bekannte Künstlerin. In ihren Romanen verarbeitet Lily Brett immer wieder Autobiographisches. Handlung: Mit “Immer noch New York” gibt Lily Brett nach dem bereits 2000 erschienenen Kolumnen-Band “New York” mit ihrer ganz besonderen Sichtwiese erneut Einblicke in das Leben in New York und vor Allem auch in ihr eigenes Leben dort. Fazit: Auf dem Cover befindet sich eine New Yorker Straßenszene: Ein junges Paar sitzt vor dem Café Angelique im sommerlichen Greenwich Village auf einer Bank und lädt einen nahezu ein, sich in das New Yorker Leben zu begeben, so wie es eben in diesem Buch stattfindet. Das Buch umfasst 224 Seiten, die in einem angenehm lesbaren Schriftbild gedruckt sind. Jedes der Kapitel ist in perfekter, teils sehr kurzer Leselänge verfasst und eignet sich ideal zum Zwischendurch-Lesen z. B. in der Bahn oder in der Mittagspause. Ich muss zugeben – und das erwähne ich nicht zum ersten Mal im Rahmen von Rezensionen, dass ich ein absoluter Fan von Kolumnen-Büchern bin. Und ich bin, seit ich “Chuzpe” gelesen habe, das zu einem meiner All-Time-Favourite-Bücher geworden ist und das ich immer sehr gerne weiterempfehle, begeistert von dem ganz besonderen Schreibstil von Lily Brett. Auch bei “Immer noch New York” hat es Lily Brett geschafft, mich nach wenigen Zeilen mit ihrer wunderbaren, manchmal etwas blumigen und doch irgendwie sachlichen Sprache zu fesseln – ich liebe es, wie sie mit Worten umgeht und in ihren Kurzgeschichten manchmal vom Kern der Geschichte abschweift und ihren trockenen Humor mit einfließen lässt. Dieses Buch ist wie das Treffen mit einer guten Freundin, die einen ein bisschen durch ihre Heimatstadt führt und die man z. B. begleiten darf zu ihrer russischen Pediküre, in ihr Lieblingscafé, zum Hellseher und zu ihrem Vater (diese kleinen Geschichten um Lily’s 98jährigen Vater mag ich besonders gerne; er hat auch die Roman-Vorlage für den Edek in “Chuzpe” geliefert). Außerdem gibt sie u. a. Einblicke in ihr Familien- und Seelenleben, in ihren Beruf und das jüdische Leben in New York. Das Einzige, was mich aber auch in “Chuzpe” schon ein wenig genervt hat, war Lily Brett’s Drang nach Diäten, die diese zierliche Frau eigentlich gar nicht nötig hat. Sie berichtete in diesem Buch wieder davon, wie sie Diäten plant, und dass dies auch ein Bestandteil ihres erfolgreichen Romans “Lola Bensky” sei. Dies ist für mich ein wenig befremdlich, wenn ich bedenke, dass ihre Eltern nur knapp den Holocaust überlebt und Hunger gelitten haben. Literarisch und vom Unterhaltungswert her macht dies aber nichts weiter aus. Da ich schon selbst mehrfach in New York war, werde ich bei der nächsten Reise dorthin wahrscheinlich vieles mit anderen Augen und ein wenig aus dem Blickwinkel von Lily Brett betrachten. Umgekehrt liest man dieses Buch auch aus einer anderen Perspektive, wenn man schon einmal in New York war und die Orte und Eigenarten der New Yorker, die Lily Brett mit so viel Liebe zum Detail beschreibt, bereits live erlebt hat. Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich den 1. Band hiervon, “New York”, der bereits 2000 im Original erschienen ist, auch noch lesen soll. Da ich selbst New York erst 2006 zum ersten Mal besucht habe, ist das New York, das vor dem 11. September 2001 existierte, für mich von einem ganz besonderen Mythos umgeben, den ich mir bewahren möchte. “Immer noch New York” ist ein sprachlich exzellenter Kurzgeschichten-Band, der sich perfekt lesen lässt und von mir 5 von 5 Sternen***** mit einer besonderen Leseempfehlung – ganz besonders für alle, die schon mal in New York waren und die, die noch unbedingt dorthin wollen :-)

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  • Fortsetzungen aus dem persönlichen Leben inmitten New Yorks

    Immer noch New York
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    17. November 2014 um 13:02

    Fortsetzungen aus dem persönlichen Leben inmitten New Yorks Nahtlos fast schließt sich "Immer noch New York" an "New York" an, den damals bunten und vielfachen Eindruck eines Lebens in New York. Wobei Lily Brett, damals wie heute, ja nicht als Fremdenführerin agiert, sondern in ihrer sehr flüssigen und hervorragenden Sprache dem Leser das Leben in der Stadt aus den vielfachen Facetten ihrer persönlichen Erlebnisse, mitten aus ihrem Leben heraus, näherbringt. In der Form eher in vielen, kleinen Kurzgeschichten und mit durchaus trockenem Humor erzählt Brett von den großen und kleinen "Alltäglichkeiten". "In New York kochen die wenigsten Leute regelmäßig. Das liegt unter anderem daran, dass die Küchen in den Wohnungen hier sehr, sehr klein sind........Ich koche leidenschaftlich gern". Und wie nun beides zusammengeht und welches Gewese man um einen kleinen Sack Kichererbsen machen kann (natürlich nicht "irgendwelche" Kichererbsen, da hat New York schon mehr zu bieten) und was aus zehn Pfund getrockneten Erbsen so alles an Masse werden kann (sehr zur Überraschung Bretts) ist eine der kleinen Portraits vom teils verrückten Alltag der Autorin. Ebenso, wie sie einen Blick auf die Veränderung der Kaffeegewohnheiten der New Yorker durch die Ausbreitung australischer Cafés nicht auslässt oder den Leser mit auf die innere und äußere Reise nimmt, wenn Lily Brett plant, einen Strudel zu backen. So reiht sich Geschichte an Geschichte, deren verbindender Kern zunächst einmal gar nicht unbedingt die Stadt selbst zu sein scheint oder das, was das Leben dort einzigartig gestaltet, sondern vor allem die Person der Autorin selbst nebst einiger Rückblicke in die Familiengeschichte. Was genau ein nachts zusammenbrechendes Bücherregal mitsamt der den Absturz heil überlebenden Kostbarkeiten mit New York zu tun hat, erschließt sich in dieser Episode nun wirklich nicht, das Regal hätte an jedem Ort der Welt umfallen können. Wohl aber fließen immer wieder, auch bei diesem Regal, kleine Hinweise auf innere Haltungen ein, die ein stückweit das Fatalistische des "New Yorkers" einerseits (Ich geriet nicht in Panik) und das leicht neurotisch-nervöse des Lebens dort andererseits (Panik behalte ich mir für geringfügige Anlässe vor) wie nebenbei mit einfangen. So verbleibt im Gesamten eine Melange aus kleinen, persönlichen Anekdoten, mit leichter Hand sprachlich schön erzählt (aber im Kern der Aussagen oft wenig bedeutsam, außer man möchte mehr über den Alltag der Autorin erfahren), gepaart mit Einblicken tatsächlich aus dem Inneren des Erlebens in der Stadt, mit der besonderen Note einer Atmosphäre ("Ich mag es, Lebenszeichen von den Nachbarn zu hören. Ich finde es oft tröstlich) und den speziellen Besonderheiten an vielen Ecken der Stadt. "Da wir hier in New York sind, gab es Cupcakes ohne Mehl, glutenfreie Cupcakes und milchfreie Cupcakes". Was nicht unbedingt von tiefster Bedeutung ist, teilweise eher zusammenhanglos daherkommt, aber dennoch sich ganz flüssig im Buch liest als kleine Lektüre nebenbei.

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