Lina Heydrich

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Mein Leben mit Reinhard

Mein Leben mit Reinhard

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Erschienen am 24.05.2012

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Rezension zu "Mein Leben mit Reinhard" von Lina Heydrich

Das Leben an Heydrichs Seite...knapp und emotionslos
Esse74vor einem Jahr

Lina Heydrichs Erinnerungen an ihr Leben mit Reinhard Heydrich sind von ihrem Sohn Heider veröffentlicht worden. Wobei man sich als erstes fragt, warum da niemand mal drübergelesen hat, oder, ob sie wirklich so kalt und emotionslos war. Frauen dieser Zeit, also von Persönlichkeiten auf dem Dritten Reich, stehen hinter ihren Männern. Es liegt wohl auch an der Generation und dem klassischen Frauenbild, welches bis in die späten Sechziger in Deutschland vorherrschte- Heimchen am Herd, und, wenn Papa die Sportschau guckt, bringste mal ein kühles Bierchen und die Pantoffeln, Trudchen. Vielleicht noch ein paar Schnitten und Gürksken.
Auch Magda Goebbels ließ sich von der Zeit mitreißen, dem Regime. Durch die Weltwirtschaftskrise waren viele Familie arg finanziell gebeutelt worden und dann kam etwas Neues- Hitler. Es sollte aufwärtsgehen mit Deutschland und das kann man wirtschaftlich nicht leugnen für die ersten Jahre. Ich will hier nicht auf alles andere eingehen, das würde zu lang werden und ich finde den Holocaust ebenso schrecklich, wie den Krieg an sich etc.
Ich hatte auch nicht erwartet, daß Lina Heydrich Mitleid hat, oder Stellung bezieht, die vielleicht auch mal durchblicken ließe, was sie wirklich denkt. Sie lebt gut, man hat Kinder, einen schönen Landsitz und die Politik ist auch da, das Regime präsent. Mich störte aber gewaltig ihre ganze emotionale Kühle- Reinhard fällt dem Attentat zum Opfer, was in etwa zehn Sätzen abgehandelt wird, der Sohn Klaus stirbt bei einem Unfall- vier Sätze...und so geht es weiter.
Entweder ist sie eine sehr "toughe" Frau gewesen, oder das passiert halt.
"Heinskens Willi ist tot."
"Ach, echt? Ich muss jetzt gleich auf das Feld pflügen."
So in etwa gehen die Dialoge, die Ereignisse, mäandert sich Frau Heydrich durch die Geschichte.
Was habe ich erwartet? Ein bisschen Einsicht vielleicht am Ende, ein bisschen mehr Nähe an sich, Emotionen- es liest sich so dröge runter, wie das Tagebuch meiner Oma, um 1930: "Heute habe ich gebadet. Dann gab es Kuchen."
Da hat Klabunde mit ihrem Buch über Magda mich mehr berührt, zudem man schon nicht begreifen kann, wie verblendet eine Mutter vom Regime sein muss, um ihre Kinder zu töten.
Man nehme mir meine leicht humorige Rezension nicht übel, aber das Buch war für mich zu sachlich- und dabei hat es Frau Heydrich selbst verfasst. Die Fotos sind aber nett von ihren Kindern etc.

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