Lina May

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Lina MayMeine fremde Tochter
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Meine fremde Tochter
Meine fremde Tochter
 (6)
Erschienen am 01.09.2012

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Rezension zu "Meine fremde Tochter" von Lina May

Wir lieben dich so wie du bist
robbylesegernvor 3 Jahren

Immer wieder gibt es Eltern, die aufgrund verschiedener Probleme keine eigenen Kinder bekommen können und sich dann irgendwann zur Adoption entscheiden.Meine volle Hochachtung gilt allen diesen Eltern , aber vor allem den Eltern, die ein älteres Kind adoptieren, wie es auch in diesem Buch der Fall ist. Häufig sind diese Kinder, Menschenkinder mit einer wenig schönen Vergangenheit, die aus der Ursprungsfamilie herausgenommen wurde, weil sie vernachlässigt, oder auch misshandelt wurden , wie es auch bei Subaia der Fall ist, um die es in diesem Buch geht.

Lina und Simon, ein Ehepaar, was keine eigenen leiblichen Kinder bekommen kann, entscheiden sich dazu ein Kind zu adoptieren. Da Lina schon 40 Jahre alt ist, kommt ein Säugling nicht infrage und so entscheiden Subaia, Lina und Simon sich, ein gemeinsames Leben miteinander zu teilen. Von diesem Prozess und dem gemeinsamen Leben erzählt diese Geschichte, die alles andere als einfach ist.
Subaira hat durch ihre Geschichte nicht nur äußerliche, sondern vor allen innere Verletzungen davongetragen, die das Zusammenleben mit Simon und Lina immer wieder erschwert. Nicht nur dass Subaira immer wieder durch negative Verhaltensweisen sich der Liebe ihrer Adoptiveltern versichern muss , macht auch die Umwelt den Dreien das Leben schwer. Obwohl Kindergarten und später auch die Schule um Subairas Schwierigkeiten wissen, ist es immer wieder ein Kampf für Lina und Simon die richtigen Einrichtungen zu finden, die ihr Kind so annehmen wie es ist und bereit sind es zu fördern. Es wird immer wieder sichtbar, dass so ein besonderes Kind im " geregelten Alltag des Kindergarten und Schullebens " als Störenfried angesehen wird. Ich frage mich dann immer wieder, wo ist das Engagement der Pädagogen , die doch eine Herausforderung auch als Chance sehen könnten selbst an diesem Prozess zu wachsen. Vielleicht liegt es aber auch an unserem desolaten Erziehungsapparat, die einfach zuwenig Fachpersonal haben , um darauf zu reagieren.

Mich hat dieses Buch sehr betroffen gemacht und ich habe mich des Öfteren gefragt, warum kann man solch mutige Eltern , die sich zur Aufgabe machen, ein schwer traumatisiertes Kind in ihre Familie zu holen, um ihm ein geregeltes Zuhause zu bieten , nicht unterstützen ? Ist es wirklich um viele Pädagogen so bestellt, dass sie nur " funktionierende Kinder " in ihren Einrichtungen haben wollen , weil die leichter zu händelön sind ? Haben Kinder , die eine Geschichte wie Subaira haben, kein Anrecht auf Verständnis ? Könnte man nicht mit Aufklärung und pädagogischen Maßnahmen Eltern und Mitschüler um Mitarbeit bitten ? Obwohl ich im Großen und Ganzen gegen Inklusion bin, da ich finde, dass es nur eine Sparmaßnahme ist, die vielen betroffenen Kindern nicht gerecht wird , wäre so eine Maßnahme in Subairas Fall sinnvoll, aber nur mit entsprechender Begleitung und daran hapert es dann meist, obwohl es ja bei Subaira geklappt hat. Doch viele Eltern haben nicht dieses Engagement und auch nicht die Informationen , sich hier Hilfe zu holen.

Ich finde , dieses Buch ist ein guter Einblick in das Leben einer Adoptionsfamilie. Es wird beschrieben, welche Schritte nötig sind , um ein Kind zu adoptieren und welche Schwierigigkeiten auf einen zukommen können, wenn ein schon älteres Kind in die Familie kommt.
Ich habe sehr viel Achtung vor Menschen , die diesen Schritt wagen und einem Kind, was nichts für seine Geschichte kann , aufnehmen. Es ist für mich auch ein anerkenenswerter Schritt, der gesellschaftliche Folgen hat, denn was wäre aus Subaia geworden , wenn sie Simon und Lina nicht getroffen hätte ?

Auch hier fällt mir wieder der Ausspruch von Richard Weizäcker ein: " Eine Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht.Ein Spruch, der nachdenkenswert ist.

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nadine_liepkalnss avatar

Rezension zu "Meine fremde Tochter" von Lina May

Rezension zu "Meine fremde Tochter" von Lina May
nadine_liepkalnsvor 6 Jahren

Leseeindruck:

Lina May schreibt sehr angenehm ihre wirklich bewegende Geschichte nieder.
Nachdem Lina und Simon versucht haben durch künstliche Befruchtung ein Kind zu bekommen, entscheiden sie sich für eine Adoption. Sie verlieben sich sofort in die dreijährige Subaia, die in ihrem erst so kurzen Leben schon viele schreckliche Dinge erleben musste. Subaia wurde von ihrer leiblichen Mutter vernachlässigt und misshandelt wovon sie viele Narben zurückbehält. Lina und Simon wollen sich dem aber stellen und möchten mit Liebe und Geduld diesem kleinen Mädchen, ihrer Tochter, nun ein neues Leben ermöglichen. Doch es ist nicht immer so einfach. Schnell merken sie, das sie durch Subaias Verhaltensauffälligkeiten oft anecken. Die Kleine wird schnell agressiv, schlägt so andere Kinder oder Erwachsene oder verletzt sich sogar selbst.
Der Kampf um Subaias Vertrauen und die Anerkennung in der Gesellschaft hat begonnen.
In diesem Buch wird "ein Ganzes" beschrieben. Nicht nur Subaias schreckliche Vorgeschichte und ihr Weg in ein besseres Leben, sondern auch die Geschichte der Eltern, die viel Liebe und Geduld aufbringen müssen, die der Lehrer, Pädagogen, der Gesetze und die der Gesellschaft. Es ist ein harter Weg den alle beschreiten, der sich aber doch zu lohnen scheint.

Mein Fazit:

Ein bewegendes Buch zum Thema Adoption und der Geschichte eines kleinen Mädchens auf dem Weg in ein neues Leben mit elterlicher Liebe.

4 von 5 Punkten

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sabrinacremers avatar

Rezension zu "Meine fremde Tochter" von Lina May

Rezension zu "Meine fremde Tochter" von Lina May
sabrinacremervor 6 Jahren

Zum Inhalt:

Nach mehreren erfolglosen Versuchen mit künstlicher Befruchtung entschließen sich Lina und Simon dazu, ein Kind zu adoptieren. Alles geht erstaunlicherweise sehr schnell von Statten. Ihre neue Tochter heißt Subaia, ist 3 Jahre alt und hat bisher scheinbar alles Schreckliche dieser Welt erlebt in ihren jungen Jahren. Sie wurde misshandelt, geschlagen, allein gelassen.
Das Leben mit ihr ist nicht einfach und Lina und Simon sehen sich oft mit ihren Verhaltensauffälligkeiten und Problemen konfrontiert. Zum Beispiel verletzt sich sie selbst; sie schlägt andere Kinder und Erwachsene, die sich ihr gegenüber abweisend verhalten; usw. Doch Lina und Simon versuchen alle möglichen Förderungsmaßnahmen, um ihrer Tochter vom ersten Tag an ein besseres Leben zu ermöglichen.

“Seit sie nicht mehr im Heim auf die kleinen Kindertoiletten gehen konnte, hatte Subaia auf einmal furchtbare Angst vor dem Gang aufs Klo. Sie weinte und zitterte am ganzen Körper, wenn wir versuchten, sie auf die Brille zu setzen. Auch ein Kindersitz und ein kleiner Hocker konnte keine Abhilfe schaffen. Auf unser gutes Zureden hin schrie sie oft: >>Die Babymama hat mich mit dem Kopf ins Klo geschubst, gehauen und dann abgespült!<<” (Seite 92/93)

Meine Meinung:

Dieses Buch ist sehr berührend und stark! Die Autorin, die sich aus Schutzgründen hinter dem Pseudonym Lina May verbirgt, erzählt schonungslos, offen und ehrlich wie ihr Leben mit ihrer “fremden” Tochter abläuft. Tag für Tag gibt es Licht und Schatten. Wenn man als Leser erfährt, was diesem kleinen Kind in seinen jungen Jahren alles widerfahren ist, muss man erstmal schlucken. Sowas kann man sich kaum vorstellen. Und es kann einen auch nicht kalt lassen. Wieder und wieder habe ich mich auch gefragt, was in Subaias “richtiger” Mutter wohl vorgegangen sein muss, dass sie ihr Kind auf diese grausame Weise “erzogen” hat. Wobei das Wort erzogen hier völlig fehl am Platze ist.

“Die Liste ist drei DIN A4 Seiten lang. Es sind 33 Verletzungen an der Zahl. >>Neben zahlreichen Blutergüssen an Kopf, Rumpf, Armen und Beinen als Folge stumpfer Gewalteinwirkung waren massive Schwellungen im Gesicht und am Hinterkopf festzustellen. Zu diesem Zeitpunkt ließ es sich noch nicht sagen, inwieweit auch Schäden am Gehirn vorlagen. Außerdem hatte das Kind Bisswunden. Die Unter- und Oberlippe war monströs geschwollen. Im mittleren Bereich wirkte die Lippe wie gespalten.<<” (Seite 138)

Man leidet mit Subaia und ihren Adoptiveltern. Wie schwierig es ist, ein solch verhaltensauffälliges Kind in die Gesellschaft zu integrieren. Die ganzen Behörden-, Arzt- und Schulgänge. Kindergartenwechsel. Schulwechsel. Lehrer und andere Pädagogen, die sich der Entwicklung des Kindes in den Weg stellen. Komplizierte Gesetze, in die man sich als Eltern einlesen und in denen man sich zurecht finden muss. Dass all das schließlich auch auf die Ehe auswirkt muss man mit Sicherheit nicht extra betonen.

Die Geschichte ist allerdings nicht dazu gedacht, mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen: Du hast uns das Leben schwer gemacht. Oder: Du hast als “richtige” Mutter von Subaia versagt. Oder ähnliches. Nein. Die Autorin möchte Personen und Paaren, die vielleicht ihn ähnlichen Situationen stecken, Mut machen. Mut, hinter den Kindern zu stehen. Mut, sie zu verteidigen und ihnen ein besseres Leben zu geben. Mut, sich auch mal gegen Autoritätspersonen durchzusetzen, wenn es um das Wohl des eigenen Kindes geht. Und das hat Lina May mit ihrem Buch meiner Meinung nach ganz klar geschafft. Und auch, dass das Buch nachwirkt. Stunden nach dem Lesen gehen mir immer noch einige Gedanken durch den Kopf und beschäftigen mich. Eine Geschichte die zeigt, dass Liebe nicht alles möglich macht, aber vieles leichter und erträglicher.

“Oft verurteile ich Subaias Mutter für das, was sie bei Subaia angerichtet hat, obwohl ich mir solche Gedanken eigentlich verbieten will. Ich darf ihre leibliche Mutter nicht vor Subaia schlechtmachen. Ich möchte nicht noch mehr Wut in ihr erzeugen, als ohnehin schon da ist.” (Seite 188)

Jedem, der sich nicht vor der schlimmen Wahrheit und Realität scheut, vielleicht auch gerade Eltern, sei dieses Buch ans Herz gelegt!

bookwives.wordpress.comm

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