Linda F. Crismond Against All Odds

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Inhaltsangabe zu „Against All Odds“ von Linda F. Crismond

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  • Rezension zu "Against All Odds" von Linda F. Crismond

    Against All Odds
    Kaess

    Kaess

    20. May 2007 um 23:05

    “…getting the most bang for the buck.” Frei übersetzt könnte das heißen: Wie man den größtmöglichen Gewinn aus jeder Münze herausholt. Dieser Teilsatz aus Linda Crismonds „Against all Odds“ ist Grundidee der bereits 1993 in den USA erschienenen Sammlung von Fallstudien rund um das Thema Finanzmanagement in Öffentlichen Bibliotheken. Crismond selbst begann ihre bibliothekarische Karriere in der San Francisco Public Library als Automatisierungs- und Erwerbungsleiterin, wurde zur Co-Direktorin der University of South California, arbeitete zehn Jahre lang als „county librarian“ in der Los Angeles Public Library und hatte 1989-92 als erste Frau den Posten als leitende Direktorin der American Library Association inne. Die letzten Berufsjahre verbrachte sie in der freien Wirtschaft als Vizepräsidentin für Öffentlichkeitsarbeit und Automatisierungsleiterin bei amerikanischen Medienunternehmen. Seit 2006 befindet sie sich im Ruhestand, zumindest beruflich, privat ist sie weiterhin passionierte Marathonläuferin. Schon im Vorwort wird deutlich, dass es sich bei „Against all Odds“ keineswegs nur um eine lieblose Ansammlung von Aufsätzen handelt. Linda Crismond spielt all ihre Berufserfahrung aus und nimmt das Fazit in ihrer Einleitung vorweg. Das alles oft ratschlagartig im gut gemeinten Imperativ: „Involve the community leaders in the process to ensure there is a vocal and well-organized lobbying force", „secure your base“, “users and the community should be integral to the development of goals and priorities”. In ihrer vorangestellten Zusammenfassung gibt Crismond Tipps, mit welchen Argumenten man eine Mischfinanzierung durch Zuschüsse von Benutzern, Politikern und Firmenpartnern erzielt, und rät, dass man zur Vermeidung von zukünftigen Finanzkrisen am besten eine Langzeitstrategie mit genauen Zielen entwickelt. Eine solche Strategie hat übrigens jede der in den Fallstudien aufgeführten Bibliotheken, auch eine Art Förderverein unter der Bezeichnung „Friends of the Library“ ist in den Staaten üblich. Das Thema der vor knapp 15 Jahren noch hochaktuellen Umstellungsproblematik auf automatisierte Bibliothekssysteme, sowie Argumente für und wider Benutzergebühren werden in der Einleitung nicht ausgespart. John Nichols, ebenfalls Beitragender in diesem Band, rundet die einführenden Worte mit seinen acht auf den Punkt gebrachten „funding rules“ ab. Einen solch optimistisch-pragmatischen Ton wünscht man sich von denen, die über den korrekten Umgang mit Geld belehren wollen! Im Hauptteil des Buches wird das Thema nochmals in fünf Teilbereiche untergliedert: „Financial Structure and Funding Sources“, “Campaigns and Coalitions”, “Distribution of Resources”, “Cutback Management” und “Borrowing from Business”. Diese Kapitel bestehen wiederum aus einer Zusammenfassung der Herausgeberin und zwei bis vier Aufsätzen. Crismonds “most articulate, astute and forward thinking friends” aus verschieden großen Öffentlichen Bibliotheken aller Teile der Staaten schrieben somit insgesamt 16 Beiträge. Der Grundaufbau dieser Fallstudien ist dabei stets gleich: Zunächst wird die jeweilige Bibliothek mit ihren lokalen Besonderheiten vorgestellt, das Problem benannt, Methoden zur Lösung ausführlich beleuchtet und daraus dann noch verallgemeinernde Schlussfolgerungen gezogen. Den Anfang macht dabei C. Hunsbergers Beitrag zum Las Vegas-Clark County Library District. Richtig, Bibliotheken in Las Vegas! Der Autor macht nicht nur deutlich, dass aufgrund der rapiden Bevölkerungszunahme auch die Benutzerzahlen und somit der Finanzbedarf der Bibliotheken steigen, er hat es mit seinem Team auch geschafft, eine gesetzliche Grundfinanzierung der Bibliotheken im Bezirk aus Steuermitteln der Einwohnerschaft Las Vegas’ zu realisieren. Doch steht und fällt dieses System mit Wahlentscheiden der Bevölkerung, die alle Jahre wieder aufgrund der rapiden Zunahme der Einwohnerzahlen nötig sind. Da braucht es stets von neuem Überzeugungsarbeit, vor allem beim abstimmenden Steuerzahler („Every tax payer must see a benefit“), den Hunsberger mit seinen argumentativen „12 goals“ letztendlich doch auf die Seite der Bibliotheken ziehen kann… Das Gros der 16 Beiträge behandelt präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Finanzkrisen. Hauptsächlich durch das Einrichten von Fonds mit einem bestimmten Einsatzzweck, dem Hausieren bei Privatunternehmen und –Personen durch die „Friends“ und dem Entwickeln so genannter „long-range plans“. Doch nicht immer sind finanzielle Durststrecken durch weise Vorausplanung abzuwenden. Einleitend zum Kapitel „Cutback Management“ nennt Linda Crismond zwei Möglichkeiten von Kürzungen: Beim “death of a thousand cuts” wird an allen Enden ein wenig weggeschnitten, damit alle übrigen Services mehr oder weniger gut weiterlaufen können. Der „bite the bullet approach“ besteht darin, eine ganze Service-Einheit abzulösen und die anderen von Einschnitten unberührt lassen. 1991 drohte der Queens Borough Public Library für das Folgejahr ein „Doomsday budget“: Hauptfinanzier New York City plante, für 1992 eine Budgetkürzung von 25% vorzunehmen! Die Bibliothek entschloss sich zu einem blutigen Gemisch der beiden genannten Methoden: einer Schließung von 25 Zweigbibliotheken, damit die Hauptbibliothek und die verbleibenden Zweige davon unberührt und flächendeckend fortfahren konnten. So melodramatisch sich das hier liest, ist es in der Tat auch: Die drei Beitragsautoren holen Hollywood nach New York. Zunächst wird das Mitgefühl der Leser erheischt, und schließlich holt die Bibliothek zum pathetischen Selbstbefreiungsschlag aus: Drei „Fronten“ wurden in der Queens Library gebildet: ein Planungs- und Leitungskomitee, eine Art „Personalseelsorge“, welche kurzerhand das „Adult Learning Center“ für Mitarbeiterseminare zur Stressbewältigung und Vermittlung von Fähigkeiten zur Jobsuche integrierte, und eine spezielle PR-Abteilung, um die Öffentlichkeit an diesem Leid teilhaben zu lassen. Und Hollywood wäre nicht Hollywood gäbe es nicht zumindest ansatzweise ein Happy End: Kurz vor „Doomsday“ Ende 1991 – unterdessen machten sich bei den 1300 Mitarbeitern Spekulationen um die Liste mit „Abschusspersonal“ die Runde – kündigte die Stadt an, dass es „nur“ eine Budgetkürzung von etwa 10% geben würde. Statt der Zweigstellenschließungen und Entlassungen wurden nun 18 Branches „gepaart“: Dasselbe Personal ist zu verschiedenen Zeiten in zwei Bibliotheken tätig, niemand wird entlassen, keine Bibliothek geschlossen. Ende gut, alles gut - ein sehr lesenswerter Beitrag! Nur auf den ersten Blick mag der Inhalt überholt erscheinen, da die Einführung von EDV im Bereich der Bibliotheksbenutzung als einer der Hauptgründe für die Beschaffung finanzieller Mittel ausgiebig besprochen wird. Doch bleibt das Grundproblem ja das selbe, und dieser Zweck klärt lediglich die Frage nach dem „Wozu finanzielle Mittel?“, Gründe für mehr Geld dürften uns eh zuhauf einfallen. Von viel größerer Bedeutung sind aber die Fragen nach dem „Woher?“ und dem „Wie?“. Die angeführten Fallstudien sind dabei natürlich nicht 1:1 übertragbar, wir haben kein Las Vegas, auch trifft es wohl kaum eine Bibliothek so hart wie die Queens Public Library, doch als Inspirationsquelle zu kreativen Lösungen, als Mutmacher zur Selbsthilfe, ist „Against all Odds“ nicht zuletzt aufgrund des enthusiastischen Schreibstils Crismonds und der meisten ihrer Kollegen gut geeignet.

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