Linda Leaming Das glücklichste Land der Welt

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Inhaltsangabe zu „Das glücklichste Land der Welt“ von Linda Leaming

Bhutan bezaubert: Gefangen von ihrer ersten Reise durch das Königreich im Himalaja, zieht die Amerikanerin Linda Leaming als Englischlehrerin in das »Land des Donnerdrachen« – wo das Bruttosozialglück wichtiger ist als das Bruttosozialprodukt und wo man im nächsten Leben nachholt, wozu man in diesem nicht gekommen ist. Humorvoll erzählt sie, wie sie die Amtssprache Dzongkha lernt, in die buddhistische Lebenswelt hineinfindet und schließlich den bhutanischen Künstler Namgay heiratet. Ein warmherziges Porträt eines exotischen Landes, in dem Schweigen ein gutes Gespräch bestimmt, man die Hand zum Flirten in die Gewandfalte legt und Nächstenliebe selbstverständlich ist.
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  • "Ein kleines Land, jedoch umgeben von Erhabenheit und Größe"

    Das glücklichste Land der Welt
    R_Manthey

    R_Manthey

    09. August 2015 um 16:29

    Nach Bhutan zu reisen, dürfte auch heute noch nicht ganz einfach sein. Nicht nur wegen seiner geografischen Abgeschiedenheit, sondern auch, weil es sich erst vor nicht allzu langer Zeit überhaupt für den Tourismus geöffnet hat. Bhutan liegt in einem Tal des Himalaja und wurde mit einer herrlichen Landschaft und einer reichen Vegetation beschenkt, jedenfalls dort, wo es die Höhe noch zulässt. Dass man auf drei- oder viertausend Metern Höhe noch Dörfer findet, gehört auch zum Bild dieses kleinen Landes. Was aber offenbar westliche Besucher besonders fasziniert, ist die noch größtenteils intakte buddhistische Kultur, die man bis in die alltäglichen Verrichtungen der Menschen zu spüren bekommt. Davon erzählt dieses Buch. Linda Leaming aus Tennessee kam zum ersten Mal mit neununddreißig nach Bhutan und verliebte sich in dieses Land. Anschließend beschloss sie, dort als Lehrerin zu arbeiten. Nicht jeder wird einen solchen Schritt nachvollziehen können, denn das Land ist nach westlichen Maßstäben sehr arm, das Leben primitiv. Wie fast alles im Leben erweist sich auch diese Sichtweise auf Bhutan von außen als eine Frage der eigenen Vorstellungen, Ansichten oder Gewohnheiten. Linda Leaming blieb aus Prinzip kinderlos, weil sie ihre Abenteuerlust ausleben wollte und Kinder ein solches Leben aus ihrer Sicht nicht zulassen. In Bhutan lernt sie den Lehrer Namgay kennen. Sie verlieben sich und heiraten. Dadurch wird die Autorin vollständig in das bhutanische Alltagsleben integriert, von dem sie nun in ihrem Buch berichtet. Der Text liest sich ausgezeichnet, weil er eben nicht das Land aus den Augen eines Fremden beschreibt, der dort vielleicht eine Weile gelebt hat, sondern weil Linda Leaming sich dort bei allen Entbehrungen offenbar sehr wohl fühlt und ihre eigentliche Heimat gefunden hat. Mit viel Witz, Selbstironie und gleichzeitiger Hochachtung für die Geisteshaltung und Würde ihres Mannes beschreibt sie ihr neues Leben in einer noch nicht stark von den Gaben des Westens infiltrierten Kultur. Allerdings muss man wohl viele Eigenschaften der Autorin mitbringen und sich von fast allen westlichen Vorstellungen des Alltagslebens lösen, wenn man diesen Schritt nachmachen wollte. Vielleicht muss man das erst einmal selbst erlebt haben, um es wirklich zu verstehen. Ein sehr gut geschriebenes, äußerst interessantes und liebevolles Buch über ein Land, das sehr weit weg von unserem Leben ist.

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