Linda Maria Koldau Titanic

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Inhaltsangabe zu „Titanic“ von Linda Maria Koldau

<p><strong>Titanic - die ganze Wahrheit</strong><br /> Linda Maria Koldau rollt in ihrem glänzend geschriebenen Buch den Fall "Titanic" neu auf. Sie erklärt anschaulich, was wir über den Luxusdampfer, seine Passagiere, die Umstände des Untergangs und das Wrack wissen und macht deutlich, warum die Katastrophe so viele anrührende Geschichten rund um Liebe und Tod hervorgebracht hat.<br /> Montag, 15. April 1912, 2 Uhr 18: Die Titanic zerbricht drei Stunden nach der Kollision mit einem Eisberg und sinkt. Nur rund 700 der 2200 Passagiere überleben. Die Umstände der Katastrophe werden aus Haftungsgründen verschleiert, Legenden überdecken schnell das wahre Geschehen. Linda Maria Koldau hat die Dokumente über den Untergang neu gesichtet. Sie versteht es meisterhaft, die letzten Stunden auf dem schwimmenden Luxushotel lebendig werden zu lassen und dabei zu zeigen, welche realen Anknüpfungspunkte Legenden, Filme und Romane zur Titanic genutzt haben. So entsteht über den Tatsachenbericht hinaus eine eindrucksvolle Kulturgeschichte der Schifffahrtskatastrophe, die bis in unsere Gegenwart reicht.</p>

Sehr ausführlich und äußerst interessant!! Ein Muss für TITANIC Liebhaber!!

— Grinsekeks97
Grinsekeks97

Der erste Teil des Buches ist wohl eine der konzisesten Zusammenfassungen. Dagegen wirkt der zweite Teil , der sich mit der Kulturgeschichte befasst, stilistisch deutlich weitschweifiger, aber mit seiner fast ausschließlichen Reduktion auf die Filmgeschichte inhaltlich wieder sehr reduziert. Einige Details habe ich vermisst, diese sind aber für die Kernaussagen nicht wesentlich. Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Titel im 100. "Jubiläumsjahr".

— Nemo
Nemo

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  • vom Bau bis zum Mythos

    Titanic
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 10:45

    Am 15. April 2012 jährt sich der Untergang der Titanic, der über 1500 Menschen den Tod brachte, zum 100. Mal. Seit dem ranken sich viele Geschichten und Legenden um dieses Ereignis. Bücher wurden geschrieben und Filme gedreht. Die Titanic wurde zum Mythos. Linda Maria Koldau hat in ihrem Buch diese Thematik aufgegriffen. Sie berichtet über den Bau der Titanic und beschreibt die luxuriöse Ausstattung. Sie betont auch, dass die Titanic zwar ein Luxusliner war, aber der Transport von Auswandern mehr als nur ein Nebengeschäft war. Auch die Kajüten der 3. Klasse waren im Vergleich zu anderen Passagierschiffen erstaunlich geräumig. Sie schreibt vom harten Konkurrenzkampf der Reedereien, der in nicht unerheblichem Maße auch zu Lasten der Sicherheit ging. Die Autorin zitiert aus Befragungen und Gerichtsprotokollen die Aussagen der Überlebenden, deckt Widersprüche und bisher für Außenstehende Unbekanntes auf und belegt damit die aus Haftungsgründen verschleierten Umstände des Schiffsuntergangs. Die Autorin lenkt aber auch die Gedanken des Lesers zu den Filmen, denen die Titanic-Katastrophe als Vorlage diente. So gibt es zum Beispiel einen Blick auf die Figur des Joseph (Jack) Dawson (in der Cameron-Verfilmung dargestellt von Leonado Dicaprio), der zwar auf keiner Passagierliste stand, für den es aber einen Grabstein in Halifax gibt. In einem Epilog, einer Einleitung und 17 Kapiteln lässt die Autorin den Leser selbst die Jungfernfahrt Revue passieren. Das Werk wird durch einen umfangreichen Anhang, der eine Zeittafel, umfangreiche Literatur-, Zitat- und Bildnachweise sowie ein Register umfasst, abgerundet. Aber auch die Gestaltung des Buches ist ausgesprochen gelungen. "Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden" ist ein Sachbuch mit durchaus kulturgeschichtlicher Bedeutung. Es ist aber so flüssig zu lesen, so spannend geschrieben, dass es einen Roman in nichts nachsteht. Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt.

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  • Leserunde zu "Der Klang des Pianos" von Elisabeth Büchle

    Der Klang des Pianos
    Arwen10

    Arwen10

    Ich freue mich, euch heute wieder zu einer Leserunde mit Elisabeth Büchle einladen zu können. Diesmal lesen wir das Buch "Der Klang des Pianos" Freundlicherweise stellt der Verlag wieder 5 Freieexemplare zur Verfügung. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag Gerth Medien. Nun habt ihr Zeit, euch bis zum 07. Mai 12 Uhr zu bewerben. Danach lose ich die Gewinner aus. Vorraussetzung ist wie immer die Teilnahme an der Leserunde und das Schreiben einer Rezension möglichst auch bei amazon und /oder bei einer anderen Verkaufsplattform. Leserundenstart: ca.15.Mai Bitte beantwortet mir auch die Frage, ob ihr andere Autoren von Gerth Medien kennt bzw. welche Autoren/Bücher ihr gerne mal in einer Leserunde lesen möchtet ? Dann könnte ich die evtl. in kommenden Leserunden anbieten. Hier die Homepage zum Stöbern: http://www.gerth.de/ Und darum geht es in dem Buch: Freiburg, 1912: Richard darf einen lukrativen Auftrag ausführen. Als Klavierbauer für die Firma Welte soll der junge Mann ein selbstspielendes Piano auf einem Luxusliner einbauen: der Titanic. In Irland trifft er auch die bezaubernde Norah wieder, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Die Stewardess soll sich um das Wohl der reichen Gäste auf dem Schiff kümmern. Doch mit einer gewagten Rettungsaktion im irischen Hafenviertel schafft sich Norah mächtige Feinde. Als finstere Ganoven hinter ihr her sind, versucht Richard, sie zu beschützen. Und als die Titanic schließlich aus Southampton ausläuft, blicken beide in eine ungewisse Zukunft ... Hier die Leseprobe und der Trailer zum Buch: http://www.gerth.de/index.php?id=201&sku=816663 Und Trailer Extra: https://www.youtube.com/watch?v=XLu9EE73s9c Wie gefällt euch der Trailer ?

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  • Rezension zu "Titanic" von Linda Maria Koldau

    Titanic
    Rukhi

    Rukhi

    25. March 2012 um 21:08

    "Die Opfer sind die Märtyrer, die Überlebenden die Heiligen, Lords Buch ist die Bibel, die historischen Orte sind Pilgerstätten - und das Wrack ist der nahezu unerreichbare Tempel." Die Titanic Katastrophe jährt sich diesen 15. April zum 100. Mal. 100 Jahre, und das Schiff, die Katastrophe und die Menschen ziehen immer noch so viel Aufmerksamkeit auf sich wie damals. Ein Beweis dafür ist das Buch "Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden" von Linda Maria Koldau. Es ist das erste Titanic Buch einer deutschen Autorin das ich gelesen habe, aber auf keinen Fall mein erstes Titanic Buch. Deswegen war ich auch mehr als überrascht, dass in diesem Buch doch noch einige Fakten vorkamen, die ich so noch nie gelesen hatte. Besonders interessant wird es, wenn es um die Schuldfrage geht. Schließlich denkt jeder, dass so viele Menschen gestorben sind, weil nicht genügend Rettungsboote an Bord der Titanic waren. Aber wäre denn wirklich die Zeit gewesen, alle Rettungsboote voll zu besetzen und abzulassen? Wenn ihr darüber mehr erfahren wollt, müsst ihr Frau Koldaus Buch zur Hand nehmen. Leider zitierte die Autorin aber auch viel von sehr bekannten Büchern, wie u. a. Lawrence Beesleys Augenzeugenberichten, was das Buch für alt eingelesene Titanic Faszinierte wie mich an manchen Stellen etwas langatmig machte. Dies ist jedoch aber auch der einzige Punkt, weswegen ich einen Stern abziehe. Linda Maria Koldau ist es gelungen, ein tolles "All-Round Werk" für Titanic Einsteiger zu schaffen. Sie schneidet alle wichtige Themen an und berichtet über alle Tatsachen aus allen denkbaren Blickwinkeln. Als deutsche ist sie dabei völlig unvoreingenommen, nicht so wie die diversen Bücher der Amerikaner oder Engländer die bei den jeweils anderen die Schuld suchen. Genau durch diese Unvoreingenommenheit erfährt man in "Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden" einiges, was man in anderen Büchern nicht findet. Frau Koldaus Schreibstill liest sich dabei sehr einfach und flüssig, was meiner Meinung nach bei einem Sachbuch sehr wichtig ist. Manchmal verliert man sich auch so tief in der Geschichte der Mannschaft und der Passagiere, dass man ganz vergisst dass man gerade ein Sachbuch in den Händen hält. Die vielen Abbildungen und Karten runden das ganze Werk dann auch noch ab, sodass ich wirklich jedem, der sich mit dem Mythos Titanic auseinandersetzen will, dieses Buch empfehlen würde.

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  • Rezension zu "Titanic" von Linda Maria Koldau

    Titanic
    verena83

    verena83

    20. March 2012 um 13:39

    Am 15. April 1912 kollidiert die Titanic mit einem Eisberg im Nordatlantik und sinkt anschließend in weniger als 3 Stunden. Nur ca. 700 der 2.200 Passagiere überleben das Unglück. Seit diesem Tag ist der Untergang der Titanic unvergessen, doch viele Legenden überdeckten mit den Jahren das wahre Geschehen rund um diese Schiffskatastrophe. Linda Maria Koldaus Tatsachenbericht über den Untergang schildert eindrucksvoll die letzten Tage und Stunden der Titanic und versucht der Wahrheit wieder ein Stückchen näher zu kommen. Mit großen Erwartungen habe ich “Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden” zu lesen begonnen und ich bin absolut nicht enttäuscht worden. Von der ersten Seite an war ich unglaublich gefesselt von der Geschichte rund um die Titanic … man erfährt einfach wahnsinnig viel über die Umstände, die schlussendlich zum Untergang des Luxusdampfers führen mussten. Eine Fülle an Hintergrundinformationen lassen diese Schiffskatastrophe in einem neuen Blickwinkel erscheinen und irgendwie hat man das Gefühl, dass durch das Eintreten mehrerer fataler, aber letztendlich unausweichlicher Gegebenheiten und Zusammenhänge das Schicksal der Titanic von vornherein besiegelt war. In keinster Weise trat darüber hinaus während des Lesens Langweile bei mir auf (nicht selbstverständlich… handelt es sich doch um ein Sachbuch, irgendwann bin ich früher oder später – außer in wirklich wenigen Ausnahmefällen – eigentlich immer gelangweilt)… im Gegenteil… ich war einfach fasziniert, interessiert und erstaunt. Linda Maria Koldau hat es tatsächlich geschafft, die letzten Stunden auf der Titanic wieder lebendig werden zu lassen und den Leser mitzunehmen auf eine eindrucksvolle, jedoch folgenschwere Reise. Auch unzählige Bilder von und rund um die Titanic sorgen für Abwechslung und Erstaunen. Ich bin einfach begeistert von diesem Buch und habe nun wirklich Lust noch mehr Bücher über den Mythos Titanic zu lesen (glücklicherweise warten sogar noch drei solcher Bücher bei mir aufs Gelesen werden… hoffentlich können sie mich ebenso in ihren Bann ziehen). Alles in allem fällt mir zu “Titanic: Das Schiff, der Untergang, die Legenden” absolut nichts Negatives ein und somit vergebe ich an dieses Buch auch 5 von 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Titanic" von Linda Maria Koldau

    Titanic
    Sophia!

    Sophia!

    09. March 2012 um 12:22

    Der Untergang eines Traumes - Nearer, My God, to Thee - „Die Titanic verkörpert das Selbstbewusstsein einer fortschrittsgläubigen, optimistischen westlichen Gesellschaft. Ein Schiff als Symbol für die Gesellschaft seiner Zeit – sein Untergang ein Fingerzeig Gottes?“ _ Olympic, Titanic, Gigantic! Die Namen der drei Schwesternschiffe der White Star Line sollten symbolisch für Macht, Größe und Erhabenheit stehen: Verblüffende Meisterwerke menschlicher Architektur, überzeugend durch modernste Technik. Auch in Hinblick auf die Innenausstattung waren die Schiffe, insbesondere die Titanic, ein wahr gewordener Traum. Es wurden nur die besten Materialien mitsamt einer Fülle an Kostbarkeiten verschiedener Länder verwendet: Samt, Seide, Bronze, Brokat, Kristall, Perlmutt, Marmor,... Das Innere der Titanic zieren Kunststile der berühmtesten Epochen der Menschheitsgeschichte, wie etwa französisches Rokoko, italienische Renaissance, gregorianischer Klassizismus oder der wundervolle Jugendstil. Ziel war es, dass sich der Glanz des Schiffes in den Juwelen der Damen spiegelt. Dieser Traum schien sich zu erfüllen, bis zu jenen Morgenstunden des 15. Aprils 1912. _ Eine Tragödie unsagbaren Ausmaßes! Eine Legende bis heute! Und das zurecht! _ Wie kein anderes Schiff ging von der Titanic schon kurz nach ihrem tragischen Untergang eine Welle der Faszination aus, die sich bis heute halten konnte. Das Schiff ist zu einem kollektiven Symbol für zerstörte Hoffnungen und Träume, die Lebensziele einer ganzen Epoche geworden. Linda Maria Koldau vergleicht den entstandenen Titanic-Mythos mit der Dimension religiöser Verehrung: „Die Opfer sind die Märtyrer, die Überlebenden die Heiligen, Lords Buch die Bibel, die historischen Orte sind Pilgerstätten – und das Wrack ist der nahezu unerreichbare Tempel.“ Doch wie ist dieser derart elektrisierende Mythos entstanden? Wie kam es zu all den Legenden? Man denke an die Musiker, den Prediger, die unsinkbare Molly, die Heldenhaftigkeit des Kapitän, die Verweigerung der Rettung durch naheliegende Schiffe, … Was ist Wahrheit? Was Fiktion? Die Autorin dieses Buches setzt sich auf fast schon wissenschaftlicher Basis mit dem Passagierschiff auseinander. Sie hält sich an Daten, Fakten, Belege, Zeugenaussagen, Gerichtsprotokolle, Konstruktionspläne und präsentiert ihren Lesern eine Zusammenstellung puren Wissens rund um das eindrucksvolle Schiff. Kritisch reflektiert sie zudem entstandene Literatur und Filmereignisse wie etwa James Camerons Welterfolg. So erfährt man z.B. einiges über den Passagier Joseph Dawson , das letzte gespielte Lied und Vorbild-Statuen für die berühmteste Szene des Films. Ebenso erhält man Einblicke in die Denkweise der Offiziere und des Kapitäns. Sehr lesenswert ist außerdem die Auseinandersetzung mit dem damaligen Klassendenken. Passend zur Titanic ist die Aufmachung des Buches: Ein edles Hardcover in Weiß mit einer goldenen Schrift am Rand. Sehr schön! _ Fazit: Die Titanic ist ein Stück Geschichte. Eine Geschichte einer Generation, eines Traumes und einer tragischen Desillusionierung. Zum bevorstehenden 100. Jahrestag sollten wir des tragischen Niedergangs menschlicher Hoffnungen und menschlichen Lebens erneut bewusst werden. Unglückliche Verquickungen führten zum Untergang. Doch der Mythos lebt! Ich liebe die Titanic und ich liebe dieses Buch! Dieser Titel ist einer der besten des derzeitigen Marktes! Eigentlich ein Muss für jeden Bücherschrank!

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  • Rezension zu "Titanic" von Linda Maria Koldau

    Titanic
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    25. February 2012 um 19:55

    Ein Sachbuch, was kein Sachbuch ist. Literatwo startet mit dem Werk von Linda Maria Koldau den Titanic-Buchbericht-Auftakt. Damals im Jahre 1912, als ein einzelner Eisberg es vermochte, das Vertrauen der Menschheit in den technischen Fortschritt zu erschüttern. Vermag die Geschichte der Titanic uns heute auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen? Vermag sie es, nach 100 Jahren unsere Augen zu öffnen und ein stückweit illusionsloser auf unsere moderne Technik zu blicken? Und zwar genau in den Moment hineinzuschauen, in dem diese versagt oder zum Versagen gebracht wird… Die komplette Rezension ist bei Mr. Rail zu lesen und Bilder zum Bericht gibt es hier: http://literatwo.wordpress.com/2012/02/24/titanic-von-linda-maria-koldau-oder-warum-ein-sachbuch-keine-sache-ist/

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  • Rezension zu "Titanic" von Linda Maria Koldau

    Titanic
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    24. February 2012 um 17:01

    Eine Katastrophe ist keine Sache – ein Traum ist keine Sache – Leid ist keine Sache und Schicksal ist keine Sache. Dieses Buch mag ein Sachbuch sein – aber es ist keine Sache… es lebt… Vermag die Geschichte der Titanic uns heute auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen? Vermag sie es, nach 100 Jahren unsere Augen zu öffnen und ein stückweit illusionsloser auf unsere moderne Technik zu blicken? Und zwar genau in den Moment hineinzuschauen, in dem diese versagt oder zum Versagen gebracht wird… Linda Maria Koldau sagt „JA“! Sie schlägt in ihrem Buch “Titanic – Das Schiff – Der Untergang – Die Legenden“ (C.H. Beck 2012) eine Brücke von der Brücke der Titanic bis zu den Brückenköpfen, die jene Katastrophe in unserem kollektiven Gedächtnis geschlagen hat. Wie lange können wir dem vertrauen, was wir selbst erschaffen haben und wie laut sind unsere eigenen Klagerufe, wenn wir wieder einmal an den Grenzen unserer Fähigkeiten angelangt sind – oder diese schon längst überschritten haben? Koldau holt weit aus. Vom Wettlauf um die schnellste Atlantiküberquerung bis zu den technischen Möglichkeiten des aufstrebenden 20. Jahrhunderts. Vom Stapellauf über die Hoffnungen und Träume der Passagiere aller Klassen bis hin zur Katastrophe und den Auswirkungen bis in unsere, ach so moderne Zeit. Nichts lässt sie unbeleuchtet – keine offene Frage bleibt ohne Antwort und doch gelingt es ihr eindringlich in der Darstellung ihrer Fakten ein berührendes und greifbares Buch zu schreiben, das nicht durch altbekannte neu präsentierte Fakten besticht. Jede Seite ihres Buches lässt uns in die heutige Zeit blicken. Wenn sie vom unternehmerischen Wagnis einer Reederei und der Inkaufnahme von Risken schreibt, dann sehen wir die Costa Concordia vor unseren Augen. Wenn sie von einer Verkettung unglücklicher Zufälle und von menschlicher Panik spricht, dann sehen wir Bilder von Großveranstaltungen vor unseren Augen, die ebenso wenig beherrschbar und sicher sind, wie es die Massenevakuierung eines Schiffes seit jeher war. Und wenn sie von der Romantisierung des Grauens spricht, dann sehen wir Camerons Titanic-Film vor unseren Augen ablaufen und müssen innehalten um darüber nachzudenken, was dieser Film eigentlich in uns ausgelöst hat. Koldau betrachtet alle Facetten der Katastrophe und bewertet hierbei auch die Stilblüten, die sich bis in unsere Zeit gerettet haben. Die Autorin präsentiert ein brandaktuelles Buch zum 100. Jahrestag der Katastrophe. Sie wirft einen geschulten Blick hinter die Kulissen des Dramas und lässt uns teilhaben an dieser präzisen und gehaltvollen Collage, die zu berühren und zu warnen vermag. Ihr Blick auf die menschlichen Schicksale an Bord ist eindringlich, einfühlsam und zum ersten Mal hat sie mir bewusst gemacht, dass man seit jeher lediglich die Dramen der Ersten und Dritten Klasse in den Mittelpunkt gestellt hat. Der Unterschied vom Millionär zum armen Auswanderer war wohl zu faszinierend. Koldau zeigt, wie wenig wir von den 285 Passagieren der Zweiten Klasse wissen. Es war eine Katastrophe der Extreme – die Mittelklasse fand da keinen Platz. Das Drama selbst jedoch hat sich tief verankert. Schon bei der nächsten – absolut überraschenden – Katastrophe werden wir uns wieder erinnern. Wir werden ständig an sie denken: An die Titanic, das Schiff der Träume, das schwimmende Paradies und das Symbol für die Bezwingbarkeit der Elemente. Und wieder und wieder werden wir den Eindruck nicht los, dass wir aus diesem Drama nichts gelernt haben. Aktueller kann ein Sachbuch nicht sein und wenn die Sachlichkeit so beseelt ist, wie in diesem Werk, dann berührt es seine Leser. Auftakt zur Artikelserie über die Titanic-Katastrophe auf Literatwo: http://literatwo.wordpress.com/2012/02/24/titanic-von-linda-maria-koldau-oder-warum-ein-sachbuch-keine-sache-ist/

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