Linda Winterberg Das Haus der verlorenen Kinder

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Inhaltsangabe zu „Das Haus der verlorenen Kinder“ von Linda Winterberg

Nimmt man einer Mutter ihr Kind … Norwegen, 1942: In dem kriegsgebeutelten Land verlieben sich Lisbet und ihre Freundin Oda in die falschen Männer – in deutsche Besatzungssoldaten. Die verbotene Liebe fordert einen hohen Preis, und die beiden Frauen drohen alles zu verlieren: ihre Familien, ihre Geliebten – und die Kinder, die sie erwarten. Nach der Geburt werden sie ihnen von den Deutschen genommen. Erst lange Zeit später, als die junge Deutsche Marie in Wiesbaden einer besonderen alten Dame namens Betty begegnet, findet sich ihre Spur. Eine dramatische Geschichte um zwei junge Frauen in Norwegen im Zweiten Weltkrieg, deren Schicksal bis in die Gegenwart reicht Mit einem Nachwort und einem Anhang zu den historischen Hintergründen

Spannendes und fesselndes Thema

— Sturmhoehe88
Sturmhoehe88

4,5 Sterne von mir :) manchmal zieht es sich ein wenig, aber das Thema ist interessant und spannend !!!

— noita
noita

Pageturner - einfach nur genial

— katikatharinenhof
katikatharinenhof

Einfach verschlungen – wunderbar

— Rebecca1120
Rebecca1120

beklemmendes Thema ganz gut umgesetzt sehr interessanter Hintergrund

— sabrinchen
sabrinchen

Emotionaler historischer Hintergrund, der sehr berührend behandelt wird. Allerdings hat die Handlung der Gegenwart so ihre Schwächen...

— Mary-and-Jocasta
Mary-and-Jocasta

Mitreißende Geschichte! Schon wegen des geschichtlichen Hintergrundes sehr lesenswert!

— une_fleur
une_fleur

Ein Roman um Kinder von deutschen Besatzungssoldaten, die ihre Identität suchen und deren Mütter, die für ihre Liebe teuer bezahlt haben ...

— makama
makama

Lesenswerte emotionale Familiengeschichte mit geschichtlichem Hintergrund.

— nati51
nati51

Ein bewegender Roman um ein relativ unbekanntes Thema zur Zeit des 2. Weltkriegs

— Klusi
Klusi

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  • Das Haus der Verlorenen Kinder

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Sturmhoehe88

    Sturmhoehe88

    20. July 2017 um 20:55

    Inhaltsangabe zu „Das Haus der verlorenen Kinder“ von Linda Winterberg Nimmt man einer Mutter ihr Kind … Norwegen, 1942: In dem kriegsgebeutelten Land verlieben sich Lisbet und ihre Freundin Oda in die falschen Männer – in deutsche Besatzungssoldaten. Die verbotene Liebe fordert einen hohen Preis, und die beiden Frauen drohen alles zu verlieren: ihre Familien, ihre Geliebten – und die Kinder, die sie erwarten. Nach der Geburt werden sie ihnen von den Deutschen genommen. Erst lange Zeit später, als die junge Deutsche Marie in Wiesbaden einer besonderen alten Dame namens Betty begegnet, findet sich ihre Spur. Eine dramatische Geschichte um zwei junge Frauen in Norwegen im Zweiten Weltkrieg, deren Schicksal bis in die Gegenwart reicht Mit einem Nachwort und einem Anhang zu den historischen Hintergründen Meine Meinung Das Buch hat mich seht bewegt zugleich auch gefesselt. Durch die verworbenheit der beiden Jahre, ist die Story kurzweilig, doch durch das Thema sehr gestärkt. Inhaltlich geht es um die Lebensborn ideologie der Nazis, was ein sehr schreckliches Konzept ist. Ich finde dieses Konzept herzlos, Menschenverachtend, was aber durch die stimmige art der Erzählung und der Charaktere irgendwie wett gemacht wird. Der Schreibstil ist sehr angenehm und der einstieg recht leicht. Der Inhalt ist ein sehr gewagtes jedoch nicht aus der Luft gegriffenes Thema. Von mir eine Leseempfehlung! 5/5 Sterne

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  • Toller Roman über die traurige Lebensborn-Vergangenheit des NS-Regimes

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Silkchen2909

    Silkchen2909

    07. July 2017 um 09:28

    Während sich im Winter 1941 die besten Freundinnen Lisbet und Oda in deutsche Besatzungssoldaten verlieben und damit ihr beschauliches Leben an der norwegischen Küste in Gefahr bringen, freundet sich die junge Marie im Jahr 2005 in einem Altenheim mit der geheimnisvollen Betty an. Diese beiden Begebenheiten gehören eng zusammen, auch wenn das niemand ahnt. Lisbet und Oda werden beide ungewollt schwanger von den deutschen Soldaten und werden daraufhin von den deutschen Besatzern in sogenannten Lebensborn-Heimen untergebracht. Doch diese Heime bedeuten nicht das große Glück für die Freundinnen, sondern machen ihre ohnehin schon aus den Fugen geratenen Leben zur Hölle, die sich erst 60 Jahre später zumindest teilweise zum Guten wenden wird.   Das Buch hat mich gefesselt. Die beiden Zeitebenen, 1941 und 2005, sind organisch miteinander verwoben und machen die Lektüre kurzweilig. Das Thema ist, das gebe ich ehrlich zu, nichts für zart besaitete Leser. Denn die Lebensborn-Ideologie der Nazis ist ein schreckliches Konzept, menschenverachtend und herzlos. Doch die Art der Erzählung, liebevoll und mit stimmigen Charakteren, macht es wieder wett. Besonders erschreckend war für mich, dass es die Orte, an denen die Handlung spielt, wirklich gegeben hat – sowohl die Heime in Norwegen und Wiesbaden wie auch den Heimatort der Protagonistinnen. Das macht die Geschichte und die Gefühle noch fassbarer und gleichzeitig unfassbar.   Ich habe noch einige Tage über die Geschichte nachdenken müssen und wünsche allen real betroffenen Frieden.

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  • Das Haus der verlorenen Kinder

    Das Haus der verlorenen Kinder
    noita

    noita

    05. July 2017 um 13:17

    Ganz ehrlich : ich habe noch nie etwas von "Deutschenkindern" gehört :( Somit war das Thema für mich sehr spannend und ich fand es auch sehr gut in eine Geschichte verpackt. Manches war ein wenig zuuuu ausführlich beschrieben und somit zog es sich ein wenig, aber ansonsten sehr spannend. Zum Schluss hätte ich mir noch mehr Infos über Erich gewünscht. Das kam ein wenig zu kurz in meinen Augen.   4,5 Sternchen

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  • Pageturner - einfach nur genial

    Das Haus der verlorenen Kinder
    katikatharinenhof

    katikatharinenhof

    18. June 2017 um 06:55

    Norwegen, 1941 - Oda und Lisbeth sind beste Freundinnen und verlieben sich...in deutsche Soldaten. Dass diese Verbindungen als "verboten" gelten, liegt auf der Hand.Als dann auch noch diese Liebe ihren bitteren Preis fordert, nimmt das dramatische Schicksal seinen Lauf...Dies ist mein erstes Buch von Linda Winterberg und ich bin hellauf begeistert. Der Schreibstil hat mich von der ersten Seite an förmlich mitgerissen, die Charaktere sind bildhaft und lebensnah dargestellt. Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges wird eine wirklich dramatische Geschichte erzählt, die von dem lebedingen Schreibstil der Autorin geprägt ist. Die Erzählstränge sind geschickt miteinander verknüpft und in meinen Augen sehr glaubwürdig geschildert. Die Geschichte hätte zur damaligen Zeit tatsächlich so passieren können.Auch wird hier der Hintergrund der sog "Lebensbornvereine" beleuchtet, was auf eine saubere Recherche schließen lässt.Vieles bleibt zwar im Nebel verborgen, muss aber nicht näher erläutert werden - das hätte die Geschichte nur künstlich in die Länge gezogen.Fazit: Perfekte Umsetzung einer der dunkelsten Kapitel in der jüngeren Zeitgeschichte - absolute Leseempfehlung !!Ich bedanke mich bei NetGalley für die kostenfreie Bereitstellung dieses Rezi-Exemplares

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  • Einfach verschlungen – wunderbar

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Rebecca1120

    Rebecca1120

    16. June 2017 um 15:52

    Mich hat die Kurzbeschreibung zu diesem Buch neugierig gemacht, da auch mein Opa während des 2. Weltkrieges in Norwegen stationiert war. Obwohl ich von dieser Autorin bisher noch kein Buch gelesen habe, bin ich von ihr hellauf begeistert. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Betty, die ältere Dame aus dem Heim in Wiesbaden muss man einfach lieben, so pfiffig und eigenwillig wie sie ist. Wenn man bedenkt was diese Frau in ihrem Leben alles mitgemacht hat, kann ich mich nur wundern, dass sie ihren Lebensmut nicht verloren hat. Ihre traurige Geschichte, die zerbrochene Freundschaft zu Oda, die Zeit im Lebensborn, die Anfeindung als Deutschenmädchen in Norwegen, die lebenslange Suche nach ihrer Tochter Lieselotte, das ist wunderbar ergreifend geschrieben. Ja die die Autorin schreibt unheimlich einfühlsam. Z.B: hat mich der Satz als Betty die Trennung von Oda beschreibt >“Sie hat unser Glück mit sich genommen und niemals wieder zurückgebracht.“< unheimlich berührt.Dieses Buch ist ein MUSS für alle, die gerne Schicksalsromane lesen und sich deutsche Geschichte interessieren. Von mir gibt’s 5 Lesesterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

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  • Wie lang bleibt deine Liebe?

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Mary-and-Jocasta

    Mary-and-Jocasta

    25. February 2017 um 13:04

    Norwegen, 1941: In dem kriegsgebeutelten Land verlieben sich Lisbet und ihre Freundin Oda in die falschen Männer – in deutsche Soldaten. Ihre verbotene Liebe fordert einen hohen Preis, und die beiden jungen Frauen verlieren alles, was ihnen lieb ist. Ausgerechnet bei den deutschen Besatzern scheinen sie Hilfe zu finden. Doch beide ahnen nicht, worauf sie sich einlassen… An der Seite der jungen Marie, die auf der Suche nach ihrer Vergangenheit über Lisbets Geschichte stolpert, begibt man sich zurück in die Zeit des zweiten Weltkrieges. Dabei wird die gut recherchierte und eher unbekannte Thematik des nationalsozialistischen „Lebensborn-Projekts“ und das schwere Schicksal der „Deutschenmädchen“ anhand eines berührenden Einzelschicksals erzählt. Die Idee hinter dieser Geschichte ist längst nichts Neues – ein besonderes Familienschicksal, verlorene Verwandte und eine Suche, die bis in die Gegenwart andauert – jedoch ist es auch genau diese Art von Geschichte, die mich jedes Mal aufs Neue zum Lesen bringt. Einer geheimen Familiengeschichte konnte ich eben noch nie widerstehen… Jetzt aber zu den Charakteren, die mich doch etwas zwiespältig zurücklassen. Die Charaktere der Vergangenheit rund um Lisbet waren wirklich schön ausgearbeitet und haben mir alle sehr gut gefallen. Besonders mit Lisbet, die trotz aller Schwierigkeiten für ihre Liebe und ihr Kind kämpft, habe ich mitgefiebert, wobei die Verbindung zwischen ihr und Betty eigentlich von Anfang an offensichtlich war. Auch die Freundschaft zwischen ihr und Oda fand ich sehr berührend. Marie hingegen... Weiterlesen?

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  • "TYSKERBARNA"

    Das Haus der verlorenen Kinder
    makama

    makama

    17. September 2016 um 14:32

    Norwegen 1941 --- das Land ist besetzt - von Nazi-Deutschland.Die Bevölkerung ist auf die Besatzer nicht gut zu sprechen....doch die Liebe geht ihre eigenen Wege.So geht es auch Lisbet und Oda. Sie verlieben sich in die falschen Männer.   Das bleibt nicht ohne Folgen, beide werden schwanger. Doch was nun....    die Freunde werden an die Ostfront versetzt, von der Famile werden sie verstoßen. Hilfe finden sie ausgerechnet beim LEBENSBORNVEREIN, einer Organisation der SS,  - natürlich nicht uneigennützig. Deutschland braucht erbgesunden arischen Nachwuchs....Die KInder kommen zur Welt und die Mütter leben mit ihnen in einer Art Mutter-Kind-Heim.Doch es dauert nicht lange, da wird Lisbet von ihrer kleinen Tochter getrennt........Wird sie das Mädchen je wiedersehen.....Für Oda ist noch schwieriger, sie ist samischstämmig und gilt daher als minderwertig......In einem zweiten Erzählstrang  (2005) geht es um die junge Marie, sie ist auf der Suche nach ihrer Identität in einem Seniorenheim in Wiesbaden gelandet.Ihre Eltern sind verunglückt, als sie noch ganz klein war und es gibt kaum Unterlagen über sie .....Ein altes Foto hat sie dann Wiesbaden  geführt...Und dann ist da noch ein altes Tagebuch, das in einer fremden Sprache geschrieben ist, und dass auf geheimnisvolle Weise in ihren Besitz gekommen ist.... Plötzlich ist es weg. Wer hat es genommen?Im Heim lebt Betty ein rüstige alte Dame in den 80igern....Die beiden freunden sich an....und finden die Spur der verlorenen Kindern....Fazit:Dieses Buch ist ein Roman..... aber ähnliche Schicksale gab es tausendfach in den 40er Jahren in Norwegen.....Die Mütter dieser Kinder wurden verachtet und diskriminiert, ihren Kindern ( falls sie die denn behalten durften) den "TYSKERBARNEN" ging es nicht besser.....Erst viele Jahre später hat sich der norwegische Staat für diese Diskreminierung entschuldigt.....Und die adoptierten Kinder bekamen in Deutschland erhielten gefälschte Geburtsurkunden..... und wussten nichtwer sie eigentlich waren.Dieses Buch behandelt ein trauriges Kapitel deutsch-norwegischer Geschichte und ist sehr gut recherchiert.Einfühlsam erzählt es die Geschichte der beiden Mädchen.Mir hat es sehr gut gefallen und ich vergebe volle 5 Sterne

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  • Tyskerbarna

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Klusi

    Klusi

    12. September 2016 um 10:49

    Die junge Waise Maria arbeitet in Wiesbaden im Haus Sonnenschein, einem Seniorenheim. Dort lernt sie Betty kennen, eine recht eigenwillige alte Dame, die im Heim lebt. Trotz des großen Altersunterschieds freunden sich die beiden Frauen an. Marie spürt, dass die Schatten der Vergangenheit die alte Dame belasten und sie immer wieder einholen. Sie selbst ist auf der Suche nach ihren Wurzeln. Ihre Eltern hat sie früh verloren und wuchs im Heim auf. Über ihre Vorfahren weiß Marie so gut wie nichts. Mit Hilfe eines alten Tagebuchs kommt sie schicksalsschweren Ereignissen von damals auf die Spur, die ihr ganzes Leben verändern.Die Handlung um Maria und Betty spielt in der Gegenwart, aber eigentlich ist es ein historischer Roman, denn die Rückblicke nehmen einen sehr großen Raum im Buch ein und führen nach Norwegen, ins Jahr 1941. Damals, zu Kriegszeiten, wurden in dem kleinen Fischerort Loshavn deutsche Soldaten stationiert. Die Freundinnen Lisbet und Oda haben viel gemeinsam, denn sie verlieben sich beide in einen jungen Deutschen. Die Familien reagieren mit Ablehnung und Unverständnis, und so verlassen Lisbet und Oda ihre Heimat, um bei ihren Geliebten zu sein. Als beide Männer an die Ostfront versetzt werden, lassen sie zwei verzweifelte Frauen zurück, denn beide Freundinnen sind schwanger. Sie finden Aufnahme und Hilfe bei den deutschen Besatzern und können in dem „Kriegsmütterheim“ Hurdal Verk ihre Kinder zur Welt bringen. Wie es für die Mütter und ihre Kinder weitergehen soll, ist ungewiss, denn der Traum, den geliebten Mann wieder zu treffen und heiraten zu können, scheint sich für beide Freundinnen nicht zu erfüllen.In diesem bewegenden Roman behandelt die Autorin ein Thema, über das ich bisher noch nichts wusste, denn es geht um den Lebensbornverein, eine nationalsozialistische Organisation, die es sich zum Ziel setzte, die „nordische (arische) Rasse“ zu bewahren. Daher wurden die Verbindungen zwischen deutschen Soldaten und norwegischen Frauen begrüßt, denn die aus diesen Liebschaften entstehenden Kinder entsprachen den damaligen Vorstellungen des NS-Regimes von „Rassenreinheit“. Die Frauen der indigenen nordischen Völker, der Samen, fielen nicht unter diesen Status. Sie wurden auch anders behandelt, denn für die Ideologie und das Projekt „Lebensborn“ waren sie nicht von Nutzen. Die Autorin hat unglaublich aufwändig und ausführlich für diesen Roman recherchiert, das merkt man an dem umfassenden Wissen, das hinter der Geschichte steckt. Auf zwei Zeitebenen beschreibt Linda Winterberg die tragischen Ereignisse und Schicksale dieser Zeit, und sie schlägt einen Bogen zur Gegenwart, denn die Nachkommen der damaligen Opfer suchen auch heute noch nach Antworten auf ihre zahlreichen Zweifel und Fragen. Vieles wird im Nebel der Vergangenheit verborgen bleiben und sich nicht mehr klären lassen, aber ich finde es gut und wichtig, durch diesen Roman etwas über das mir bisher unbekannte Thema zu erfahren. Die Autorin hat die realen historischen Fakten gekonnt und einfühlsam in diese berührende Geschichte eingeflochten und einen fesselnden und beeindruckenden Roman daraus entstehen lassen. Mich hat das Thema nachhaltig und weit über die Handlung hinaus beschäftigt, und das Schicksal dieser Frauen und ihrer Tyskerbarna („Deutschenkinder“) wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, nur ging mir am Ende alles ein wenig zu schnell, und es blieben für mich einige Fragen offen, was ich sehr schade fand.

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  • Das Haus der verlorenen Kinder

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Booky-72

    Booky-72

    09. August 2016 um 11:20

    Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs verlieben sich die beiden norwegischen Mädchen Lisbet und Oda in deutsche Soldaten, das wird natürlich nicht gern gesehen. Wenn so eine Beziehung bekannt wird, werden die betreffenden Mädchen nicht nur von ihrem Umfeld verspottet und ausgegrenzt, auch von ihren Familien werden die sogenannten „Deutschenmädchen“ verstoßen. Ganz besonders schlimm wird es für sie, wenn sie von den deutschen Soldaten ein Kind bekommen. In der Gegenwart handelt die Geschichte von Marie, die unter spannenden Umständen auf ihre Großmutter trifft und endlich mehr von ihrer eigenen Geschichte erfahren wird. Sehr emotionale Familiengeschichte mit intensivem geschichtlichen Hintergrund, der von der Autorin gut recherchiert und eingebracht wurde. Der flüssige Schreibstil macht das doch sehr umfangreiche Werk zu einem großen Lesevergnügen. Zu einem "sehr empfehlenswert" gebe ich 4 Sterne.

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  • Kriegsdrama mit Liebesgeschichte

    Das Haus der verlorenen Kinder
    HEIDIZ

    HEIDIZ

    29. July 2016 um 11:16

    ·  Taschenbuch: 512 Seiten ·  Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (18. April 2016) ·  Sprache: Deutsch ·  ISBN-10: 374663220X ·  ISBN-13: 978-3746632209 ·  Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 3,5 x 20,5 cm PREIS: 12,99 Euro   Wir befinden uns im Jahr 1941 in Norwegen. Zwei Männer Oda und Lisbet .... Die beiden jungen Frauen sind Freundinnen und verlieben sich - in die Falschen !!!   Norwegen befindet sich im Krieg und die Männer sind deutsche Soldaten. Die Liebe ist verboten und fordert ihren Preis.   Die Geschichte geht bis in die Gegenwart und ist einfach genial konstruiert. Es ist so, dass schlussendlich die Frauen für ihre Liebe alles verlieren, durchs Feuer gehen und bei den Besatzern Unterschlupf finden, dann aber wird Lisbet von ihrer Tochter getrennt und sucht sie .... Sie findet eine Spur in Deutschland ....   Mehr möchte ich nicht verraten. Dieses Buch erzählt eine Geschichte, die so oder ähnlich gut und gern damals passiert sein kann. Die Autorin erzählt sie auch so bildhaft und lebendig, dass man meint, dass alles genau so passiert sein muss. Glaubwürdig - eigentlich Wahnsinn, aber doch zu damaligen Zeit gut möglich ....   Dramatik pur kann man sagen. Schicksalhaft und doch auch schön .... Die Charaktere sind sehr bildhaft beschrieben und die Szenen - die gesamte Handlung ist flüssig, lebendig und detailliert geschildert. Dennoch gibt es keine langwierigen Szenen, die in die Länge gezogen wirken, vielmehr ist komplett Spannung vorhanden, sodass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Alles zusammen genommen ist diese Geschichte wundervoll zu lesen - vor dem historischen Hintergrund des zweiten Weltkriegs eine Liebesgeschichte und die zweier Frauen, der Mutterliebe und der Liebe zu einem Mann überhaupt - glaubwürdig konstruiert und nachvollziehbar.   Einmalig schön und doch auch traurig machend und nachdenklich.   Leseprobe: ======== Ab diesem Tag war sie wie betäubt gewesen. Die Erkenntnis, vollkommen allein auf der Welt zu sein, hatte sie wie ein Schlag getroffen. Niemand würde ihr beistehen und sie halten, wenn endgültig alles zusammenbrechen würde. Oder war es das bereits? Selbst die Welt hinter dem Hügel, ihr geliebter Schärengarten und die weißen Häuser würden sie nicht auffangen. ...

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  • Interessantes Thema - leider enttäuschend in der Umsetzung

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Tammy1982

    Tammy1982

    28. July 2016 um 13:36

    Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin in diesem Buch die Geschichte der sogenannten "Deutschenmädchen" in Norwegen. Bis zur Lektüre von diesem Buch hatte ich von den "Deutschenmädchen" noch nie gehört und war sehr gespannt darauf in die düstere Geschichte Norwegens und des deutschen Reiches zu Zeiten des 2. Weltkrieges einzutauchen.Dabei lernt der Leser zum einen in der Gegenwart Marie kennen, die auf der Suche nach ihren Wurzeln ist und sich irgendwie nirgends richtig zu Hause fühlt und in der älteren Betty eine Seelenverwandte findet. Parallel dazu verfolgt man das Leben von Lilly und Olga in Norwegen zu Zeiten des 2. Weltkrieges und erlebt mit, wie sie sich in deutsche Soldaten verlieben und damit das Unglück seinen Lauf nimmt.Büchern, die auf zwei Zeitebenen spielen, kann ich eigentlich nie widerstehen und oft kann ich mich auch gar nicht entscheiden, welchen Erzählstrang ich lieber mag. In diesem Buch lag meine Präferenz klar auf dem Strang in der Vergangenheit, da der mich richtig fesseln konnte und ich da auch das Gefühl hatte, dass die Handlung vorankommt und wirklich etwas passiert. Die Geschichte in der Gegenwart ist leider voller Handlungen, die zu keinem Ziel führen, seitenlangen Erklärungen und Wiederholungen von Essverhalten und Vorlieben irgendwelcher Nebenfiguren, die überhaupt keine tragende Rolle mehr bekommen und versucht schließlich Spannung aufzubauen, die dann genauso plötzlich einfach in sich zusammenfällt.Mit Lilly und Olga in der Vergangenheit konnte ich sehr gut mitfiebern und mitleiden und war über die Tragik, die über ihr Leben hereinbricht, wirklich sehr erschüttert. Gerade auch die Form von zum Teil Tagebucheinträgen von Lilly, haben mir das Lesen wirklich sehr spannend und angenehm gemacht. Zu Marie in der Gegenwart und auch zu Betty konnte ich irgendwie gar keine Beziehung aufbauen und die Einführung einiger Nebenfiguren habe ich überhaupt gar nicht verstanden. Sie wurden zwar mit ihren Schwächen und Macken ausführlich erklärt, hatten aber zum Teil gar keinen richtigen Beitrag zur Handlung.Die Geschichte der "Deutschenmädchen" aufzugreifen und in einem Roman zu verarbeiten, finde ich sehr gut. Leider fehlen mir aber zu viele Dinge, die es meiner Meinung nach noch wert gewesen wären sie zu beschreiben. Natürlich ist es auch in der Realität so, dass vieles bis heute nicht richtig aufgeklärt wurde, aber was spricht dagegen das Leben von z. B. Lilly bis heute nachzuverfolgen und nicht einige Jahrzehnte einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Von daher muss ich leider sagen, dass das Buch für mich nicht das gehalten hat, was ich mir versprochen hatte und mich leider enttäuscht zurück gelassen hat. Offene Enden sind ok, aber hier ist mir einfach zu viel offen geblieben und dafür viele Dinge lang und breit ausgefächert worden, die nichts zur Handlung beigetragen haben und auch gar nicht notwendig waren.Für die interessanten Einblicke in die norwegische Vergangenheit und einem guten Einblick in die Vergangenheit vergebe ich daher 2 von 5 Punkten.

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    • 2
  • Zwei Zeitstränge, einen Geschichte

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Schmusekatze69

    Schmusekatze69

    19. July 2016 um 08:58

    Diese Geschichte spielt in zwei Zeitsträngen.Deutschland 2005 : Marie, eine Weise, hat ihr Leben umgekrempelt und arbeitet jetzt in einem Altersheim in Wiesbaden.Hier lernt sie Betty, eine 84jährige alte Heimbewohnerin kennen, mit der sie sich richtig gut anfreundet. Man hat das Gefühl, es gibt ein unsichtbares band zwischen ihnen.Ihr Weg hat sie hierhergeführt, weil sie mehr über ihre Mutter erfahren will. Der einzige Anhaltspunkt ist ein altes Bild von dem Altersheim, was damals keins war. Damals war es ein Kinderheim, vom Lebensborn. Was hat das mit ihrer Mutter zu tun??Niemand kann ihr so recht weiterhelfen, außer eine Kollegin, die einen entschiedenen Hinweis geben kann.Norwegen 1941 : In einem kleinen Dorf, direkt am Meer, sind Lisbeth und ihre beste Freundin Oda aufgewachsen. Beide sind unzertrennlich, solange bis die deutschen ins Dorf kommen. Beide verlieben sich, verbotener Weise. Sie verlassen das Dorf und beginnen ihr Leben in der Stadt, denn als Frauen von Deutschen Soldaten sind sie von ihren Familien verstoßen worden.Leider beeinflusst das auch ihre Freundschaft.Eine Geschichte, die sehr spannend und gefühlvoll ist. Als Leser hat man das Gefühl dabei zu sein. Man ahnt schnell, das beide Zeitstränge zusammengehören, aber wie genau, löst sich erst am Ende.Ein Buch, was man kaum aus der Hand legen kann. Es wird nie langweilig und Linde Winterberg hat es geschafft das Leben von Lisbeth , Oda und Marie sehr gefühlvoll rüberzubringen.Was geschah mit Oda? Warum wurden die Frauen verstoßen? Fragen, die geklärt werden und zum Nachdenken anregen.Seit langem habe ich nicht so ein ergreifendes Buch gelesen, über das ich immer wieder nachdenke.

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  • Verliebt in den Feind

    Das Haus der verlorenen Kinder
    Saphir610

    Saphir610

    18. July 2016 um 21:52

    Lisbet und ihre Freundin Oda führen ein ruhiges Leben an der Küste Norwegens, den Schärengarten vor der Tür. Auch der zweite Weltkrieg ist zwar Thema in dem kleinen Dorf, aber dann werden junge deutsche Soldaten auch dort einquartiert. Oda und Lisbet verlieben sich, gehen unterschiedliche Wege und verlieren viel. Lisbet wird ihre Tochter genommen. Im Jahr 2005 leistet die junge Marie ein soziales Jahr in einem Altenheim und trifft dort auf Betty, mit der sie sich seltsamerweise sehr gut versteht. Allein das Verhältnis zwischen Marie und Betty und die Vorkommnisse, die Marie wiederfahren sind sehr gut, einfühlsam geschildert. Es kommt auch die Würde eines älteren Menschen zur Sprache und dass jeder seine Geschichte mit sich trägt und diese bewältigen muss. Und dann die Geschehnisse um Lisbet, die wirklich ganz toll dargestellt werden. Die Zwickmühle zwischen Liebe und Nationalität während des Krieges. Ich finde auch, dass die Einrichtung dieser Lebensborn-Häuser gut angesprochen. Hilfe für die betroffenen Frauen, die aber auch auf einem dünnen Seil balancieren mussten. Auch hier wurde rassistisch unterschieden, machte es für die jungen Frauen noch schwerer. Bei Romanen, die in der Zeit des zweiten Weltkrieges spielen bin ich bisher immer recht vorsichtig gewesen Das Haus der verlorenen Kinder wurde mir empfohlen und ich war absolut nicht enttäuscht, im Gegenteil, ich bin begeistert von diesem Buch. Schreibstil, Erzählweise haben mir gut gefallen. Die Geschichte ist berührend und die Zusammenführung beider Erzählstränge am Ende ist stimmig und passt. Ich konnte die Gefühlslagen der Charaktere gut nachvollziehen, dabei war es niemals zu gefühlsduselig, einfach gut.

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  • Eine Geschichte die traurig macht, jedoch die Hoffnung nie sterben lässt.

    Das Haus der verlorenen Kinder
    daskleinebuechercafé

    daskleinebuechercafé

    12. July 2016 um 18:01

    Über 60 Jahre trennen den Anfang der einen und der anderen Geschichte, mehr als 60 Jahre die Liebe, Hoffnung, Verzweiflung, Angst, Verlust und Suche beschreiben. In den 1940 Jahren leben zwei unbekümmerte junge Frauen in Norwegen, weit weg vom Krieg. Dachten sie zumindest. Doch dann lernen Lisbet und Oda zwei deutsche Soldaten kennen und lieben. Sie geben ihr Zuhause auf und folgen ihnen. Ihr Verhalten wird von den Familien nicht geduldet und dann stehen die beiden irgendwann alleine da. Sie erleben, zeitweise getrennt von einander, was es heißt ein Verhältnis mit einem Deutschen zuhaben, ausgegrenzt zu werden. Lisbet erlebt eine schöne Zeit mit Erich. Beide sind trotz der Widrigkeiten glücklich und hoffen auf ein gutes Ende. Oda ist leider von Anfang an von Günther ausgenutzt worden, wollte es jedoch nie war haben. Ihr Leben wird, dadurch sie Samischer Abstammung ist noch schwieriger. All ihre Träume, Hoffnungen und ihre lange Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Das es so arg enden würde hatte niemand gedacht..... 2005 macht sie Marie von Berlin auf Richtung Wiesbaden. Sie hat früh ihre Eltern verloren, in Heimen gelebt und möchte nun in einem Altenheim ein soziales Jahr absolvieren. In Betty, eine rüstige Bewohnerin findet sie eine Freundin mit der sie über fast alles sprechen kann. Genauso ergeht es Betty, sie fühlt sich wohl in der Gegenwart dieses jungen Mädchens. Sie haben einfach Spaß miteinander. So ganz ohne Hintergedanken ist Marie nicht nach Wiesbaden gekommen. Sie hat ein Tagebuch erhalten, jedoch in norwegischer Sprache verfasst, dass wohl Informationen über die Familie ihrer Mutter enthält. Die Adresse des heutigen Altenheims in Wiesbaden ist dort auch vermerkt. Doch dann verschwindet Betty genauso plötzlich wie Maries Tagebuch..... Man liest und liest und ist so gefangen in der einen und er anderen Geschichte! Die Autorin nimmt den Leser sofort mit, sie macht keinen Umweg. Die Geschichten sind so emotional, sie sind so nah, fesselnd geschrieben. Linda Winterberg hat sehr gut recherchiert, dies wird im Nachwort der Autorin auch deutlich. So wirken alle Protagonisten ehrlich und wirklich, nicht gestellt. Die Erzählungen bauen sich alle sehr gut auf und das Schicksal von Lisbet und Oda sowie Marie und Betty nimmt einen sehr mit. Dieses Buch hat meine unbedingte Leseempfehlung.

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  • Guter Kern, aber viel verschenktes Potential

    Das Haus der verlorenen Kinder
    dubh

    dubh

    10. July 2016 um 22:00

    Lisbet und Oda sind junge Frauen, die 1941 in Loshavn in Norwegen leben. Beschaulich und friedlich kann man das Leben in diesem kleinen Fischerdorf mit Blick auf den Schärengarten nennen - bis eines Tages die Deutschen über den Hügel kommen. Die verhassten Besetzer, die man bislang weit weg wähnte... Nun werden einige von ihnen bei Dorfbewohnern einquartiert und man muss sich zwangsläufig arrangieren und halbwegs gastfreundlich zeigen. Doch dann passiert, was unweigerlich passieren musste, wenn junge Menschen zusammentreffen: Lisbet und Oda verlieben sich in Wehrmachtssoldaten und machen in den Augen vieler somit alles falsch. Sie verlieren das Leben, das sie bisher kannten - und nicht nur das. Sie folgen ihrer Liebe in die Stadt, finden eine Anstellung, ein etwas moderneres Leben und auch die erhoffte Zweisamkeit. Doch was dann folgt, ist vor allem für die Frauen bitter - und Hilfe scheint es tatsächlich nur bei den Deutschen zu geben...Die Autorin Linda Winterberg hat sich eines wichtigen Themas gewidmet: dem der sogenannten "Tyskerjente" (Deutschenmädchen) oder "Tyskertøs" (Deutschenflittchen) und ihrer "Tyskerbarna" (Deutschenkinder). Lange ein sehr schwieriges Thema in Norwegen, da man die Kinder in der Nachkriegszeit mehr als übel behandelt hat. Erst 1998 gab es von Seiten der norwegischen Regierung eine offizielle Entschuldigung für die Diskriminierungen. Da ich mich generell für die Zeit des Dritten Reiches interessiere, war es für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen möchte. Vor allem, da es zu diesem speziellen Thema kaum Literatur gibt - zumindest nicht in Romanform.Neben dem Strang, dem wir in den 40er Jahren folgen, gibt es noch einen in im Jahr 2005, der in Wiesbaden spielt. Hier absolviert die junge Marie, die eine überaus schwierige Kindheit in Berliner Heimen hinter sich hat, in einem Seniorenheim ein FSJ und nebenbei versucht sie ihr eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen. Mitgebracht hat sie ein altes Tagebuch in norwegischer Sprache und reichlich Fragezeichen zu ihrer Vergangenheit.Während die Handlung rund 60 Jahre zuvor in Norwegen durchaus realistisch ist, blieben die Figuren dort für mich relativ blass. Sicher, es handelt sich bei Lisbet um eine junge, unerfahrene Frau, aber ich konnte sie auch mit Fortschreiten der Handlung nicht besser greifen. In Wiesbaden war es für mich hingegen andersherum: die Figuren sind für mich aus Fleisch und Blut, während die Handlung für mich etwas zu viele Zufälle und Kuriositäten mit sich brachte.Die Naivität der jungen Frauen Lisbet und Oda ist das Eine: wenn man jung und verliebt ist, passieren Dinge, die man mit ruhigem, überlegten Kopf vielleicht nicht gutheißen würde - aber auch die deutschen Besatzer wirken dank des sympathischen Erich' beinahe harmlos. Auch wenn die norwegische Bevölkerung in den Augen der Nazis nicht als verabscheuungswürdig oder gar vernichtenswert galt wie beispielsweise die Bevölkerung in sogenannten Ostgebieten - auch Norwegen hatte unter der Besatzung zu leiden. So kommen die Vorurteile und die Ablehnung der Menschen um Lisbet und Oda auch nicht von ungefähr.Meiner Meinung nach hat die Autorin gut zu einem interessanten und wichtigen Thema recherchiert, aber mich hat die Umsetzung nichtüberzeugt. Zu einfach ist die Sprache gehalten, zu leicht fügt sich die Vergangenheit mit der Gegenwart, zu einfach werden für mich interessante Fäden fallen gelassen und nicht weitererzählt. In meinen Augen sehr schade, da ich finde, dass die Fakten, die Linda Winterberg hier zusammengeführt hat, mehr Substanz für die eigentliche Geschichte geboten hätten. Beispielsweise hätte ich lieber weniger über die ausgeprägte Vorliebe für Zimtschnecken oder den Heißhunger einer Nebenfigur gelesen, dafür dann ein paar Worte mehr über die für mich viel interessanteren Entwicklungen in den einzelnen Leben. Sicher, damals herrschte Krieg und auch in den Nachkriegswirren mag einiges an Zusammenhängen verloren gegangen sein - aber dann hätte es für mich auch kein Aufbauschen unnötiger Szenen gebraucht.Fazit: Ein guter Kern, aber meiner Erachtens leider viel zu viel verschenktes Potential.

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