Linden Lewis

 4,3 Sterne bei 3 Bewertungen

Alle Bücher von Linden Lewis

Cover des Buches The First Sister (ISBN: 9781529386905)

The First Sister

(2)
Erschienen am 04.08.2020
Cover des Buches The Second Rebel (The First Sister) (ISBN: 9781529386950)

The Second Rebel (The First Sister)

(1)
Erschienen am 24.08.2021

Neue Rezensionen zu Linden Lewis

Cover des Buches The Second Rebel (The First Sister) (ISBN: 9781529386950)
Moni2506s avatar

Rezension zu "The Second Rebel (The First Sister)" von Linden Lewis

Moni2506
Eine sehr intensive und queere Space Opera

„The Second Rebel“ von Linden A. Lewis ist der zweite Band der „The First Sister“-Trilogie. In einer weit entfernten Zukunft spitzt sich der Konflikt zwischen den unterschiedlichen Fraktionen im Weltall weiter zu. Erschienen ist diese queere Space Opera bei Hodder & Stoughton im August 2021. 


First Sister hat ihre Stimme wiedererlangt und größeren Einfluss gewonnen. Dies möchte sie nutzen, um die Sisterhood von innen heraus zu verändern. Korruption und Machtmissbrauch sollen der Vergangenheit angehören, doch dazu muss sie sich den Aunts stellen, die die Sisterhood in religiösen Fragen leiten und die Regeln bestimmen. 

Hiro Val Akira befindet sich derweil auf einer Outlaw-Station an der Grenze zum Hoheitsgebiet der Synthetics. Er hat von einer Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gehört und möchte diese als Unterstützer für die Rebellion der Aster gewinnen. 

Lito soll Lucius ist endgültig in seiner Rolle bei den Rebellen angekommen und wird zusammen mit Ofiera van Bain betraut Sorrel aus seiner Gefangenschaft bei Val Akira Labs zu befreien. Auch seine Schwester Lucinia wird mit in diesen Konflikt rein gezogen als sie einem der rebellischen Aster begegnet und sich von der Richtigkeit ihres Kampfes überzeugen lässt. 


Was für eine emotionale Reise war dieses Buch teilweise. Der erste Band hat mich mit schockierenden Erkenntnissen zurückgelassen und ich war gespannt, ob der nächste Teil an Intensität mithalten kann. 

Diesmal bin ich schnell rein gekommen. Lange Einführungen werden nicht mehr gebraucht, in den ersten Kapiteln werden geschickt Hinweise eingebaut, die einem das Anknüpfen an die Ereignisse aus dem Vorgänger vereinfachen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und lässt einen intensiv an den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten teilhaben. 

Der Spannungsbogen ist gut gesetzt und steigert sich zum Ende hin enorm. Die letzen Kapitel habe ich am Buch geklebt und musste unbedingt zu Ende lesen, auch wenn mich diese Kapitel emotional sehr gefordert haben. Es gibt drei große Handlungsstränge, die ich alle spannend fand und die in gewisser Weise natürlich auch zusammenhängen. Die Protagonisten kämpfen allesamt für eine bessere Welt, aber jeder hat ein bisschen andere Baustellen zu bearbeiten. Die Welt ist wahnsinnig komplex, aber es lässt sich vieles auch auf unsere Zeit übertragen. Die Geans und die Icarii befinden sich in einem Konflikt, die Aster kämpfen für ihre Freiheit und Unabhängigkeit, sowohl die Icarii als auch die Geans haben innere Konflikte zu bewältigen und dann gibt es noch die Synthetics, eine Schwarmintelligenz, die sich von den Menschen und Astern abgewandt hat. 

Ich habe mit allen Seiten mitgefiebert, auch wenn ich nicht alles begrüßt habe, was diese getan haben. Es ist teilweise sehr ambivalent und das macht diese Reihe so stark. Mich hat sehr viel zum Denken angeregt: Wie stelle ich mir eine ideale Welt vor? Ist das erreichbar? Welche Vor- und Nachteile hat das eine oder andere System? Sind alle Ziele erreichbar oder nur ein Teil? Alle Konflikte in diesem Roman haben ihre Berechtigung und es war spannend mitzuverfolgen, wie sich die Protagonisten in verschiedenen Situationen entscheiden und was sie bereit sind zu opfern, um ihre Ziele zu erreichen. Unter den Protagonisten gibt es sehr intensive Beziehungen zueinander und es hat mir sehr gefallen, dass hier unterschiedliche Arten von Beziehung gleichwertig dargestellt werden und mal nicht das klischeehafte Liebespaar als intensivste aller Beziehungen. 

Die Reihe hat enorm viel queere und diverse Repräsentation, die mir überwiegend gut gefallen hat. Dazu muss allerdings auch erwähnt werden, dass ich jemand bin, der das von außen betrachtet. Ob sich dadurch wirklich jemand repräsentiert fühlt, kann ich nicht beurteilen. Ich mag es immer, wenn sich das alles irgendwie natürlich einfügt in die Geschichte und das hat die Reihe für mich erfüllt. Es gibt hier viele Kleinigkeiten, die mir gut gefallen haben. Das gewünschte Pronomen wird konsequent verwendet, manches wird erst erwähnt, wenn es für die Geschichte eine Bewandtnis hat und da gab es noch einiges mehr. Es gibt non-binäre Charaktere, trans Repräsentation, POC, bi/pan, genderfluid und wahrscheinlich habe ich einiges schon wieder vergessen oder nicht erkannt. 

Eine große Warnung gibt es hier für das Thema Gewalt. Davon ist sehr viel in dieser Reihe vorhanden und zwar in allen Formen. Es gibt explizite Kampfszenen, mit viel Brutalität und auch Blut, Folter, sexuelle Gewalt, psychische Gewalt und es ist echt heftig was einigen Charakteren in ihrem Leben widerfahren ist. In diesem Zusammenhang gibt es dann auch Rückblenden zu Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit. Es spielt hier so viel rein, dass ich das nicht alles aufzählen kann. Der Weg zu einer besseren Welt ist in diesem Fall leider nicht von friedlichen Auseinandersetzungen geprägt. Dieses Buch will in gewisser Weise schocken, es möchte, dass der Leser richtig mitfühlt und emotional extrem involviert ist. Das hat es bei mir erreicht. 

Als Kritikpunkt kann ich tatsächlich nur anbringen, dass mir manche Szenen irgendwie unlogisch vorkamen. Vom Aufbau der Szene her, wirkte es eigentlich so, dass die Protagonisten das gar nicht hätten schaffen können. In einer Szene wird das dementsprechend nicht wirklich ausgeführt, sondern man erfährt hinterher, dass sie es wie durch ein Wunder geschafft haben. Manchmal hatten mir einige etwas zu viel Glück und manchmal wurde es mir fast ein bisschen zu grausam. So eine gewisse psychische Stabilität kann beim Lesen dieser Reihe nicht schaden und in diesem Zusammenhang finde ich es sehr schade, dass es keine Triggerwarnungen oder Content Notes gibt. Gut gefallen hat mir allerdings, dass es Sensitivity Reader gab. Diese werden in der Danksagung erwähnt. 


Fazit: Eine Reihe, die einem eine Achterbahn der Gefühle beschert und sehr spannend ist. Eine intensive, queere Space Opera, die meiner Meinung nach viel richtig macht, zum Nachdenken anregt und einen äußerst komplexen Konflikt beinhaltet. Von mir gibt es allerdings eine große Warnung zum Thema Gewalt in all seinen Formen. Es geht teilweise wirklich sehr brutal zu, daher solltet ihr euch gut überlegen, ob ihr dazu gerade bereit seid.

Cover des Buches The First Sister (ISBN: 9781529386905)
Moni2506s avatar

Rezension zu "The First Sister" von Linden Lewis

Moni2506
Viel diverse Repräsentation verpackt in einer spannenden Geschichte

„The First Sister“ ist Linden A. Lewis Debütroman und der Auftakt der „The First Sister“-Trilogie. An der Seite von drei Protagonisten verfolgen wir den Kampf für eine bessere Welt in einer Zukunft, die die Menschheit in den Weltraum und die Besiedelung des eigenen Sonnensystems geführt hat. 




Als First Sister von Captain Arturo auf der Juno zurückgelassen wird, ist sie zunächst enttäuscht. Sie hatte gehofft, den Ränkespielen der Sisterhood zu entkommen und zukünftig ein ruhiges und glückliches Leben zu führen. Mit dem neuen Captain Saito Ren wartet jedoch eine neue Herausforderung auf sie. Sie soll Saito Ren für die Sisterhood ausspionieren und als Verräterin entlarven. 


Lito sol Lucius wird auf eine neue Mission geschickt. Sein ehemaliger Partner Hiro gilt als abtrünnig und soll gesucht und getötet werden. Keine leichte Aufgabe für ihn. Durch die gemeinsame Ausbildung in der Militärakademie hat er eine starke emotionale Bindung zu Hiro und als ihm eine Tonbandaufnahme zugespielt wird, wird seine Loyalität zu der Regierung und dem Planeten, auf dem er geboren wurde, auf eine harte Probe gestellt. 




Mein Dank geht an Nadine, die mir einen Tweet von Linden A. Lewis geschickt hat und der dazu geführt hat, dass ich das erste Buch dieser Reihe gekauft habe. Auf diesem Bild gibt es eine gewisse Ähnlichkeit zu mir und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich mir, warum nicht. Science-Fiction ist eh gerade mein Ding, der Klappentext klang spannend und ich hatte noch gelesen, dass es wohl diverse Repräsentation im Buch gibt. 


Der Schreibstil hat mir von Anfang an gut gefallen, ich fand die ersten beiden Kapitel allerdings etwas lang. Ab dann flutscht das Buch aber sehr gut durch. Die Reihe ist bisher nur auf englisch erschienen. Den Wortschatz empfand ich nicht als besonders schwierig. Wortschöpfungen, die für dieses Buch geschaffen wurden, werden gut erklärt und erschweren
das Verständnis nicht. 


Die Welt wird zunächst vorgestellt. Wir lernen die Parteien des Konfliktes kennen und wie das Leben grob abläuft. Die Menschheit hat die inneren Planeten unseres Sonnensystems besiedelt. Merkur und Venus stehen auf der einen Seite des Konfliktes und Erde und Mars auf der anderen. Es gibt viele Unterschiede zwischen beiden Parteien, aber auch Gemeinsamkeiten. Es ist ein lang gewachsener Konflikt, der in dieser Trilogie eine neue Wendung erfährt und in dem es um wichtige Werte geht, für die es sich zu kämpfen lohnt. 


Es gibt drei Sichtweisen in diesem Buch. First Sister gibt uns einen Einblick in das Leben auf einem gekaperten Raumschiff, in den Aufbau der Sisterhood und die Politik von Erde und Mars. Lito sol Lucius ist im Militär von Venus und Merkur und bringt uns entsprechend diese Seite näher und dann gibt es Hiro. They hat desertiert und kämpft für eine neue Ordnung. Their Beweggründe werden in einem Tape an Lito dargelegt. 


Das Buch lebt sehr von seinen Emotionen und den Beziehungen der Protagonisten. Ich habe auf allen Seiten mitgefühlt und konnte die Beweggründe größtenteils nachvollziehen. Alle sind in einem System gefangen, dass sie zu bestimmten Handlungen zwingt ohne die vollständigen Hintergründe zu kennen. Das Buch ist sehr gesellschaftskritisch und viele von den Problemen, die in diesem Buch zur Sprache kommen, kennen wir auch in unserer heutigen Zeit: Korruption, Diskriminierung, Rassismus, etc. 


Es gibt einiges an diverser Repräsentation im Buch. Linden A. Lewis ist non-binär und das Buch ist in dieser Hinsicht ein Own Voice-Roman. Hiro ist non-binär und benutzt das Pronomen they genauso wie Linden A. Lewis. Einiges ist eher eine Vermutung von mir, weil wirklich ausgesprochen wird vieles nicht. Es gibt Bi-Repräsentation und bei einer Person könnte ich mir auch Pan vorstellen. Wir haben POC-Charaktere. Es gibt Personen in diesem Buch, die aufgrund ihres Aussehens und ihrer Hautfarbe ausgegrenzt werden oder Diskriminierung erfahren, weil sie nicht eindeutig zugeordnet werden können. Das ist ein wichtiger Bestandteil des Romanes, mit dem sich die Reihe auseinandersetzen will. Es ist aber nichts, was immer präsent im Vordergrund ist. Das ist schwer zu erklären ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Lito gendert Hiro beispielsweise konsequent mit they und tut das wie selbstverständlich. Das hat mir sehr gut gefallen und das nimmt mir Berührungsängte. Ich kann für mich schauen, wie fühlt sich das an, ist es wirklich so kompliziert, wie ich mir das vorgestellt habe und dann stelle ich fest, dass es das nicht ist. 


Eine Warnung von mir gibt es zu diesem Buch in Sachen Gewalt. Gerade zum Ende hin kommen Dinge raus, die ich richtig heftig fand. Darstellungen von Gewalt finden sich allerdings im gesamten Buch und es gibt alle möglichen Formen von Gewalt (physisch, psychisch, sexuell). In dieser Hinsicht bin ich tatsächlich etwas enttäuscht, dass es keine Triggerwarnungen im Buch gibt und ich habe auch die Webseite von Linden A. Lewis geprüft. 


Zusatzmaterial gibt es im Buch selber nicht, aber auf their Webseite und den social media-Kanälen findet ihr Hintergrundinformationen zur Reihe. Es gibt lediglich eine kurze Danksagung im Buch. 




Fazit: Manche Zufälle sorgen für eine echte Leseüberraschung. Bis auf die ersten beiden langen Kapitel hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist ein komplizierter Konflikt, der Nachdenken erfordert. Belohnt wird man mit einer spannenden Geschichte, diverser Repräsentation und schockierenden Enthüllungen. Wer Space Operas und Reihen mag, ist hier an der richtigen Adresse.

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