Lindsay Lackey

 4.5 Sterne bei 26 Bewertungen

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Cover des Buches Das Mädchen, das den Sturm ruft (ISBN:9783791501567)

Das Mädchen, das den Sturm ruft

 (26)
Erschienen am 20.01.2020

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Rezension zu "Das Mädchen, das den Sturm ruft" von Lindsay Lackey

Ein empathisches Buch zum Thema Pflegekind, das mich in der Sprache begeistert hat.
Gwhynwhyfarvor 4 Tagen

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/das-madchen-das-den-sturm-ruft-von.html     «Den Wind hatte sie von ihrer Mutter. Einige Mütter geben ihre Sommersprossen oder ihr Lachen oder ihre Plattfüße weiter. Bei Reds Mutter waren es Luftströmungen und Chaos. Wolken, die sich zwischen Himmel und Erde in sich verdrehten wie ein ausgewrungener, nasser Lappen.»


Red, so möchte Ruby genannt werden, drückt ihre Gefühle durch das Wetter aus – Sturm ist geballte Wut, Verzweiflung. Ist sie wütend, zieht ein Orkan auf. Schwarze Wolken verhängen den Himmel. Sie sitzt zu Beginn beim Jugendamt. Schon wieder wird sie zurückgegeben, wie ein Kleid, das nicht passt oder dessen Farbe nicht kompatibel war. Die Pflegefamilie kam mit ihr nicht klar, mit den drei Jungs gab es nur Streit. Red ist bei ihrer Oma aufgewachsen, die verstorben ist, die Mutter hat Drogenprobleme. Nun geht es weiter zur nächsten Familie, bis ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen wird, nur noch etwas über dreihundert Tage. Die Sozialarbeiterin fährt sie zu Celine und Jackson, die auf ihrer Farm einen Streichelzoo betreiben. Jackson ist Tierarzt. Zunächst ist Red abweisend. Niemand ist ihre Familie – nur ihre Mutter. Eine Ziege, die auf Bäume klettern kann, eine bücherliebende Riesenschildkröte und einige Hunde, Hühner, Pferde, was soll sie hier? Allmählich fasst sie ein wenig Fuß, der Sturm hat sich in Sonnenwetter gewandelt, mit der Schildkröte kann sie sich gleich anfreunden – ein einsames, verletztes Wesen. Doch dann gibt es Enttäuschen mit ihrer Mutter – nicht nur eine. Ein Orkan zieht auf. Wird Red den Sturm in Griff bekommen, mit der Pflegefamilie klarkommen? Wird sich ihre Mutter stabilisieren, Red zu sich nehmen?


«Manchmal lache ich, wenn ich traurig bin, und weine, wenn ich froh bin. Manchmal sind Fremde wie eine Familie. Und manchmal kommt mir meine Familie fremd vor.»


Zunächst hatte ich bei dieser Geschichte an Fantasie gedacht – doch letztendlich hat Lindsay Lackey die Wut eines Kindes, das nirgendwo hingehört, keinen festen Boden findet, in die Metapher vom Wind und Sturm gepackt. Es ist sehr empathisch, das in einem Jugendbuch so zu umzusetzen. Man fühlt mit jeder Zeile die ohnmächtige Wut, ohne sie direkt anzusprechen. Ein leichter Hauch bringt Gardinen zum Flattern, ein Wind lässt die Blätter in den Bäumen rascheln, dunkle Wolken ziehen auf, Red kann sich nicht mehr beherrschen, zu viele Gedanken purzeln durch den Kopf: Enttäuschung, Liebesverlust – die Atemübungen nützen nichts, sie kann es nicht in sich halten. Der Sturm muss heraus aus dem Kopf und schon bricht über das Land ein Orkan herein. Die Wut ist lesbar, fühlbar, auch die Angst der anderen vor dem Sturm, die Ohnmacht auf allen Seiten, nichts dagegen ausrichten zu können. Würde man ein wütendes Kind beschreiben, das zappelt, schreit, beleidigt, schlägt, tritt, den Kopf gegen die Wand rammt, es hätte nur ansatzweise die Wirkung wie die Metapher des Windes. Das Buch wird angereichert mit Briefen von Red an ihre Mutter und Einträge an eine Art Tagebuch. Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Grafik von Annabelle von Sperber.

 

«Die Nacht war lebendig, summte mit dem tiefsten Surren der Streicher und dem hohen Trällern des Soprans. Es klang wie eine von Granmas Sinfonien, aber gewaltiger und noch viel gefühlvoller als Beethoven. ine Sternschnuppe fiel Richtung Horizont und ihr Lied verklang bei ihrem Sturz.» 


Diese Geschichte befasst sich mit dem Hintergrund Pflegekinder und Pflegefamilie. Ein sensibles Thema, das hier zartfühlend angegangen wird. Auf der einen Seite steht ein einsames Kind – ganz allein in der Welt, voller Enttäuschung, Unverständnis, Wut im Bauch. Es wird in eine fremde Familie gestopft, ohne gefragt zu werden. So, das ist nun deine Familie – was ist überhaupt Familie? Lindsay Lackey beschreibt die Gefühle von Red, die resümiert, warum es in den anderen Familien nicht klappen konnte. Auf der anderen Seite steht die Pflegefamilie, die dem Kind Zeit und Raum geben muss, sich anzunähern, Vertrauen zu gewinnen. Eine schwierige Zeit für beide Seiten, insbesondere, da oft aus der Ursprungsfamilie auf das Kind weiter eingewirkt wird. Lindsay Lackey nimmt das Thema aber nicht nur empathisch auf, sie zeigt Erzählkraft, Gefühle, Situationen und Menschen einzufangen in Worte. An manchen Stellen kann der Leser hineinfallen in poetische Absätze, bevor wieder ein Wind aufzieht. Die Altersempfehlung des Dressler Verlags, ab 10 Jahren, ist für mich zu tief angelegt. Die ansruchsvolle Art des Schreibens und die gut umgesetzte Thematik würde ich eher bei ab 12 Jahren ansetzen. Meine Empfehlung!


Lindsay Lackey ist ausgebildete Opernsängerin, hat in der Kinder- und Jugendbuchabteilung einer Bibliothek und im Marketing eines großen Verlags gearbeitet. Mit Mann und Hund lebt sie in der Nähe von San Francisco. Dieser Roman ist ihr Debüt. 

Annabelle von Sperber arbeitet als freie Illustratorin und Autorin im atelier2gestalten für verschiedene Verlage und Printmedien. Sie studierte Illustration an der HAW Hamburg und lehrt als Dozentin an der

Akademie für Illustration in Berlin und an der Akademie Faber Castell in Nürnberg.


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Rezension zu "Das Mädchen, das den Sturm ruft" von Lindsay Lackey

"Es scheint stets unmöglich... bis es jemand tut"
Maza_e_Keqevor 6 Tagen

Ruby, genannt Red, ist Pflegekind und wird von einer Pflegefamilie zur nächsten geschoben, während ihre leibliche Mutter im Gefängnis sitzt.

Der leichte Erzählstil lässt den Leser sofort in die Geschichte hinein fühlen. Es muss schwer fallen, nicht sofort Mitleid mit dem Mädchen zu empfinden, das versucht das Beste aus ihrer Lage zu machen.

Zwischen den Kapiteln sind Briefe abgedruckt, die Red an ihre Mutter schreibt, Erinnerungen und Rückblenden. All dies lässt ihr Verhalten besser verstehen.

Die Geschichte ist modern und die Protagonisten in ihrem Denken und Handeln sympathisch und nachvollziehbar.

Dazu kommt der Sturm: Red kann den Wind beschwören, allerdings nicht kontrollieren. Er ist stark abhängig von ihrer Stimmung: Hat sie Angst, kann er zu einem Tornado auswachsen. Doch nicht nur sie hat eine magische Fähigkeit.

Dafür gibt es einen Stern Abzug. Die Idee finde ich grundsätzlich schön und auch passend; sie erscheint mir nur etwas... aufgesetzt.


Trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung dieser ungewöhnlichen Geschichte über ein sehr mutiges Mädchen.


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Rezension zu "Das Mädchen, das den Sturm ruft" von Lindsay Lackey

düstere emotionale Geschichte
Tanja_Buchgartenvor 17 Tagen

Meine Meinung:


Die Sprache und der Schreibstil sind auf Zielgruppe abgestimmt. Die Geschichte wird aus Reds Sichtweise erzählt, sodass der Leser einen Einblick in ihre Gedanken und Gefühlswelt erhält. Durch ihre Gedanken, aber auch Rückblicken und Tagebucheinträgen erfahre ich als Leser einiges über Reds Vergangenheit – und kann so nach und nach ihre Reaktionen und Handlungsweisen in Bezug auf ihre neue Pflegefamilie nachvollziehen. 


Die Charaktere waren fein gezeichnet. Voller Tiefe und weckten beim Lesen die unterschiedlichsten Emotionen. Ihre Handlungsweisen waren nachvollziehbar und als Leser litt ich mit ihnen mit. Spürte die Liebe ihrer neuen Pflegeeltern, ihre Versuche Red ihre Liebe und Akzeptanz zu vermitteln. Ich konnte Reds Distanziertheit, ihre Angst nachvollziehen – welche perfekt durch den in ihr wütenden Sturm und stellenweise ausbrechenden Sturm transportiert wurde. 

Reds Mutter – ihre Liebe zu ihrer Tochter – für mich spürbar – gleichzeitig aber noch deutlicher und schwerer wiegend – ihre Unfähigkeit eine „Mutter“ zu sein – ihre Entwicklung hin zu einer besseren Mutter.

Insgesamt überzeugte mich die Entwicklung der Charaktere – sehr schön gezeichnet – und nachvollziehbar.


Insbesondere die Schildkröte habe ich in mein Herz geschlossen, war sie für Red doch ein Spiegel ihrer Selbst, an dem sie wachsen und sich entwickeln konnte.


Diese Spiegelung ihrers Innersten durch die Schildkröte – fand ich insbesondere, da es sich um ein Kinderbuch handelt sehr gelungen. Etwas, das Kinder intuitiv spüren und besser nachvollziehen können – als Worte.


Die Geschichte selbst –emotional, traurig und düster – keine leichte Kost für Kinder – oder vielleicht doch? Gehen sie doch ganz anders mit Geschichte um als Erwachsene.


Fazit:


Eine emotionale düstere traurig stimmende Geschichte.


Eine klare Leseempfehlung – aber insbesondere bei Kindern – vielleicht eher in Begleitung eines Erwachsenen?


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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Das Mädchen, das den Sturm ruft (ISBN:undefined)

Was heute unmöglich scheint, kann morgen schon wahr sein.

Kennt ihr das Gefühl endlich angekommen zu sein? Erst als Red in ihre neue Pflegefamilie kommt, lernt sie endlich das Gefühl kennen. Doch der Sturm lässt nicht lange auf sich warten...

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Was heute unmöglich scheint, kann morgen schon wahr sein.
Reds Gefühle fangen den Wind ein. Ist sie wütend, zieht Sturm auf. Das ist der Grund, warum sie nie lange in einer ihrer Pflegefamilien bleiben darf, wo sie untergebracht ist, bis ihre Mutter aus dem Gefängnis kommt. Erst bei Celine und Jackson, die einen Streichelzoo betreiben und schon so manchen Streuner aufgenommen haben, fühlt Red sich zum ersten Mal zu Hause. Zwischen kletternden Ziegen, einer bücherliebenden Riesenschildkröte und jeder Menge Hunden fasst sie endlich Fuß. Doch dann taucht Reds Mutter auf, und mit ihr kommt auch der Sturm zurück. Diese Geschichte ist mitreißend und zugleich sensibel erzählt, eine literarische Perle mit ergreifendem sozialpolitischem Hintergrund.


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