Lindsey Fitzharris

 4.5 Sterne bei 131 Bewertungen

Lebenslauf von Lindsey Fitzharris

Lindsey Fitzharris promovierte in Oxford in Medizingeschichte. Ihre YouTube-Serie Under the Knife über Wissenswertes und Gruseliges aus der Welt der Chirurgie verhalf Fitzharris zu größerer Bekanntheit. Sie schreibt regelmäßig für The Guardian, The Huffington Post, The Lancet und New Scientist und arbeitet an einem neuen Buch über die Anfänge der Schönheitschirurgie.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Der Horror der frühen Medizin" von Lindsey Fitzharris

Schockierend und spannend!
Nordlichtliestvor 2 Monaten

Schon nach den ersten paar Sätzen war mir klar, dass ich dem deutschen Gesundheitssystem danken würde nach der Lektüre dieses Buches.

Lindsey Fitzharris beschreibt einen Zeitraum der das 19 Jahrhundert betrifft. Sie verwebt geschichtlichen Hintergrund mit ganz vielen Fallbeispielen aus der Ärztlichen Praxis der damaligen Zeit. Dadurch war das Buch spannend und man wurde von der Geschichte nicht erschlagen.

Der Schreibstil ist locker aber gespickt mit vielen Namen und Daten. Allein knapp 40 Seiten berufen sich auf Quellen die die Autorin genutzt hat. Dafür bekommen wir ein spannendes Sachbuch mit unglaublich vielen Fallbeispielen aus der Medizinischen Praxis und Informationen aus Briefen von Lister an seinen Vater – die die Geschichte und auch den Charakter Lister sehr greifbar machten.

Ich war entsetzt wie man damals behandelt hat und mit welcher Gleichgültigkeit zb Gliedmaßen einfach amputiert wurden. Die hygienischen Zustände waren desaströs und im Grunde war es reiner Zufall wenn jemand nach einer Operation überlebt hat. Der Beruf des Chirurgen war total schlecht angesehen und er stand auf einer Stufe mit den Handwerkern.

Mitten unter ihnen lebte Joseph Lister. Der Junge von Quäker Eltern wuchs behütet auf und lernte von Kindesbeinen an Interesse für die Medizin zu entwickeln. Sein Vater hat Mikroskope entwickelt und so eröffneten sich dem jungen Lister schnell neue spannende Welten.

Lister war unglaublich fleißig und ausdauernd und hat für seine Prinzipien gekämpft und das in einer Zeit wo man lieber das komplette Krankenhaus abgerissen und neugebaut hätte als seinen Theorien über die Keimvermehrung Glauben zu schenken.

Mein Mann hat gerade mit riesen Wunden nach einer Operation zu tun und so ging mir dieses Buch noch dreimal näher als es das normalerweise wäre. Ohne Listers Ehrgeiz und festen Glauben an sich und sein Wissen könnten wir heute solche Wunden zb. nicht reinigen. Ohne ihn und seinen sturen Willen sein Wissen überall auf der Welt zu verteilen wäre die Menschheit nicht da wo wir jetzt sind!

Auch war Lister der erste, der sich dafür eingesetzt hat, dass in England ein Krankenhaus gebaut wird, wo auch mittellose Menschen eine Behandlung erfahren durften. Zu der damaligen Zeit ging nichts ohne Geld oder Verbindungen. Lister wollte das selbe Recht für alle und hat hart dafür gekämpft!

Ich bleibe tief beeindruckt zurück und ziehe meinen virtuellen Hut. Das Buch hat mich wachgerüttelt und mich noch dankbarer gemacht, dass ich nun 100 Jahre später lebe und die Folter und Ignoranz der damaligen Menschen nicht miterleben musste. Ich bin dankbar, dass Hygiene und Sauberkeit im Krankenhaus heutzutage Standard ist und dass das Gelingen einer Operation nicht mehr vom Zufall abhängt! Dankbar, dass Lister niemals aufgeben hat, egal wie ausweglos sein Weg auch schien!

Das Buch ist eine Absolute Empfehlung, es ist manchmal etwas brutal – auch mit einigen Tierversuchen, aber so war die Forschung damals und die Behandlungen auch. Ich finde jeder sollte wissen wo wir herkommen und dankbar für das sein wo wir medizinisch mittlerweile stehen!

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Rezension zu "Der Horror der frühen Medizin" von Lindsey Fitzharris

Vater der antiseptischen Chirurgie
psychocat78vor 6 Monaten

Nach knapp 20 Jahren als Medizinische Fachangestellte, interessiert mich trotz Berufswechsels noch immer die Medizin und die Geschichte dieser. Ich habe schon einige Bücher zu diesem Thema durch, die allesamt interessant sind, dieses hier fand ich aber darüber hinaus auch sehr spannend. Dinge, die für uns im 21. Jahrhundert mehr als nur selbstverständlich bei einem Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt sind, waren noch vor 200 Jahren undenkbar und erste Versuche in Richtung Antisepsis wurden als Hirngespinst und unnötig abgetan. Ganz zu schweigen von der (Äther)Narkose, welche erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts Einzug hielt, jedoch noch ohne Überwachung des Kreislaufsystems. Einen Schwerpunkt legt das Buch auf Joseph Lister, den "Vater der antiseptischen Chirurgie". Beeinflusst durch Publikationen von Louis Pasteur reformierte Lister die Wundversorgung und trug dazu bei, dass die Mortalität operierter oder generell von Patienten mit offenen Wunden rasant sank. Was man Lister & Kollegen zu verdanken, wird einem durch dieses Buch ein ums andere Mal bewusst. Aber Achtung: Die Beschreibung sind teilweise sehr blutig. Sie entspringen aber keineswegs einen Horrorroman, sondern waren in der damaligen Zeit traurige Realität. Dennoch würde ich das Buch uneingeschränkt sowohl medizinischen Laien wie auch Fachpersonal empfehlen.

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Rezension zu "Der Horror der frühen Medizin" von Lindsey Fitzharris

Ein interessantes Stück Medizingeschichte
Jackie_von_Rolbeckvor 7 Monaten

Joseph Lister revolutionierte die Medizin durch seine Mitentdeckung und Bekanntmachung der Sepsis in der Chirurgie. 

Aber wer half ihm dabei? Wer waren dieser Vorreiter der hygienischen Behandlung? Wie sah die Chirurgie und das Krankenhaus vorher aus? Und nahmen die Chirurgen des viktorianischen Englands mit ihren versteinerten Ansicht alle Änderungen und Neuerungen so gut auf? 


Ein kleiner, wenn auch etwas trockener Exkurs in ein für mich neues Gebiet. 

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