Lindsey Fitzharris

 4,4 Sterne bei 282 Bewertungen

Lebenslauf

Lindsey Fitzharris promovierte in Oxford in Medizingeschichte. Ihre YouTube-Serie Under the Knife über Wissenswertes und Gruseliges aus der Welt der Chirurgie verhalf Fitzharris zu größerer Bekanntheit. Sie schreibt regelmäßig für The Guardian, The Huffington Post, The Lancet und New Scientist . Ihr Buch Der Horror der frühen Medizin war ein internationaler Erfolg, wurde in 15 Sprachen übersetzt und stand 19 Wochen lang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Rezensionen zu Lindsey Fitzharris

Wie der Vorgänger nur stimmiger.

Kurzbeschreibung: Das Buch erzählt von der aufstrebenden Karriere des plastischen Chirurgen Harold Gillies. Aufgrund des ersten Weltkriegs und daraus folgenden enstellten Soldaten, sah sich der junge Chirurg in der Pflicht den Entstellten zu helfen und ihnen ihr Gesicht wieder zu geben. Dass diese Art von Chirurgie noch kaum zum Anfang des 20. Jahrhunderts praktizierte wurde, öffnete dem Neuseeländer eine Karriere die es so noch nicht gab. Wie diese Karriere verlief und welche Schwierigkeiten er auf seinem Weg begegnete wird in diesem Buch fest gehalten. 

Meinung: Ich bin der Meinung, dass das Buch gut, einfach und unterhaltend geschrieben ist. Jedoch hat auch dieses Buch das selbe Problem wie der Vorgänger der Autorin. Der Titel passt einfach nicht zu der erzählten Geschichte. Hier geht es nicht um die Gegenüberstellung der Chirurgie von früher und heute, so wie es der Titel suggeriert, sondern um die Anfänge der plastischen Chirurgie. Erwarten sie sich also keine Gruselgeschichten von Ahnungslosen Doktoren. Es ist einfach eine lebendig erzählte Biografie eines Chirurgen welcher sich einem nicht erforschten Gebiet der Chirurgie zugewandt hat. 

Fazit: Eine interessante Geschichte für Menschen die sich der Medizingeschichte zuwenden möchten ohne sich großartig mir Fachbegriffen herum zu schlagen. Eignet sich also gut für anstrengende Tage die sie mit leichter Lektüre beendigen möchten oder für den erholsamen Urlaub am Strand.

Kein Horror zum lesen, sondern Medizingeschichte.

Kurzbeschreibung: In dem Buch geht es um die Karriere des englischen Chirurgen Joseph Lister. Er wurde dadurch bekannt, dass er als einer der ersten Chirurgen die Lehre der Desinfektion vertrat. Anders wie seine Kollegen, befasste er sich mit der hohen Sterblichkeit der Patienten und versuchte dieser entgegenzuwirken. Das dieses Unterfangen nicht von Anfang an mir Erfolg gesehnt war ist voll klar. Trotz aller Kritik und Gegenwehr, gelang es im eine wirksame Methode zur Desinfektion von Mensch, Wunde und Material zu finden und seine verdiente Reputation zu erlangen.

Meinung: Meiner Meinung nach ist der Titel etwas schlecht gewählt. Der Titel besagt, dass es um den Horror der frühen Medizin geht, dabei geht es aber um einen Chirurgen die zu dieser Zeit nicht mal als Mediziner angesehen wurden. Der Untertitel macht genau so Probleme, dieser suggeriert mir, dass Joseph Lister aktiv gegen Kurpfuscher, Quacksalber und Knochenklempner vorgegangen. Dies ist jedoch überhaupt nicht der Fall. Er hat "nur" eine neue Methodik zur Desinfizierung entwickelt und hat sich somit mit alteingesessenen Medizinern angelegt. Diese waren nämlich der Meinung, dass seine Lehre und Methodik unnötig und falsch sei.

Fazit: Erwarten sie sich keine Veranschaulichung von Horrorgeschichte über die frühere Medizin des 19. Jahrhunderts. Es geht hier eher um die Revolution der Arbeitsweise der damaligen Chirurgen und wie diese sich auf die Zukunft der Schulmedizin ausgewirkt hat. Trotz allem muss ich sagen, dass es ein sehr unterhaltsames Buch ist, welches sich schnell, spaßig und unkompliziert lesen lässt. Lässt sich auch gut mit dem zweiten Buch "Der Horror der frühen Chirurgie" kombinieren.

Todesursache Krankenhaus

Schon „Abgründe der Medizin“ hat mich so gut unterhalten, wie ich es von einem Buch über die absonderliche Geschichte der Medizin nie erwartet hätte. Ich glaube zwar nicht, dass ich noch einmal so ein gleichermaßen witziges wie informatives Buch zu dem Thema finden werde, aber ähnliche Auswahl gibt es dennoch. Schon lange auf meiner Liste, habe ich in meiner Bücherei nun 𝘿𝙚𝙧 𝙃𝙤𝙧𝙧𝙤𝙧 𝙙𝙚𝙧 𝙛𝙧ü𝙝𝙚𝙣 𝙈𝙚𝙙𝙞𝙯𝙞𝙣 entdeckt.


Das Buch begleitet eine Reihe von Ärzten um die Mitte des 19. Jahrhunderts, aber vor allem den englischen Chirurgen Joseph Lister (leicht zu verwechseln mit Robert Liston, der zu Beginn eine Rolle spielt). Ein beeindruckender Mediziner, der trotz vieler Rückschläge und negativer Kritiken nicht von seiner Keim-Theorie abwich, stets weitergeforscht und damit letztendlich viele Leben gerettet hat.


Der Weg dahin war weit und man mag sich gar nicht vorstellen, wie es in Krankenhäusern um 1860 zugegangen ist. Sehr bildhaft wird hier von schauerlichen Operationen ohne Betäubung berichtet. Vor Publikum! Verheerende hygienische Zustände mit vor Eiter und Blut steifen Operationsschürzen und nicht desinfizierten Operationsbesteck. Der gute alte Krankenhausmief den wir heute kennen, roch damals allerdings weitaus beklemmender, nämlich nach Tod, Schweiß und Fäkalien. Nicht ohne Grund gingen die Menschen damals nur ins Krankenhaus, wenn es unbedingt sein musste. Viel zu groß war die Gefahr, dass man am Ende nicht an der Verletzung, sondern an den Krankenhauskeimen starb.


Aber natürlich wird hier nicht nur von Horrorgeschichten erzählt, sondern wie gesagt auch von der Wissenschaft und den Hürden neue Erkenntnisse auch durchzusetzen. Erinnert wird auch an das skandalöse Ende des Ignaz Semmelweis. Aber Hauptperson bleibt Lister, den wir einiges zu verdanken haben.


Gegen Ende weist das Buch einige Längen auf, aber insgesamt ist es ein sehr interessantes und unterhaltsames Werk über die Geschichte der Medizin im 19. Jahrhundert.

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