Die Gesellschaft hat Erwartungen an Frauen: egal ob jung oder - wie hier besprochen - alt. Dass Frauen aber nicht immer Lust haben diese (überzogenen) Erwartungen zu erfüllen, davon handelt dieses Buch. Es geht um Mona. Kurz vor der Rente, alleinlebend, einsam. Dann erfährt sie, dass sie zum ersten Mal Oma wird. Nur leider hat sie keine Lust auf diese Rolle. In einer weinseligen Stimmung macht sie sich einen Social-Media-Account namens "EvilGrandma65" und das Geschehen nimmt seinen Lauf.
Mir hat das Buch vor allem gefallen, weil es einen Blick auf ältere Frauen wirft und zeigt, dass diese sehr wohl etwas zu sagen haben und eben auch noch eine eigene Wünsche. Und die bestehen nun mal nicht darin, die Kinder und Enkel durchzufüttern und dafür null Dank zu erhalten. Klar überzieht Mona ab und zu mit ihrem Verhalten, aber viel schlimmer finde ich ihre Kinder und leider auch ihre Freunde. Da ist null Dankbarkeit, nur Erwartungen, dass die Mutter alles stoisch mitmacht und sich auch noch darüber freut, dass die Wohnung okkupiert wird und ganz nach der Devise "Hotel Mama" lebt. Den Groll von Mona konnte ich wirklich gut nachvollziehen.
Leider konnte der Teil des Buches bzgl. des social-Media-Accounts nicht überzeugen. Einfach weil es eher nebensächlich behandelt wurde. Da hätte ich mir einen größeren Fokus gewünscht. Denn das hätte so viel Potential gehabt: von witzigen Postings bis hin zu einer feministischen Revolution. Das blieb aber eben aus, was ich schade fand.
Mein Fazit: Lesenswert, wobei die Story Ausbaupotential hatte.






