Ling Xi Die dritte Hälfte

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Inhaltsangabe zu „Die dritte Hälfte“ von Ling Xi

Am 11. November 2001 tritt China der Welthandelsorganisation bei. Am diesem Tag berichtet der Radiosender 'Voice of America' über die Öffnung des chinesischen Marktes für westliche Produkte, den Selbstmord von zwei Kühen auf einer texanischen Farm und die Hochzeit von Guo Leda, einem Fabrikarbeiter in W., der einwohnerreichsten Stadt des Planeten. Die Neuigkeit verbreitet sich wie ein Lauffeuer, scharenweise reisen Journalisten nach W., um Guo Leda zu interviewen. Nicht nur, dass dieser erstaunliche junge Mann nach Abschluss des Studiums seinen Kaderstatus gegen eine Stelle als Schweißer eingetauscht hat. Er hat sogar um die Hand von Han Saite angehalten, die weder lesen noch schreiben kann und schon 69 Jahre auf dem Buckel hat. Guo Leda wird zu einem Star, denn er symbolisiert den Triumph der wahren Liebe über die Konventionen. Sein Aufstieg ist kometenhaft, sein Fall jedoch tief … Ling Xis Roman 'Die dritte Hälfte' ist eine furios erzählte, bitterböse Komödie über das neue China – in dem eigentlich alles beim Alten geblieben ist.

Ein sehr schleppender, an der Geduld zehrender Einstieg ... danach teilweise gar nicht übel.

— Zen-Cola

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Fazit: 5***** von mir für diese gut erfundenen und sehr realistischen Biographien der Protagonistinnen, die mich in den Bann gezogen haben.

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  • Chinesische Geschichte des zwanzigsten Jahrhundersts - bissig, aber auch wirr präsentiert

    Die dritte Hälfte

    Zen-Cola

    02. October 2014 um 12:37

    Guo Leda, Stanzer in der hiesigen Schalterfabrik von W., der weltgrößten Stadt, hält um die Hand einer wesentlich älteren Frau an. Skandal oder Heldentat? Jedenfalls treibt dieses Ereignis schon bald Heerscharen von Reportern nach W., Guo Leda erhält haufenweise Fanpost ... er ist ein Star, Ikone der Region; es sind seine sprichwörtlichen fünfzehn Minuten Ruhm, die den Rahmen des Romans liefern und somit Stoff für eine Satire über das moderne China. Obwohl ich regelmäßig und überaus gerne zeitgenössische chinesische Literatur lese, so hatte ich bei Ling Xis »Die dritte Hälfte« ungeahnte Schwierigkeiten, in den Text zu kommen. Der Einstieg liest sich unterhaltsam, aber die folgende erste der drei Buchhälften ließ mich das Buch erst weglegen, ein paar Tage danach erneut beginnen und dann gequält aufseufzen. Der oben skizzierte Inhalt, so wie er auch auf dem Buchrücken steht, will sich anfangs und im weiteren Verlauf überhaupt nicht erschließen. Der aufgeführte Protagonist kommt kaum vor, stattdessen treten unzählige andere Figuren auf, die nahezu kontextlos eingeführt werden und sehr blass bleiben, sodass ich sie kaum auseinander halten oder zuordnen konnte (wie gesagt: Ich lese häufiger chinesische Romane, somit lag es nicht an den vermeintlich ähnlich klingenden Namen!). Ohne das einleitende Personenregister hätte ich wohl aufgegeben und dem Roman lediglich eine flüssige Sprache mit vorsichtig eingestreutem scharfsinnigen, pointierten Sarkasmus und Humor attestiert. Im Laufe der zweiten Hälfte konnte ich mich schließlich doch mit dem Roman anfreunden; weniger allerdings, weil der Plot eine Sogwirkung erschaffen würde, sondern vielmehr, weil nahezu die gesamte chinesische Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts sehr witzig, teilweise zynisch, immer schön spöttisch, dabei verknappt anhand eines Lebenslaufes geschildert wird. Wer sich für chinesische Geschichte interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen. Und abschließend wurde dann sogar der Plot noch rund und in seiner Absurdität auf die Spitze getrieben, sodass ich letztlich fast noch vier Sterne verteilen würde, hätte ich nicht solche Startschwierigkeiten gehabt. Wer leichter in die Geschichte findet, darf sich hier auf einen mit pointiert-bissigem Humor gespickten Roman freuen. Vorwissen zur chinesischen Geschichte sollte jedoch vorhanden sein.

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