Liniers

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Autor von Der rote Ballon.

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Der rote Ballon

Der rote Ballon

 (5)
Erschienen am 14.09.2016

Neue Rezensionen zu Liniers

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-Favola-s avatar

Rezension zu "Der rote Ballon" von Liniers

stimmungsvolles Bilderbuch in Comic-Form
-Favola-vor einem Jahr


Wenn man "Der rote Ballon" aufschlägt, erkennt man sofort, dass man es mit einem ganz speziellen Bilderbuch zu tun hat. Der argentinische Cartoonist Liniers erzählt einfühlsam die Geschichte zweier Schwestern und zwar in Comic-Form.


Matilda liebt den Samstag, denn da kann man tausend Sachen machen. Picknicken, Blumen pflücken, .... und so weckt sie voller Vorfreude ihre kleine Schwester. Nach dem Frühstück realisieren sie jedoch, dass es regnet. Matilda findet das überhaupt nicht schlimm, denn schliesslich macht Regen Spass. Man muss nur das Richtige anziehen. Sie ist voller Tatendrang, Clemmie ist jedoch sehr skeptisch und findet den Regen nur nass. So versucht ihr ihre grosse Schwester den Regen schmackhaft zu machen, denn da kann man so viel machen: Regentropfen mit der Zunge auffangen, in die Pfützen springen oder Regenwürmer suchen.


"Der rote Ballon" ist nicht nur ein Plädoyer für die Freizeit der Kinder, eine Anregung in allem das Positive zu sehen, sondern auch eine wunderbare Geschichte einer Geschwisterbeziehung. Matilda möchte ihrer kleinen Schwester zeigen, wie toll Samstage sind, zeigt ihr viele Möglichkeiten und übernimmt für sie Verantwortung. So ist die ganze Geschichte eigentlich ein Monolog von ihrer Seite, der nur von einzelnen Wörtern, die Clemmie dazwischen sagt, unterbrochen wird.


"Der rote Ballon" weckt aber auch eigene Kindheitserinnerungen, denn Regen war noch nie ein Hindernis für Kinder. Da möchte man selber nochmals klein sein und barfuss im Sommerregen in die Schule gehen, in die grössten Pfützen springen und Schneckenrennen veranstalten.


Die Illustrationen von Liniers sind wunderbar. Passend zum Regenwetter hat er mit Wasserfarbe und Tinte gearbeitet, zum Teil scheint der Regen sogar auf die Bilder getropft zu haben. Zwar sind die Farben eher gedeckt, doch die Emotionen, die Lebensfreude quillt aus jeder Seite.


Fazit:
"Der rote Ballon" ist ein wunderbares Buch über Geschwisterliebe, über die Freiheit der Samstage und über die Schönheit von Regen.
Liniers hat eine stimmungsvolle und liebevolle Geschichte geschaffen, die durch die Comic-Form etwas ganz Besonderes ist und gross und klein in seinen Bann zieht.

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Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Der rote Ballon" von Liniers

Eine wunderschöne Regentag Geschichte aus der Feder des berühmtesten Cartoonisten Aregtiniens
Kinderbuchkistevor 2 Jahren

Der rote Ballon, ein wunderbares Buch über einen Regentag.
Wir Erwachsene können oft nicht verstehen wieso Kinder Dinge faszinierend und toll finden, die wir als lästig oder unschön betrachten.
Regen ist für manche so ein Thema.
Ich selbst mag Regen ,kenne aber unzählige Leute, die mich komisch anschauen wenn ich ohne Schirm durch den Regen gehe.
Regen als Thema für ein  Bilderbuch gibt es leider nur wenig.
1993 erschien eines meiner Lieblingsbücher, "Das Pfützenungeheuer" von Marlies Arold mit Bildern von Annett Rudolph. Unzählige Male musste ich es meinen Kindern vorlesen. Kurze Zeit später wurde  das Buch Teil meiner Diplomarbeit.
"Der rote Ballon" beschreibt einen Regentag.
Der berühmteste Cartoonist Argentiniens , Liniers hat  hier ein wunderschönes Buch geschaffen.
Im Cartoonstil mit gedeckten, dem Regenwetter typischen dunkleren aber freundlichen  Farben kommt schon beim Betrachten der Bilder die richtige Stimmung auf. Die Fröhlichkeit im Nass ist wunderbar eingefangen und umgesetzt. Schön finde ich auch den Satz über Liniers Arbeit. Hier können wir lesen:
"Liniers arbeitete mit Tinte, Wasserfarben und Regentropfen."

Matilda und ihre kleine Schwester Clemmie freuen sich immer aufs Wochenende. Kein Kindergarten du keine Schule. Zeit einfach das zu tun was man gerne möchte. Zeit zum Spielen, Picknick machen, Zeit zum Blumen pflücken. Samstags ist alles toll sogar das Essen und Trinken, meint Matilda, schmeckt dann besser. Doch dann entdeckt Clemmie, dass es regnet. Sie findet Regen gar nicht so schön doch Matilda versucht ihr zu erklären, dass auch Regen Spaß machen kann wenn man sich richtig anzieht. Also ziehen sie Regenjacken und Gummistiefel an und gehen in den Regen. Matilda rennt fröhlich durch das strömende Nass während Clemmie unter einem Dach stehen bleibt und skeptisch Matildas Treiben beobachtet. Auch gutes Zureden hilft nicht. Clemmie möchte nicht nass werden. Immer wieder versucht sie Gefallen am Regen zu finden findet es aber nur "Nass!". Da hat Matilda eine Idee. Sie holt einen Regenschirm. Clemmie ist noch klein und versteht noch nicht immer alles aber der Regenschirm gefällt ihr. Die beide lauschen den Geräuschen die der Regen macht. Es klingt wie Klatschen meint Matilda und Clemmie klatsch in die Hände. Das macht Spaß. doch plötzlich kommt ein Sturm auf. Die Bäume wiegen im Wind und der Schirm zerreißt. Clemmie fängt an zu weinen. Matilda versucht ihr zu erklären, dass sie den Schirm gar nicht benötigen denn im Regen kann man ganz viel tolle Dinge machen. Zum Beispiel Regentropfen mit der Zunge fangen, in Pfützen stapfen, Regenwürmer suchen. Regenwetter riecht so gut. Bei Regenwetter kann man oft Regenbogen sehen wenn die Sonne scheint. Matilda schafft es tatsächlich alles Schöne, das der Regen bietet, Clemmie zu vermitteln und sie hat eine Idee. Sie holt Clemmies roten Luftballon den möchte sie dem Regenbogen schenken. Der rote Ballon kann zum Regenbogen fliegen doch das gefällt Clemmie gar nicht und rennt hinter ihm her. Der Ballon steigt höher und höher bis er nicht mehr zu sehen ist.  Matilda wollte nicht das Clemmie traurig ist und besorgt ihr noch am Abend neue Ballons, denn sie möchte, dass der Samstag auch für die kleine Schwester ein schöner Tag ist.
Samstage machen Spaß!
Regen macht Spaß!
Aber Sonntage, die machen auch Spaß denkt Matilda am Abend in ihrem Bett und so schlafen die beiden ein.

Im Anschluss an die Geschichte erfahren wir noch etwas über den Autor und Illustrator Liniers, der mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern  in Argentinien lebt und die ihn zu diesem Buch inspiriert haben.
Der letzte Satz zu ihm lautet:
"Wie seine Töchter mag Linieres Regentage fast ein bisschen lieber als Sonnentage"


Schön wenn man sich das Gefühl der Kindheit in das Erwachsenen Leben retten kann.
Ich musste bei diesem Buch an meine Kinder denken, die im Sommer bei strömendem, warmen Regen herausgelaufen sind und unglaublich gelöst im Regen durch die Pfützen gesprungen sind und dann entdeckte einer die "Regendusche" Eine Dachrinnen die am Ende des Hauses endete und sich das Wasser nach unten ergoss. Nachbar, die dieses Spiel beobachteten sprachen mich später darauf an, wie ich es denn erlauben könne, dass die Kinder im Regen  so rumtollen.
Wie heißt es doch: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung".
Das sollten wir Erwachsene etwas mehr verinnerlichen, denn Regen kann wirklich schön sein, vor allem im Sommer.
Danke an Linieres, der sich diesem Thema angenommen hat und vielleicht  in den Kindern die Neugier weckt beim nächsten Regen einfach einmal heraus zu gehen.
Zauberhafte Bilder erzählen diese Geschichte in Sprechblasen und transportieren die Stimmung der gesamten Erzählung.

Ein wunderschönes, einfühlsames, stimmungsvolles, liebevolles, phantastisches Buch!


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Eva-Maria_Obermanns avatar

Rezension zu "Der rote Ballon" von Liniers

Wir lieben es
Eva-Maria_Obermannvor 2 Jahren

Der rote Ballon erzählt die Geschichte zweiter Geschwister, die zusammen einen Samstag verbringen. Es regnet, doch das hindert die Kinder nicht, in den Garten zu gehen. Das ältere Geschwisterchen übernimmt fast ausschließlich die Rede, einen Erzähler gibt es nicht und das kleinere Geschwisterkind unterstütz nur mit einzelnen Worten. So wird das Buch im Grunde zu einem einzigen Monolog. Ein ausdrucksstarker Monolog.

Die Geschichte wird darum auch erst in Zusammenhang mit den Bildern vollständig, die vom Autor selbst stammen. In einer wunderschönen Symbiose führt das große Kind sein jüngeres Geschwisterchen, das noch im Gitterbettchen schläft, und damit den Leser durch den verregneten Samstag. Dabei zeigt es die beneidenswerte Fähigkeit, immer das Positive zu sehen. Das reißt mit. Sowohl das kleinere Kind, als auch den Leser jeden Alters.

Sehr gelungen finde ich die universelle Art der Kinder. Der einzige Hinweis, dass der Autor eventuell seine Kinder als Vorlage nutzt – zwei Mädchen – steckt in dem Kosenamen des größeren Kindes für das Kleine. „Clemmie“, sagt es. Die jüngste Tochter von Liniers heißt Clementina. Doch das Geschlecht spielt keine Rolle. Genauso wie es für Kinde in dem Alter der Figuren absolut noch keine Rolle spielt. Der Blick, den der Autor und Künstler hiermit erzeugt, ist exemplarisch für das Buch. Es ist der absolut unschuldig kindliche Blick. Der Blick, der das Samstagsfrühstück besser schmecken lässt und Regen zu einem wunderbaren Spiel werden lässt.

Doch das ist noch nicht alles, was Der rote Ballon Lesern, Vorlesern, Zuhörern und Betrachtern ermöglicht. Das Buch zeigt außerdem eine rührende Geschichte von einer Geschwisterbeziehung. So wie das kleine Kind sein großes Geschwisterchen verehrt und folgt, bemüht sich das Große, auf die Ängste und Bedürfnisse einzugehen, die das Kleinkind zeigt. Ein wunderbarer Spiegel für die Verkopftheit der Erwachsenen, die nur ihren eigenen Weg sehen. Doch hier ist das ältere Kind zwar in gewisser Weise lehrend, lernt aber selbst genauso. Fast scheint es, dass es seine kindlichen Fähigkeiten nur entdeckt, um das Kleine zu begeistern.

Viel Herz und Wärme stecken in diesen 32 Seiten, die uns alle begeistern. Der Große liest es seinen kleinen Geschwistern vor, die sich auch allein durch die Bilder begeistern. Und ich freue mich immer wieder auf das Buch, auf seine Geschichte, sein Ende, das Gefühl, dass es in uns hinterlässt. Absolute Empfehlung!

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