Zum Ende des Jahres war es mir ein Anliegen, die ein oder andere SUB-Leiche von ihrem Unglück zu befreien. Darunter auch "Being Young" von Linn Skåber (übersetzt von Gabriele Haefs). Jetzt, wo ich es endlich gelesen habe, muss ich sagen: Ich bereue es, es nicht früher gelesen zu haben. Mittlerweile bin ich nämlich nicht mehr in der Pubertät. Die intensiven Jahre der Jugend liegen mittlerweile hinter mir. Trotzdem erinnere ich mich noch sehr gut an die Zeit und ich bin mir sicher – damals hätte mir das Buch wirklich eine Stütze sein können.
In vielen kleinen Geschichten, die oft nur wenige Seiten lang sind, werden die Perspektiven von den verschiedensten Jugendlichen dargestellt. Diese spiegeln dabei auf eine sehr nahe und intensive Weise die Gedanken und verwirrten Gefühle der Jugendlichen wider. Dabei werden sie nicht verurteilt oder in irgendeiner Weise zurechtgewiesen. Im Gegenteil, in dem Buch dürfen die Jugendlichen einfach sein. Unterstrichen sind diese Geschichten von Illustrationen, die jedoch nicht immer meinen Geschmack getroffen haben.
Auch wenn das Buch für mich heute nicht mehr die Funktion einer Stütze haben konnte, hat es doch etwas anderes mit mir gemacht, was mindestens genauso wertvoll war: Es hat mir geholfen, mich wieder an die vielen intensiven Momente der letzten Jahre, die Ängste, die man überwinden konnte, und die Probleme, die man bewältigt hat, zurückzuerinnern.




