Linn Strømsborg

 4,3 Sterne bei 202 Bewertungen
Autor*in von Nie, nie, nie, Verdammt wütend und weiteren Büchern.

Lebenslauf

LINN STRØMSBORG, geboren 1986, debütierte 2009 mit dem Roman ›Roskilde‹. Seitdem hat die Autorin vier weitere Romane geschrieben. Bei DuMont erschien 2021 der hochgelobte Roman ›Nie, nie, nie‹.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Linn Strømsborg

Cover des Buches Nie, nie, nie (ISBN: 9783832166212)

Nie, nie, nie

(150)
Erschienen am 12.04.2022
Cover des Buches Verdammt wütend (ISBN: 9783755805533)

Verdammt wütend

(50)
Erschienen am 10.10.2025
Cover des Buches Nie, nie, nie: Roman (ISBN: B08NMS8TNF)

Nie, nie, nie: Roman

(2)
Erschienen am 12.04.2021
Cover des Buches Nie, Nie, Nie & Verdammt wütend (ISBN: 9783755812043)

Nie, Nie, Nie & Verdammt wütend

(0)
Erschienen am 01.02.2026

Neue Rezensionen zu Linn Strømsborg

Cover des Buches Verdammt wütend (ISBN: 9783755805533)
Buechervorhersages avatar

Rezension zu "Verdammt wütend" von Linn Strømsborg

Buechervorhersage
Eine zurecht VERDAMMT WÜTENDE Frau

Das Buch beginnt damit, dass der Werdegang einer Frau beschrieben wird, wie sie aufwachsen und erzogen werden, was von ihnen erwartet wird und was sie aushalten sollen. Diese Aufzählung ist so wahr und stimmig und sie hat mich direkt wütend gemacht. Anschließend lernt man Britts Leben und ihre Geschichte kennen. Wie es zu dem Wutanfall im Ferienhaus gekommen ist. Was sie alles bisher erlebt hat, dass zu so einer Gefühlsexplosion geführt hat. Ich habe Britts Wut als Frau sehr gefühlt und war entsetzt, was für einen rücksichts- und verständnislosen Mann sie geheiratet hat. Er war mir sofort unsympathisch. Gleichzeitig haben mich aber auch manchmal Britts bereuende Gedankengänge wütend gemacht. Sie hat die Schuld oft bei sich selbst gesucht und hatte das Bedürfnis sich zu entschuldigen, obwohl ihre Reaktion absolut passend war. Das war für mich manchmal schwer auszuhalten. Daher habe ich mich über Nicos Charakter als ausgleichenden Part gefreut. Sie interessiert sich nicht für die Normen, die die Gesellschaft für Frauen festgelegt hat. Sie macht einfach das, was sich für sie richtig anfühlt und es ist ihr egal, wenn sie damit aneckt. Ihre Lebensweise war Britt immer unverständlich und die beiden Frauen standen sich dadurch nie nahe, doch nun erkennt Britt, dass sie Nico um ihre Leichtigkeit beneidet und schafft es, sich von diesem Lebensgefühl anstecken zu lassen. Darüber war ich sehr froh, da ich in der Geschichte kurzzeitig die Sorge hatte, dass sie weitermacht wie bisher und sich nur für einen Tag getraut hat, auszubrechen und sich nicht zurück zu halten.

Der Schreibstil der Autorin ist andersartig, es gibt keine festen Kapitel oder eine feste Erzählstruktur, sondern es gibt immer wieder Abschnitte, die Informationen und Gedanken einstreuen, mal aus der Gegenwart, mal aus der Vergangenheit und meistens recht ruhig und sachlich erzählt. Zuerst war der Stil etwas ungewohnt für mich, doch ich habe mich schon bald daran gewöhnt und war bei jedem Abschnitt gespannt, was ich als Nächstes erfahren werde. 

Cover des Buches Verdammt wütend (ISBN: 9783832168438)
das_lesende_ichs avatar

Rezension zu "Verdammt wütend" von Linn Strømsborg

das_lesende_ich
Brittsommer

☄️
𝘞𝘦𝘯𝘯 𝘮𝘢𝘯 𝘻𝘶 𝘯𝘢𝘩 𝘥𝘳𝘢𝘯 𝘪𝘴𝘵 𝘢𝘯 𝘥𝘦𝘮, 𝘸𝘢𝘴 𝘸𝘦𝘩𝘵𝘶𝘵, 𝘢𝘯 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘮, 𝘸𝘢𝘴 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘴𝘰 𝘨𝘦𝘭𝘢𝘶𝘧𝘦𝘯 𝘪𝘴𝘵, 𝘸𝘪𝘦 𝘮𝘢𝘯 𝘦𝘴 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘷𝘰𝘳𝘨𝘦𝘴𝘵𝘦𝘭𝘭𝘵 𝘩𝘢𝘵, 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘮𝘢𝘯 𝘢𝘮 𝘌𝘯𝘥𝘦 𝘨𝘢𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳𝘴 𝘢𝘭𝘴 𝘸𝘶̈𝘵𝘦𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘪𝘯.


💭
Nachdem mich 𝘕𝘪𝘦, 𝘯𝘪𝘦, 𝘯𝘪𝘦 so begeistert hat, war ich unglaublich gespannt auf dieses Buch und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. 𝘝𝘦𝘳𝘥𝘢𝘮𝘮𝘵 𝘸𝘶̈𝘵𝘦𝘯𝘥 ist ein Roman, der leise beginnt, aber eine enorme emotionale Wucht entfaltet.

Im Mittelpunkt steht die 43-jährige Britt, die gemeinsam mit ihrem Mann Espen und einem befreundeten Kreis ein paar Tage in einem Sommerhaus verbringt. Mit dabei sind unter anderem ihre Tochter Elise, das Paar Trond und Anita mit ihren Kindern sowie Nico, der das Haus gehört.

Schon auf den ersten Seiten entlädt sich Britts Wut, sodass sie sich ans Meer zurückzieht und ihren Gedanken freien Lauf lässt. Dadurch bekommt man einen sehr intensiven Einblick in ihre Gefühlswelt.

Obwohl Britt Nico zunächst nicht mag, steigen beide ins Auto und verschwinden. Mit der Zeit wird es leichter für Britt und sie kann sich öffnen und stößt auf Verständnis. 

Besonders spannend ist die Dynamik innerhalb der Gruppe. Während die Erwachsenen unterschiedlich auf Britt und deren Verschwinden reagieren und ihre eigenen Vorstellungen von Beziehung und Verantwortung offenbaren, bleiben die jüngeren Kinder noch unbeschwert. Runa hingegen beobachtet als Teenager genau und zeigt ein überraschendes Verständnis für Britt. Auch Gespräche zwischen Espen und Trond eröffnen neue Perspektiven.

Zentrale Themen sind Wut, Beziehungen und Verantwortung. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie sich angestaute Gefühle über Jahre hinweg aufbauen können und was passiert, wenn sie sich ihren Weg nach außen bahnen.

Das Ganze spielt in Norwegen und allein das Setting hat für mich schon einen besonderen Reiz. Die Natur, das Meer, die Weite: All das unterstreicht die Stimmung des Buches perfekt und hat direkt einen Platz in meinem Herzen gefunden.

Ich mag den Schreibstil von Linn Strømsborg sehr. Die Kapitel sind kurz, der Text liest sich unglaublich flüssig, und man fliegt nur so durch die Seiten. Gleichzeitig ist da immer diese unterschwellige Spannung, diese aufgestaute Wut von Britt, die sich durch das ganze Buch zieht.

Auch der Aufbau ist besonders: Der Roman ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die unterschiedliche Perspektiven und Momente beleuchten, was zusätzliche Tiefe schafft und das Geschehen vielschichtig wirken lässt.

𝘝𝘦𝘳𝘥𝘢𝘮𝘮𝘵 𝘸𝘶̈𝘵𝘦𝘯𝘥 ist ein intensiver, kluger und emotionaler Roman über das, was passiert, wenn man zu lange funktioniert. Ein Buch, das nachhallt und zum Nachdenken anregt.
Für mich wieder ein echtes Highlight.
Absolute Leseempfehlung!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
(10/10) 

Cover des Buches Verdammt wütend (ISBN: 9783755805533)
Martina_Glatzfelders avatar

Rezension zu "Verdammt wütend" von Linn Strømsborg

Martina_Glatzfelder
Wut als Lösung?

Britt, Mitte Vierzig, verheiratet, eine Tochter ist wütend und das schon ihr ganzes Leben lang. Liegt es an ihrer Kindheit in welcher sie einen prägenden Verlust hinnehmen musste? Liegt es am Mädchen- und Frausein? Liegt es an ihrem Wesen, ihrem Charakter oder am Leben allgemein? Sie weiß es nicht so genau und kann ihre Gefühle nur schlecht Mitteilen. Bis ihr der Kragen platzt, im Sommerurlaub, und sie alle um sich herum anschreit.

Ich habe das Buch in weniger als zwei Tagen durchgelesen, es ist mit etwas über 200 Seiten kurz und nicht unangenehm geschrieben. Dennoch deprimierte mich das Buch über weite Teile. Nicht wegen des Themas Gleichberechtigung und Frausein an sich, sondern wegen Britts allgegenwärtiger negativer, wütender Einstellung. Da war ich doch froh, als auf Seite 105 wenigstens eine halbe Seite geschrieben steht, was Britta gefällt, was sie schön findet.

Ist Wut im Kampf um Gleichberechtigung tatsächlich zielführend? Ich denke nicht. Die Wut sollte sich in Mut umschlagen. Mut für sich selber einzustehen, auf sich zu hören und seine Grenzen zu ziehen, seinem Umfeld mitteilen, wenn es zu viel wird, wenn eine Pause notwendig ist, wenn wir Zeit für uns brauchen, über Gefühle reden – und zwar über die positiven wie die negativen. Wir sind eine Generation von Frauen, vielleicht die erste die wirklich etwas bewirken kann – bei sich und anderen. Geben wir unseren Töchtern auf den Weg, sich selbst sein zu dürfen, sich so anzunehmen wie sie sind, Nein zu sagen, Grenzen zu ziehen, auf sich zu hören und ziehen wir unsere Söhne zu empathischen Menschen groß, die Gefühle zulassen, die Ja zur Gleichberechtigung sagen und dieses Ziel täglich vor Augen haben, beruflich und privat, mit ihren Partner*innen auf Augenhöhe sind, auch wenn es schwierig oder anstrengend wird im Leben.

Das Buch gibt gute und wertvolle Denkanstöße, bleibt für mich aber viel zu sehr im Negativen haften.

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