Linus Reichlin Das Leuchten in der Ferne

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Inhaltsangabe zu „Das Leuchten in der Ferne“ von Linus Reichlin

Die Gezeiten von Liebe und Krieg Ein abenteuerlicher Roman über einen Kriegsreporter, eine Liebe unter extremen Bedingungen und über die Sucht nach Gefahr. Moritz Martens, einst gefragter Kriegsreporter, bekommt seit Monaten keine Aufträge mehr. Er ist müde geworden, sein Konto ist fast leer, seine Ehe ist schon vor Jahren gescheitert und seine Affären machen ihn nur noch einsamer. Da weht der Zufall eine Frau in Martens’ Leben: Die faszinierend fremdländisch wirkende Miriam Khalili. Ihr Vater war einst aus Afghanistan geflohen, sie selbst ist in Berlin aufgewachsen. Miriam erzählt Martens eine unglaubliche Geschichte: Sie würde eine junge Afghanin kennen, die als Junge verkleidet seit Monaten mit einer Talibangruppe durch die Berge zieht. Der Anführer der Gruppe ist weit über die Grenzen des Landes hinaus für seine Brutalität und seinen Frauenhass berüchtigt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das Mädchen enttarnt wird. Um sich zu retten sei es bereit, für zehntausend Dollar ein Interview zu geben. Miriam könne über einen Kontaktmann ein Treffen an einem geheimen Ort arrangieren. Doch schon in der Transall nach Feyzabad beginnt Martens an der Echtheit der Geschichte zu zweifeln. Ganz offensichtlich war Miriam noch nie zuvor in Afghanistan und verwickelt sich auch sonst immer mehr in Widersprüche. Doch Martens liebt das Unvorhersehbare und lässt sich trotzdem auf das Abenteuer ein. Er kann nicht ahnen, wie sehr das, was ihn in Afghanistan erwartet, sein Leben verändern wird. 'Endlich, endlich sind wir im Hier und Heute! Da ist sie ja, die Gegenwart der oft ja nur sogenannten Gegenwartsliteratur.' Richard Kämmerlings (Die Welt) zu einer Vorstufe des Romans

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    Das Leuchten in der Ferne
    Monsignore

    Monsignore

    10. March 2014 um 21:13

    Er ist in die Jahre gekommen und beruflich gescheitert. Den erfahrenen, zähen Kriegsreporter will keiner mehr. Bis ihm eine Frau in Berlin eine hochbrisante Story anträgt: ein Mädchen, das als Mann verkleidet bei den Taliban mitkämpft und ihre Geschichte anbietet, als Gegenleistung will sie das Land verlassen können. Natürlich verliebt sich der Reporter in die Berliner Frau. Natürlich ahnt der Leser, dass er sich benutzen lässt, dass er letztlich wieder scheitern wird. Doch all das macht nichts. Denn es geht in einer hochspannenden Story nach Afghanistan, in die Wirren des Krieges, in die geheimnisumwitterten Berge, die keine Macht der Welt bislang bezwingen konnte. Und es wird eine sehr menschliche, anrührende Story, ohne Sentimentalität und ohne Kriegsromantik. Einer der wenigen wirklich guten Romane über den Afghanistankrieg und die deutsche Beteiligung daran.

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  • Das eigene Leben als Krisengebiet

    Das Leuchten in der Ferne
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    22. May 2013 um 09:53

      In faszinierender, sprachlich eleganter und den Leser durchweg erreichender Weise, verbindet Linus Reichlin in seinem neuen Roman „Krisengebiete“, die, jedes für sich, die ganze Kraft seiner Protagonisten erfordern.   Afghanistan, die Taliban, Misstrauen, Fremde und Gewalt und darin als Kriegsreporter auf besonderer Mission bestehen, das ist der äußere Rahmen, das „äußere“ Krisengebiet, das Reichlin präzise und „von Innen her“ darstellt und in der Atmosphäre und den Eigenheiten des Landes und der Situation hervorragend trifft.   Die eigene Zerrissenheit, die eigene Flucht vor dem Leben, die Unmöglichkeit für ein „normales Leben“, ja, im Eigentlichen die Verachtung all dessen, was diesen ganz normalen Alltag mit seinen „Krötenwanderungen und Kampf gegen den Fluglärm“ ausmacht, das ist das innere „Kampfgebiet“ des Moritz Martens, nicht nur äußerlich langsam verglühender Kriegsberichtsreporter, ohne größere Aufträge und ohne inneren Halt. Weder in seiner ehemaligen Ehe noch bei seiner Tochter noch bei seiner aktuellen Geliebten ist es ihm gelungen, „innerlich sesshaft“ zu werden. Das erreicht ihn alles nicht wirklich.   „Rechts vor links. Sättigungsbeilage. Altervorsorge. Es fehlte niemandem ein Ohr, ein Arm oder in Fuß. Martens gab sich aufrichtig Mühe. Er versuchte, das alles ernst zu nehmen“. Ohne Erfolg. Nur im besten Essen, in Sterne Restaurants, im perfekt gegarten Fisch, in der Explosion der Geschmäcker im Mund, da findet er ein stückweit ganz zu sich, da kann er sein.   Gerade dies Ergebenheit dem Geschmack gegenüber setzt Reichlin bedacht ein und macht die Erwähnungen doch zu einer Art Dreh- und Angelpunkt der Persönlichkeit seiner Hauptfigur. „Sich fühlen“, das ist, was Martens mangelt und was er an den gefährlichsten Orten sucht.   Und nun tritt eine dritte Ebene hinzu. Das erste Mal ins einem Leben vielleicht trifft Martens auf eine Frau, die ihn, gegen seinen Willen, fasziniert. Die ihn „im hier und jetzt“ hält. Die ihn, offenen Auges, lieber blind sein lässt für die vielen Ungereimtheiten ihres „Reportage Angebotes“. Martens überzeugt einen Redakteur von diesem neuen Auftrag und reist mit Miriam nach Afghanistan. Wobei er dort feststellen wird, dass Miriam alles Mögliche erzählt hat, nur nicht das, worum es eigentlich geht, warum die Suche nach dieser gefährlichen Taliban-Gruppe in Afghanistan so wichtig für sie ist. Und als es dann offenkundig wird, ist es auch egal, Martens zieht mit.   In all diesen Ereignissen legt Reichlin dem Leser, neben Selbstfindung und einer Liebesgeschichte, an der Martens erwachsen werden kann und die wunderbare Welt der Normalität für sich finden könnte, eine emotional den Leser erreichende „Reportage“ über das Land ins Buch. Sein eigenes Ziel legt seiner Figur Martens in den Mund:   „Er glaubt, dass der subjektive Bericht eines Einzelnen das Wesen eines Krieges, und die mit ihm zusammenhängenden Vorgänge, besser erschließen konnte als ein Film. Gerade durch die Subjektivität gelangte man in eine Tiefe. Die entscheidenden Merkmale einer Landschaft ließen sich zwar Abfilmen, aber nicht ergründen, denn das Wesentliche war das Zusammenspiel zwischen den Eigenheiten der Landschaft und den Menschen, die sich ... darin bewegten“.   Das ist, was Reichlin vor Augen führt. Den subjektiven Blick von Innen und die sprachlich treffend dargestellte Atmosphäre. In den Protagonisten und im Land um sie herum.   Ein spannendes, intensives und sehr treffendes Buch über das „ganz normale Leben“, die Liebe und ein tief befremdendes Land, dass der Leser nach der Lektüre besser versteht, ohne die Fremdheit abschütteln zu können.

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  • Rezension zu "Das Leuchten in der Ferne" von Linus Reichlin

    Das Leuchten in der Ferne
    Clari

    Clari

    06. February 2013 um 20:04

    Fahrt ins Ungewisse. Was zunächst als unterhaltsamer Roman aus dem Berliner Großstadtmilieu beginnt, entwickelt allmählich eine fulminante Dynamik hin zu einem Krimi der besonderen Art. Der bereits im mittleren Lebensalter stehende Moritz Mertens lernt bei der Wohnungssuche eine junge Frau kennen. Sie befindet sich mit ihrem kleinen Sohn Sinan ebenfalls auf Wohnungssuche. Die beiden freunden sich an, und mit einer skurrilen Geschichte lockt die junge Frau den ehemaligen Kriegsreporter aufs Glatteis. Ihr Vater stamme aus Afghanistan, ihre Mutter war eine deutsche Jüdin. Diese ist wie der Vater schon lange tot. Miriam weiß von einem Mädchen zu berichten, das sich in Männerkleidung mit einer Rebellengruppe der Taliban auf Kriegsspuren befindet. Für 10.000 Dollar ist letztere bereit, dem Reporter ein Interview zu gewähren. Mit dem Geld will sie sich aus ihrer verdeckten Zugehörigkeit zu der Truppe befreien. Moritz gelingt es, seinem Zeitungsverleger die Sache schmackhaft zu machen. Er bekommt das Geld und fliegt zusammen mit Miriam nach Afghanistan. Dort gelangen sie auf abenteuerlichen Wegen zu den Taliban, bei denen sich Pason, das versteckte Mädchen, als Mann aufhält. In einer Reihe von zwielichtigen Verwicklungen enthüllt Linus Reich eine unendliche Kette von Familienbeziehungen. Man erfährt etwas von der Moral und von den Gesetzen, unter denen die Taliban leben. Grausamkeiten und Korruption sind an der Tagesordnung. Dass auch Miriam ihr trübes Spielchen mit Moritz treibt, macht die Lage für unseren Helden nicht besser. Er hat beträchtliche Abenteuer zu bestehen, schwebt mehr als einmal in Todesgefahr und lernt eine Menge über das raue Leben in diesem fernen Land dazu. Moritz bleibt der traurige Held, der sich reinlegen lässt und am Ende seine persönlichen Konsequenzen aus dem Erlebten zieht. Mit tiefer Sehnsucht nach Ordnung, Liebe und Geborgenheit bedenkt er als Fazit seine Lehren aus den vielfältigen Abenteuern. Linus Reichlin hat einen bemerkenswerten und absolut lesenswerten Abenteuerkrimi geschrieben. Man brennt auf jede Neuigkeit im Leben von Moritz und mag sich von der Lektüre nur schwer verabschieden.

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