Linus Reichlin Die Sehnsucht der Atome

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Inhaltsangabe zu „Die Sehnsucht der Atome“ von Linus Reichlin

»Ein fulminantes Debüt!« Ulrich Noller, WDR. Kommissar Jensen beschäftigt ein höchst rätselhafter Fall: Ein amerikanischer Tourist hatte um Hilfe gebeten, weil er sich bedroht fühlte. Am nächsten Tag findet man ihn tot auf der Straße. Seine Obduktion deutet auf einen Mord, der menschliche Fähigkeiten übersteigt. Was haben seine zehnjährigen Zwillingssöhne damit zu tun, die spurlos verschwunden sind? Oder deren mysteriöse Kinderfrau, der seherische Fähigkeiten nachgesagt werden? Und wie soll Jensen das herausfinden, wenn ihm eine mysteriöse Blinde immer wieder dazwischenfunkt?

Ein ungewöhnlicher, aber sehr fesselnder und tiefsinniger Krimi, regt zum Nachdenken an!

— Aleshanee
Aleshanee

Was soll ich sagen?Es ist perfekt.Mitreißender Krimi ohne einfache Wahrheiten, konsequente&starke Hauptfiguren, mit'ner Prise Poesie&Physik.

— franzzi
franzzi

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Was wir getan haben

Leider langweilig und langatmig. Habe, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, mehr erwartet.

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waaaahnsinn, diese reihe!.... band 4 haut mich komplett um.... spannend von seite 1 bis 570.. ohne längen.... hammer!

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    Die Sehnsucht der Atome
    Aleshanee

    Aleshanee

    21. March 2015 um 07:13

    Zum Inhalt Hannes Jensen, deutscher Inspektor, 50 Jahre jung, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Brügge bei der Polizei. Fünf Tage vor seinem Vorruhestand kommt der Amerikaner Brian Ritter zu ihm, der um sein Leben fürchtet. Die Morddrohung scheint aber ein Schwindel zu sein und Jensen macht sich eher Sorgen um die beiden Kinder von Ritter, die 10jährigen Zwillinge. Denn Ritter ist Alkoholiker und der Zustand des Hotelzimmers und die Reaktionen der Kindern geben Grund zur Besorgnis. Als man am nächsten Morgen Brian Ritter tot auffindet, will Dupont, der Chef der Kripo, die Schuld Jensen in die Schuhe schieben. Dieser macht sich auf eigene Faust an die Aufklärung des Falls und erhält unerwartete Unterstützung von Annick O´Hara, eine blinde, herrische Frau, die ihre eigenen, undurchschaubaren Gründe hat, den Fall zu verfolgen. Meine Meinung Das Cover hat mir gut gefallen - nichts besonderes, spiegelt aber sehr gut eine düstere Atmosphäre wider, die man bei einem Krimi erwartet. Der Titel hat mich ja etwas irritiert, aber da der Protagonist Hannes Jensen ein Faible für Physik hat, ergab es dann wieder einen Sinn. Das Hobby für Quantenphysik bleibt zwar meistens nur am Rande erwähnt, trotzdem fand ich die kleinen, manchmal sehr philosophischen Verbindungen zwischen den physikalischen Gesetzen und Jensens Gedanken faszinierend. Überhaupt ist der Schreibstil von Linus Reichlin ungewöhnlich und an kleinen Stellen fast schon metaphorisch, was ich bei einem Krimi überhaupt nicht gewohnt bin. Aber es passt sehr gut zur Geschichte, denn der Autor schafft hier eine sehr einnehmende, dichte Atmosphäre und auch der Fall des toten Brian Ritter scheint eine übernatürliche Komponente zu haben. Der Lesefluss wirkt einfühlsam, ja eher behutsam, ohne zu stocken oder langweilig zu werden. Erzählt wird aus der Sicht des Protas. Hannes Jensen, mit dem man immer vertrauter wird, hat einige Schicksalsschläge hinter sich. Die Alkoholsucht seiner Mutter hat ihn sehr geprägt, ebenso wie der frühe Tod seiner Frau, um die er seit 12 Jahren trauert. Er konnte in Brügge, der Heimat seiner verstorbenen Frau, niemals so richtig Fuß fassen und hat seitens seines Chefs eine neidische Abneigung zu spüren bekommen. Die Kündigung kam von Hannes Jensen selbst und obwohl er sich innerlich darauf eingestellt hat und sich darauf freut, seine neue Freizeit physikalischen Experimenten zu widmen, ist er sich unsicher, wie sein weiteres, einsames Leben aussehen wird. In seinem Beruf hat er ein gutes Auge für Details, beobachtet und analysiert sein Umfeld und die Personen, die ihm begegnen. Annick O´Hara, ein lästiges Anhängsel, die sich ihm regelrecht aufgezwungen hat, ist eine blinde, sehr beherrschte Frau, die es gewohnt scheint, dass man tut, was sie sagt. Ihr Verhältnis zu Jensen ist geprägt von Abneigung und einer subtilen Anziehungskraft. Ich bin lange Zeit nicht wirklich schlau aus ihr geworden und ihre Beweggründe werden bis zum Schluss im Dunkeln gehalten. Die Beziehung zwischen den beiden ist mehr als kompliziert und erfüllt zum Glück nicht die üblichen Klischees. Der Fall selbst ist sehr verzwickt durch viele kleine Umstände, die einige Rätsel aufgeben. Je tiefer Jensen gräbt, desto unwirklicher erscheint ihm das ganze. Es geht nur gemächlich voran, was aber nichts ausmacht, weil das ganze in einen fesselnden Schreibstil und ungewöhnlichen Entwicklungen verpackt ist. Gedanken zu Wunderheilern, zu Wirklichkeit gewordenene Gebeten und der widersprüchlichen Welt, in der wir leben, hat dem ganzen eine ungewöhnliche Atmosphäre gegeben. Ich muss dazu nochmal das Experiment erwähnen, das der Autor hier desöfteren streift und durch Jensen auch mal deutlicher zur Sprache bringt. Physik finde ich ja extrem spannend, weil sie so viel von der Welt erklärt und gleichzeitig philosophische Fragen aufwirft. Darum habe ich auch nach diesem Doppelspaltexperiment gegoogelt und eine echt interessante und eindrucksvolle kleine Aufzeichnung gefunden - für alle diejenigen, die sich einem der vielen Rätsel unserer Welt stellen wollen :D Wirklich verstanden habe ich nicht alles, was der Physiker hier erzählt, aber ich möchte da auf jeden Fall noch mehr darüber lesen. Fazit Ich fand das Buch großartig, obwohl ich gar nicht genau sagen kann, was genau mich so daran gefesselt hat. Alles im einzelnen war nichts besonderes, aber im Gesamtbild hat es mich einfach überzeugt! © Aleshanee Weltenwanderer Hannes Jensen 1 - Die Sehnsucht der Atome 2 - Der Assistent der Sterne 3 - Er

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  • Die Einsamkeit der Menschen und die Sehnsucht der Atome

    Die Sehnsucht der Atome
    franzzi

    franzzi

    "Und doch war das Universum erfüllt von einem göttlichen Hauch. Aber das wurde einem eben erst dann klar, wenn man den Gedanken an einen Gott verwarf und das eigentliche Wunder erkannte: Das Universum hatte sich selbst erschaffen. Und schon in seinen kleinsten Teilen, den Quarks und Elektronen, wirkte eine blinde Vernunft, ein nie geschmiedeter Plan zum Zusammenschluss, zur geordneten Verklumpung, aus der immer komplexere Strukturen entstanden, Sonnen, Planeten, Amöben und schließlich ein Mensch, der an seinem Klavier die Arie der Königin der Nacht komponierte. Dies alles war weitaus wunderbarer und rätselhafter als alles, was je in ein heiliges Buch hineingeschrieben worden war." (328) Klingt gar nicht nach einem Krimi, was Linus Reichlin da in seinem Debüt "Die Sehnsucht der Atome" schreibt. Könnte daran liegen, dass es auch gar kein so richtiger Krimi ist. Keiner der Machart "Whodunnit?", keiner, der doppelbödige Rätsel mit unerwarteten Wendungen verwebt, keiner, der am Ende klare Verhältnisse schafft, aber auch keiner, der eine wichtige Frage offen lässt. Dieses Buch ist in all seinen Bausteinen ziemlich perfekt. Das fängt schon mit dem Ermittler an, Kommissar Jensen aus Brügge, der eigentlich nicht mehr richtig Kommissar ist, denn er hat nur noch eine Woche abzusitzen bis zur Frühpensionierung. Und absitzen ist dabei genau das richtige Wort, denn für gewöhnlich passiert nicht viel, im verschlafenen wie verregneten Brügge. Doch dann passieren gleich zwei ungewöhnliche Dinge auf einmal: Ein Kutscher bricht vor dem Polizeirevier zusammen und ein Amerikaner bittet die Polizei wegen einer Morddrohung um Hilfe. Da sich die Kollegen begeistert auf das zeitlich erste Ereignis, den Kutscher, stürzen, muss Jensen wohl oder übel mit dem schrägen Amerikaner reden. Den tut Jensen schnell als von Wahnvorstellungen getriebenen Alkoholiker ab, der sich die Bedrohung bestenfalls einbildet. Doch dann ist dieser Amerikaner tot, aufgeschlagen auf dem Pflaster, Todesursache unklar, nichts deutet auf einen Unfall oder gar ein Verbrechen, aber auf einen natürlichen Tod deutet irgendwie auch nichts. Jensen wird trotz allem kurz vor der Frühpensionierung gänzlich suspendiert und jagt nun in Eigenregie dem Rätsel nach. Wie ist der Amerikaner gestorben? Und wo sind die Zwillings-Jungen, die bei ihrem Adoptivvater waren und dann plötzlich verschwanden? Eigentlich will Jensen das alles allein rausfinden, schiebt dafür sogar seine Recherchen und Besorgungen für das lang geplante Doppelspalt-Experiment heraus, das den leidenschaftlichen Hobby-Physiker in Fautscher Manier vor Augen führen soll, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Doch dann trifft Jensen auf die blinde Annick O'Hara, die sich für genau den gleichen Fall interessiert, allerdings nicht verrät aus welchen Gründen. Über Umwege werden die beiden zu einer Reisegruppe in gemeinsamer Mission und ihr Weg, ihre Suche nach den Hintergründen und den beiden Kindern, führt sie in die Heimat des rätselhaft Gestorbenen: in die USA. Reichlin macht nicht den Fehler, in irgendwelche Schubladenfallen zu tappsen. Ja, der miesepetrige, eigenbrötlerische Kommissar ist jetzt nicht gerade eine ungewöhnliche Figur in den zeitgenössischen Krimis. Aber Jensen ist eben anders eigenbrötlerisch, anders zerrissen und vollends stimmig. Er ist kein Schwarz oder Weiß. Er ist ein überzeugter Quantenphysiker und glaubt trotzdem tief im Inneren an Wunder, an Dinge, die den Gesetzen der Naturwissenschaft widersprechen. Er hat eigentlich mit dem Ermittlerdasein abgeschlossen und kann doch keine Ruhe geben, um dieses so anders geartete Rätsel zu lösen. Er lässt sich von keinem verunsichern, doch die schroffe, verschlossene O'Hara kann er, der gute Beobachter und Analytiker, dann doch nicht ausrechnen. Reichlin verfällt nicht der bequemen Harmoniesucht, er hält die von ihm aufgebauten Dissonanzen das ganze Buch über aus - und das macht es unter anderem so gut. Er schafft es, einen Krimi zu schreiben, der den Fall auflöst, aber einige Rätsel in der Schwebe lässt, sodass sich jeder Leser selbst die Antwort darauf geben kann. Er lässt hier nicht nur einen Kriminalisten nach einem Täter, einem Motiv und ein bisschen Hintergrund suchen, sondern erzählt Geschichten über die Einsamkeit der Menschen, über Glauben, Religion, Verletzung und Heilung, über Quantenphysik und die Wunder des Alltags, über die Einsamkeit der Menschen und die Sehnsucht der Atome. Zauberhafte Geschichten, die sich zu etwas Wundervollem vermischen, so, wie die Atome, aus denen wir alle gemacht sind. Lese-Chronik: http://www.lovelybooks.de/bibliothek/franzzi/lesestatus/1071554277/

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    Insider2199

    Insider2199

    16. January 2015 um 00:39
  • Die Sehnsucht der Atome

    Die Sehnsucht der Atome
    Lesemanie

    Lesemanie

    28. June 2013 um 19:56

    Hannes Jensen, Polizist vom Bodensee, ist vor vielen Jahren nach Brugge gekommen, um seiner großen Liebe nahe zu sein. Seit über einem Jahrzehnt ist er nun Witwer und hat sich endlich dazu durchgerungen, in den Vorruhestand zu treten. Seine Kollegen werden ihn kaum vermissen – sie vermeiden „den Deutschen“ meistens; Jensens Chef hasst ihn sogar richtiggehend. Jensen hat noch vier Tage zu arbeiten doch es gibt nicht viel zu tun. Der Sommer in diesem Jahr wartet hauptsächlich mit kalten Temperaturen und viel Regen auf und die Touristen, die mit Taschendiebstählen normalerweise das Tagesgeschäft der Polizei von Brugge bestimmen, bleiben aus. Jensen nutzt die Ruhe um sich in Gedanken seinen Ruhestand auszumalen. Der Hobbyphysiker möchte die freie Zeit nutzen um in seinem Keller physikalische Expereminte durchzuführen. Doch dann steht da Brian Ritter vor ihm, ein amerikanischer Tourist, der bedroht wird und dessen Leben in Gefahr ist. Schnell stellt Jensen fest, dass der Drohbrief, den Ritter erhalten hat, von seinen beiden Söhnen geschrieben wurde. Jensen führt ein kurzes Gespräch mit den zehnjährigen Zwillingen, die mit ihrem Vater auf Europareise sind. Ob sie ihrem Vater etwas antun wollten? Das müssten sie gar nicht, sagen die beiden, denn ein Engel würde sich für sie darum kümmern. Jensen misst dem Vorfall nicht viel Bedeutung bei. Am nächsten Tag ist Brian Ritter tot und seine Söhne sind verschwunden. Die Todesursache ist unklar – der Gerichtsmediziner schließt zunächst Krankheit, Unfall und Mord aus, doch Jensen weigert sich, an übernatürliche Kräfte zu glauben. Kurzerhand beschließt er, nicht mehr ins Büro zurückzukehren, sondern den Fall auf eigene Faust und in zivil zu lösen. Er macht sich auf den Weg nach Arizona um mit Brian Ritters Witwe zu sprechen. Auf dem Flug in die USA begegnet er auf einmal der blinden Annick O’Hara wieder, die bereits in Brugge sehr an dem Fall interessiert war. Voll gegenseitiger Abneigung für einander machen sich die beiden gemeinsam daran, das Rätsel um Ritters Tod zu lösen. Dabei bekommt Jensen eine ganze Menge Antworten, doch manche Fragen klären sich nie. Reichlin hat einen liebenswerten Ermittler geschaffen; man kann ihn sich bildlich vorstellen in seiner Einsamkeit. Mancher Leser mag sich im Verlauf des Buches auch mit O’Hara anfreunden. Anderen – wie mir – wird sie bis zum Schluss zutiefst unsympathisch bleiben. Reichlin hat keine Scheu davor, Themen anzureißen und Erzählstränge zu beginnen, ohne sie flüssig enden zu lassen. Das ist allerdings nicht unbedingt eine Schwäche des Buches; vielmehr lässt es viel Raum für Eigeninterpretationen. Zum Ende hin verliert alles ein wenig an Schwung, aber insgesamt ist dies ein spannendes Buch mit interessanten Beobachtungen und faszinierenden Charakteren. Mehr Rezensionen unter http://lesemanie.blogspot.de

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  • Rezension zu "Die Sehnsucht der Atome" von Linus Reichlin

    Die Sehnsucht der Atome
    Ruffian

    Ruffian

    28. May 2012 um 19:48

    Hannes Jensen ist 50 Jahre alt und Inspektor in Brügge. Seine große Leidenschaft ist jedoch die Physik, was immer wieder in das Buch einfließt, wenn er ins Schwärmen oder Erklären kommt. Ich hatte Bedenken, ob ich das verstehe, aber der Autor hat das so anschaulich beschrieben, dass auch ich Physiklaie alles verstanden habe. Da geht es z.B. um die Sehnsucht der Atome nach Vollständigkeit. Besonders schön fand ich Jensens Gedanken zum Heliumatom: „Seit Bollingers Vortrag stand dieses Atom Jensen als warnendes Beispiel vor Augen, für die Unlust, sich zu binden. Das Heliumatom besaß in seiner einzigen, inneren Schale zwei Elektronen, und es fühlte sich damit vollendet und ging auf der Erde mit keinem anderen Atom je eine Symbiose ein. Es wechselwirkte mit nichts, es war vollkommen, aber auch vollkommen allein.“ Fünf Tage vor Jensen Frühpensionierung erscheint ein Amerikaner auf dem Polizeirevier und behauptet, dass sein Leben bedroht wird. Jensen begleitet ihn daraufhin in sein Hotel, wo er voller Ensetzen die eingeschüchterten und verängstigten Kinder des Amerikaners vorfindet. Diese Situation ruft schlimme Kindheitserinnerungen in Jensen wach, doch er kann nichts für die Kinder tun. Auch eine Bedrohung für den Amerikaner kann er nicht feststellen und er geht schweren Herzens wieder. Doch am nächsten Tag ist der Amerikaner tot und die Kinder sind verschwunden. Das wirft natürlich kein gutes Licht auf Jensen, den dieser Fall einfach nicht loslässt und so macht er sich auf nach Amerika, um der Spur der Kinder zu folgen und das Rätsel um den Tod des Vaters zu lösen. Begleitet wird er von der blinden Witwe Annick, die er eigentlich gar nicht dabei haben will, deren sturen und kompromisslosen Art er sich jedoch nicht verweigern kann. Die beiden geben ein merkwürdiges Gespann ab, denn ihr Verhältnis zueinander ist angespannt und gereizt. Ihre Reise bis ins Hochland von Mexiko kam mir mehr wie ein Roadmovie mit surrealen Momenten vor, als wie ein Krimi. Unterwegs begegnen sie merkwürdigen Personen, deren menschliche Schwächen und körperliche Mängel gnadenlos und stellenweise fast schon abstoßend dargestellt werden. Dann wieder erfahren sie Unterstützung und Nächstenliebe, wo sie es nicht erwartet hätten. In diesem Buch geht es nicht nur um einen Mord, sondern auch um Trauer, Schuld, Einsamkeit , die Macht von Gebeten und die Kraft des Glaubens, was ich besonders faszinierend fand. Die ruhig erzählte Geschichte zog mich in ihren Bann und der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Auch wenn das Buch sich anders entwickelte als ich erwartet hatte, hat es mir gut gefallen, vielleicht gerade weil es so aus dem Rahmen fällt. Der Tod des Amerikaners wird nicht explizit aufgeklärt, aber aufgrund einiger Aussagen, habe ich meine ganz eigene Theorie entwickelt, mit der ich gut leben kann. Fazit: Ein ungewöhnlicher Krimi, der sicher nicht jedermanns Geschmack ist, mir aber gut gefallen hat.

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  • Rezension zu "Die Sehnsucht der Atome" von Linus Reichlin

    Die Sehnsucht der Atome
    Miss-firefly

    Miss-firefly

    15. October 2010 um 09:22

    Kommissar Jensen, macht sich gemeinsam mit Annick O'Hara auf eine wunderliche Reise nach Amerika/Mexiko, um einem Rätsel auf die Spur zukommen. Auch wenn diese Buch den Deutschen Krimipreis erhalten hat, so ist dieses Buch doch viel mehr für mich als nur ein Krimi. Allein der Kontrast zwischen Wissenschaft und Mystik und Aberglaube macht das Buch interessant und facettenreich. Aber auch die Charaktere und ihr Miteinander und auch Nebeneinander ist faszinierend und in einer bestimmten weise auch mahnend. Vielleicht klingt das nun anmaßend, aber im letzen Drittel des Buches schien ich extrem an Max Frischs Homo Faber erinnert. Ich mochte das Buch, es war nachtdenklich, aber auch stellenweise mit angenehmen Witz versehen, so dass ich insgesamt einige schöne Lesestunden erlebt habe.

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  • Rezension zu "Die Sehnsucht der Atome" von Linus Reichlin

    Die Sehnsucht der Atome
    Phil Decker

    Phil Decker

    28. August 2010 um 22:04

    Hat etwas Verträumtes und liest sich nicht wie ein Krimi sondern fast wie ein modernes Märchen mit kriminalistischen Einwürfen. Ist mal eine andere Machart, auch mit Erklärungen zur Quantenphysik, die recht ausführlich in die Geschichte eingewoben sind. Manchmal etwas viele Zufälle auf einmal. Als Erstling aber durchaus lesenswert.

  • Rezension zu "Die Sehnsucht der Atome" von Linus Reichlin

    Die Sehnsucht der Atome
    walli007

    walli007

    Kommissar Hannes Jensen ist eigentlich Deutscher, aber durch seinen Schwiegervater hat er die Möglichkeiten bekommen, in Brügge bei der Polizei zu arbeiten. Seine Frau ist schon vor Jahren gestorben und eigentlich wollte er damals nach Deutschland zurückkehren. Irgendwie hat er jedoch die Kurve nicht gekriegt. Nun ist er 50 und zur Freude seines Chefs geht er endlich in Frühpension. In seiner letzten Arbeitswoche kommt ein amerikanischer Tourist auf ihn zu und behauptet, er werde bedroht. Jensen merkt allerdings schnell, dass der Amerikaner ein Säufer ist und deshalb nimmt er dessen Geschichte nicht ernst. Lediglich zur Vorsicht sucht er den Touristen im Hotel auf, um zu sehen, ob es dessen Kindern gut geht. Oberflächlich betrachtet scheint alles in Ordnung zu sein. Als der Amerikaner dann am nächsten Tag tot aufgefunden wird, bekommt Jensen mächtig ärger. Er hat aber nochmal Glück, da bei der Obduktion nichts eindeutig auf Mord hindeutet, kann der Chef ihm keinen reinflicken, obwohl er das gerne getan hätte. Jensen versucht nun herauszufinden, was es mit dem Tod des Amerikaners auf sich hat. Dabei lernt er Annick kennen. Genau genommen drängt sich die blinde Annick ziemlich auf und nutzt ihn für ihre Zwecke aus. So landen die beiden in Übersee und verfolgen jeweils ihre eigenen Ziele. Der Autor hat hier seinen ersten Krimi vorgelegt und ihm ist gleich ein sehr spannendes Werk gelungen. Die Story ist zwar etwas schräg. Ich glaube nicht, dass sowas im wahren Leben passieren würde. Aber das macht die Geschichte dann auch recht unvorhersehbar, was ich bei einem Krimi schon sehr mag. Außerdem ist die Story in sich schlüssig und nachvollziehbar. Am Ende kann man zwar etwas rätseln, wer denn nun die Wahrheit sagt, aber das erhöht die Qualität eher noch. ..... und natürlich ist es mal wieder der Anfang einer Reihe.

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  • Liebe Buchfragen-Freunde, ich hätte auch gerne ein paar Lesetipps ...

    Jörg Maurer

    Jörg Maurer

    Liebe Buchfragen-Freunde, ich hätte auch gerne ein paar Lesetipps von Euch - kann mir jemand etwas empfehlen? Genre egal, Hauptsache guter Lesestoff. Schön wäre, wenn Ihr dazu schreibt, was Euch am jeweiligen Buch gefällt (ohne die Geschichte zu verraten ;-) )
    Gespannte Grüße, Jörg

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  • Rezension zu "Die Sehnsucht der Atome" von Linus Reichlin

    Die Sehnsucht der Atome
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    21. February 2010 um 21:45

    KURZ GESAGT: Noch nie was von Reichlin gelesen, habe ich mich sofort für seinen Stil erwärmt. Eine ruhige, sachliche Sprache, die von nervensägenden blinden Frauen, heliumatom-begeisterten Inspektoren und einer Handlung berichtet, die von Brügge bis in ein Bergkaff in Mexiko führt. Was hat es auf sich mit dem wohlhabenden Amerikaner, der Inspektor Jensen um Hilfe bittet und zwei kleine Kinder bei sich im Hotel hat? Jensen und die mysteriöse blinde Frau reisen, von dieser Frage zusammengeschweißt, durch die Welt, begegnen sexhungrigen Hotelbesitzern und zwielichtigen Hotelgästen, der Quantenphysik, einer Seherin und, wie das immer so ist, sich selbst. Die Buchprüferin meint: Viel mehr als ein Krimi. Unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Die Sehnsucht der Atome" von Linus Reichlin

    Die Sehnsucht der Atome
    Thao

    Thao

    31. July 2008 um 21:15

    Der letzte Fall eines Kripobeamten kurz vor und zu Beginn seines Vorruhestands führt ihn von Brügge nach Mexiko - in Begleitung einer schönen, aber blinden Frau. Deren Gesellschaft stellt in Frage, ob es dazu kommen wird, was er sich zunächst erträumt hat, nämlich als Pensionär in seinem Hobbykeller das Doppelspaltexperiment durchzuspielen. Seine Schwäche für die Quantenphysik ist unverkennbar, auch während es um Leben und Tod ... und um Liebe geht. Ein bis ins Subatomare fein gesponnener "Kriminalroman" der besonderen Art.

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