Linus Reichlin Manitoba

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Inhaltsangabe zu „Manitoba“ von Linus Reichlin

'Ich befand mich inmitten eines Ereignisses von epochalen Ausmaßen, und ich wusste nicht, wo mein Platz ist.' Er war noch ein kleiner Junge, als seine Mutter ihm das Familiengeheimnis anvertraute: dass sein Urgroßvater ein Indianer gewesen sei, in den sich die Urgroßmutter, die einst in Amerika als Lehrerin in der Missionsschule gearbeitet hatte, verliebte. Allerdings wurde er kurze Zeit später ermordet und die Urgroßmutter kehrte in die Schweiz zurück. Es fiel gerade Schnee, als die Mutter über die Vorfahren sprach; Amerika und die Welt der Indianer waren sehr weit weg, die ganze Sache klang wie ein fremdes, exotisches Märchen. Doch viele Jahre später – aus dem Jungen ist inzwischen ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller geworden – begibt er sich auf die Spur seiner Ahnen. Die Tagebuchaufzeichnungen seiner Urgroßmutter sollen ihm wie der Faden der Ariadne dazu verhelfen, seine indianischen Wurzeln zu finden. Doch erweisen sich die Aufzeichnungen als ungenau, ja scheinen oft nicht zu stimmen. Die Geschichte seiner Abstammung wird immer löchriger, je tiefer er sich in sie hineinbegibt und das Schicksal der Arapaho und der anderen Indianerstämme kennenlernt, die in Reservate gedrängt wurden, weil Siedler aus Europa kamen, sich Land nahmen und es angeblich zivilisierten. Die Geringschätzung der hochentwickelten Indianerkultur ärgert ihn immer stärker, je mehr er sich sehnsüchtig mit ihr identifiziert. Als er in einer einsam gelegenen Hütte in den Wäldern von Manitoba versucht, für eine Weile wie seine indianischen Vorfahren zu leben, muss er jedoch erfahren, dass auch er als unwillkommener Eindringling angesehen wird.

Ein Roman über die Bedeutung von Geschichte für den einzelnen Menschen - ob Weltgeschichte oder Familiengeschichte, alles hinterlässt Spuren

— Malachy

Ein Buch, das nachhallt- über Herkunft, Vergangenheit, Wurzeln- lädt ein zum Philosophieren über das Leben.

— Buchraettin

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Außer sich

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WOW!!! Ein wunderbarer Roman, der alles enthält was man sich wünscht: Freundschaft, Humor, Tragik und viel viel Nächstenliebe.

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  • Manitoba

    Manitoba

    Malachy

    21. March 2017 um 10:48

    Für das Histo Journal habe ich den Roman besprochen: Manitoba ist kein historischer Roman. Und doch passt er gut in unser Konzept. Denn Manitoba ist ein Roman über Geschichte, ihre Bedeutung im Großen wie im Kleinen, über die Vergangenheit und die Erinnerung an vergangenes, im engen und im weiten, ja weitesten Sinne. Damit wird »Manitoba« zu einem Roman über Identität, über ihr Wesen und ihre Bedeutung. http://www.histojournal.de/manitoba/

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  • Ein Buch, das nachhallt- über Herkunft, Vergangenheit, Wurzeln- lädt ein zum Philosophieren

    Manitoba

    Buchraettin

    13. January 2017 um 09:07

    Ein Schriftsteller auf dem Weg nach Manitoba. Er sucht seine Wurzeln. Sein Urgroßvater war ein Indianer. Der Ich- Erzähler begibt sich auf eine Art Reise in die Vergangenheit. Es wird eine Art Konflikt hier dargestellt. Da ist einerseits die Frage, wer sind wir? Definieren wir uns über unsere Großeltern, Eltern, Kinder? Der Ich-Erzähler versucht ein Buch über seine Vorfahren zu schreiben. Sein Urgroßvater war ein Indianer. Es wird in dem Buch immer wieder über Indianer gesprochen. Er selbst wurde in der Schweiz geboren, lebt aber in Berlin. Was ist er? Ein Indianer vom Stamm seines Urgroßvaters? Dann ist noch ein Konflikt zu erkennen. Der Ich- Erzähler ist Schriftsteller. Sein Sohn auch. Erfolgreicher, wie es scheint. Auch hier kommt die Distanz zum Sohn, das Nachdenken über das Schreiben, seine Arbeit, die wenigen Gespräche mit dem Sohn sehr als gut als Konflikt durch. Es gibt viele Sätze in dem Buch, die mir sehr gut gefallen haben. Sie sind eher kurz, prägnant, aber treffend. Sätze zum Nachdenken, die ich als Lese aber auch laut gelesen habe, da sie so schön nachhallen und zum Nachdenken anregen, weil sie auch eine tiefe Aussagekraft besitzen. Aber auch die Geschichte an sich hat mich in ihren Bann gezogen. Es war anspruchsvoll, fesselnd und nachdenklich zu lesen. Ein wenig philosophisch. „Wer sind wir“, „ Was macht uns aus“. Wie bestimmt unsere Herkunft unser Leben? Ich mag es, wenn in Büchern über andere Bücher erzählt wird, wie hier z.B. über Werke von Kafka. Ein Buch, das nachhallt- über Herkunft, Vergangenheit, Wurzeln- lädt ein zum Philosophieren über das Leben.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Der Verlust des „Alten“ und die Suche nach Identität

    Manitoba

    michael_lehmann-pape

    09. September 2016 um 16:28

    Der Verlust des „Alten“ und die Suche nach IdentitätDas ist dieser Sohn des alten Indianers. Der sich ab irgendeinem Zeitpunkt weigerte, die althergebrachte Sprache überhaupt noch zu sprechen. Der konsequent auf der englischen Umgangssprache beharrte, sehr zum Leidwesen seines Vaters und Grund für die ein oder andere Auseinandersetzung.Der dann an einen ganz anderen Ort zog, seinen Namen änderte und jedem, der seine Zahnarztkünste in Anspruch nahm intensiv versicherte, Hawaiianer zu sein.Denn als Indianer hätte er keine Kunden gefunden, als exotischer Nachkomme der Ureinwohner Hawaiis stellt sich dieses Problem nicht.Eine der vielen Geschichten und Eindrücke, die der Ich-Erzähler des Romans, ein leidlich erfolgreicher Autor, auf dem Weg zu den Wurzeln seiner Familiengeschichte zu hören bekommt. Auch er hat eine Geschichte mit seinem Sohn (er würde es nie laut aussprechen, aber dass dieser deutlich erfolgreicher ist als er selbst wurmt seit Langem), mehr aber noch braucht er neuen Stoff, überhaupt eine neue Perspektive in seiner zunehmenden Einsamkeit des Lebens. Und kaum etwas liegt näher, denn ein wohlgehütetes Familiengeheimnis, in das ihn seine Mutter einweihte, ist, dass sein Großvater ein Indianer vom Stamme der Arapaho gewesen sein soll.Aber anders, als er denkt, verläuft diese Reise und andere Wahrheiten als jene, die er glaubt, kommen ans Tageslicht. So wird die ferne Vergangenheit in der Gegenwart ihn ändern (und nicht alles dabei zum Besten geraten), wie die Lebensweise und Gedanken der Vorfahren auch für die im Buch auftretenden „noch echten“ Indianer eher Quelle des Schmerzes denn das Volksstolzes darstellen.„Wäre mein Leben anders verlaufen, wenn ich früher erfahren hätte, was ich jetzt…….weiß? Vielleicht. Jedenfalls wäre mir früher etwas genommen worden, durchaus ein Stück meiner Seele. Es ist also ein Glück, dass ich nicht früher gefahren bin!“.Von Beginn an durchzieht diesen, sprachlich ganz hervorragend zu lesenden, neuen Roman von Linus Reichlin eine Melancholie, eine gedrückte Stimmung, die sich durchgehend durch die Lektüre erhält. Hier sind Menschen, vor allem der suchende Protagonist, auf der Suche nach sich selbst. Stehen „zwischen den Welten“, haben alte Bezüge als nicht tragfähig erlebt und neue Bezüge als „innere Heimat“ seitdem noch nicht wiedergefunden.Äußerlich auf der Suche nach dem, was Vergangenheit und Gegenwart verbindet, wo doch so abrupte Brüche die Situation kennzeichnen und nach dem, was im eigenen Inneren der rote Faden, die Entwicklungslinie sein könnte bei all den Brüchen, die auch dort das Leben bereits zugefügt hat.„Meine Loyalität gehört zuerst der entfernten Abstammung und dann erst der nahen. Aber warum?“ Warum würde der Autor seine eigentliche Heimat (die Schweiz) sofort gegen die unbekannte, vermeintliche Heimat der Arapaho eintauschen?Ungeklärte Fragen, die lange im dunklen bleiben, von denen nur hier und da Fragmente an Erinnerungen von Reichel eingebracht werden in diesem melancholischen, teils fast depressiv zu nennenden „Road Movie“.Vielleicht liegen in diesen Erinnerungen und Fragmenten die Ursachen für die Herzrhythmusstörungen, an denen der Ich-Erzähler leidet und vielleicht dient das alles ja letztlich nur der Frage, wohin das Herz gehört. Eine Frage, der das offene Ende des Buches in Bezug auf die inneren Abläufe durchaus entsprechen wird.„Für jeden meiner Zweifel gab es eine Entwarnung, nicht aber einen Beweis dafür oder dagegen, und so entstanden mit jeder Entwarnung neue Zweifel“.Düster, voller Einsamkeit und Fragen, sinnsuchend und doch auch in Teilen verworren und mit Längen, bietet dieser neue Roman auf jeden Fall in Stil und Sprache ein Lesevergnügen, hat aber auch Längen, die sich eher zäh lesen und bietet letztendlich auch einen Blick auf eine zerrissene Welt im Allgemeinen, die mit ihren Wurzeln zu sehr bricht und damit auch ein stückweit eine wichtige, grundlegende Orientierung verliert. Und damit im eigenen Leben fremd zu werden droht.

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