Linwood Barclay

 4 Sterne bei 2.423 Bewertungen
Autor von Ohne ein Wort, Dem Tode nah und weiteren Büchern.
Autorenbild von Linwood Barclay (© Spencer Barclay)

Lebenslauf von Linwood Barclay

Internationaler Bestsellerautor: Linwood Barclay wurde in den USA geboren, seine Familie zog aber kurz nachdem er drei wurde nach Kanada. Im Alter von 16 Jahren starb sein Vater und er übernahm das Familienunternehmen, einen Trailer Park in der Nähe von Ontario. Im Alter von 22 Jahren begann er in der Zeitungsredaktion des "Peterborough Examiner". Kurze Zeit später wechselte er zum "Toronto Star" – der größten kanadischen Zeitung. Bevor er mit dem Schreiben von Thrillern begann, veröffentlichte er ab 1996 vier Sachbücher. Seine Romane "Ohne ein Wort" und "Dem Tode nah" erschienen 2007 und 2008 zuerst auf Deutsch, obwohl sie in Englisch verfasst wurden. Sie sind seine ersten Werke, die nicht hauptsächlich "lustig" geschrieben sind. In Deutschland wurde 2010 "Todesangst" und Anfang 2011 "Kein Entkommen" veröffentlicht. Mit seiner "Chase" - Reihe hat er auch in der Welt des Fantasy Fuß gefasst. Barclay ist seit 30 Jahren mit seiner Frau Neetha verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Burlington, Ontario.

Alle Bücher von Linwood Barclay

Cover des Buches Ohne ein Wort (ISBN: 9783548283418)

Ohne ein Wort

 (826)
Erschienen am 15.04.2011
Cover des Buches Dem Tode nah (ISBN: 9783548267449)

Dem Tode nah

 (359)
Erschienen am 11.09.2008
Cover des Buches In Todesangst (ISBN: 9783548282718)

In Todesangst

 (266)
Erschienen am 10.11.2010
Cover des Buches Weil ich euch liebte (ISBN: 9783426510520)

Weil ich euch liebte

 (278)
Erschienen am 26.01.2012
Cover des Buches Kein Entkommen (ISBN: 9783548283487)

Kein Entkommen

 (172)
Erschienen am 15.04.2011
Cover des Buches Fenster zum Tod (ISBN: 9783426213568)

Fenster zum Tod

 (125)
Erschienen am 02.11.2012
Cover des Buches Frag die Toten (ISBN: 9783426513729)

Frag die Toten

 (74)
Erschienen am 01.07.2015
Cover des Buches Nachts kommt der Tod (ISBN: 9783426515969)

Nachts kommt der Tod

 (51)
Erschienen am 12.01.2018

Interview mit Linwood Barclay

Interview von LovelyBooks mit Linwood Barclay, Mai 2011 (Übersetzung, Original folgt weiter unten)

1) Seit wann schreibst du schon deine eigenen Geschichten und wie kam es zur Veröffentlichung deines ersten Buches?

Ich habe damit begonnen Geschichten zu schreiben als ich in der dritten Klasse war, und während ich in den späten neunzigern vier Sachbücher veröffentlicht habe, wurde mein erster Roman 2004 veröffentlicht. Wie es daz kam ist nicht so eine interessante Geschichte. Ich sandte meine ersten paar Kapitel zu einer Agentin, sie mochte sie, half mir das Buch in eine schöne Form zu bringen, und verkaufte es an Bantam Books in New York. (Das war "Bad Move", welches noch nicht in deutsch übersetzt wurde.)

2) Welcher Autor inspiriert dich am meisten?

Ross MacDonald, Autor der Lew Archer-Serie von Detektiv-Romanen. Er wurde lange neben Chandler und Hammett als einer der bedeutendsten amerikanischen Krimi-Autoren gehandelt, auch wenn er in den JAhren seit seinem Tod in den frühen achtzigern weniger bekannt zu sein schien.

4) Woher nimmst du dir die Inspiration für deine Bücher?

Ich bin normalerweise von gewöhnlichen, alltäglichen Dingen inspiriert, und wie falsch sie laufen können. Wie, wenn deine Kinder nicht pünktlich nach Hause kommen, oder du deine Schulden nicht zahlen kannst. ICh mag es zu beobachten, wie diese Allerwelts-Sorgen aus dem Ruder laufen können.

3) Was war das für ein Gefühl dein erstes eigenes Buch in den Händen zu halten?

Fantastisch, und dann: War es das? Dinge sind in der Erwartung meistens viel spannender.

5) Hast du irgendeinen Tipp für angehende Autoren?

Schreiben, und lesen. Lese viel, und lese viele verschiedene Dinge. Sei darauf vorbereitet eine LAnge Zeit dranbleiben zu müssen bevor du veröffentlicht wirst. Die richtigen Autoren sind jene, die sich weigern, sich geschlagen zu geben.

6) Wie hälst du den Kontakt zu deinen Lesern?

Ich habe eine Webseite, linwoodbarclay.com, bin auf Facebook (Und da ist ebenfalls eine Facebook-Autorenseite von mir), und wenngleich ich auf Twitter bin, erinnere ich mich selten daran zu tweeten.

8) Wann und was liest du selber gerne?

Alle möglichen Dinge. Ich lese die neueren Lawrence Block Bücher im Moment (es ist schrecklich), aber genau so lese ich Dinge die sehr unterschiedlich zu dem sind, was ich schreibe. Lieblingsautoren umfassen James Lee Burke, Kathleen Winter (Eine kanadische Schriftstellerin), Philip Roth, Tom Rachman, Michael Connelly. Aber da gibt es jede Menge anderer.

7) Welcher ist dein Lieblingscharakter aus deinen Büchern - und warum?

Patty, in "Fear the Worst". Sie hat mir das Herz gebrochen.

9) Was war das überraschendste, was du während des Schreibens an deinen Büchern gelernt hast?

Es ist sehr harte Arbeit. Sehr hart. Ich dachte mir, du bringst ein Buch in drei Monaten fertig und hast neun Monate frei. So ist es nie gelaufen. Da sind Überarbeitungen, und noch mehr Überarbeitungen, und danach noch mehr Überarbeitungen.

10) Schreibst du bereits an einem weiteren Roman und kannst du uns sagen, worum es dabei gehen wird?

Ich schreibe einen Roman pro Jahr. Dieses Jahr kommt "The Accident" heraus (auch wenn ich denke, in Deutschland wird es erst 2012 erscheinen und über den Titel wurde noch nicht entschieden.). Und das Buch fürs nächste Jahr ist fast fertig, aber ich sage kein Wort dazu.

-------

Original:

1) Since when did you write your own stories and how did it come your first book was published?

I started writing stories around Grade 3, and while I did have four non-fiction books published in the late 90s, my first novel was published in 2004. How that came to be is not that exciting a story. I sent the first few chapters to an agent, she liked them, helped me get the book in good shape, and she sold it to Bantam Books in New York. (That was Bad Move, not yet in translation in Germany.)

2) Which author inspires you most of all?

Ross Macdonald, author of the Lew Archer series of detective novels. He was long considered alongside Chandler and Hammett as one of the great American crime novelists, although he seems less well known in the years since his death in the early 1980s.

3) How did it feel do hold your own book in your hands for the first time?

Amazing, and then: Is this it? Things are always more exciting in the anticipation.

4) Where do you get the inspiration for your books?

I'm usually inspired by common, everyday events, and how wrong they can go. Like, when your kids don't come home on time, or you can't pay your bills. I like exploring how these everyday worries can spiral out of control.

5) Do you have any advice for other writers?

Write, and read. Read a lot, and read a lot of different things. Be prepared to stick at it for a very long time before you are published. The real writers are the ones who refuse to be defeated.

6) How do you get in contact with your readers?

I have a website, linwoodbarclay.com, am on Facebook (and there is a Facebook Author Page for me as well) , and while I am on Twitter, I rarely remember to tweet.

7) Who is your favorite character in your books so far and why?

Patty, in Fear the Worst. She breaks my heart.

8) When and what do you read yourself?

All kinds of things. I'm reading the latest Lawrence Block novel right now (it's terrfic) but also read a lot of things that are very different from what I write. Favorite writers include James Lee Burke, Kathleen Winter (a Canadian novelist), Philip Roth, Tom Rachman, Michael Connelly. But there are so many ohers.

9) What was one of the most surprising things you learned in creating your books?

It's hard work. Very hard. I figured, you knock off a book in three months, you have nine months of the year off. It has never worked that way. There are rewrites, and more rewrites, and more rewrites after that.

10) Are you already writing another novel and can you tell us, what it will be about?

I am writing a novel a year. This year, The Accident comes out (although I think it will be out in Germany in 2012, and the title is still to be decided.). And next year's book is almost done, but I'm not saying a word about it.

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Linwood Barclay

Cover des Buches Fenster zum Tod (ISBN: 9783426213568)Sjard_Seligers avatar

Rezension zu "Fenster zum Tod" von Linwood Barclay

Schwierig, schwierig... an sich ein gutes Buch, jedoch gefiel mir nur ein Erzählstrang
Sjard_Seligervor 2 Monaten

Oha, ohweia... wie soll ich dieses Buch nur vernünftig bewerten?  Das Problem beginnt schon damit, dass ich nur mit einem der 3 (?) Handlunsgebenen bzw. Erzählstränge was anfangen konnte. Da ich bereits zuvor einige Bücher von Linwood Barclay gelesen habe, konnte ich mir den Aufbau der Story bereits vage vorstellen, denn der Autor bedient sich häufig ähnlicher, markanter Stilmittel - so auch hier. Dadruch wusste ich, dass diese Ebenen später zusammenlaufen werden. Und so habe ich bewusst bis etwa zum letzten Drittel des Buches nur den einen Erzählstrang verfolgt und den Rest genervt überblättert. 

Die (Haupt-)Story dreht sich um Ray und Thomas Kilbride, zwei Bruder, die just ihren Vater durch einen tragischen Unfall verloren haben, und Ray sich nun um Thomas, der noch zuhause lebte, kümmern muss, da dieser ein wenig... "anders" ist und ein sehr ungewöhnliches Hobby pflegt: Das Auswendig-Lernen von Straßen und Karten weltweit über Google Maps (hier "Whirl360" genannt). Bei einem seiner virtuellen Streifzüge entdeckt Thomas durch Zufall einen Mord an einem Fenster, beginnt darauf mit Ray zu recherchieren und gerät dabei mehr und mehr in die Quere von Kriminellen, die es bald auf die beiden als potenzielle Zeugen abgesehen haben... 

Die Charaktere sind in diesem Teil der Geschichte schlichtweg genial. Ray als älterer Bruder, der sich liebevoll um seinen Bruder sorgt und für ihn da ist, und dann vor allem Thomas. Da ich als Leser ebenfalls einen großen Faible für Karten & Geographie aufweise, begeisterte mich die Fiogur des Thomas natürlich riesig. Er ist sonderbar, zurückgezogen, ein wenig schizophren (denkt er arbeitet für die CIA und Ex-Präsident Clinton) und völlig vernarrt in seine Karten und seinen Computer, ist dabei aber dennoch ein ruhiger, freundlich-zurückhaltender Zeitgenosse, der keinem zur Last fallen möchte. Absolut sympathisch! 

Auch Barclay's Schreibstil ist wie imemr grandios und ein Genuss zu lesen. Er schreibt flüssig, verständlich und wirft stets eine sehr angenehme Brise Humor mit rein. Äußerst geschickt verwebt er auch Charaktere anderer seiner Bücher mit ein (Bsp. Detective Barry Duckworth aus "Ohne ein Wort"). 

Der Aufbau jedoch ist der große Knackpunkt und das Problem. Ich kann nicht einmal wirkluch genau sagen, woran es lag... aber die zweite und zwei-einhalbte (?) Handlungsebene wirkte irgendwie völlig deplatziert und störend - besonders, weil eben jener Haupt-Erzählstrang mit Thomas & Ray so gelungen war. Auch wenn er zum Teil wichtig für den Handlungsverlauf ist, kommt er zu früh und zu oft vor, in meinen Augen. Das hatte meinen Lesefluss erheblich gestört. Die Übergänge zwischen den Ebenen jedoch hat Barclay wieder genial und manchmal leicht überlappend - aus der exakt anderen Perspektive der jeweiligen Ebene und ihre Figuren - geschrieben, was wirklich pfiffig ist. Das Finale wiederum, in dem alle Stränge zusammenlaufen, ist nahezu exzellent: Nichts zuu lang, aber auch keinesfalls zu kurz, wie es ja viel zu oft bei Thrillern der Fall ist heutzutage. Nein, dieses Finale ist die perfekte Balance aus Länge und Tempo/Spannung. Auch tritt zum äußersten Ende nochmals eine kleine aber bedeutende Wendung zu Tage, die es in sich hat. 


Alles in Allem ein schwierig zu rezensierendes Buch, das für mich besonders am Anfang quälend zäh zu lesen war, da ich ständig Kapitel überblättern musste und diese den Verlauf der Geschichte viel zu früh beeinflussten. Zum Ende hin wird das Buch wiederum echt gut und eigentlich typisch der Qualität eines Linwood Barclay entsprechend. Daher die gute Mitte von 3 Sternen.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Fenster zum Tod (ISBN: 9783426213568)Calipas avatar

Rezension zu "Fenster zum Tod" von Linwood Barclay

Mein Fazit zu "Fenster zum Tod"
Calipavor 2 Monaten

Die Geschichte geht zügig voran. Schon am Anfang wird klar, worum es sich handelt, und ich fand auch relativ schnell raus, wer der Täter war. Aber das war es noch nicht. Als Leser war ich damit noch nicht am Ende. Denn in "Das Fenster zum Tod" werden gleich mehrere Dinge aufgelöst und ich als Leser habe mich vollends befriedigt gefühlt von dieser Auflösung. Trotzdem hat mir ein wenig mehr Nervenkitzel gefehlt. Täter und Opfer wurden sehr schnell identifiziert und somit hat mich wirklich nur das Ende, noch sehr Stark überraschen können. Schön gestaltet, wird dabei Thomas sein Hobby bzw. Arbeit. Es sorgte für Abwechslung zwischen den Kapiteln und hebt ein wenig mehr die Spannung, was mir aber leider noch nicht gereicht hat.

Um die ganze Rezension zu lesen, besucht mich gern auf meinem Blog :)

https://calipa.de/2021/06/02/fenster-zum-tod-von-linwood-barclay-buchrezension/

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Fenster zum Tod (ISBN: 9783426213568)Wortmagies avatar

Rezension zu "Fenster zum Tod" von Linwood Barclay

Halbgare Suppe
Wortmagievor 3 Monaten

Die deutsche Ausgabe von „Fenster zum Tod“ von Linwood Barclay wirbt damit, dass der Thriller „ein virtuoses Remake“ des Filmklassikers „Fenster zum Hof“ von Alfred Hitchcock ist. Diese Einordnung ist ein wenig übertrieben. Tatsächlich erklärte der in Kanada lebende Autor in einem Interview, dass die Idee für seinen Roman durch den Hund eines Freundes entstand. Die Parallelen zu Hitchcocks Streifen fielen ihm erst auf, als er mit dem Schreiben bereits begonnen hatte. Dieser Hund (er hieß Winston) wurde zufällig von einem Google Street View – Auto fotografiert, während er aus dem Fenster seines Heims schaute. Noch Jahre später war er online zu sehen. Das brachte Barclay zum Nachdenken: Was, wenn das Auto statt eines Hundes etwas wesentlich Böseres festgehalten hätte?

Nach dem plötzlichen Unfalltod seines Vaters ist der 37-jährige Ray Kilbridge für alles verantwortlich. Er muss die Beerdigung organisieren, er muss entscheiden, was mit dem Haus geschehen soll und er muss für seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Thomas sorgen. Thomas leidet an Schizophrenie und ist nicht fähig, selbstständig einen Haushalt zu führen, weil er seiner speziellen Obsession nicht entkommen kann: Er ist besessen von Stadtkarten. Tag für Tag sitzt er Stunde um Stunde vor seinem Computer und schreitet virtuell die Straßen großer Städte ab. Bei einem dieser Streifzüge entdeckt er etwas Beunruhigendes. Die Kamera hat einen Mord festgehalten. Thomas ist außer sich, doch Ray ist nicht sicher, ob er ihm glauben kann. Hat sein Bruder tatsächlich ein Verbrechen beobachtet oder spielte ihm seine Krankheit einen Streich? Und wie sollen sie die Polizei überzeugen, zu ermitteln? Sie haben keinerlei Beweise, denn das Bild, das Thomas gesehen haben will, ist verschwunden …

Für manche Bücher ist es wirklich nicht von Vorteil, dass ich mir so gut wie immer die Zeit nehme, ausführlich über meine Leseerfahrungen nachzudenken. Als ich meine Notizen zu „Fenster zum Tod“ verfasste, war mein vorherrschendes Gefühl Langeweile. Ich fand den Thriller lahm, kritisierte diverse Punkte, die meiner Ansicht nach dafür verantwortlich waren und beließ es dabei. Nun sitze ich schon eine Weile an dieser Rezension und stelle fest, dass ich wütend darüber bin, dass mich „Fenster zum Tod“ nicht fesselte. Ich bin wütend, weil ich den Eindruck gewonnen habe, dass Linwood Barclay halbherzig vorgegangen ist. Hätte er sich etwas mehr angestrengt, tiefere Recherchen betrieben, andere Entscheidungen getroffen, hätte er mich mühelos begeistern können. Hat er aber nicht und ich kann nicht nachvollziehen, wieso er sich nicht zusammenreißen konnte, um das Maximum aus seiner Geschichte herauszuholen. Er baut seinen Kriminalfall auf zwei Säulen auf: Einerseits präsentiert er das Dilemma, was zu tun ist, wenn man ein Verbrechen im Internet beobachtet; andererseits stellt er einen Hauptcharakter mit einer außergewöhnlichen Wahrnehmung vor, der stets als unzuverlässiger Zeuge gilt. Die Frage, wie man sich verhalten sollte, wenn man online mit Kriminalität konfrontiert wird, lässt „Fenster zum Tod“ unbeantwortet. Barclay untersucht nicht, wie Ermittlungsbehörden mit Verbrechen umgehen, die im digitalen Raum dokumentiert werden, er beschreibt nicht, wie Zeug_innen solcher Verbrechen reagieren sollten, sondern zeigt einen Fall, der so speziell ist, dass er keinerlei Ableitungen zulässt und dadurch auch keinen Erkenntniszuwachs bietet. Als Thriller muss „Fenster zum Tod“ allerdings keinen Bildungsauftrag erfüllen und ich finde es überhaupt nicht verwerflich, dass dieser Fall so speziell ist, gleichwohl ich glaube, dass hier Potenzial verschenkt wurde, weil das Thema brandaktuell und relevant ist. Es ärgert mich hingegen, dass Barclay offenbar entweder nicht den Mut oder nicht die Muße hatte, sich voll und ganz auf die höchst spezifische, vertrackte Situation des an Schizophrenie leidenden Thomas einzulassen. Statt Thomas als Ich-Erzähler zu etablieren und seine unkonventionelle Erlebenswelt in den Mittelpunkt zu stellen, setzt er auf das sichere Pferd und gesteht lediglich seinem Bruder Ray eine Ich-Perspektive zu. Ausgerechnet Ray. Ray, der Langweiler, der komplett überfordert mit Thomas ist, obwohl er mit ihm aufwuchs und die Schizophrenie in ihrer Kindheit diagnostiziert wurde. Ich verstehe es nicht. Thomas ist mit Abstand die interessanteste Figur in „Fenster zum Tod“, wieso bemühte sich Barclay nicht um maximale Nähe, wieso durfte ich nie in seine Gedanken eintauchen? Darüber hinaus verzichtet er darauf, sein Krankheitsbild einzuordnen, was ich als sehr problematisch empfand. Weder erklärt er Thomas‘ Symptome noch thematisiert er, dass Schizophrenie heutzutage therapierbar ist und Betroffene häufig ein ganz normales Leben führen können. Er schafft einen Kontext, in dem Thomas stigmatisiert wird und erlaubt ihm nicht mal, sich zu wehren und seine Sicht auf die Welt und die Ereignisse darzulegen.

Ich empfand „Fenster zum Tod“ als halbgare, dünne Suppe. Ich weiß nicht, warum sich Linwood Barclay offenbar nicht überwinden konnte, einen Schritt weiterzugehen und entweder Thomas zweifelsfrei als zentrale Figur zu inszenieren oder sich völlig auf die Thematik des digital bezeugten Verbrechens zu konzentrieren. Vielleicht hat er nicht ausreichend recherchiert, vielleicht erkannte er diese Möglichkeiten nicht. Ich glaube hingegen nicht, dass ihm die schriftstellerischen Fähigkeiten fehlten. Nein, ich bin ganz sicher, Linwood Barclay hätte „Fenster zum Tod“ mitreißend und bedeutsam gestalten können. Deshalb fand ich die Lektüre enttäuschend, denn statt diesen extra Schritt zu gehen, beschränkte er sich auf einen banalen Thriller, der durch unnötige Nebenhandlungsstränge von den Kernaspekten ablenkt und nicht das Tempo oder den Nervenkitzel entwickelt, die ich erwartet hatte. Schade, dass Barclay meine Erwartungen nicht erfüllte. Schade, dass er sein Talent so wenig ausschöpfte.

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Hallo, ich hab vor ein paar Tagen mal in mein Bücherregal geschaut und tatsächlich ein Buch von Linwood Barclay gefunden…das hab ich wohl mal auf einem Büchermarkt gekauft. Konnte mich allerdings nicht so recht an das Buch erinnern und gelesen hab ichs auch noch nicht^^ Aber da ich „weil ich euch liebte“ von ihm gerade ausgelesen haben und es total klasse fand, dachte ich vielleicht ging es ein paar von genauso und ihr hättet auch Lust noch eins von ihm zu lesen ;) Ich hab nämlich im Moment soviele Bücher zum Lesen, dass ich das nicht schaffe…aber sowas kennt ihr ja sicher :P

Inhalt:
Als die Familie seines besten Freundes verreist, versteckt sich der 17-jährige Derek im Keller, um sich im leeren Haus heimlich mit seiner Freundin zu treffen. Während er noch unter der Treppe kauert, kehrt die Familie überraschend zurück. Derek grübelt, wie er seine Anwesenheit erklären soll. Da klingelt es an der Tür. Der Vater öffnet und wird sofort niedergeschossen. Ein Killer ermordet die ganze Familie. Derek kann entkommen und kehrt völlig verstört nach Hause zurück. Aus Angst verrät er seinen Eltern und der Polizei nicht, dass er der einzige Zeuge des Verbrechens im Nachbarhaus ist. Und so kommt viel zu spät ans Licht, dass der Killer es wahrscheinlich gar nicht auf Adams Familie abgesehen hatte ... (Quelle: lovelybooks)

Wie funktioniert das Wanderbuch?
Wenn ihr Interesse an dem Buch habt, schreibt einfach hier in den Thread und dann trag ich euch in die Liste ein :)
Ich verschicke das Buch an den 1. in der Liste und der schickt es nachdem er/sie es gelesen hat an den nächsten.
Jeder hat circa 2 Wochen Zeit, damit die anderen nicht so lange warten müssen ;) Wenns doch mal ein bisschen länger dauert, machts aber auch nichts. Wenn man fertig ist, fragt man bei dem nächsten per Nachricht nach der Adresse.
Schreibt hier bitte kurz eine Mitteilung in den Thread, wenn das Buch bei euch angekommen ist oder ihr es weiterversendet.

Falls das Buch verloren geht, teilen wir alle die Kosten für ein Neues.

Hinweis: Da ich das Buch auch nur gebraucht gekauft hab, sieht es schon ein bisschen zerlesen aus, also nicht wundern…ich behandle meine Bücher nicht so :P

Ich verschicke an:

1. Morgoth666
2. Linny
3. nirak03

4. Honigmond

5. Bücherwurm
6. Themistokeles
7. Flaschengeist1962

8. gamaschi

9. chatty68

10. papierelch


>>> zurück zu mir!

80 Beiträge
Zum Thema

***VOLL**VOLL***VOLL***VOLL***VOLL***VOLL***VOLL***VOLL***

Hallo! In In der Wunschliste für Wanderbücher wurde Interesse für „Weil ich auch liebte“ bekundet!

Ich würde es zur Verfügung stellen!

Es kann jeder mitlesen der gerne möchte! ihr meldet auch hier und es wird dann nach der Reihenfolge immer wieder weiter geschickt und wenn die Reise zu Ende ist geht es wieder an mich!

Inhalt:
Glens Familie stürzt jäh ins Unglück, als seine Frau Sheila bei einem Unfall ums Leben kommt. Sie soll volltrunken gefahren sein und zwei Unschuldige mit in den Tod gerissen haben! Die Polizei ist sich ihrer Sache sicher – doch Glen kann es einfach nicht fassen. Kurze Zeit später ertrinkt eine gute Freundin von Sheila auf mysteriöse Weise. Und als Glen bald darauf erfährt, dass Sheila 62.000 Dollar veruntreut haben soll, bringt ihn das vollends aus dem Gleichgewicht. Beweise für ein Verbrechen hat er allerdings keine ...
_________________________________Regeln____________________________________

1. Einfach hier melden wenn ihr mitlesen wollt!
2. Bitte geht pfleglich damit um! Ihr müsst nicht übervorsichtig sein und das Buch mit der Kneifzange anfassen aber bitte denkt daran, dass es meins ist. Ich vertrau euch da! ;)
3. Ihr solltet das Buch nach ca. 2 Wochen an den/die nächste in der Liste weiter schicken.
4. Es muss sich jeder im Klaren darüber sein, dass auch geringe Portokosten anfallen! ;)
5. Wenn es verloren geht, dann teilen sich Sender und Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar!

__________________________________________________________________________

ICH SCHICKE AN:

01. SharonBaker [15.03.]
02. Ayanea [26.03]
03. Fake_Illusion [07.04.]
04. Queenelyza [18.04.]
05. Jessi2011 [04.05.] 
06. laleluxya[26.05]
07. Annabelle_04 [Account gelöscht]
08. glorana [14.06.]
10. Morgoth666 [05.07] 
11. rosebud [23.07.]
09.AshleyVioletta  [01.08.]


12. sissy84 
13.JackJackson
14.Lizzy1984w
15. mellrose
16. AvaLovelace




Liebe Grüße und viel Spaß,

Steven :)
154 Beiträge
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
Bisher nicht, tut mir Leid!
Zum Thema
Unsere LovelyBooks Lesechallenge geht in die zweite Runde! Jeden Monat diskutieren wir über ein vorher festgelegtes Buch und es gibt neben monatlich 50 Leseexemplaren tolle Preise zu gewinnen. Alle Informationen dazu findest Du hier: http://www.lovelybooks.de/lesechallenge/ Das Buch des Monats Februar ist Linwood Barclay mit "Weil ich euch liebte": Glens Familie stürzt jäh ins Unglück, als seine Frau Sheila bei einem Unfall ums Leben kommt. Sie soll volltrunken gefahren sein und zwei Unschuldige mit in den Tod gerissen haben! Die Polizei ist sich ihrer Sache sicher – doch Glen kann es einfach nicht fassen. Kurze Zeit später ertrinkt eine gute Freundin von Sheila auf mysteriöse Weise. Und als Glen bald darauf erfährt, dass Sheila 62.000 Dollar veruntreut haben soll, bringt ihn das vollends aus dem Gleichgewicht. Beweise für ein Verbrechen hat er allerdings keine ... Hast Du Lust dabei zu sein, tolle Aufgaben zu lösen und Dich zum fleissigsten Mitglied auf der Challengeliste hochzuarbeiten? Nimmst Du die Herausforderung an? Dann melde Dich gleich in diesem Unterthema an und nimm dabei auch an der Verlosung von 50 Leseexemplaren von "Weil ich euch liebte" teil! (Verlosung findet am 10.02.2012 statt)
1473 Beiträge

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks