Lionel Duroy hat eine Autobiographie geschrieben, die sich am zentralen Motiv des eigenen Kummers abarbeitet. Von der Kindheit bis zum Ende des Romans wird er geplagt von einer tiefen Melancholie, die er zu ergründen versucht. Arbeit, Reisen, Ehen, über seinem Leben schwebt dieser Schatten, der ihn fast in den Wahnsinn treibt.
Duroys Leben verläuft in spannenden Bahnen. Der Sohn einer verarmten Adelsfamilie wird von geschwisterlichem Neid geprägt. Sehr ehrlich und intim beschreibt Duroy, wie er um Anerkennung kämpfen musste, und wie sein Bruder, krank und schwach, die Liebe der Eltern bindet. Langsam lernt Duroy, sich von den politischen Ansichten seiner Eltern zu distanzieren. Das andere Frankreich, von Pétain und Le Pen, von bürgerlichem Aufstand gegen die algerische Unabhängigkeit und Angst vor 68, wird hier eindrucksvoll geschildert, und dieses andere Frankreich überzeugt Duroy, als Journalist Kollaboration mit den Deutschen und Kolonialismus aufzuarbeiten. In schöner, bedächtiger Sprache folgt Duroy den wichtigsten Stationen seines Lebens und seines Landes.


