Lionel Duroy Der Kummer

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Inhaltsangabe zu „Der Kummer“ von Lionel Duroy

Lionel Duroys autobiografischer Roman beginnt mit der Besatzung der Deutschen in Frankreich im Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit heirateten die Eltern. Der Vater hatte außer dem adligen Namen weder Beruf noch Vermögen, die Mutter aber wollte ein Leben in den besseren Kreisen. Lionel, im Roman William, ist das vierte von 10 Kindern, und alle erleben sie den Abstieg einer Familie in der Nachkriegszeit, die aus den Luftschlössern, die der Vater seiner Frau versucht zu erschaffen, ins Nichts stürzt. Zugleich mit der atemberaubenden Geschichte dieser Familie erhalten wir einen Blick auf die politische Entwicklung Frankreichs vom Algerienkrieg bis zum Mai 68 und darüber hinaus bis 2010. William folgt bis zum Erwachsenwerden der Perspektive der Eltern, die auf Seiten Pétains und gegen die Résistance waren, auf Seiten der putschenden Generäle gegen De Gaulle, und die im Mai 68 aus Angst vor einer bolschewistischen Regierung nach Australien auswandern wollten. Langsam erfolgt das Erwachen des jungen Mannes, der die Welt nicht kennt und entdecken muss, dass sich der Kummer seiner Kindheit in sein erwachsenes Leben und seine Liebesbeziehungen frisst. Als Journalist bemüht er sich um die Aufarbeitung der Kollaboration und die Bewältigung der kolonialen Unterdrückung, reist in Krisengebiete wie den Balkankrieg und wird dort immer wieder mit seinem eigenen Kummer konfrontiert.

Großartiges Buch, das einen beeindruckenden Einblick ins Nachkriegsfrankreich (und -deutschland) gibt.

— Schoneburg
Schoneburg

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  • Eine sehr melancholische Lebensgeschichte

    Der Kummer
    Schoneburg

    Schoneburg

    05. December 2014 um 11:40

    Lionel Duroy hat eine Autobiographie geschrieben, die sich am zentralen Motiv des eigenen Kummers abarbeitet. Von der Kindheit bis zum Ende des Romans wird er geplagt von einer tiefen Melancholie, die er zu ergründen versucht. Arbeit, Reisen, Ehen, über seinem Leben schwebt dieser Schatten, der ihn fast in den Wahnsinn treibt. Duroys Leben verläuft in spannenden Bahnen. Der Sohn einer verarmten Adelsfamilie wird von geschwisterlichem Neid geprägt. Sehr ehrlich und intim beschreibt Duroy, wie er um Anerkennung kämpfen musste, und wie sein Bruder, krank und schwach, die Liebe der Eltern bindet. Langsam lernt Duroy, sich von den politischen Ansichten seiner Eltern zu distanzieren. Das andere Frankreich, von Pétain und Le Pen, von bürgerlichem Aufstand gegen die algerische Unabhängigkeit und Angst vor 68, wird hier eindrucksvoll geschildert, und dieses andere Frankreich überzeugt Duroy, als Journalist Kollaboration mit den Deutschen und Kolonialismus aufzuarbeiten. In schöner, bedächtiger Sprache folgt Duroy den wichtigsten Stationen seines Lebens und seines Landes.

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