Lionel Shriver

 4 Sterne bei 347 Bewertungen
Autorin von Wir müssen über Kevin reden, Liebespaarungen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Lionel Shriver (©Eva Vermandel)

Lebenslauf von Lionel Shriver

Lionel Shriver wurde als Margaret Ann Shriver am 18. Mai 1957 in Gastonia, North Carolina geboren. Sie studierte am Barnard College und an der Columbia University, lebte in Nairobi, Bangkok und Belfast und derzeit in London. Shriver neuestes Buch »So viel dazu« erschien 2010 und wurde für den National Book Award in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet. Bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann, sammelte sie einige Erfahrungen als Journalistin für das Wall Street Journal, die Financial Times, die New York Times, The Economist und viele andere Publikationen.

Alle Bücher von Lionel Shriver

Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783492310512)

Wir müssen über Kevin reden

 (182)
Erschienen am 02.05.2017
Cover des Buches Liebespaarungen (ISBN: 9783492312141)

Liebespaarungen

 (68)
Erschienen am 01.02.2018
Cover des Buches Dieses Leben, das wir haben (ISBN: 9783492274579)

Dieses Leben, das wir haben

 (26)
Erschienen am 18.06.2012
Cover des Buches Großer Bruder (ISBN: 9783492306744)

Großer Bruder

 (18)
Erschienen am 08.06.2015
Cover des Buches Eine amerikanische Familie (ISBN: 9783492314008)

Eine amerikanische Familie

 (17)
Erschienen am 02.04.2019
Cover des Buches Die perfekte Freundin (ISBN: 9783492070201)

Die perfekte Freundin

 (10)
Erschienen am 30.11.2020
Cover des Buches Großer Bruder (ISBN: 9783492966368)

Großer Bruder

 (0)
Erschienen am 31.03.2014
Cover des Buches Liebespaarungen (ISBN: 9783869520018)

Liebespaarungen

 (6)
Erschienen am 17.08.2009

Neue Rezensionen zu Lionel Shriver

Cover des Buches Die perfekte Freundin (ISBN: 9783492070201)EvyHearts avatar

Rezension zu "Die perfekte Freundin" von Lionel Shriver

Die Hölle ist Schweigen
EvyHeartvor 2 Monaten

Ich hatte das Buch angefordert, weil ich Jillian als Figur interessant fand und ihre Vorliebe für Kunst. Bekommen habe ich ein Kammerspiel dreier Figuren, die weniger an der Beziehung als an der Gesellschaft interessiert sind und die aus meiner Sicht nicht zusammen passen. Für mich war es ein mitreißendes Buch, das man jedoch nicht lesen muss.

Worum geht es?

Um eine Dreiecksbeziehung. Jillian und Baba sind seit 25 Jahren befreundet und treffen sich mehrmals die Woche zum Tennnisspielen. Als Baba seiner Freundin Paige nach über einem Jahr einen Heiratsantrag macht, stellt diese ein Ultimatum: Er muss die Beziehung zu Jill beenden.

Meine Meinung

Subjektiv betrachtet mochte ich das Buch sehr - denn ich habe bereits einige Menschen wie Jill erlebt, die auf den ersten Blick zu unangepasst sind, um sie sympatisch zu finden und die, obwohl sie ihr bestes geben, alles nur noch schlimmer machen. Und auch den Baba-Typus kenne ich - Menschen, die so sehr in sich versunken sind, dass sie es nicht mitbekommen.

Und dann Paige - eine Frau, die von einigen Rezensenten als Antagonist betrachtet wird, weil sie Jill plump als Bedrohung empfindet und JEDE Geste Jills als Affront gegen sich sieht. Ich finde, dass Paige übertreibt, aber wenn der Partner sich dreimal wöchentlich für mehrere Stunden mit der besten Freundin trifft, würde ich das ansprechen.

Objektiv betrachtet eint alle Figuren, dass sie nicht über ihre Beziehung reden. Alle drei sind froh, dass sie einen Partner gefunden haben - besonders Baba, der sich mit fast fünfzig freut, nicht als "seltsam, schwul, emotional instabil" zu gelten. Er begehrt Paige körperlich, aber er sagt nie, dass er sie liebt. Auch Jill wägt nie das Für und Wider der Beziehung ab, sondern es ist ihr wichtig, gesellschaftlich "korrekt" zu handeln. Ich glaube, dass sie Figuren ihre Gefühle nicht erkennen können.

Das Tennisspiel wird zum Symbol der Verbindung zwischen Jill und Baba. Und es wird ersetzt durch den "Aufrechten Kronleuchter", der dem Buch im Englischen seinen Namen gibt. In diesem Kunstwerk hat Jill Relikte ihrer Vergangenheit eingebunden und diesen später Paige und Baba als Hochzeitsgeschenk gegeben. Während Jill mit dieser Aufopferung die Beziehung zu Baba, deren Untergang sich bereits andeutet, retten will, sieht ihn Paige als ultimative Provokation, als Sinnbild ihrer Feindin. Für Baba ist er in der ersten Phase der Trennung eine Zuflucht. Ich glaube, dass man aus dem "Aufrechten Kronleuchter" ein gutes Theaterstück machen könnte.

Jill und Baba denken viel und das in Metaphern in Schachtelsätzen. Sie denken aber unterschiedlich - während Baba die beste Lösung eines Problems im Blick hat, sucht Jill die gesellschaftlich akzeptierte Lösung.

Fazit

Wenn man das Buch auf seine Handlung herunterbricht, passiert nicht viel. Das Buch lebt von den Figuren und der Hoffnung, dass sie das Geflecht der unausgesprochenen Worte auflösen. Wahrscheinlich ist das bei Kammerspielen so. Ich glaube, dass das manche Leser langweilig finden.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783548607429)engineerwifes avatar

Rezension zu "Wir müssen über Kevin reden" von Lionel Shriver

Ohne Worte ... dieses Buch muss man selber gelesen haben ...
engineerwifevor 3 Monaten

Junge, Junge, Junge, das war heftig! Ich habe lange mit mir gehadert und überlegt, wie ich diesen Roman, der ausschließlich in Briefform gehalten ist, bewerten soll. Schlussendlich habe ich mich für die Bestnote entschieden, aller Längen zum Trotz. 


Der Klappentext verrät bereits den schockierenden Inhalt des Buchs. Es geht natürlich um Kevin, der in seiner Schule mehrere Menschen tötet. Aber es geht auch um seine Eltern, sein Umfeld und sein Aufwachsen an sich. Was war hier schiefgelaufen? Wer hätte was besser machen können? In vielen, vielen Briefen an ihren Mann versucht Eva genau diese Fragen und dieses Trauma aufzuarbeiten. Mir ging es wie sicher einigen anderen Lesern auch, man musste sich erst einlesen in diese etwas eigenwillige Schreibform. Schließlich mutierte das Geschriebene aber mal wieder zu einem Roman mit der berühmten Sogwirkung, der mich nicht mehr losließ. Man kommt nicht umhin, Vergleiche mit seinem eigenen Leben zu ziehen. Und ich habe mich immer wieder ertappt, wie ich selbst verurteilen wollte. Mal die Mutter, mal den Vater, doch im Endeffekt war jeder und gleichzeitig niemand schuld. Beim Lesen bekam ich Gänsehaut bezüglich Kevins ausgeprägter Gleichgültigkeit, die bis zur totalen Gefühlskälte mutierte. Die Eltern, besonders Eva, fochten einen Kampf gegen Windmühlen.


Definitiv keine leichte Kost, die noch lange nachwirkt. So musste auch ich das Buch erstmal sacken lassen, bevor ich mich an die Rezension machen konnte. Trifft bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber mich hat es berührt und gleichzeitig erschüttert und nun bin ich sehr gespannt auf die Verfilmung, die schon für einen verregneten Sonntagnachmittag bereit liegt. Fünf Sterne mit einer bedingten Leseempfehlung. Wie ich schon sagte, das Buch ist sicher nicht für jedermann.   

Kommentieren0
2
Teilen
Cover des Buches Die perfekte Freundin (ISBN: 9783492070201)Dreamworxs avatar

Rezension zu "Die perfekte Freundin" von Lionel Shriver

„Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich.“ (Max Frisch)
Dreamworxvor 4 Monaten

Früher waren Jillian und Weston ein Liebespaar, doch nun sind sie nur noch enge gute Freunde, die öfter gemeinsam ein Tennisspiel bestreiten und sich seit über 25 Jahren in und auswendig kennen. In Paige hat Weston seine vermeintliche große Liebe getroffen und bald sollen die Hochzeitsglocken läuten. Doch bevor es soweit kommt, setzt ihm Paige die Pistole auf die Brust, denn Jillian ist ihr ein Dorn im Auge. So verlangt Paige von Weston, Jillian in die Wüste zu schicken und sich fortan von ihr fern zu halten. Weston trifft diese Forderung empfindlich, alles in ihm sträubt sich dagegen, seine Freundschaft zu Jillian aufzugeben. Wem gehört sein Herz wirklich und wird er sich unter Druck tatsächlich um eine enge Freundschaft bringen, damit Paige ihre vermeintliche Rivalin endlich los ist?

Lionel Shriver hat mit „Die perfekte Freundin“ einen sehr unterhaltsamen sowie kontroversen Kurzroman vorgelegt, der die unterschiedlichen Ansichten beleuchtet und den Leser aufgrund der Handlung ins Grübeln bringt, hat man die eine oder andere Reaktion schon selbst oft genug im Umfeld beobachten können. Der flüssige und mit Humor gewürzte Erzählstil laviert den Leser mitten hinein in ein Personendreieck, deren interessante zwischenmenschliche Konstellation schon für ein Augenbrauenlifting und während der Lektüre für einige Mutmaßungen bezüglich des Ausgangs der Geschichte sorgt. Über wechselnde Perspektiven lernt der Leser jeden einzelnen kennen, wobei er sich nach und nach selbst ein Urteil über ihre unterschiedlichen Motive bildet. Shriver beweist wieder einmal ein geschicktes Händchen in der Darstellung ihrer Charaktere, die nie schwarz oder weiß sind, sondern durchaus jede nur mögliche Schattierung aufweisen, die den Leser mal in die eine Richtung mal in die andere driften lassen, weil man die jeweilige Sicht der Dinge ebenfalls nachvollziehen kann. Irgendwann allerdings kommt der Zeitpunkt, wo sich nicht nur der Leser entscheiden muss, auf welcher Seite er steht und dementsprechend ist man mit dem Ausgang der Geschichte dann zufrieden oder auch nicht.

Die Charaktere sind sehr gut nuanciert und bestechen durch ihre typisch menschlichen Eigenschaften mit Authentizität und Glaubwürdigkeit. Jillian ist eine lebensbejahende Mittvierzigerin, die neben ihrem guten Aussehen und ihrer offenen, ungezwungenen Art vielseitig interessiert ist. Das trägt ihr den Neid aller Frauen in ihrem Umfeld ein, die am liebsten ebenso wären wie sie, aber nicht aus ihrer Haut können. Da fällt es leichter, Frauen wie Jillian abfällig zu beurteilen und sich herauszunehmen, die rote Karte zu zeigen. Paige fällt leider unter diese Kategorie, denn sie münzt ihre Kleingeistigkeit und ihre Eifersucht als Druckmittel um und bringt Weston in eine Lage, in der er nur verlieren kann, nämlich entweder seine beste Freundin oder seine zukünftige Ehefrau. Das ist nicht nur äußerst kleingeistig, sondern auch ein Zeichen dafür, dass Paige sich Westons Liebe wohl doch nicht sicher ist. Weston versteht nicht, warum er sich entscheiden soll, er hat doch klar gemacht, wen er heiraten will. Die Forderung an ihn, sich zwischen den beiden Menschen zu entscheiden, die ihm am wichtigsten sind, ist unangebracht und sorgt früher oder später für einen Bruch.

„Die perfekte Freundin“ ist eine intelligente, tiefgründige Geschichte, die durchgängig fesselt und das Gehirn auf Hochtouren laufen lässt. Toll gemacht, absolut zu empfehlen!

Kommentieren0
11
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Lionel Shriver wurde am 18. Mai 1957 in Gastonia (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Community-Statistik

in 576 Bibliotheken

auf 86 Wunschzettel

von 69 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks