Lionel Shriver

 4 Sterne bei 379 Bewertungen
Autorin von Wir müssen über Kevin reden, Liebespaarungen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Lionel Shriver (©Eva Vermandel)

Lebenslauf

Lionel Shriver wurde als Margaret Ann Shriver am 18. Mai 1957 in Gastonia, North Carolina geboren. Sie studierte am Barnard College und an der Columbia University, lebte in Nairobi, Bangkok und Belfast und derzeit in London. Shriver neuestes Buch »So viel dazu« erschien 2010 und wurde für den National Book Award in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet. Bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann, sammelte sie einige Erfahrungen als Journalistin für das Wall Street Journal, die Financial Times, die New York Times, The Economist und viele andere Publikationen.

Neue Bücher

Cover des Buches Lass uns doch noch etwas bleiben (ISBN: 9783492059336)

Lass uns doch noch etwas bleiben

Erscheint am 26.06.2024 als Gebundenes Buch bei Piper.

Alle Bücher von Lionel Shriver

Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783492310512)

Wir müssen über Kevin reden

 (189)
Erschienen am 01.05.2017
Cover des Buches Liebespaarungen (ISBN: 9783492312141)

Liebespaarungen

 (72)
Erschienen am 01.02.2018
Cover des Buches Dieses Leben, das wir haben (ISBN: 9783492274579)

Dieses Leben, das wir haben

 (26)
Erschienen am 18.06.2012
Cover des Buches Eine amerikanische Familie (ISBN: 9783492314008)

Eine amerikanische Familie

 (19)
Erschienen am 01.04.2019
Cover des Buches Großer Bruder (ISBN: 9783492306744)

Großer Bruder

 (19)
Erschienen am 08.06.2015
Cover des Buches Die perfekte Freundin (ISBN: 9783492070201)

Die perfekte Freundin

 (16)
Erschienen am 30.11.2020
Cover des Buches Die Letzten werden die Ersten sein (ISBN: 9783492071116)

Die Letzten werden die Ersten sein

 (5)
Erschienen am 26.05.2022
Cover des Buches Die Letzten werden die Ersten sein (ISBN: 9783492320290)

Die Letzten werden die Ersten sein

 (2)
Erschienen am 29.11.2023

Neue Rezensionen zu Lionel Shriver

Cover des Buches Eine amerikanische Familie (ISBN: 9783492314008)
supersusis avatar

Rezension zu "Eine amerikanische Familie" von Lionel Shriver

spannend
supersusivor 20 Tagen

Der Präsident der USA verkündet im Jahr 2029, dass die USA sich nicht an der weltweiten Währungsreform teilnimmt, keine Dollars mehr ausgeführt werden dürfen und niemand die neuerschaffene Währung vom Rest der Welt einführen darf. Außerdem muß jeder all seine Goldreserven abgeben. Florence Mandible versucht die Familie mit ihrem Job in der Obdachlosenunterkunft über Wasser zu halten. Ihre Schwester steht finanziell besser da. Aber auch sie und ihre Familie sind von der Krise betroffen. Auch weitere Geschwister und die Eltern verlieren alles. Alle finden bei Florence notgedrungen Asyl. Man muß zusammenrücken. Essen, Klopapier, Medikamente usw. werden erst knapp, dann gibt es sie gar nicht mehr. Wie überlebt man in dieser Welt ? Florences Sohn Willing durchschaut als 13jähriger schon, was nötig ist und leitet die Familie durch die Not und die Wirren der 30er Jahre. Wir begleiten die Familie bis in die 2050er Jahre bzw. was von der Familie übrig ist, mit Ausblicken, Rückblicken und Zukunftsperspektiven.

Dieser Dystopieroman ist anders, da wir mitten im Geschehen sind. Es gibt noch keine neue Ordnung, sondern wir sind dabei, wie die alte Ordnung ins Chaos stürzt, wie man sich an alte Werte und Normen klammert und versucht, den Alltag aufrecht zu erhalten. Dies wird immer schwieriger, da die Welt auf den Kopf gestellt zu sein scheint. Man erlebt die Enge in dem Haus und leidet mit Willing, der sein Bett nun mit dem unsympathischen Cousin teilen muß. Es gibt für niemanden mehr Privatsphäre und alles muß geteilt werden. Alte Familienkonflikte schwelen unter der Oberfläche, kommen aber nicht zum Ausbruch, da dies das fragile Zusammenleben gefährden würde. Sogar aus dem Ausland kommt noch eine Tante und die Frau des Großvaters ist dement. Was unter normalen Umständen schon schwierig ist, wird angesichts des Hungers, Wassermangels, Geldverlustes und dass nichts mehr funktioniert, zu einem verzweifelten Kampf ums Überleben. Und doch geht es immer noch schlimmer.

Dies Buch ist spannend geschrieben, sehr realitätsnah und beeindruckend. Man hat das Gefühl, es sei Nachkriegszeit. Allerdings gab es keinen Krieg. Die Anpassungsfähigkeit von Menschen ist beeindruckend. Erschreckend jedoch, wie schnell unsere Normalität (Beruf, Schule, Einkaufen, Auto, medizinische Versorgung, Strom, fließend Wasser etc.) zerstört werden kann. Womit ich Schwierigkeiten hatte, war die Finanzpolitik, da ich keine Ahnung von Verschuldung, Tilgung und Wirtschaftswissenschaft habe. Dies nahm im ersten Teil des Buches viel Raum ein. Aber auch ohne die Bedeutung im Einzelnen zu verstehen (was einigen Figuren im Buch auch so geht), konnte man die Folgen deutlich nachvollziehen. 

Sehr empfehlenswert und fesselnd. 


Cover des Buches Die Letzten werden die Ersten sein (ISBN: 9783492320290)
HansDurrers avatar

Rezension zu "Die Letzten werden die Ersten sein" von Lionel Shriver

Eine gelungene Satire über das Älterwerden
HansDurrervor 2 Monaten

Er habe beschlossen, einen Marathon zu laufen, eröffnet der frühpensionierte Remington seiner Frau Serenata. Womit bereits klar ist, dass der Titel Die Letzten werden die Ersten sein offenbar auf einen satirischen Roman hinweist.

Serenata „war erst sechzig – allerdings war ihre Generation die erste, die einen derart ernüchternden Sachverhalt mit dem Zusatz erst versah.“ Allerdings leidet sie unter Knieproblemen, weshalb sie mit dem Laufen aufgehört hat. „Niemand liebt das Laufen. Die Leute behaupten das, aber sie lügen. Das einzig Gute ist, gelaufen zu sein. Während man es tut, ist es öde und hart im Sinne von anstrengend, aber nicht im Sinne von schwierig zu bewältigen. Es ist monoton. (...) Aber immerhin bin ich endlich der riesigen Meute von Schwachköpfen entronnen, die auf dieser Welle mitreiten und sich für etwas verdammt Besonderes halten.“

Remington ist gut gealtert, auch mit 64 noch ein ansehnlicher Mann und ohne dass er bisher dem Fitnesswahn des Zeitgeistes gehuldigt hätte. Warum ist Serenata eigentlich so viele Jahre gelaufen? „Wahrscheinlich hatte bei ihr alles damit angefangen, dass sie selbst andere nachmachte – auch wenn es sich seinerzeit nicht so angefühlt hatte.“ Machte Remington jetzt möglicherweise sie nach? Serenata passt das gar nicht, bissig kommentiert sie seine Bemühungen.

Übrigens: Serenata „war Amerikanerin, ohne genauere Kennung oder Ergänzung – denn sich als Amerikanerin mit griechischen Wurzeln zu bezeichnen, nachdem sie in ihrer Kindheit kaum einmal eine Schüssel Avgolemono-Suppe gelöffelt hatte, wäre ihr verzweifelt vorgekommen.“ Es sind solche Sätze – und es hat einige in diesem sehr gut geschriebenen (und sehr gut übersetzten) Werk, die mich immer mal wieder laut heraus lachen machen. Der moderne Identitätswahn könnte absonderlicher wirklich nicht sein!

Die Ehe von Remington und Serenata ist, nachdem die gewohnten Abläufe im Alter nicht mehr so recht spielen, zu einer Art Wettbewerb geworden, bei dem unter anderem der Neid bestens vertreten ist. Sie, die siebenundvierzig Jahre gelaufen ist, wegen Kniebeschwerden jedoch nicht mehr kann; er, der sich beschäftigen muss, wegen der vielen freien Zeit, die ihm seine Frühpensionierung beschert hat.

Auch wenn die Arthrose Serenata das Laufen verunmöglicht, von ihrem Fitnessprogramm lässt sie deswegen noch lange nicht ab. Das Motto der beiden auf Fitness Bedachten ist offenbar: Fit ins Grab! Beissend schildert Lionel Shriver diesen Wahn, bei dem Werbebilder die Realität ersetzt haben.

Serenata ist eine Einzelgängerin, Massenbewegungen wie die Fitnessmanie oder die Evangelikalen gehen ihr auf den Keks. „Sie war allzu einverstanden mit sich selbst, und manchmal hatte sie sich gefragt, ob es vielleicht ein Manko war, sich nicht einsam zu fühlen.“ Remington, der sich ein Leben lang mit Verkehrsplanung, öffentlichen Verkehrsmitteln und Verkehrsfluss beschäftigte, ist da ganz anders geprägt und eindeutig der geselligere der beiden.

Die Tochter, die bei den Evangelikalen gelandet ist, kommt mit ihren Kindern zu Besuch. Wie geht ein liberales, aufgeklärtes Paar wie Remington und Serenata mit den Missionierungsversuchen ihrer Tochter um? Es ist das Erfreuliche an Die Letzten werden die Ersten sein, dass Lionel Shriver keine einfachen Antworten bereithält und trotzdem eine klare Haltung einnimmt. Weil sie es (wieder einmal) ausgezeichnet versteht, sich gescheit und witzig mit dem Leben auseinanderzusetzen.

Und dann taucht Personal Trainerin Bambi auf, die sich eines positiven Gequassels bedient, das den ganzen Schwachsinn unserer Epoche beinhaltet. Mit anderen Worten: Dem Zeitgeist-Irrsinn ist nur mit einer Karikatur beizukommen – und die beherrscht Lionel Shriver hervorragend.

Die Letzten werden die Ersten sein ist nicht nur eine gelungene Satire über das Älterwerden („Leider Gottes durfte man in Serenatas Alter nicht so von anderen Frauen denken, ohne dass es auf einen selbst zurückfiel. Serenata konnte sich auch nicht vorstellen, dass sie wie sechzig aussah.“), sondern auch eine Zeitreise in die 1970er, als im Gegensatz zu heute kaum jemand (abgesehen von Seebären und Gefängnisinsassen) ein Tattoo trug, und die 1980er, als die meisten Leute sich nicht vorstellen konnten, rohen Fisch zu essen. Heute dagegen gibt es kaum noch einen Ort ohne Sushibar. Sehr schön zeigt Lionel Shriver auf, wie alles, wirklich alles kommerzialisiert wurde und wird. Sklavische Konformität als das Gebot der Stunde.

Darüber hinaus ist Die Letzten werden die Ersten sein auch eine witzige Abrechnung mit unseren woken Zeiten, in denen man gut beraten ist, sich nicht an die gerade gängigen Vorgaben zu halten, auch weil, um ein Beispiel zu nennen, die Verfechter einer politisch korrekten Sprache nicht begriffen haben, dass nicht was, sondern wie man etwas sagt, entscheidend ist. C`est le ton qui fait la musique. Und nicht zuletzt macht Lionel Shriver einen darauf aufmerksam, dass die wirklichen Veränderungen häufig unbemerkt vonstatten gehen. „ ... für eine ganz normale menschliche Aktivität, die früher gratis gewesen war ...“.

Fazit: Witzig, bissig, gescheit und wahr.

Cover des Buches Liebespaarungen (ISBN: 9783869520018)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Liebespaarungen" von Lionel Shriver

was wäre wenn als Hörbuch
Tilman_Schneidervor 7 Monaten

Sie sind schon lange glücklich zusammen, Irina und Lawrence, auch wenn sie nicht verheiratet sind. Über ihre Freundin Jude lernt sie deren Mann Ramsey kennen und irgendwie ist sie von ihm fasziniert. Die vier gehen ein paar Jahre hinter einander zusammen essen und haben viel spaß, bis sich Jude und Ramsey trennen. Irina trifft sich dann einmal alleine mit Ramsey und das verändert sie für immer, denn ihre Gefühle sind in Aufruhr. Lionel Shriver schlägt geschickt zwei Möglichkeiten der Handlung auf und entfaltet so eine äußerst spannende, hintergründige und ehrliche Geschichte. Ein tolles Buch über die Frage was wäre wenn und wie wäre es gewesen wenn ich mich anders entschieden hätte.

Gespräche aus der Community

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Zusätzliche Informationen

Lionel Shriver wurde am 18. Mai 1957 in Gastonia (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Community-Statistik

in 625 Bibliotheken

auf 95 Merkzettel

von 15 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

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