Lisa-Maria Seydlitz

 3.8 Sterne bei 37 Bewertungen
Autorin von Sommertöchter.
Lisa-Maria Seydlitz

Lebenslauf von Lisa-Maria Seydlitz

Lisa-Maria Seydlitz wurde 1985 in Mannheim geboren, wo sie inzwischen auch wieder lebt. Sie studierte am Institut für Literarisches Schreiben der Universität Hildesheim sowie an der Université de Provence Aix-Marseille. Sie war Herausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste und Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses. ›Sommertöchter‹ ist ihr erster Roman. Kurzgeschichte "Helium", exklusiv geschrieben für das ARD-Radiofestival 2012: http://www.ardmediathek.de/hr2/die-lesung?documentId=11658184

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Sommertöchter

Sommertöchter

 (37)
Erschienen am 04.11.2015

Neue Rezensionen zu Lisa-Maria Seydlitz

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steffchen3010s avatar

Rezension zu "Sommertöchter" von Lisa-Maria Seydlitz

Eine Reise ins Ungewisse..
steffchen3010vor 5 Jahren

Acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters erhält Juno einen anonymen Brief, der sie mit einem unerwarteten Erbe konfrontiert. Ihr soll fortan ein Fischerhaus in der Bretagne gehören, von dessen Existenz sie bis dato noch nicht einmal wusste. Ihre Mutter gibt sich nichtsahnend und unkooperativ. Also bleibt Juno nichts anderes übrig, als selbst nach Coulard zu reisen.

“Der Brief, frage ich, und ob sie die Schrift erkenne, ob ihr die Adresse etwas sage, ob wir Verwandte in Frankreich hätten, von denen ich nichts wisse, ob mein Vater etwas damit zu tun habe, seine ständigen Geschäftsreisen. Sie schüttelte den Kopf. Sie kenne kein Haus, das habe sie doch schon gesagt, sie wisse nicht, wo es stehe und seit wann es mir gehöre. Ich wusste, dass meine Mutter nicht die Wahrheit sagte.”

Zitat aus dem Buch

Dort angekommen muss Juno feststellen, dass sie nicht die einzige ist, die Interesse an dem Fischerhaus hat. Denn eine französische Kellnerin namens Julie hat sich im Haus eingenistet und der benachbarte Architekt Jan aus Deutschland ist dort auch öfter anzutreffen als ihr lieb ist.

Was als Reise ins Ungewisse beginnt, entpuppt sich als Ausflug in die Vergangenheit. Juno macht Entdeckungen, die sie ihr gesamtes Leben hinterfragen lassen. Plötzlich erfährt sie von einem anderen Leben des Vaters und ihre Wunden von damals beginnen erneut zu schmerzen.

Die Fassade der scheinbar idyllischen und glücklichen Kindheit beginnt zu bröckeln und Julie kommt nicht umhin sich der Vergangenheit zu stellen.

"Ich steige aus und bin nervös, als erwarte mich jemand, als säße jemand in der Bar, der mir meine Geschichte erzählen, meine Erinnerungen mit seinem Wissen auffüllen und so die Lücken schließen wolle, von denen ich erst seit ein paar Tagen vermute, dass es sie geben muss."

Zitat aus dem Buch

“Sommertöchter” ist ein unglaublich berührender Roman, der sich mit sehr leisen und sanften Tönen in dein Herz vortastet. Sehr behutsam schildert Seydlitz dem Leser mithilfe von Zeitsprüngen in Junos Kindheit was bereits hinter der jungen Frau liegt. Dem ausgelassenen Kind von damals ist eine nachdenkliche Frau gewichen. Eine natürliche Entwicklung, die mit der innigen Beziehung zum Vater und dessen plötzlicher Verhaltensveränderung zu erklären ist.

Mit dem Verlust des Vaters scheint sich auch in Junos Bewusstsein etwas verändert zu haben. Die Mutter, die fast krampfhaft versucht, die Erinnerungen an den Vater auszulöschen, hinterlässt bei Juno Unverständnis und noch mehr Trauer. Irgendwie verleiht es dem Roman etwas Verzweifeltes. An der Geschichte haftet daher irgendwie immer ein bisschen Traurigkeit, die man auf vielen Seiten förmlich spüren kann.

“Es sei vorbei, sagt sie, es sei Vergangenheit, wir müssten in die Zukunft schauen.”

Zitat aus dem Buch

Trotz der traurigen Thematik gelingt es der Autorin dem Roman etwas sehr Lebendiges und Hoffnungsvolles einzuhauchen. Beschreibungen werden zu Bildern, die wie Polaroid-Fotos vor deinem geistigen Auge vorbeischweben. Zeilen nehmen Farben und Gerüche an. Hoffnung wird zu deinem Wegbegleiter, der dich rüttelt und sagen möchte: that´s life, das Leben lohnt es sich dennoch zu leben. Denn wo sich eine Tür schließt, da öffnet sich eine andere. Mit Julie und Jan lässt Juno neue Menschen in ihr Leben einziehen und das Erbe des Hauses leitet eine neue Ära ein. Pinselstrich für Pinselstrich verleiht sie nicht nur dem Fischerhaus sondern auch ihrem Leben einen neuen Anstrich.

Der Autorin ist ein wirklich sehr emotionales und schönes Debüt gelungen. Es erzählt die Geschichte eines Endes und zugleich eines Neuanfangs und zeigt uns allen, dass man sich manchmal von Altem lösen muss um in der Gegenwart leben zu können. Auch wenn die ein oder andere Frage, die sich mir während des Lesens gestellt hat, unbeantwortet bleibt, kann ich das Buch vorbehaltlos weiterempfehlen. Vielleicht müssen manche Fragen auch ungeklärt bleiben.

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steffis-und-heikes-Lesezaubers avatar

Rezension zu "Sommertöchter" von Lisa-Maria Seydlitz

konnte mich nicht überzeugen
steffis-und-heikes-Lesezaubervor 5 Jahren

Inhalt Die 19-jährige Juno erhält eines Tages einen anonymen Brief mit einem Foto und einer Hausadresse. Niemand weiß, wo er herkommt, oder was dies zu bedeuten hat. Sie macht sich auf den Weg und trifft dort auf Julie, welche dort wohnt. Langsam erfahren die beiden mehr voneinander und begeben sich auf eine Reise durch ihre Vergangenheit, Erinnerungen und Gemeinsamkeiten beider Familiengeschichten......
Meinung Also, irgendwie bin ich mit dem Buch „Sommertöchter“ von Anfang an nicht richtig warm geworden. Es hat mich sehr verwirrt, da es meiner Meinung nach sehr verzwickt und unverständlich geschrieben ist. Ich kam nicht in die Geschichte hinein, trotz des eigentlich einfachen und leichten Schreibstils der Autorin. Die Autorin stellt die Charaketeren auch nicht wirklich gut in den Vordergrund, sie sind oberflächlich und nicht gerade symphatisch. Durch die Sprünge von früher und heute konnte ich die Details nicht richtig verarbeiten und zuordnen. Ich fand alles ziemlich vorausschaubar und die Spannung fehlte komplett. Auch Gefühle und Emotionen kamen bei mir nicht an. Die Erzählungen in der Gegenwart gingen noch, ich konnte dies ziemlich verfolgen aber die Rückblicke in die Vergangenheit weisen sehr viele Lücken auf und waren einfach nicht stimmig.
Es geht um Juno, die ihren Vater sehr geliebt hat, und herausfindet, das er früher ein Doppelleben geführt hat. Es stellt sich heraus, das Julie ihre Halbschwester ist und mit dieser Erkenntnis muß sie erst mal klarkommen. Vorallem weil auch ihre Mutter wahrscheinlich nichts davon gewusst, oder es konkret verschwiegen und verdrängt hat. Juno als Person ist mir sehr unsympathisch, sie wirkt auf mich sehr kalt und einfach lieblos. Durch ihre Begegnung mit Julie wird es etwas besser und sie kann sich etwas öffen. Über die Nebendarsteller erfährt man auch ziemlich wenig, aber große Beschreibungen kann man bei 208 Seiten auch nicht erwarten.
Der Schluß ist wirklich als Ende geschrieben, dort kann man doch noch etwas über die Gefühle herausfinden und allen geht es wieder gut. Aber als „Wunder“ oder „berührenden Familienzusammenführung“ kann man bei diesem Roman nicht wirklich sprechen. Ich fand ihn ok, als kleine Lektüre für Zwischendrin. Irgendwie fehlte einfach das gewisse Extra.
Cover Zum Cover kann ich nur sagen, wow....Es gefällt mir sehr gut und deutet eigentlich auf einen emotionalen Roman hin. Die gelbe Blüte steht im Vordergrund und die Wassertropfen sehen darauf sehr schön aus.
Fazit Im großen und ganzen konnte mich „Sommertöchter“ nicht überzeugen. Potential wäre da, keine Frage, aber mit der Umsetzung hat es sehr gehapert. Da es ja das Debüt von Frau Seydlitz ist, kann man beim Nächsten auf mehr hoffen. Er erhält von mir 2 von 5 Sternen, weil mir einfach das Cover so toll gefallen hat. Eine Leseempfehlung kann ich leider nicht geben.

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-sabine-s avatar

Rezension zu "Sommertöchter" von Lisa-Maria Seydlitz

Sommertöchter
-sabine-vor 6 Jahren

Juno erfährt durch einen anonymen Brief von einem kleinen Haus in der Bretagne, das sie geerbt hat. Dort angekommen trifft sie auf Julie, die bereits in dem kleinen Fischerhäuschen wohnt. Nach und nach nähern sich die beiden an, für Juno ist dies eine Reise in ihre eigene Kindheit und Jugend, ihre Erinnerungen und ihre Familiengeschichte. Aber auch Julie scheint einiges über ihre Vergangenheit zu erfahren…

Die Geschichte an sich hat mich sehr angesprochen, auch die Art und Weise, immer abwechselnd aus der Vergangenheit und Kindheit zu berichten, dann im nächsten Absatz wieder im Hier und Jetzt zu sein, fand ich sehr interessant. Juno ist dabei eine gutherzige Frau, und auch wenn ich ihre Handlungen nicht immer verstanden habe, ist sie mir durchaus sympathisch. Insbesondere vor dem Hintergrund ihrer Kindheit und Jugend entwickle ich immer mehr Verständnis, und nach und nach schließen sich alle Lücken wie in einem Puzzle.

Was mir aber die Leselust wirklich genommen hat ist der Schreibstil, mit dem ich gar nicht klargekommen bin: es ist alles im Präsens geschrieben und der Schreibstil ist sehr trocken mit kurzen, abgehackten Sätzen. Es werden fast nur Momentaufnahmen und Szenen beschrieben, was die Charaktere fühlen oder was sie bewegt, wird nicht geschildert. Und trotz der eher emotionslosen Beschreibungen entsteht eine melancholische und traurige Stimmung, die den Inhalt des Buches wiederrum sehr passend unterstreicht.

Ich bin sehr zwiegespalten – mit einer anderen Sprache wäre das Buch für mich wahrscheinlich etwas Besonderes gewesen, so jedoch fand ich zwar die Geschichte ansprechend, das Lesen wurde aber für mich durch den Sprachstil zermürbend.

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Gespräche aus der Community

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LisaMariaSeydlitzs avatar
Liebe Leserinnen und Leser,
in meinem Debütroman "Sommertöchter" nehme ich Euch mit in einen Sommer an der französischen Atlantikküste.
Juno bekommt acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters einen anonymen Brief aus der Bretagne. Dass sie ein altes Fischerhaus geerbt habe, heißt es darin, und was sie mit dem Haus jetzt endlich anstellen wolle. Juno weiß nichts von einem Haus und ihre Mutter schweigt sich darüber aus. Also packt sie die Koffer und fährt an die Atlantikküste. Wider Erwarten ist das Haus jedoch bewohnt - von Julie, einer französischen Kellnerin, und auch der Nachbar Jan, ein Architekt aus Deutschland, taucht immer wieder im Haus auf. 
Während ihrer Reise und ihrem Aufenthalt im Fischerhaus erinnert sich Juno immer wieder an ihre scheinbar idyllische Kindheit in einer deutschen Stadt, an das Leben mit ihrer Mutter und den Verlust ihres kranken Vaters, und merkt, wie sich diese bruchstückhaften Erinnerungen Tag für Tag ein bisschen mehr zu einem Puzzle zusammensetzen lassen. Auch dank Julie eröffnet sich für Juno ein neuer Blick in die Vergangenheit: Erst durch die Distanz und die Hilfe anderer wird ihre eigene Familiengeschichte für sie vollständig. 


Im Grunde erzählt "Sommertöchter" davon, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren und ein neues Leben zu gewinnen. 


Buchverlosung
Unter allen, die wissen wollen, wie es mit Juno & Julie weitergeht und welche Geheimnisse für die junge Frau im Laufe der Geschichte aufgedeckt werden, verlose ich zehn Exemplare des Romans. 
Beantwortet einfach bis zum 3. Juni eine der folgenden zwei Fragen:


- Welches Ereignis aus Eurer Kindheit hat Euch rückblickend am meisten geprägt und warum?
oder
- Was war das berührendste Familiengeheimnis, von dem Ihr irgendwann einmal erfahren habt?


Mehr Informationen zum Buch gibt es hier: 
http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Lisa-Maria_Seydlitz_Sommertoechter/10738

Ich freue mich, von Euch zu lesen!
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