Lisa-Marie Dickreiter Vom Atmen unter Wasser

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Inhaltsangabe zu „Vom Atmen unter Wasser“ von Lisa-Marie Dickreiter

Die Bergmanns waren eine ganz normale Familie. Bis Sarah, die sechzehnjährige Tochter, eines Abends auf dem Nachhauseweg ermordet wird. Jetzt, ein Jahr später, ist der Gerichtsprozess vorbei, der Täter verurteilt. Doch was geschieht mit denen, die zurückbleiben, die mit ihrem Leben nicht einfach weitermachen können? Vom Atmen unter Wasser erzählt vom Versuch einer Familie, mit ihrer Trauer umzugehen. Als die Mutter am ersten Jahrestag von Sarahs Ermordung einen Suizidversuch unternimmt, bittet der Vater den Sohn um Hilfe. Ausgerechnet Simon, der Zeit seines Lebens im Schatten der jüngeren Schwester stand, soll nun die Balance der Familie wiederherstellen. Und tatsächlich: Es gelingt ihm, seine Mutter in ihrem Kokon aus Trauer und Wut zu erreichen - doch dabei gerät er an seine Grenzen und droht sich selbst zu verlieren. Der gleichnamige Film wurde mit dem Prädikat » besonders wertvoll« ausgezeichnet.

Ein emotional schwer auszuhaltender, sehr intensiver und beklemmender Roman über eine Familie in Trauer.

— Barbara62
Barbara62

Ein berührender Roman vom Umgang mit einem sinnlosen Tod.

— Lilli33
Lilli33

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  • Wenn die Zeit die Wunden nicht heilt

    Vom Atmen unter Wasser
    Barbara62

    Barbara62

    09. June 2017 um 19:41

    Vor einigen Monaten habe ich Justins Heimkehr des US-Amerikaners Bret Anthony Johnston gelesen, in dem ein entführter Elfjähriger nach vier Jahren plötzlich wieder auftaucht. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die kriminelle Tat, sondern das Innenleben der Familie vor und nach seiner Heimkehr. Im Debütroman der 1978 geborenen Autorin Lisa-Marie Dickreiter Vom Atmen unter Wasser gibt es keine glückliche Heimkehr, jedoch weist die gewählte Perspektive trotz aller Unterschiede gewisse Parallelen auf. Die 16-jährige Tochter Sarah der Freiburger Familie Bergmann ist vor einem knappen Jahr auf dem Nachhauseweg von einer Party ermordet worden, zurück bleiben die Eltern Anne und Jo und der ältere Bruder Simon, die in ihrer Trauer jedoch nicht zueinander finden, sondern sich immer mehr voneinander entfernen. Nach diesem ersten Jahr begeht Anne einen erfolglosen Suizidversuch, denn die wohlmeinenden Versprechungen „Die Zeit heilt alle Wunden“,  „Die Zeit wird euch helfen“ oder „Die Zeit arbeitet für euch“ sind nicht eingetreten. Sie kann nicht mehr in ihrem Beruf als Krankenschwester arbeiten aus Angst, „dass eines Tages ein Mädchen kommt, das überlebt“, joggt bis zur Erschöpfung, bricht trotz ihrer Instabilität eine Therapie ab und schläft im Bett der Tochter. Sei leidet darunter, dass Sarah jeden Tag mehr aus ihrem Leben verschwindet und beschuldigt Jo und Simon, ihr Sarah wegnehmen zu wollen. Selbstvorwürfe quälen sie, weil sie zunächst kein zweites Kind wollte: „Ich habe sie nicht genug gewollt. Deswegen ist sie mir weggenommen worden.“ Ihre Recherchen über die letzten Stunden im Leben ihrer Tochter werden zur Obsession. Gleichzeitig beschuldigt sie ihren Mann, einen Sozialarbeiter, der ihr weniger unter dem Verlust zu leiden scheint: „Dir ist doch alles egal! Du lebst dein schieß Leben weiter, als wäre nichts passiert!“, doch auch Jo leidet auf seine Weise. Im Gegensatz zu seiner Frau versucht er, mit Aktionismus über die Trauer hinwegzukommen: „Anne, das Leben geht weiter! Und die Müllabfuhr kommt morgen trotzdem, ob’s uns nun passt oder nicht.“ Er hat nicht nur seine Tochter, sondern auch seine Frau verloren. Simon dagegen, der Medizinstudent, der in der Familie immer nur zweite Wahl hinter Sarah war, zieht auf Wunsch des Vaters nach Annes Selbstmordversuch wieder zuhause ein, um die Mutter unter Kontrolle zu haben. Auch er kämpft mit seinen Dämonen, denn er stand Sarah nicht besonders nah und ist überzeugt: „Wenn Sarah noch am Leben wäre und ich tot, dann hätte sie nicht versucht, sich umzubringen.“ Vom Atmen unter Wasser war für mich nicht nur wegen des für Eltern fast unerträglichen Themas, sondern auch wegen des emotional schwer auszuhaltenden, sehr intensiven und beklemmenden Stils eine Herausforderung. Die Erzählweise im Präsens unterstreicht den nicht nachlassenden Schmerz und die grenzenlose Einsamkeit der drei übriggebliebenen Familienmitglieder nachdrücklich, die kurzen Sätze vermitteln eine Form von Atemlosigkeit. Abwechselnd erzählt Lisa-Marie Dickreiter in personaler Form über die drei Protagonisten, wobei jeweils der Name als Kapitelüberschrift dient. Als Außenstehende hätte ich erwartet und mir natürlich auch gewünscht, dass Anne, Jo und Simon in dieser schwierigen Situation anders miteinander umgehen, zueinander finden, sich gegenseitig stützen und Trost spenden können, doch leider ist das Gegenteil hier der Fall. Langsam und zunächst widerstrebend habe ich mich im Laufe der Geschichte mit dem Gedanken angefreundet, dass getrennte Wege manchmal die bessere Alternative sind. Denn erst dadurch kommt am Ende doch noch so etwas wie Hoffnung auf eine vielleicht wieder freiere Atmung auf. Nicht besonders angenehm zu lesen finde ich die Taschenbuchausgabe des Verlags Bloomsbury, die sich der Lektüre förmlich zu widersetzen scheint und entweder brutal "aufgebrochen" oder mit zwei Händen gelesen werden muss.

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  • Intensiv!

    Vom Atmen unter Wasser
    CarolinHafen

    CarolinHafen

    24. March 2015 um 18:25

    Das erste Kapitel hat mich umgehauen; Die Sprache, die Spannung, der Inhalt. Danach hätte alles kommen können, es wäre mir egal gewesen, ich war baff und überzeugt. Von der Geschichte und der Autorin. Danach kam die Geschichte um Sara, ihre Ermordung, und die Hinterbliebenen. Die Trauer und die Schuld. Das Leben danach und der Selbstmordversuch der Mutter. Jeder versucht irgendetwas, dass er mit sich herum schleppt, abzuwälzen, los zu werden, zu töten. Teilweise war die Geschichte so intensiv (für mich), dass das Lesen weh tat. Immer diese intensiven Wiederholungen, die bildhafte Sprache; sowas spricht mich sehr an. Ja, man merkt Lisa-Marie Dickreiter die Drehbuch-Wurzeln an, das hat meinem Kopfkino aber keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Es kam vor, dass ich mich während dem Lesen fragte, ob man das überhaupt will: So genau wissen wie es jemandem geht, der diesen Verlust erlebt hat, als Außenstehender. Will man so tief in diesen Strudel aus Trauer und Wut und Hilflosigkeit hineinschauen? Ich bin mir nicht sicher. Das Ende der Geschichte ist offen, lässt Hoffnung zu und ich hab danach gegriffen wie ein Ertrinkender, damit ich die Frage nicht beantworten muss. Ich finde es gut, dass die eigentliche Tat bzw. der Täter so wenig Raum im Buch einnimmt. Er hat kein Gesicht, keinen Namen – klar, das Verbrechen ist so entsetzlich, vielleicht gibt es dafür keinen Namen, und der nicht präsente Täter ist Ausdruck dafür. Das weiß ich nicht, und darüber lässt sich diskutieren. Es ist einfach eine Anmerkung meinerseits, etwas das mir aufgefallen ist, und mir gefiel. Ich mag Simon am liebsten, in dieser Geschichte. Er ist derjenige, der am Meisten abkriegt, doch am wenigsten kaputt ist, und sich nicht davon stiehlt. Ein paar Mal flüsterte ich ihm zu: Hau ab. Er hat es nicht gemacht. Dafür bewundere ich ihn.

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  • Vom Atmen unter Wasser

    Vom Atmen unter Wasser
    Samtpfote

    Samtpfote

    22. September 2014 um 22:50

    Vom Atmen unter Wasser - Lisa-Marie Dickreiter Beschreibung: Die Bergmanns waren eine ganz normale Familie. Bis Sarah, die sechzehnjährige Tochter, eines Abends auf dem Nachhauseweg ermordet wird. Jetzt, ein Jahr später, ist der Gerichtsprozess vorbei, der Täter verurteilt. Doch was geschieht mit denen, die zurückbleiben, die mit ihrem Leben nicht einfach weitermachen können? Vom Atmen unter Wasser erzählt vom Versuch einer Familie, mit ihrer Trauer umzugehen. Als die Mutter am ersten Jahrestag von Sarahs Ermordung einen Suizidversuch unternimmt, bittet der Vater den Sohn um Hilfe. Ausgerechnet Simon, der Zeit seines Lebens im Schatten der jüngeren Schwester stand, soll nun die Balance der Familie wiederherstellen. Und tatsächlich: Es gelingt ihm, seine Mutter in ihrem Kokon aus Trauer und Wut zu erreichen - doch dabei gerät er an seine Grenzen und droht sich selbst zu verlieren. Inhalt: Eine ganz normale vierköpfige Familie wird von einem Tag auf den anderen vor das Nichts gestellt. Die bei allen beliebte und hübsche Tochter Sarah wird ermordet und lässt ihre Eltern und ihr Umfeld voller Trauer zurück. Auch ihr Bruder Simon hadert mit dem Schicksal. Als kleines Kind hat er seine Schwester nämlich einmal sogar los werden wollen, weil er immer eifersüchtig auf sie war und nun steht er plötzlich als Einzelkind dar und muss mit dem Verlust der Schwester, der Trauer der Eltern und mit einem unbestimmten Schuldgefühl klar kommen, welches stark an ihm nagt. Da klingelt bei Simon mitten in der Nacht das Handy, er muss schnell in den Notfall. Dort findet er seine Mutter vor, welche sich die Pulsschlagadern aufgeschnitten hat und nichts mehr vom Leben erwartet und seinen Vater, der hilflos am Bett seiner Frau steht und nicht mehr weiss, wie er weiter machen kann. Ausgerechnet Simon soll sich nun um seine Mutter kümmern, soll von zu Hause aus lernen und seine Arbeiten schreiben und so versuchen, seine Mutter von weiteren Verzweiflungstaten abzuhalten. Der eigentlich schon längst ausgezogene Sohn findet zurück in seine Familie und beginnt, seine eigene Geschichte und die Geschichte seiner Schwester aufzuarbeiten. Meine Meinung: Ich habe dieses Buch aufgrund des Klappentextes gekauft und habe natürlich erwartet, dass es sehr rührend und gut recherchiert sein wird. Dies war auch der Fall, allerdings trotzdem anders, als erwartet. Berührend, statt rührend und so offen und ehrlich, voller Gefühle und Schmerz, dass es genau so gut eine Biografie hätte sein können. Der Autorin muss für ihre Recherchearbeit, ihre genaue Beobachtungsgabe und ihr Einfühlungsvermögen wirklich ein sehr grosses Kompliment gemacht werden. Die Figuren sind sehr vielschichtig gestaltet. Da ist auf der einen Seite die verzweifelte Mutter, welche keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht und sich krampfhaft an alles klammert, was ihr von ihrer Tochter geblieben ist und der Vater, der seine Frau und seinen Sohn in er Situation nicht mehr erkennt und dabei fast vergisst, dass er auch noch einen Weg finden muss, um glücklich zu werden. Auf der anderen Seite steht Simon, der mit seinem Studium beschäftigt ist, sich verliebt und seine Schwester zwar vermisst, aber nicht genau weiss, wie er mit der neuen Rolle als "Einzelkind" umgehen soll. Die Vergangenheit wird nicht chronologisch, aber in einer sehr stimmigen Anordnung erzählt und aufgerollt, die Position der verschiedenen Figuren wird genau beschrieben und auch wenn jede Figur immer wieder in der Ich-Form ihre eigene Sicht erklärt, so wirkte es auf mich so, als würden Simon, sein neues Leben und sein Umgang mit der Vergangenheit im Zentrum stehen. Dies finde ich eine sehr sinnvolle Entscheidung der Autorin. Simon ist nämlich die einzige Figur, die wirklich vorwärts geht, die bereits in der Lage ist, zu reflektieren und die nicht hadert, sondern versucht, einen Weg zu finden. Fazit: Dieses Buch ist eine absolut gelungene und sehr einfühlsame Erzählung über das Schlimmste, was einer Familie geschehen kann. Es wird aber nie reisserisch oder gar belehrend, sondern zeigt den Weg der verschiedenen Familienmitgliedern auf und versucht, das Verarbeiten einer solchen Tragödie zu verstehen. Zusätzliche Infos: Autorin: Lisa-Marie Dickreiter Fester Einband: 271 Seiten Verlag: Bloomsbury Sprache: Deutsch ISBN  978-3-8270-0945-6

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  • Eine Familie nach der Katastrophe

    Vom Atmen unter Wasser
    Lilli33

    Lilli33

    08. September 2014 um 10:10

    Sarah Bergmann wurde kurz vor ihrem 16. Geburtstag ermordet. Lisa-Marie Dickreiter schildert die Versuche der Eltern und des älteren Bruders Simon, mit diesem sinnlosen Tod umzugehen. Die Familie ist ein Jahr nach der Tat dabei auseinander zu fallen. Dickreiter erzählt abwechselnd aus den Perspektiven von Simon, Anne und Jo, in denen auch gut ihre Gefühle und Gedanken, vor allem auch, wie sie die anderen Familienangehörigen wahrnehmen, zum Ausdruck kommen. Bei allen dreien hat man den Eindruck, sie sitzen in einer Taucherglocke (insofern ist der Buchtitel sehr passend), abgeschottet vom wirklichen Leben, versunken in der Trauer, unfähig, in den normalen Alltag zu finden. Dabei ist Dickreiters Sprache sehr präzise und schön zu lesen. Obwohl alle drei mit der Situation verschieden umgehen und sich damit zum Teil gegenseitig noch mehr weh tun, konnte ich das Verhalten aller Protagonisten absolut nachvollziehen.

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  • Nein, wirklich nicht.

    Vom Atmen unter Wasser
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    14. December 2013 um 10:55

    NEIN! Wirklich nicht, nicht eine der begeisterten Rezensionen kann ich teilen. Ich habe mich auf dieses Buch vorallem wegen der total begeisterten Meldungen unter den Büchermenschen gefreut und letztlich war ich von der ersten bis zur letzten Seite verärgert. Es gab nicht eine Figur in diesem Buch, die bei mir Empathie, Sympathie, Mitgefühl oder gar auch nur Mitleid wecken konnte. Jeder der Figuren hätte ich am Liebsten mal ordentlich in den Hintern getreten. Es mag sein, daß ich durch meinen Job, zu nah an dieser Thematik dran bin, daß sich mein Verständnis für die unterschiedlichen Formen der Trauer dadurch minimiert, dann hätte mir aber zumindest der ja so gelobte Schreibstil gefallen müssen. Doch auch das war für mich nicht der Fall. Langsam, langatmig, wenig berührend und dabei irgendwie gepresst kam mir der Text an vielen Stellen vor. Dies wäre definitiv ein Buch gewesen, das ich nicht beendet hätte, wenn ich nicht in der Einöde eines Fortbildungsinstituts ohne weiteren Lesestoff gesessen hätte und beim Lesen irgendwie immer auf der Suche nach der Begeisterung gewesen wäre, die andere offenbar für das Buch empfinden. Ich fand es flach, schlichtweg flach und oberflächlich, an der Realität einer um ein Mordopfer trauernden Familie, die um jede weitere Normalität ringt, geht es für mich, die ich ja durchaus in diesem Bereich tätig bin, komplett vorbei und verliert sich in Banalitäten und Oberflächlichkeiten. Schade, der Wunsch den Film zu sehen, hat sich bei mir mittlerweile auch komplett verflüchtigt.

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  • SuB-Abbau-Challenge 2014 - ran an die ungelesenen Bücher!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Achtung: Man kann jederzeit noch einsteigen! Er ist Freude und Leid zugleich, er wächst und wächst und wird dabei immer schöner, aber auch erdrückender. Die Rede ist vom SuB ( Stapel ungelesener Bücher), der sich bei immer mehr Lesern in ungeahnte Höhen ausweitet. Bei vielen ist es mittlerweile sogar so weit, dass es gar nicht mehr möglich ist, alle ungelesenen Bücher auf einen Stapel zu stapeln. Es sei denn man nimmt die Gefahr in Kauf, vom eigenen Bücherstapel erschlagen zu werden. Deshalb muss ganz dringend eine Lösung her, damit all unsere wunderbaren ungelesenen Bücher nicht länger ein trauriges Dasein in den Regalen fristen müssen: Die große LovelyBooks SuB-Abbau-Challenge 2014 Ihr möchtet etwas dagegen tun und auch mal wieder Bücher lesen, die vielleicht schon länger ungelesen im Regal stehen? Ihr braucht eine Entscheidungshilfe dabei, was ihr 2014 lesen sollt? Dann haben wir jetzt die perfekte Lösung für euch. Macht mit bei dieser Challenge, lest im kommenden Jahr 12 Bücher von eurem SuB, die jemand anderes für euch aussucht, und entdeckt so "alte" Buchschätze ganz neu! Die Regeln Meldet euch bis zum 21. Dezember 2013 für diese Challenge an! Schreibt für eure Anmeldung hier einen Kommentar mit einem Link zu einem Regal eurer ungelesenen Bücher bzw. eures SuBs hier bei LovelyBooks! Verratet außerdem, wie viele Bücher vom SuB ihr in einem Jahr schaffen möchtet (mindestens 12, gern aber auch mehr, wenn ihr euch das zutraut)! Euer SuB sollte mindestens 25 Bücher umfassen, damit auch etwas Auswahl vorhanden ist. Am 22. Dezember bekommt ihr je einen Teilnehmer von mir zugelost, für den ihr 12 (oder mehr) Bücher vom SuB aussucht, die derjenige 2014 lesen soll. Bitte postet bis spätestens 31.12. hier im Thema die Bücher, die ihr für euren SuB-Abbau-Partner ausgewählt habt. Wenn es jemand verpasst, werde ich spontan selbst die Bücher auswählen, damit jeder weiß, was er 2014 lesen kann. Ab 01.01.2014 geht es dann richtig los - die Bücher, die für euch ausgesucht wurden, können ab diesem Zeitpunkt gelesen werden. Wenn ihr ein Buch beendet habt, sagt hier Bescheid und schreibt gern auch eine Rezension oder eine Kurzmeinung auf der Buchseite zum Buch. Wir sind sicher alle neugierig, wie es euch gefallen hat :) Ihr habt die Anmeldephase verpasst? Kein Problem, schreibt einfach trotzdem hier, wenn ihr noch später einsteigen möchtet und sobald wir mehrere Nachzügler haben, verlose ich wieder neue Partner, die für euch Bücher auswählen. Unter allen Teilnehmern, die ihr Ziel von 12 (oder mehr) Büchern erreichen, verlosen wir eine schöne Überraschung, die jedoch nicht aus Büchern bestehen wird. Wir wollen den SuB ja nicht wieder in die Höhe treiben ;-) Ihr habt Fragen zum Ablauf, den Regeln etc. - dann fragt am besten direkt hier in einem Beitrag und ich antworte schnellstmöglich. 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    • 2011
  • Wunder.voll

    Vom Atmen unter Wasser
    wirbelwind

    wirbelwind

    25. October 2013 um 19:30

    Das Buch hat in mein Bücheregal gefunden, weil… …es mir in einem Bücherforum als Lieblingsbuch empfohlen wurde. Somit habe ich diesen Leseausflug gerne unternommen. Eigene Meinung: Lisa-Marie Dickreiter hat sich hier ein ernstes Thema für ihren Roman ausgesucht: Die Familie Bergmann verliert ihre Tochter durch ein Gewaltverbrechen in einer Partynacht. Die Familie ist am Boden zerstört – verständlicherweise – ihr Leben wird vom einen auf den anderen Tag angehalten. Der Leser begegnet der Familie am 1. Jahrestag dieses Todesfalles. Die Mutter der Familie begeht einen Selbstmordversuch, weil sie keinen anderen Ausweg in ihrer Trauer sieht. Verzweifelt ruft der Vater den studierenden Sohn zur Hilfe, welcher fürs Erste wieder in seinem Elternhaus einzieht um die kleine Familie irgendwie zu unterstützen. Diese drei erwachsenen Menschen haben eines gemeinsam: Ihre Trauer. Und in die Gefühlswelt eines jeden lässt die Autorin uns blicken. Alle gehen ganz verschieden mit der mehr als schwierigen Situation um. Die Mutter verliert sich in ihrem Schmerz, ihr Mann weiss sich nicht anders zu helfen als mit verbalen Attacken und der Sohn steht dazwischen und muss mitansehen wie ihre kleine Welt noch mehr zu zerbrechen droht. In einer sehr eindringlichen, anschaulichen und berührenden Schreibweise erzählt die Autorin von 3 Menschen, die versuchen nach einem schweren Verlust irgendwie zu (über)leben. Man versteht dabei die Gefühle und Handlungen sehr gut, so anschaulich ist das Ganze beschrieben. Dabei hat die Autorineine wirklich tolle Art und Weise zu schreiben und die Worte so zu wählen, dass sie mitten ins Herz treffen. Dieses Buch hat mich mächtig beeindruckt. Fazit: Ich empfehle es gerne weiter. Es ist so toll gemacht, so einfühlsam und toll geschrieben, dass ich mir wünschte es noch nicht zu kennen. Dann würde ich gleich noch mal mit dem Lesen anfangen. Ich vergebe 5 von 5 möglichen Punkten. Und überlege mir bald einmal den Film dazu anzuschauen…

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  • Vom Atem unter Wasser – Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    literaturschaf

    literaturschaf

    20. September 2013 um 19:02

    Stirbt ein Kind, so ist dies immer dramatisch. Doch stirbt ein Kind durch einen Mord, so wird die Dimension nochmals eine andere. In „Vom Atem unter Wasser“ zeichnet Lisa-Marie Dickreiter das Bild einer Familie, die inmitten der Verarbeitung des Mordes der 16jährigen Sarah steckt. Das Buch ist schnell gelesen. Die einzelnen Kapitel beleuchten die diversen Sichtweisen auf das Geschehen und die Art und Weise des Umgangs damit. Simon, der Bruder, der voller Wut ist und sich nicht mehr wirklich wahrgenommen fühlt. Jo, der Vater, der versucht als Sozialarbeiter etwas in der Welt wieder geradezurücken und sich für die ihm zugeteilten Straßenkinder sehr engagiert. Und Anne, die Mutter, die wohl am meisten unter der Situation leidet und die Bilder im Kopf noch nicht wirklich loslassen kann. Jedes Familienmitglied geht seinen eigenen Weg durch die Trauer. Gut beschrieben wird meiner Auffassung nach die unterschiedliche Herangehensweise an die Verarbeitung der Trauer, denn Männer und Frauen trauern wohl anders. Es gibt kleine Rückblicke in vergangene, glückliche Tage und dann das Hier und Jetzt. Alles in allem eine Gefühlsachterbahn. Fazit: Das Leben ist nicht vorgezeichnet und es können immer unerwartete und auch schreckliche Dinge passieren. Wichtig ist, sich damit auseinanderzusetzen und an einen Punkt zu kommen, von dem aus man weitermachen kann. Dass dieser Weg für jeden etwas anderes sein kann, wird meiner Ansicht nach in diesem Buch recht gut dargestellt.

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  • Rezension zu "Vom Atmen unter Wasser" von Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    Eisnelke

    Eisnelke

    27. January 2013 um 13:57

    Reicht Familienzusammenhalt aus, um einen Verlust zu überwinden? Was genau bedeutet Zusammenhalt in einer Extremsituation und wie weit muss man gehen um für einen anderen Menschen einzustehen? Die sechzehnjährige Sarah Bergmann wird auf dem Heimweg von einer Party auf einem Spielplatz ermordet. Das Leben der übrigen drei Bergmanns, Vater Jo, Mutter Anne und Bruder Simon, gerät völlig aus dem Gleichgewicht. Als sich der erste Todestag nähert begeht Anne einen Suizidversuch. Rechtzeitig wird sie von ihrem Mann gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Von nun an nimmt man episodenhaft am Familienleben teil. Ich bin regelrecht eingetaucht in die Welt und in die Gefühlswelt der Bergmanns: Mutter Anne ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, apathisch und tief traurig lebt sie Tag für Tag. Der Familienvater Jo versucht seiner Frau beizustehen und gemeinsam mit Sohn Simon die verschiedensten Hürden zu meistern. Simon ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen. Die Autorin hat meiner Meinung nach einen Held geschaffen. Ich möchte sehr gern mehr über den jungen Studenten erfahren, ihn noch weiter auf seinem Weg begleiten. Vom Atmen unter Wasser besitzt eine Art sog. Es geht bergab, immer weiter bergab. Lisa-Marie Dickreiter schreibt außergewöhnlich und fesselnd. Einfühlsam und sehr detailliert schildert sie Gefühle und Gedanken der Protagonisten. "Der Wind in seinem Rücken. Jetzt sehnt er ihn fast herbei. Kalt uns bissig. Bö auf Bö. Doch der Wind hat sich gelegt, nicht einmal mehr in seinem Nacken spürt er ihn noch. “Aber zuerst habe ich sie nicht gewollt. Ich hab sie nicht genug gewollt. Deswegen ist sie mir weggenommen worden.” Er lässt die Kamera sinken. Sitzt da, die Lehne in den Rippen, unter seinen Fingern das verwitterte Holz, von der Feuchtigkeit aufgequollen und weicht wie Samt."

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  • Rezension zu "Vom Atmen unter Wasser" von Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. February 2012 um 16:28

    Meine Meinung: Erster Satz: Mit sieben Jahren beschloss ich, meine kleine Schwester für immer loszuwerden. Dieser allererste Satz klang für mich sehr spannend und ich habe mich sehr gefreut dieses Buch zu lesen. Aber als ich dann die weiteren Seiten gelesen habe, war das Buch so öde geschrieben. Vorallem mit dem Schreibstil kam ich überhaupt nicht zurecht. Die Autorin schreibt so kurze Sätze, das man echt bei jedem Satz nachdenken muss, was sie dir eigentlich damit sagen will. An sich ist das eine schöne und traurige Geschichte, aber man hätte das viel weiter ausbauen können. Das Buch wird aus der Sicht des Sohnes, der Mutter und des Vater erzählt. Alle drei Charakter erzählen ihre Trauer und wie sie mit dem Tod von Sarah umgehen. In diesem Buch passiert nichts wirklich Überraschendes, darum habe ich auch schnell die Lust an dem Buch verloren. Ich habe mich dennoch durch das Buch gequält in der Hoffnung am Ende passiert noch etwas. Das Ende war dann doch ergreifend, aber nicht sonderlich überraschend. Ich denke mal das sich viele für solche Themen wie in diesem Buch interessieren, aber der Schreibstil ist einfach sehr anstrengend und langatmig.

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  • Rezension zu "Vom Atmen unter Wasser" von Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    Sarlascht

    Sarlascht

    25. January 2012 um 20:39

    Klappentext: Ein Jahr ist vergangen, seit Sarah, die sechzehnjährige Tochter der Bergmanns, ermordet wurde. Inzwischen ist der Täter verurteilt, das Leben geht wieder seinen normalen Gang. Für alle – bis auf die Bergmanns. Was geschieht mit denen, die zurückbleiben, die nicht einfach so weitermachen können? Mit großem psychologischen Einfühlungsvermögen entwirft Lisa-Marie Dickreiter das intime Porträt einer Familie, die am Verlust der Tochter zu zerbrechen droht. . Meine Meinung: Das Buch beschreibt die Welt der Familie Bergmann ein Jahr nachdem die 16-jährige Sarah ermordet wurde. Die Vorkommnisse haben alle verändert und trotzdem versuchen sie wieder im Leben anzukommen. Simon, der Bruder von Sarah, setzt sein Medizinstudium fort, versucht durch das Lernen Ablenkung zu finden, der Vater geht seiner Arbeit als Bewährungshelfer nach und versucht so, den Alltag wieder näher zu kommen. Nur die Mutter findet kein Ventil für ihre Verzweiflung, ihre Trauer nimmt überhand und sie wird nach einem Selbstmordversuch in eine Klinik eingeliefert. Wieder wird das Leben aller Beteiligten erschüttert, die Dinge ändern sich und jedes Klammern an den Alltag mag nicht so wirklich gelingen. Simon, der eigentlich in einem Studentenwohnheim wohnt, zieht wieder zu Hause ein, um ein Auge auf seine Mutter zu haben, während der Vater bei der Arbeit ist. Zwischen Selbstaufgabe und ständiger Rücksichtnahme, versuchen alle langsam einen Weg für sich selbst zu finden. . Die Geschichte wird aus der Sicht der drei Familienmitglieder erzählt, jeder kommt abwechselnd zu Wort und erzählt über sein Leben und die Veränderung seit dem Tod von Sarah. Mutter Anne vergräbt sich in ihrer Trauer und Verzweiflung, schließt ihren Sohn und Mann vollkommen aus und verbringt ihre Tage mit Erinnerungen an Sarah. Vater Jo sehnt sich nach der Familie, die sie einmal waren, nach Geborgenheit und Liebe. Dem Gefühl von verstanden werden, doch scheint es unerreichbar, so dass er andere Weg wählen muss, um zu erreichen, wonach er sich sehnt. Simon nimmt sich nach dem Selbstmordversuch seiner Mutter ein Urlaubssemester, wobei dies eher geschieht, weil sein Vater ziemlichen Druck auf ihn ausübt. Er versucht zu seiner Mutter vorzudringen, möchte ihr den Schmerz nehmen und scheitert doch immer wieder. Die Beziehung zu seinem Vater ist eher doch Ablehnung und Enttäuschung geprägt. In meinen Augen verlangt sein Vater auch einfach viel zu viel von dem gerade erst 20-jährigen. Natürlich ist es verständlich, dass untereinander Rücksichtnahme herrschen sollte, aber sein Vater entzieht sich oft Situationen und lastet sie Simon auf, vielleicht weil er sie selbst nicht ertragen kann, nicht weiß wie damit umgehen, aber sie deswegen dem Sohn aufzulasten, wahrscheinlich nicht der richtige Weg, wobei es eine Extremsituation ist, so dass vermutlich jeder so reagiert, wie er kann. Mir als Leser kamen einige Handlungen von Jo und Anne ziemlich egoistisch vor, da besonders Simon immer zwischen den Parteien stand und nicht wusste wohin. Besonders seine Zerrissenheit war für mich deutlich wahrnehmbar, seine Eltern scheinen ihn beinahe zu vergessen, sind zu sehr auf sich bedacht. Klar, jeder muss seinen Weg zurück ins Leben finden, durchaus mal egoistisch sein, aber dabei den Sohn komplett außer Acht lassen? Es war auf der einen Seite verständlich, auf der anderen wieder nicht, wobei man bei so einer Geschichte vermutlich nie wirklich etwas versteht, solange man solch eine Situation nicht selbst erlebt hat. . Was mich ein wenig gestört hat, war die fehlende Emotion, während des Lesens fühlte ich nicht sonderlich mit den Beteiligten mit. Die Gefühle sind nicht wirklich zu mir durchgedrungen. Trotzdem was das Buch einzigartig, weil es die Zerstörung einer Familie in Worte fasst, die mich als Leser ziemlich erschüttert hinterlassen haben. Möchte nicht sagen „Die Geschichte ist gut“, weil es irgendwie nicht passt, viel eher ist sie beklemmend, beklemmend realistisch. . Fazit: „Vom Atmen unter Wasser“ behandelt kein leichtes Thema und doch gelingt es der Autorin, Worte für das Unaussprechliche zu finden. Lesenswert.

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  • Rezension zu "Vom Atmen unter Wasser" von Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    walli007

    walli007

    07. January 2012 um 09:02

    Warum Trauer nicht sympathisch macht Familie Bergmann ist keine Familie mehr, denn vor fast einem Jahr wurde die 16jährige Sarah brutal umgebracht. Der Mörder ist gefasst und verurteilt, doch das Leben der Familie ist stehen geblieben. In ihrer Verzweiflung unternimmt die Mutter Anne einen Selbstmordversuch und kann gerade noch von Jo, dem Vater, gerettet werden. Auf dem älteren Bruder Simon lastet nun eine schwere Bürde, da sein Vater ihn, den Medizinstudenten, mehr oder weniger zwingt wieder zu hause einzuziehen und auf die Mutter aufzupassen. Leicht zu lesen und doch schwere Kost, so kam mir dieses Buch vor. Und die Familienmitglieder in ihrer unverarbeiteten Trauer, ihren unterdrückten Gefühlen, ihrer Manipulativität untereinander, irgendwie unsympathisch. Wo ist die helfende Hand, wo sind die Freunde? Wahrscheinlich im Laufe des Jahres nach Sarahs Tod zurückgewiesen worden. Wo ist der Zusammenhalt? Gegenseitigen Schuldzuweisungen zum Opfer gefallen. Ist diese Familie an ihrem Schicksal zerbrochen? Ja. Gibt es für die einzelnen Familienmitglieder eine Chance zu überleben? Ja. Doch mir schien es als sei schon lange vor Sarahs gewaltsamen Tod in dieser Familie nicht alles so gewesen wie man sich es in einer Familie vorstellt. Da gab es immer schon Verschwiegenheit, Bevorzugungen, Schuldzuweisungen. So ist das letztendliche Zerbrechen vielleicht nur eine logische Konsequenz. Und auch wenn hier den Eltern und dem Bruder das Schlimmste passiert, nämlich der gewaltsame und viel zu verfrühte Tod eines Familienmitgliedes, dessen weiteres Leben halt nur noch in der Phantasie der Hinterbliebenen existiert, so ist der Bruch auch ein Neuanfang, der den Einzelpersonen ermöglicht von vorne zu beginnen und sich möglicherweise im Laufe der Zeit auszusöhnen und aus der vergangenen Verbindung heraus wieder einen gewissen Umgang zu pflegen.

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  • Rezension zu "Vom Atmen unter Wasser" von Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. September 2011 um 12:37

    Normalerweise folgt auf ein gutes Buch, manchmal auch ein weniger gutes, ein guter oder auch weniger guter Film. Hier in diesem Fall war es umgekehrt. Nachdem die gelernte Drehautorin Lise-Marie Dickreiter das Drehbuch für eine überaus erfolgreichen Film geschrieben hatte, legt sie nun, nicht weniger gelungen, zu der gleichen Story ein Buch vor. Es ist ein bewegender und tiefgehender Roman über das Schicksal einer Familie, die versucht, mit einem unsäglichen Verlust umzugehen. Ein Jahr ist es zu Beginn der Handlung her, dass die damals 16-jährige Sarah Bergmann auf dem Heimweg von einer Party nachts ermordet wurde. Der Täter wurde gefasst und verurteilt. Doch damit hört das Drama für die Familie nicht auf. Als kurz vor dem Jahrestag des Todes der Tochter ihre Mutter, Anne Bergmann, sich die Pulsadern aufschneidet und gerade noch gerettet werden kann, beginnt für den Vater und mehr noch für den schon aus dem elterlichen Haus ausgezogenen Sohn Simon das Ganze auf eine andere Art noch einmal von vorne. Die Mutter flüchtet sich in eine eigene Welt, und verweigert sich einer im Übrigen wenig sensiblen Psychotherapeutin. Der Vater ist überfordert, hat sich, wie sich später herausstellt, schon vor Monaten erfolgreich nach einer anderen (Sexual)partnerin umgesehen und nötigt seinen Sohn Simon, unter dem Vorwand, für das Rigorosum seines Medizinstudiums lernen zu müssen, wieder nach Hause zurückzukehren. Simon kann sich nur schwer gegen die Co-Abhängigkeit wehren, in die er schneller, als er denken kann, hineinrutscht. Denn die Mutter ist nach wie vor suizidgefährdet. In wechselnden Perspektiven ( die Personen Simon, Anne und Jo, der Vater werden wie in einem Film abwechselnd eingeblendet) nimmt eine dramatische Handlung ihren Lauf, in der Simon verzweifelt versucht , seine Mutter in ihrem Kokon aus Trauer und Wut zu erreichen. Eine Handlung, die sprachlich gekonnt in Szene gesetzt wird und die mit oft ganz knappen Sätzen oder Wortfolgen eine Spannung erzeugt, die den Leser immer mehr mit hineinzieht in ein Drama nicht gelungener Trauer, in ein Familienschicksal, wie es jedem von uns von einer auf die andere Minute blühen könnte. Mit überraschenden Wendungen gespickt, beschreibt der Roman gefühlvoll und spannend zugleich ein in der Gesellschaft nach wie vor stark tabuisiertes Thema. Was passiert mit einer Familie, was passiert mit der Trauer der einzelnen überlebenden Familienmitglieder, nachdem einer der ihren durch ein Verbrechen zu Tode gekommen ist? Weil es eben potentiell jedem passieren kann, ist das Buch so erfolgreich und wird so viel gelesen und besprochen. Doch es ist nicht nur das Thema, das das Buch absolut empfehlenswert macht. Es ist seine herausragende literarische Qualität, die es unter vielen Büchern des Jahres 2010 zu einem ganz besonderen macht.

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  • Rezension zu "Vom Atmen unter Wasser" von Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    Belladonna

    Belladonna

    16. August 2011 um 13:51

    Beschreibung Familie Bergmann ist eigentlich eine ganz normale Familie, doch als die sechzehnjährige Tochter Sarah ermordet wird frisst sich die Trauer ihren Weg durch die Familie. Ein Jahr nach Sarahs Tod begeht ihre Mutter Anne einen Suizidversuch und ihr Mann Jo weiß einfach nicht mehr weiter. In seiner Verzweiflung wendet er sich an seinen Sohn Simon, der sein ganzes Leben im Schatten seiner jüngeren Schwester stand. Ausgerechnet er soll nun das Gleichgewicht der Familie wiederherstellen und seinr psychisch labilen Mutter zur Seite stehen. Langsam gelingt es Simon durch die dicke Mauer aus Trauer und Wut zu seiner Mutter durchzudringen, doch auf diesem Weg droht er sich selbst zu verlieren… Meine Meinung Lisa-Marie Dickreiter beschäftigt sich in ihrem Roman >>Vom Atmen unter Wasser<< mit einer berührenden Familiengeschichte voller Trauer, Wut und vergessener Liebe. Als die sechzehnjährige Sarah nach einer Partynacht ermordet wird droht Familie Bermann an der unglaublichen Trauer zu zerbrechen. Sarahs Bruder Simon macht sich Vorwürfe über längst vergangene Geschwisterstreitigkeiten, Mutter Anne zieht sich so tief in ihren inneren Kokon zurück dass weder ihr Mann Jo noch ihr Sohn zu ihr durchdringen können. Gerdade jetzt als die Familie Kraft und Zusammenhalt benötigt scheint alles zu zerbrechen. Jo findet keinen Zugang zu seiner Frau und wendet sich in seiner Verzweiflung an seinen Sohn. Eine emotional geladene und zutiefst berrührende Familiengeschichte nimmt ihren Lauf. >>Vom Amten unter Wasser>Vom Atmen unter Wasser<< wird einem schmerzlich bewusst wie tief Trauer reichen kann, wie sie Menschen auseinander und wie sie Menschen noch näher aneinander binden kann. Besonders die starke Figur von Simon hat mich beeindruckt, denn trotz seiner Verletztheit schafft er den Sprung über den eigenen Schatten und steht seiner Mutter in einer Zeit größter Not bei. Obwohl nicht immer als fair erscheint bezwingt Simon einen steinigen Weg. In >>Vom Atmen unter Wasser<< nimmt Lisa-Marie Dickreiter kein Blatt vor den Mund sondern erzählt eine ungeschönte Familiengeschichte die dramatischer und aufrüttelnder nicht sein könnte. Stärken und Schwächen der Figuren werden nicht kaschiert sondern besonders in den Vordergrund gestellt. Die konturlose Atmosphäre der Trauer kommt einfach wunderbar zum tragen und die Autorin hat es auf eine fesselnde Art und Weise geschafft Trauer mit Worten zu beschreiben. Dieses Meisterwerk der Sprache und Atmosphäre bekommt von mir 5 von 5 Sterne. Fazit Ein sprachgewaltiges Familien-Drama das einem den Atem raubt!

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  • Rezension zu "Vom Atmen unter Wasser" von Lisa-Marie Dickreiter

    Vom Atmen unter Wasser
    KristinM

    KristinM

    14. September 2010 um 07:24

    Vom Atmen unter Wasser ist ein Buch, das mich sehr tief berührt hat. Das mich aufgesogen hat in seine Handlung, hinein in das Leben seiner Figuren. Es ist ein intensives Buch, eines, das man aus der Hand legt, weil man darüber nachdenken muss, und es doch schnell wieder weiterliest, weil man davon gefangen genommen wird. Lisa Marie Dickreiter beherrscht ihr Handwerk. Das ist in jedem Satz zu spüren. Sätze, die nahezu perfekt durchdacht sind und so ihre Wirkung beim Leser erzielen. Jede Szene, jeder Dialog hat seinen Sinn, gibt dem Leser etwas zurück, öffnet eine Welt, die man betritt, die bisweilen weh tut und aus der man manchmal zu flüchten wünscht und doch wiederkehrt. Lisa Marie Dickreiter erzählt in ihrem Debütroman von einer Familie, die ein Jahr nach dem Tod der Tochter beinahe unter diesem Schicksalsschlag zerbricht. Da ist die Mutter, die die Tochter abgöttisch geliebt und deren Tod nicht verarbeitet hat, da ist der Vater, der nicht in der Vergangenheit verharren, der wieder leben will, und da ist der Sohn Simon, der längst mit zu Hause abgeschlossen hat und nun zurückkehrt, weil ihn der Vater um Hilfe bittet. Das Buch taucht tief in die Psyche der drei Protagonisten ein und zeigt in einer wunderschönen, schnörkellosen Sprache, wie die Familie mit dem Tod der Tochter zurechtkommt, wie das Leben der drei weitergeht, oder eben auch nicht. Fazit Ein sehr schönes, nachdenklich machendes Buch mit einem ausdrucksvollen Cover, das ich jedem nahelegen möchte.

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