Lisa Brennan-Jobs

 3.5 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Beifang.

Alle Bücher von Lisa Brennan-Jobs

Beifang

Beifang

 (15)
Erschienen am 04.09.2018

Neue Rezensionen zu Lisa Brennan-Jobs

Neu

Rezension zu "Beifang" von Lisa Brennan-Jobs

Die andere Seite von Steve Jobs
Durga108vor 2 Tagen

Lisa Brennan-Jobs rechnet ab  - mit ihrem narzistischen Vater, der sie verleugnete und vernachlässigte, den sie hasste und abgöttisch liebte.

Wie "Beifang" fühlte sich Lisa: Als Beifang bezeichnet man die Meerestiere, die zu klein, zu unattraktiv sind und meistens ungenutzt wieder im Meer entsorgt werden. "Lisa war das Ergebnis einer im Ansatz gescheiterten Liebe. Als die Studentin Chrisann Brennan schwanger wurde, hatte Steve Jobs gerade das College geschmissen und schraubte in der berühmten Garage im Silicon Valley komische Kästen zusammen. Chrisann wollte Künstlerin werden und verließ den "Nerd" Steve. Diese Kränkung sollte er ihr - und auch Lisa - lange nicht verzeihen. Der Apple-Gründer bestritt die Vaterschaft, nannte aber gleichzeitig wohl einen seiner Computer nach ihr. Und das kleine Mädchen erlebte eine Kindheit der Extreme: Da war einerseits ihre Hippie-Mutter, die nicht einmal genug Geld für ein Sofa hatte, und andererseits eben einer der reichsten und berühmtesten Männer der Welt... " (Klappentext).

Sowohl Laurene Powell, die Mutter von Jobs anderen drei Kindern, als auch die Schriftstellerin Mona Simpson distanzieren sich von Lisa Brennan-Jobs Darstellung und es hat auch einen gewissen Beigeschmack, wenn mit Toten abgerechnet wird. Dennoch funktioniert "Beifang" als autobiografischer Roman und zeigt die Coming-of-Age-Geschichte einer Frau, die ihren Platz im Leben sucht. Auf dem Sterbebett konnte sie sich glücklicherweise mit ihrem Vater aussöhnen, der leider viel zu spät realisierte, was für eine wunderbare Tochter er hat. Immer wieder sagte er zu ihr "Du hast etwas gut bei mir". Lisa schreibt über diese letzten Tage: "Ich dachte, es ist so spät. Wir hätten Freunde sein können, aber nun ist es so spät."

Ich hoffe, dass sie ihren Platz im Leben gefunden und ihre Kindheit und Jugend, zwischen Reichtum und Armut, mit einem mal kumpelhaften, mal tyrannischem Vater, mit einer psychisch labilen und weltfremden Mutter, aufgearbeitet hat und zu einer selbstbewussten Persönlichkeit heranwuchs. 

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Beifang" von Lisa Brennan-Jobs

Stille und poetische Autobiografie der Steve-Jobs-Tochter Lisa
Mary2vor 4 Tagen

Ist Lisa der „Beifang“, der „nutzlose Teil von etwas Bedeutsamem“? Gehört Lisa zur Familie der Jobs oder ist sie „ein Fehler“ in der Biografie ihres berühmten Vaters?

 Zeit seines Lebens hatte Steve Jobs Schwierigkeiten, sich zu seiner ältesten, unehelich geborenen Tochter zu bekennen. Ihr großer Wunsch nach Anerkennung und Beachtung erfüllte sich erst auf Steve Jobs Sterbebett.

Lisa Brennan-Jobs ist Anglistin und Autorin geworden. In ihrem autobiografischen Buch „Beifang“ erzählt sie ihre Sichtweise auf die Kindheit und Jugend im Schatten eines der erfolgreichsten Unternehmers, dessen soziale Kompetenzen offenbar gering ausgeprägt waren.

Lisas Mutter und Steve Jobs kannten sich aus Zeiten der Highschool und des Colleges. Zwei extrem gegensätzliche Charaktere kamen da zusammen, die jahrzehntelange Konflikte austragen sollten.

Die Schwangerschaft war nicht geplant gewesen und Steve Jobs interessierte sich in den ersten Jahren nicht für seine Tochter. Diese Demütigung, der noch viele weiter folgten, begleitet Lisas Leben für immer.

Das vorliegende Buch ist für die Autorin ganz bestimmt ein therapeutischer Akt. In vielerlei Hinsicht kann sie ihre Geschichte mit dem Vater zu einem Abschluss führen und zu einem letztendlich versöhnlichen Ende finden.

Dabei wählt sie einen beobachtenden, kaum wertenden Stil und gestaltet ein poetisches Puzzle aus Kindheitserinnerungen, das sich wirklich sehr gut lesen lässt. Die genauen Beschreibungen nehmen den Leser mit in die Häuser und Gärten von Palo Alto, Wind, Landschaft und Gegend werden lebendig.

Die klug gewählten Kapitelüberschriften wie auch der Titel spiegeln den poetischen Stil wider.

Im Mittelteil schwächelt „Beifang“ leider, denn es stellen sich erhebliche Längen ein und eine Entwicklung ist kaum wahrzunehmen.

Steve Jobs wird in seiner Vaterrolle als hilflos, sprunghaft und radikal beschrieben. Eine Abrechnung ist das Buch aber trotzdem nicht, auch wenn die anderen Familienangehörigen wohl wenig begeistert von „Beifang“ sein dürften.

Dass das Buch in Europa eine ähnlich große Rolle spielt wie in den USA, kann ich mir kaum vorstellen. Es ist sprachlich gelungen und lesenswert, Käufer werden sich dafür aber wohl am ehesten interessieren, weil es um den berühmten Steve Jobs geht. Und dessen Bedeutung ist in Europa nun einmal geringer als in den Staaten.

Eine Leseempfehlung gebe ich ganz klar ab. Viel Freude werden vor allem diejenigen haben, die sich für ungewöhnliche Biografien interessieren und poetische Sprache lieben.

Kommentare: 1
1
Teilen

Rezension zu "Beifang" von Lisa Brennan-Jobs

Bewegende Biografie & Steve Jobs von einer anderen, unschöneren Seite
Lia48vor 5 Tagen

INHALT:
Der mittlerweile 2011 verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs, wurde stets von seinen Fans verehrt.
Als er in der Öffentlichkeit als Genie und Visionär gefeiert wurde, verleugnete er gleichzeitig im Time Magazine die Vaterschaft an seiner Tochter Lisa.
Während Jobs nur wenige Tage später zum Multi-Millionär wird, hangelt sich Chrisann Brennan mit ihrer Tochter von einer Wohngelegenheit zur nächsten. Die Hippie-Mutter versucht sich und Lisa mit Gelegenheitsjobs und Sozialhilfe über Wasser zu halten.
Erst im Grundschulalter lernt Lisa ihren Vater etwas persönlicher kennen und verbringt Zeit mit ihm.
Gefangen zwischen den unterschiedlichen Milieus der Eltern und stets um die Anerkennung und Liebe des Vaters kämpfend, schildert Lisa Brennan-Jobs in dieser Biografie ihre persönlichen Erinnerungen an ihre Kindheit, bis ins Erwachsenenalter.


MEINUNG:
Bei diesem Buch hatte ich die Hoffnung, ein bisschen hinter die Kulissen des berühmten Steve Jobs schauen zu können. Jemand der in der Öffentlichkeit hochgelobt wird und auf der anderen Seite seine Tochter verleugnet - das hat meine Neugier geweckt!

Lisa Brennan-Jobs' Schreibstil hat mich sofort begeistert. Sie schreibt recht leise, manche ihrer Worte klingen stellenweise fast etwas poetisch. Tolle Metaphern zieren ihre Texte.
Die Überschriften der einzelnen Kapitel sind überaus passend ausgewählt und fassen die Inhalte der Textabschnitte geschickt zusammen.
Die Autorin erzählt mit einer detailreichen Beobachtungsgabe. Obwohl sie recht neutral berichtet und wenig wertet, haben mich ihre Beschreibungen sehr bewegt. Denn ich habe hier eine ganz andere Seite des berühmten Apple-Mitgründers kennengelernt. Ich konnte es kaum fassen, wie kühl und unmenschlich sich Steve Jobs laut seiner Tochter oftmals verhalten hat. In mir kam eine richtige Wut auf ihn auf und viel Mitgefühl für Lisa, die sich nichts sehnlicheres gewünscht hat, als seine Anerkennung, Liebe sowie eine "richtige" Familie zu haben...
Steve Jobs' beruflichen Werdegang empfand ich als interessant dargestellt, ohne, dass dabei Lisas Lebenslauf zu kurz kam.
Die Autorin wechselt in der Erzählung von ihrem Heranwachsen immer wieder vor und zurück in der Zeit. Anfangs hat mich das gestört, weil ich oft nicht wusste, wie alt Lisa zu dem Zeitpunkt gerade war. Doch mit der Zeit habe ich mich an die Wechsel gewöhnt. Ihre Geschichte schildert sie dabei alles andere als trocken. Manche Erlebnisse erzählt sie romanhaft und detailreich, andere widerum eher knapp aber präzise genug, so dass das Buch abwechslungsreich wirkt.

Ab der Mitte etwa entstanden für mich dann aber leider doch noch einige Längen.
Zudem empfand ich den Klappentext als nur teilweise passend. Das Buch mag vielleicht keine "gehässige Abrechnung mit dem Apple-Guru" sein, da Lisa wenig wertet. Aber durch meine Interpretation kommt Steve Jobs hier alles andere als gut weg! Außerdem war die "überwältigende Liebe zwischen Eltern und Kindern" für mich kaum spürbar (wenn, dann auch nur bei der Beziehung zu einem der beiden Elternteile) und für mich stand sie vor allem nicht im Mittelpunkt des Buches. Vielmehr lag der Fokus bei Lisas Suche nach Anerkennung, Liebe und bei dem Wunsch nach einer "richtigen" Familie...

FAZIT: Eine bewegend geschilderte Biografie von Lisa Brennan-Jobs, bei der man auch mal die weniger schönen Seiten von Steve Jobs kennenlernt. Ab der Mitte gab es einige Längen und mit dem Klappentext war ich nicht ganz zufrieden. Trotzdem eine Leseempfehlung und 4/5 Sterne!

Kommentare: 2
71
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

"Die zehn besten Bücher 2018" - The New York Times

Lisa Brennan-Jobs
Beifang. Eine Kindheit wie ein Roman

"Drei Monate, bevor er starb, begann ich Sachen aus dem Haus meines Vaters zu stehlen."

„Achtundzwanzig Prozent der männlichen Bevölkerung der USA könnten der Vater sein.“ Das sagte Steve Jobs dem Time Magazine über seine Tochter Lisa. Für die Öffentlichkeit war er da schon ein Halbgott. Was bedeutet es, einen Vater zu haben, der lange nichts von einem wissen wollte? Behutsam nähert Lisa Brennan-Job sich dieser für sie brennenden Frage und versucht mit ihren Kindheitserinnerungen Antworten zu finden. Aber, anders als von vielen erhofft, ist es keine gehässige Abrechnung mit dem Apple-Guru geworden, sondern ein kluges und berührendes Buch über die Liebe zwischen Eltern und Kindern - allen Widrigkeiten zum Trotz.

Lisa war das Ergebnis einer schon im Ansatz gescheiterten Liebe. Als die Studentin Chrisann Brennan schwanger wurde, hatte Steve Jobs hatte gerade das College geschmissen und schraubte in der berühmten Garage im Silicon Valley komische Kästen zusammen. Chrisann wollte Künstlerin werden und verließ den "Nerd" Steve. Diese Kränkung sollte er ihr - und auch Lisa - lange nicht verzeihen. Der Apple-Gründer bestritt die Vaterschaft, nannte aber gleichzeitig wohl einen seiner Computer nach ihr. Und das kleine Mädchen erlebte eine Kindheit der Extreme: Da war einerseits ihre Hippie-Mutter, die nicht einmal genug Geld für ein Sofa hatte, und andrerseits eben einer der reichsten und berühmtesten Männer der Welt … Herzzerreißend und komisch – eine Kindheit, die man so nie erfinden könnte.

"Ein zauberhaftes, berührend intimes Porträt, eine Geschichte aus der Sicht einer Tochter, deren Vater mit seinen eigenen Wurzeln zu kämpfen hatte - und der doch beinahe zu dem Vater wurde, den sie sich gewünscht hätte."  -- Susan Cheever
Letzter Beitrag von  Tine13vor 10 Stunden
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 22 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks