Lisa Heathfield

 4 Sterne bei 65 Bewertungen
Autor von Hier musst du glücklich sein, Paper Butterflies und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Lisa Heathfield

Hier musst du glücklich sein

Hier musst du glücklich sein

 (62)
Erschienen am 22.12.2016
Paper Butterflies

Paper Butterflies

 (2)
Erschienen am 01.10.2017
Seed

Seed

 (1)
Erschienen am 10.03.2015

Neue Rezensionen zu Lisa Heathfield

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Rezension zu "Paper Butterflies" von Lisa Heathfield

Emotional. Schockierend. So wahr. 
Ricchizzivor 8 Monaten

Emotional. Schockierend. So wahr. 

Als ich Paper Butterflies zu lesen begann, wusste ich absolut nicht, was mich erwartete. Beim Kauf vertraute ich blind Jills Empfehlung. Denn irgendwie wollte ich auch nicht wissen, worum es geht. Es sollte mich überraschen. Und diese Überraschung trat schon innerhalb der ersten Seiten ein. Das Leben von June ist von Beginn an geprägt mit seelischen und körperlichen Qualen, die mich mehr als einmal das Buch zur Seite legen ließen. Mit jeder weiteren Situation, jedem weiteren Rückwurf, wird mir immer schwindeliger. Und jedes Mal, wenn ich denke, wow, das war wohl der Höhepunkt, das schrecklichste, was June widerfahren kann, was ein Mensch ertragen kann, ohne daran zu zerbrechen, da lehrt mich Lisa Heathfield eines besseren: Es wird immer schlimmer.

„Thank you“, I say, and I look hard into her eyes. Please ask me, I beg her. Ask me now and I’ll tell you everything.
– June | Paper Butterflies | Lisa Heathfield | page 9

Hier werden große Themen wie Mobbing und Kindesmissbrauch in den Vordergrund gestellt und dies mit einer brutalen Direktheit, die den Leser sprachlos erzittern lässt. Mit einer geradezu sachlichen Sprache, keinen Ausschmückungen und einer gnadenlosen Wahrheit, wird die Geschichte um June erzählt. Gerade noch befinden wir uns in einer scheinbar normalen alltäglichen Situation und plötzlich stürzt in der nächsten Sekunde alles in sich zusammen, ohne Ankündigung, ohne Vorwarnung. Wir als Leser erleben Junes Leben genauso unvorbereitet wie sie und spüren dadurch ihre Verzweiflung und Ausweglosigkeit, die Wut und den Hass, umso intensiver.

„Lying will only make it worse.“ There’s such disappointment in her voice that it almost makes me cry. „I’m not lying“, I say, but I can tell by her eyes that she doesn’t believe me.
-June | Paper Butterflies | Lisa Heathfield | page 16

Wie kann jemand durch ein Leben schreiten, verfolgt von Unterdrückung, Unglück und mehr schlechten als guten Tagen? Wenn jemand in das Leben tritt, der die guten Tage, auch wenn es wenige sind, umso stärker hervorstechen lässt: Blister erscheint. Oh, Blister. Ein Junge, so harmlos und liebevoll und so verdammt gut. Blister und June begegnen sich durch einen Zufall, vielleicht kann man es auch Schicksal nennen. Blister ist Junes Lebensausgleich. Er stellt sich auf die andere Seite der Waage und hilft June ihr Leben auszubalancieren, ganz gleich was für Gräultaten ihr widerfahren, sie hat stets die Aussicht, dass Blister es verbessert.

One day, I’ll shout and scream that I exist. One day, they’ll know I’m here.
– June | Paper Butterflies | Lisa Heathfield | page 32

Er ist ihr bester Freund. Ihre Stütze. Und das, obwohl er selbst nur die halbe Wahrheit kennt und eigentlich selbst nur ein Kind ist. Doch Lisa Heathfield zeigt mit einer beeindruckenden Direktheit wie viel Kinder leisten und vor allem ertragen können. Wie stark Kinder wirklich sind und vor allem wie tapfer. Es ist kaum zu fassen, was June alles widerfährt und wie sie es aushält. Ich selbst konnte manche Situationen schon durch das alleinige Lesen kaum ertragen. So schlimm ist es. So schrecklich ist es. Und gleichzeitig ist da Blister, der alles auffängt, der durch seine Kinderaugen ihre Welt verbessert. Beides Kinder, die unterschiedlicher nicht hätten aufwachsen können und sich trotz allen Widrigkeiten verstehen.

„It’s impossible to be so mean to someone and not feel bad somewhere. Deep down, right inside them, I bet they wish they didn’t do it.“
„Even Ryan?“
„Even Ryan.“
„And Cherry?“
„Yes. And Lauren. And they better watch out, because karma will be waiting for them.“
„Who’s Karma?“
„My mom told me about it.“ Blister sits up and crosses his legs. The anger has left him and his face looks serious. „She says that the bad things you do will always come back to you. Even if it’s years in the future. That’s why you’ve got to be nice.“
– Blister & June | Paper Butterflies | Lisa Heathfield | page 57

Die Geschichte nimmt einen Verlauf an, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe. Die Wendung trifft mich mit einem heftigen Schlag. Ich war so fassungslos, so geschockt, dass ich erst einmal nicht weiterlesen konnte, es nicht wollte. Die Geschichte steuerte zu einem Punk hin, an dem selbst ich dachte: Jetzt wird es besser. Und dann kam noch so viel mehr, was mich zerstört, aufgewühlt und vor allem unfassbar nachdenklich zurückließ.

„Life’s unfair at times“, Mickey says, her words scraping the air. „But you mustn’t let the bad weigh your life down. Try to fill the other side of the scales with good things.“
– Mickey | Paper Butterflies | Lisa Heathfield | page 127

Obwohl ich später noch lange über das Ende nachgedacht habe, bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich es stimmig empfinde. Im ersten Moment war ich überrascht, dass es vorbei ist und im nächsten widerfuhr mich ein Wort: Endlich. Wenn ich einen negativen Kritikpunkt aufführen müsste, wäre es wohl das Ende, trotz, dass ich irgendwie damit zufrieden bin, habe ich etwas anderes erwartet. 

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Avalees avatar

Rezension zu "Hier musst du glücklich sein" von Lisa Heathfield

Ist ihre Welt eine Lüge?
Avaleevor 10 Monaten

»Dieses Buch wird die Leser fesseln … die Stimmung kippt langsam, bis zum absolut atemberaubenden Ende.« - School Library Journal -

Pearl lebt an einem idyllischen Ort mit Müttern, Paten und Geschwistern, abgeschottet vom Rest der Welt. Sie alle haben sich der Natur und ihrem Willen verschrieben. Papa S., das Oberhaupt ihrer kleinen Gemeinschaft und Sprecher der Natur, sorgt dafür, dass die falschen Lehren und bösen Leute der Außenwelt keinen Zugang zu ihrem Paradies haben.
Eines Tages aber erlaubt Papa S. einer kleinen Familie sich ihnen anzuschließen. Der Junge dieser Familie, Ellis, ist in Pearls Alter und sie freunden sich schnell an. Durch das, was er in der Schule gelernt hat, die kein Kind aus der Gemeinschaft je besucht hat, bemerkt Ellis schnell, dass einiges an diesem Ort falsch läuft. Ihnen werden Lügen beigebracht, die teilweise schreckliche Folgen haben. Angst ist das Mittel, mit dem Papa S. alle unter Kontrolle hält.
Zunächst will Pearl Ellis nicht glauben, schließlich lebt sie schon immer mit der Gemeinschaft in ihrem Paradies, das sie sich nicht schöner vorstellen könnte. Doch der Zweifel an ihren Wahrheiten ist gesät und wächst weiter, jetzt wo ihre Augen - dank Ellis - für die Lügen geöffnet sind.


Hier musst du glücklich sein setzt sich mit einer überschaubaren Sektengemeinschaft auseinander, die die Natur verehrt und mit ihr im Einklang lebt. Die Geschichte wird dabei von Pearl in der Ich-Perspektive geschildert.
Zunächst erscheint alles freundlich und traumhaft. Für Pearl ist die Gemeinschaft ihr Paradies auf Erden und alle wirken glücklich. Doch dieses idyllische Bild ist trügerisch, denn der Ort an dem sie lebt wandelt sich im Verlauf der Handlung und man empfindet ihn zunehmend als düster und bedrohlich. Furcht und Unbehagen machen sich in Pearls Welt breit. Das geschieht hauptsächlich wegen Ellis, durch den sie erfährt, dass man ihr und den anderen Lügen beigebracht hat und Papa S. nicht das wohlwollende, selbstlose Oberhaupt ist, wie sie immer geglaubt hat.
Die Spannung in der Geschichte wird dabei nicht durch das Gesagte, sondern durch das Offene und die eigene Phantasie erzeugt. Sie entsteht zwischen den Zeilen und in den Lücken, die jeder Leser für sich selbst und auf eigene Weise füllen muss. Dennoch schreibt Lisa Heathfield so, dass die Spannung immer weiter zunimmt.

Am Ende war es – meiner Meinung nach – nur eine Person zu viel. Was genau das bedeutet, muss jeder Interessierte selbst herausfinden.

Alles in allem ein höchst empfehlenswertes Jugendbuch, das definitiv auch Erwachsene mitreißt.


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ConnyKathsBookss avatar

Rezension zu "Hier musst du glücklich sein" von Lisa Heathfield

Beklemmende Geschichte
ConnyKathsBooksvor einem Jahr

"Hier in Saat ist niemand unglücklich. Es gibt keinen besseren Ort auf Erden". (S. 45)

Eine kleine abgeschottete Gemeinschaft namens Saat. Hier ist die 15jährige Pearl aufgewachsen und fühlt sich rundum glücklich. Die Natur gibt ihnen alles, was sie brauchen, und Oberhaupt Papa S beschützt sie alle vor der bösen Draußenwelt. Doch dann bekommt die Familie Zuwachs durch den gleichaltrigen Ellis und seine Familie, der schnell feststellt, dass bei Saat einiges faul ist. Auch bei Pearl wachsen langsam die Zweifel und ihr Weltbild beginnt zu wanken. Einziger Ausweg ist die Flucht. Aber wird Papa S sie wirklich gehen lassen?

"Hier musst du glücklich sein" stammt aus der Feder von Lisa Heathfiel. Die englische Autorin greift in ihrem spannenden Debüt auf sehr eindringliche und schonungslose Weise die Sektenthematik auf.

Pearl ist eine sympathische Protagonistin, mit der man durchweg mitfühlt, auch wenn ihre Naivität und ihr Unwissen oft recht befremdlich wirken. Aber sie kennt es halt nicht anders, glaubt an den Willen der Natur und an Papa S, dessen Gefährtin sie unbedingt sein möchte. Man möchte das Mädchen manchmal einfach nur schütteln und ihr zurufen, wach auf! Was allerdings nicht so einfach ist, denn ihr Vertrauen in Papa S und das Gute der Gemeinschaft ist groß. Doch dann kommt Ellis ins Spiel und langsam wird auch Pearl klar, dass Saat auf Macht, Angst und Lügen gründet und Flucht ihre einzige Chance ist.

Die Geschichte aus Sicht von Ich-Erzählerin Pearl und mit eingeschobenen Passagen einer mysteriösen Gefangenen hat mich gleich von Anfang an den Bann gezogen. Ab und zu hätte ich mir allerdings ein wenig mehr Tiefe gewünscht und viele Figuren bleiben doch recht blass. Die ähnlich gelagerte "Gated"- Reihe von Amy Christine Parker konnte mich in dieser Hinsicht etwas mehr überzeugen und mitreißen.

Alles wir zwar recht ruhig und mit einfacher Sprache geschildert, doch unterschwellig ist die Bedrohung durch Saat stets präsent. So werden viele Dinge nur angedeutet und der eigenen Interpretation überlassen, gerade auch was das Verhalten der Männer in der Gruppe betrifft. Das beklemmende Gefühl steigt sogar noch im Laufe der Handlung, denn die Ereignisse spitzen sich immer weiter dramatisch zu und sorgen zum Teil für Fassungslosigkeit. Auch der Showdown ist ganz schön heftig und grausam. Ein unerwartetes Ende, das noch lange nachklingt und mit dem ich nicht wirklich glücklich bin. Dennoch ein guter und hoffnungsvoller Abschluss, der keiner Fortsetzung bedarf.

Insgesamt kann ich daher "Hier musst du glücklich sein" empfehlen. Ein beklemmender Roman, der die Gefahren einer Sekte auf sehr eindringliche und drastische Weise verdeutlicht. Gute 4 Sterne von mir.

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