Lisa Jewell Der Flügelschlag des Glücks

(30)

Lovelybooks Bewertung

  • 32 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 8 Rezensionen
(12)
(10)
(5)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Flügelschlag des Glücks“ von Lisa Jewell

Sie hatten die perfekte Kindheit. Bis ein dramatisches Ereignis alles veränderte ... In einem gemütlichen Cottage in England verbringen die vier Bird-Geschwister eine idyllische Kindheit voller Wärme und Harmonie. Bis zu jenem schrecklichen Osterwochenende, nach dem nichts mehr ist wie zuvor. Die Jahre vergehen, und bald schon scheint es, als wären sie nie eine Familie gewesen ... Doch dann erreicht die in alle Himmelsrichtungen zerstreuten Birds eine Nachricht, die sie in das Haus zurückkehren lässt, in dem sie aufgewachsen sind. Endlich sollen sie die Wahrheit über das erfahren, was an jenem Osterfest vor vielen Jahren wirklich geschah ...

Konnte mich leider nicht so ganz überzeugen. Langwieriges Familiendrama mit teilweise schrägen Szenen...

— isipisi
isipisi

Falsche Erwartungshaltung bei Cover und Titel

— mysticcat
mysticcat

Eine ganz wunderbare und bewegende Familiengeschichte!

— Julia2610
Julia2610

Eine sehr intensive Familiengeschiche. Tief bewegend & spannend. Gut charakterisierte Personen, in die man sich leicht einfühlen kann.

— Grossstadtheldin
Grossstadtheldin

Stöbern in Romane

Die Melodie meines Lebens

Der Roman lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Ich hatte mir durch den Klappentext etwas anderes erwartet...trotzdem ganz nett

tinstamp

Der Vater, der vom Himmel fiel

Lyle Bowmann's Geist hilft bei der Klärung der Familiengeheimnisse. Ein wahrlicher Lesegenuss.

oztrail

Der Sandmaler

Afrika ist nicht das, was den Touristen gezeigt wird. Mankell richtet einen schonungslosen, aber liebevollen Blick hinter die Fassaden.

Leserin3

Und es schmilzt

Ergreifend und mitreißend! Ein echtes Lesehighlight!

Diana182

QualityLand

Urkomische und doch gruselig nahe/düstere Dystopie mit herrlichen Charakteren . UNBEDINGT LESEN!!!

ichundelaine

Durch alle Zeiten

Eine starke Frau, die von der Liebe betrogen wurde, dennoch ihren Weg trotz vieler Hindernisse geht. Hervorragend geschrieben!

dicketilla

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Falsche Erwartungshaltung bei Cover und Titel

    Der Flügelschlag des Glücks
    mysticcat

    mysticcat

    13. April 2017 um 11:42

    Bisher habe ich nichts von Lisa Jewell gelesen und dieses schön gestaltete Frauenbuch hat mich neugierig gemacht.Was mich ziemlich verwirrt hat, sind die vielen Zeitsprünge. Da es doch zahlreiche Personen samt Beziehungen zueinander gibt, die sich im Laufe der Zeit ganz schön verändern, war ich teilweise beim Lesen verwirrt, wer zu welchem Zeitpunkt was bereits wusste. Hier hätte mir eine chronologische Erzählweise weitergeholfen.Besonders gut fandich es, durch die Erzählung der einzelnen Personen einen guten Einblick in das Seelenleben der Familie zu bekommen, auch wenn ich es so empfunden habe, dass hauptsächlich Meg und Lorelei erzählen. In diesem Buch hat mir die Identifikationsfigur gefehlt, denn während des Lesens habe ich mich niemandem so richtig nahe gefühlt und mich auch in keien Rolle voll und ganz hineinversetzen können. Die Charaktere sind gut gezeichnet und unterscheiden sich auch voneinander, ebenso kommt das Buch ohne große Stereotype aus. Fazit: Ein gut geschriebenes Buch einer Familiengeschichte, mit viel Hiontergründen - es wird ein langer Zeitraum beleuchtet.

    Mehr
  • Bewegende Familiengeschichte

    Der Flügelschlag des Glücks
    Julia2610

    Julia2610

    07. August 2016 um 17:27

    Bereits als Teenager habe ich die Bücher von Lisa Jewell verschlungen. Ich finde es schade, dass diese tolle Autorin nicht so gut bekannt ist. In diesem Buch geht es um die Familie Bird. Es gibt vier Geschwister, die Eltern, Freunde, andere Kinder. Viele Charaktere, die man unter einen Hut bringen muss. Die Autorin schafft es aber richtig gut, dass man als Leser nie durcheinander kommt, sondern immer genau weiß, um wen es gerade geht. Denn jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, seine eigene Vergangenheit, die es zu bewältigen geht. Ich möchte von der Story gar nichts vorweg nehmen, da es eine tolle Familiengeschichte ist, die deutlich macht, dass es unter jedem Dach ein Ach gibt und dass man trotzdem zusammen halten sollte. Die Geschichte erzählt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Mit den Zeitsprüngen kommt man aber gut zurecht. Der Schreibstil ist sehr gut. Lisa Jewell erzählt schon detailliert, aber nicht zu ausschmückend, sondern eben so, dass man der Story gut folgen kann. Ich bin einfach nur begeistert von diesem Buch, die Geschichte ist toll erzählt, ich mag die Charaktere, es ist einfach ein tolles Buch, das auch ein wenig zum Nachdenken anregt.

    Mehr
  • Eine intensive, tief bewegende Familiengeschichte

    Der Flügelschlag des Glücks
    Grossstadtheldin

    Grossstadtheldin

    29. June 2016 um 15:59

    Dieses Buch habe ich eigentlich nur gelesen, weil mich der Titel ansprach. Aber schon nach wenigen Seiten hat mich dieses Buch völlig gepackt und innerhalb eines Tages hatte ich es dann auch schon ausgelesen. Es ist eine liebevoll geschriebene, sehr intensive, spannende und tief bewegende Familiengeschichte. Nach der Lektüre brauchte ich erstmal eine Weile, um wieder in die Realität zu finden, so intensiv habe ich mitgefiebert. Aus dem Klappentext geht es nicht hervor, doch es handelt sich um eine Familie in der es einen Fall von Messie-Syndrom gibt. Das hat mich persönlich sehr bewegt, da es in meiner Familie auch so einen Fall gibt. Ich hatte bisher nur Fachbücher zu diesem Thema gelesen und konnte nun aber erstmals in diesem Buch auf Gleichempfindende stoßen und miterleben, wie eine andere Familie mit diesem doch recht schweren Thema umgeht. Trotz all der Tiefen und Zerwürfnisse gibt es auch schillernde Regenbogenmomente und schöne Erinnerungen, die diese Familie teilt. Eine Geschichte aus dem Leben. Die Personen sind sehr gut charakterisiert, sodass es ein Leichtes ist, sich in die Familienmitglieder einzufühlen. Es gibt oft Zeitsprünge, sodass man erst nach und nach die Geheimnisse der Familie ergründet und die Spannung nicht abreißt. Dieses Buch empfehle ich gern weiter.

    Mehr
  • Eine schrecklich nette Familie

    Der Flügelschlag des Glücks
    Influenza-Bookosa

    Influenza-Bookosa

    25. January 2016 um 15:06

    In dieser bewegenden Familiengeschichte über Trauer, Schuld und Geheimnisse fügen sich die Zeitebenen und Perspektiven ganz langsam zusammen. Wer die Geduld aufbringt, das Puzzle fertig zu puzzeln, wird mit einem tollen Motiv belohnt.

  • Ein klassischer Familienroman

    Der Flügelschlag des Glücks
    whoiskafka

    whoiskafka

    04. January 2016 um 13:56

    Einige Worte zum Inhalt Die Familie Bird könnte einem Bilderbuch entsprungen sein. Liebe, Geborgenheit und Idylle bestimmen die Kindheit von Megan, Bethan und der Zwillingen Rory und Rhys. Doch ein fatales Osterwochenende bringt die Familie aus dem Gleichgewicht und langsam, aber sicher entfernen die Mitglieder des Bird-Clans sich voneinander, bis es sich anfühlt, als seien sie gar keine Familie mehr. Jahre später jedoch sind sie durch eine traurige Nachricht gezwungen, einander wieder in die Augen zu blicken – und die Geister der Vergangenheit ein für allemal aus der Welt zu schaffen. Meine Meinung Die Inhaltsbeschreibung hat mich direkt an einen Familienroman denken lassen, wie ich ihn schon oft gelesen habe: Etwas Schreckliches passiert, die Familie entfremdet sich, doch dann kommt der Punkt, an dem eine Aussprache erfolgt. Diese Struktur ist mir sehr bekannt, doch Lisa Jewell hat es trotzdem geschafft, mich mit der Nase voran in ihre Geschichte zu saugen. Erzählt wird die Geschichte der Familie Bird, bestehend aus Colin und Lorelei sowie ihren Kindern Megan, Bethan, Rory und Rhys. Die ländliche Idylle brachte mich augenblicklich zum Träumen, denn sie erinnerte mich so lebhaft an meine eigene Kindheit. Diese Wärme und Liebe, Vertrautheit und Ruhe – da sehne auch ich als Wahlgroßstädterin mich wieder aufs Land zurück. Man kuschelt sich vollkommen in die wohlige Atmosphäre ein, die die Autorin heraufbeschwört, doch es bleibt nicht viel Zeit, um sich dort auszuruhen, denn der Hauptteil der Geschichte beschäftigt sich mit den individuellen Lebenswegen der Familienmitglieder und natürlich mit der Gegenwart im Jahr 2011, auf die der Roman immer wieder sein Augenmerk richtet. Insgesamt wird ein Zeitraum von zweiundzwanzig Jahren abgedeckt – dass in dieser Zeit unvollstellbar viel Unerwartetes geschehen kann, muss ich wohl nicht erwähnen. “Ich liebe fremde Familiengeschichten. Da fühle ich mich gleich ein bisschen besser.” – S. 197 Die Handlung fließt mal träge, mal etwas schneller dahin. Lisa Jewell hat für ihr Thema genau das richtige Tempo gewählt. Ich mag es, wenn Familienromane sich nicht rasant, sondern gemächlich entwickeln, der Roman hat diesbezüglich also genau meinen Nerv getroffen. Langweilig wurde es nie, denn als Leser erhält man so viele Informationen über die Charaktere und ihre Entwicklung, dass man immer wieder mitdenken und sich einfühlen muss. Denn jeder der Charaktere hat seine ganz eigenen Gedanken, Gefühle und Beweggründe, die zum Teil erst gegen Ende der Geschichte zum Vorschein kommen. Sehr schön fand ich die E-Mails von Lorelei, die die Autorin eingebaut hat, denn sie unterbrechen den gewohnten Lesefluss und lockern den Roman auf. Begeistert hat mich auch, dass sich die Perspektive ständig verändert und die Autorin jedem Familienmitglied unglaublich viel Aufmerksamkeit und Liebe schenkt. Als wäre jeder ihrer Charaktere ein echter Schatz für sie. “Wie schaffte es ein Mensch bloß, all diese Entscheidungen zu treffen? Die großen genauso wie die kleinen? Woher wusste man, ob man das Richtige tat?” – S. 126 Individuell sind sie auf jeden Fall, die Personen, um die sich die Familiengeschichte dreht. Keine von ihnen ist ein hundertprozentiger Sympathieträger, denn das eine oder andere dunkle Geheimnis haben sie alle, wodurch sie sich immer mehr voneinander abschotten. Zugleich sind sie so realistisch und detailliert gezeichnet, dass ich sie vor meinem inneren Auge sehen und jeden von ihnen verstehen konnte. Die älteste Tochter Megan ist das völlige Gegenteil ihrer Mutter: Statt chaotisch und leichtherzig ist sie penibel und streng. Trotzdem war sie für mich sehr gut fassbar. Zu ihrer Schwester Bethan habe ich etwas langsamer Zugang gefunden, konnte mir aber schon so manches pikante Detail denken, mit dem ich im Endeffekt sogar richtig lag. Zum Schluss mochte ich Beth am liebsten – vielleicht, weil sie ein Nesthäkchen ist und ich mir von Beginn an mehr Selbstständigkeit und Durchsetzungsvermögen gewünscht habe. Die Zwillinge Rory und Rhys sind eine Nummer für sich und so verschieden, wie Zwillinge nur sein können. Zu Rory habe ich am schwersten Zugang gefunden, was wohl mit seiner späteren Lebensweise zusammenhängt, die für mich so gar nicht in Frage käme. Colin, der Vater, blieb für mich anfangs etwas blass, gewann dann jedoch an Farbe. Lediglich zu Lorelei konnte ich keinerlei Bindung aufbauen, denn sie ist so in ihre eigene Welt verstrickt und hat eine so penetrante Art, dass es mir unmöglich war, Sympathie zu entwickeln. Doch ich denke, dass die Autorin genau dies beabsichtigt hat, daher passt Lorelei als Charakter sehr gut in das Geschehen. “Weißt du, irgendwann gibt man auf, wenn jemand partout keine Hilfe annehmen will. So ist das nun mal – so leid es einem tut.” – S. 250 Teilweise ließ sich die Handlung sehr leicht erraten, was mir den Spaß aber nicht genommen hat. Wer es jedoch vollkommen Unvorhersehbar mag, wird mit diesem Buch wohl nicht glücklich. Auch die finale Auflösung des Rätsels konnte mich nicht sehr überraschen, da ich mir etwas in der Art schon gedacht hatte. Der Roman illustriert, wie leicht eine Familie zerbrechen kann und wie die Krankheit des einen das Leben der anderen unaufhaltsam beeinflusst. Wie schwierig es ist, eine Familie zu bleiben, wenn alle Umstände sich ändern und niemand gewillt ist, offen zu sprechen. Wie hart es ist, sich nach Jahren der Entfremdung wieder gegenüberzustehen und zu wissen, dass nichts mehr ungeschehen gemacht werden kann. Lisa Jewells Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Von urkomisch bis tragisch vermittelt sie jedes Gefühl authentisch und in genau dem richtigen Maße.  Ich bin gespannt auf weitere Werke der Autorin! Fazit Der Flügelschlag des Glücks von Lisa Jewell ist ein angenehm zu lesender Familienroman, dessen Charaktere auf ganzer Linie überzeugen können, da man aus jeder Zeile herauslesen kann, wie liebevoll die Autorin die Persönlichkeiten gestaltet hat. Da die Handlung stellenweise allerdings sehr vorhersehbar und die Gesamtstruktur der Geschichte sehr typisch für das Genre war, gibt’s von mir vier empfehlungsgeladene Herzchen!

    Mehr
  • Ganz untypisch

    Der Flügelschlag des Glücks
    nic

    nic

    14. August 2015 um 15:38

    Was für ein Cover, und der Titel erst! Unbegreiflich, wieso man zu SO einer Geschichte sowas abliefert. Es ist mE absolut unpassend und macht einen komplett falschen Eindruck. Wenn ich Lisa Jewell lesen will, erwarte ich zwar genau so ein Cover, aber das Äußere hat mit der Geschichte, die den Leser dann tatsächlich erwartet, dieses mal überhaupt nichts zu tun. Auch der Klappentext hat bei mir ganz andere Erwartungen aufkommen lassen. Lisa Jewell hat sich hier eines sehr ernstes Themas angenommen, über das ich bisher nie etwas gelesen habe. Die Familie Bird lebt in einem Cottage in den Costwolds und besteht aus den Eltern Lorelei und Colin und den Kindern Megan und Beth, sowie den Zwillingsbrüdern Rory und Rhys. Lorelei legt höchsten Wert auf familiären Zusammenhalt, hütet ihre Kinder wie eine Glucke und beschert ihnen eine relativ idyllische Kindheit. Megan jedoch bemerkt früh, dass mit der Mutter etwas nicht in Ordnung ist. Auch schon vor dem im Klappentext erwähnten Unglück spricht sie innerhalb der Familie an, dass sie glaubt, ihre Mutter sei krank. Allerdings stößt Megan damit bei allen auf taube Ohren. Ihre Geschwister wie ihr Vater streiten ab, dass es Probleme gibt, ihre Mutter sei lediglich eine Sammlerin und könne nur glücklich sein, wenn sie Erinnerungen horten kann. Auch Lorelei geht nicht auf die Probleme ein. Bald gleicht das Haus einer Müllhalde. Nicht nur deshalb, sondern auch, weil die Familie nach einem dramatischen Vorfall scheinbar nichts mehr verbindet außer noch mehr Tragödien, leben die Kinder irgendwann in alle Himmelsrichtungen verstreut und haben kaum noch Kontakt mit der Mutter, aber auch nicht mehr untereinander. Bis die Geschwister gezwungen sind, ihr Elternhaus wieder aufzusuchen und sich den Problemen zu stellen. Endlich wird aufgedeckt, was dazu geführt hat, dass die Familie auseinandergebrochen ist. Ich mag die Bücher von Lisa Jewell sehr gern. Sie gleichen denen von Marian Keyes, haben aber dennoch einen eigenen Stil. „Flügelschlag des Glücks“ habe ich zufällig entdeckt, ich wusste nichts von einem neuen Buch der Autorin, deshalb musste ich sofort zugreifen und habe es auch gleich gelesen. Wie oben erwähnt, hat sich die Geschichte aber ganz anders gestaltet als erwartet. Das Cover lässt einen locker flockigen Roman erwarten, dem ist aber ganz und gar nicht so. Hier wird keine herzerweichende Story geboten, sondern eine Familiengeschichte mit Dramen und Problemen, wie ich sie mir nicht hätte vorstellen können. Dabei finde ich das, was ich gelesen habe, aber absolut glaubhaft, so schrecklich es stellenweise sein mag. Lisa Jewell spricht das Messie-Syndrom an. Zwar habe ich auch davon gehört und mal einen Bericht im Fernsehen gesehen, fand es ziemlich eklig, habe mich aber nicht näher damit beschäftigt. Wie es dazu kommen kann, was der Messie damit kompensiert, hat mich nicht wirklich beschäftigt. In Jewells Buch geht es aber nicht nur um Lorelei, die das Haus zumüllen lässt, sondern auch, und vor allem um ihre mittlerweile erwachsenen Kinder. Dabei ist zu beobachten, wie unterschiedlich sich die 4 entwickeln und was am Ende aus ihnen geworden ist, wie selbstständig die eine und wie kindlich oder lebensunfähig die andere geworden ist. Wie können Geschwister so unterschiedlich sein, wo alle in der gleichen Familie aufgewachsen sind? Während ein Kind sein Leben in die Hand nimmt und das Beste aus allem macht, erfolgreich ist und sich eine Existenz außerhalb der Familie aufbaut und Verantwortung übernimmt, bleibt das andere ewig am Rockzipfel der Mutter, hat Angst vor der Welt, kriegt nichts gebacken, und das nächste scheitert sogar soweit, dass es irgendwann verhaftet wird. So ernst das Thema ist und so traurig es stellenweise war, das zu lesen, fand ich das Buch sehr gelungen. Die Protagonisten haben alle ihre Stärken und Schwächen (wobei einige mehr Schwächen haben), ihre Lebensgeschichten sind sehr interessant. Wie Megan, konnte auch ich von Anfang an nicht an die Ausflüchte des Vaters und Megans Geschwister glauben, und mit ihr, der Ältesten der Geschwister, konnte ich mich am ehesten identifizieren, vielleicht, weil auch ich die Älteste bin. Lorelei mag ihr bestmögliches gegeben haben, aber es war nicht genug. Ich fand sie sehr selbstbezogen und egoistisch, was vielleicht am Messie-Syndrom liegen kann. Hätte das Buch ein passenderes Cover und einen anderen Titel, hätte es mir noch besser gefallen. Ich bin nicht sicher, ob der Verlag der Autorin und dem Buch damit einen Gefallen getan hat. Ich selbst bin froh, dieses Buch entdeckt und gelesen zu haben und kann es nur empfehlen.

    Mehr
  • Eine spannende, wie wundervolle Familiengeschichte

    Der Flügelschlag des Glücks
    tootsy3000

    tootsy3000

    26. July 2015 um 20:59

    Die Familiengeschichte der Birds hat mich von Beginn an gefesselt. Was vor allem an der abwechslungsreichen Schreibweise lag. Nachdem die Familie quasi auseinandergebrochen ist und jedes Familienmitglied seinen eigenen Weg beschreitet erfährt man nach und nach die Geschichte. Man liest sich durch Emails der verstorbenen Mutter Lorelei und erfährt ihre Sichtweise was zu der Tragödie führte, ihre Familie zerriss und zu ihrem zwanghaften Verhalten führte. Man liest in der Gegenwart des Jahres 2011 und  erlebt nach und nach, wie sich die Geschwister und der Vater wieder Näher kommen und die Familie wieder zusammenfindet. Und man liest zwischendurch immer wieder chronologisch in der Vergangenheit, als die Familie noch fest zusammen hielt und alle glücklich miteinander waren – eine perfekte Familie wie es scheint. Aber dem ist nicht so. Meg, die älteste Tochter, spricht es als erstes an, das “Problem” ihrer Mutter, sie ist eine Sammlerin – ein Messie auf Neudeutsch. Es beginnt harmlos. Für die restlichen Familienmitglieder ist es nur ein Spleen. Mit dem schrecklichen Tod des jüngsten Bird-Kindes wird diese Marotte zwanghaft. Auch die restlichen Birds sind nicht ohne Fehler. Meg entwickelt sich zu einer Ordnungs- und Sauberkeitsfanatikerin, Beth - ihre Schwester - ist Beziehungsunfähig und Rory  - der Bruder - geht dubiosen Geschäften nach.  Und der Vater findet sein spätes Glück in einer Kommune in Spanien. Auch wenn man sich über mehrere Zeitebenen und durch Emails liest, ist die ganze Geschichte sehr flüssig und gut zu lesen. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Hilflosigkeit der beteiligten Personen gegenüber dem Messietum der Mutter zu Papier zu bringen. Aber auch die Ecken und Kanten, Fehler und Macken der übrigen Protagonisten ist wunderbar dargestellt. Obwohl es ab und an den Anschein hatte, dass es fast ein Zuviel an Fails für eine Familie ist, hat mir die Vorstellung doch gefallen, dass es nicht nur ein “schwarzes Schaf” in der Familie gibt. Jeder der beteiligten hatte seine Fehler und am Schluss hat sich das dann wieder sehr versöhnlich und schön zusammengefügt. Das Buchcover finde ich sehr passend. Der Baum ein Symbol der Erneuerung, die herabfallenden Blätter stehen für den Tod, der Vogel für das Flügge werden und seinen eigenen Weg finden. Es bezieht sich wunderbar auf die Geschichte  und setzt sich auch im Klappeninneren fort. Mir gefallen so gemalte Buchcover ungemein und dieses gefällt mir besonders. Mein Fazit: Eine spannende wie wundervolle Familiengeschichte die im besonderen ein Thema bearbeitet, das mich persönlich interessiert, da in meinem Verwandtenkreis dieses Problem auch besteht. Mir hat die Umsetzung sehr gut gefallen. Es spiegelt nicht nur die Hilflosigkeit der Familie, auch die Psyche des Messie ist klar dargestellt und man kann sich gut hineinversetzen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung

    Mehr
  • 4,5 Sterne für die Geschichte einer Familie mit all ihren Höhen und Tiefen - ihrem Glück und Leid

    Der Flügelschlag des Glücks
    HibiscusFlower

    HibiscusFlower

    Eine perfekte, glückliche Kindheit voller Wärme und Harmonie durften die vier Bird-Kinder mit ihren Eltern in einem gemütlichen Cottage verbringen. Erinnerungen wurden geschaffen und festgehalten; erzählen eine Geschichte voller Liebe. Doch dann, an einem für die Familie wichtigen Osterwochenende, geschieht etwas Unfassbares, das die Familie auseinanderreißt und in alle Himmelsrichtungen verstreut. Jahre später, durch einen Anruf ausgelöst, kehren die verbliebenen Birds in das Haus zurück, in dem sie früher so glücklich waren, und erfahren, was damals wirklich geschah. April 2011 - zögerlich bewegt sich die neununddreißigjährige Megan Bird mit ihrer Tochter Molly auf ihr Elternhaus zu. Einst war es voller Liebe und glücklicher Kinder; ein Ort, an dem die komplette Familie Bird und Freunde gern verweilt haben. Geblieben ist die Angst davor, das Haus zu betreten. Schon früher hatte Megan ihren Unmut kundgetan, was die Sammelleidenschaft ihrer Mutter Lorelei betrifft, während der Rest der Familie weder etwas dazu gesagt oder gar dagegen unternommen hat. Mittlerweile ergibt für sie nichts mehr einen Sinn in diesem Haus. "Ich lebe im Moment...Und das ist das Geheimnis wahren Glücks." (S.106) So erklärte Lorelei ihrer Tochter Megan ihre kleine Welt, die mit den Jahren Stück für Stück immer kleiner wurde. Auf vierhundertzweiundvierzig Seiten lässt Lisa Jewell ihre LeserInnen an dem Leben der Familie Bird teilhaben, erzählt in der Gegenwart und entführt uns mit Rückblicken in die Vergangenheit. Dabei bekommt man peu à peu tiefe Einblicke in die Geschichte einer Familie, die sowohl Glück erlebte wie auch Leid erfahren musste. Zu jeder Zeit ist die Autorin darauf bedacht, jeden ihrer Charaktere ausreichend Raum zu gewähren, sodass die LeserInnen jedes Familienmitglied gemächlich und dennoch intensiv kennenlernen. Auch wenn man ihr Tun nicht immer für gut heißt, lässt sich die Geschichte der Birds im Gesamten sehr gut nachvollziehen; sie berührt, lässt die schönen Momente erkennen, stimmt traurig und wirkt so manches Mal beengend. "Der Flügelschlag des Glücks" verbindet den Wunsch, den Kindern eine glückliche Kindheit voller Liebe und Erinnerungen zu schenken mit mannigfaltigen verdrängten emotionalen Problemen und greift dabei den Verlauf einer Krankheit auf, die einem so fern/so unbegreiflich zu sein scheint; die auf leisen Sohlen angeschlichen kommt, alles und jeden verdrängt und Einsamkeit hinterlässt. Dieses Buch hat meinen Sonntag in Beschlag genommen, es mit seinen leisen Tönen unmöglich gemacht, zur Seite zu legen. Hin und wieder hat diese Geschichte ein beklemmdes Gefühl in mir ausgelöst, stellenweise bedrückend gewirkt und dennoch konnte es mich berühren. Das Cover bezaubert, der Schreibstil ist angenehm, den Charakteren wird Leben eingehaucht, nichts wird idealisiert. Das Leben und die Liebe einer Familie mit all seinen Höhen und Tiefen, den Erinnerungen und den Möglichkeiten. Auch wenn es mir in den Fingern kribbelt, hier so viel mehr zu schreiben, beschließe ich meine Gedanken mit 4,5 Sternen und einer Leseempfehlung an dieser Stelle. ;-)

    Mehr
    • 2