Lisa McInerney

 4.1 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Lisa McInerney

Lisa McInerney, geboren 1981 in der irischen Provinz Connacht, machte zunächst als Bloggerin auf sich aufmerksam. Der Schriftsteller Kevin Barry ermutigte sie, neben ihrem Blog auch Kurzgeschichten zu schreiben. Ihre Erzählungen erschienen in verschiedenen Literaturzeitschriften, u.a. im Granta Magazine. Ihr Debütroman »Glorreiche Ketzereien« war 2016 für den Irish Book Award sowie den Dylan Thomas Award nominiert, ausgezeichnet wurde er mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction und dem Desmond Elliott Prize. Lisa McInerney lebt in Galway.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Blutwunder

Neu erschienen am 16.09.2019 als Hardcover bei Liebeskind.

Alle Bücher von Lisa McInerney

Cover des Buches Glorreiche Ketzereien (ISBN:9783954380916)

Glorreiche Ketzereien

 (10)
Erschienen am 25.06.2018
Cover des Buches Blutwunder (ISBN:9783954381104)

Blutwunder

 (0)
Erschienen am 16.09.2019

Neue Rezensionen zu Lisa McInerney

Neu

Rezension zu "Glorreiche Ketzereien" von Lisa McInerney

Lakonischer Gesellschaftsroman aus Irland
oh_no_catvor 6 Monaten

Lisa McInerney aus der irischen Provinz Connacht wurde durch das Bloggen zu einer kleinen Berühmtheit. Schließlich begann sie, motiviert durch den Schriftsteller Kevin Barry, auch Kurzgeschichten zu schreiben. 2016 erschien schließlich ihr Debütroman "Glorreiche Ketzereien", der für den Irish Book Award nominiert und mit dem Baileys Women's Prize for Fiction ausgezeichnet wurde.


Glorreiche Ketzereien: Ein Krimi. Eine Familiengeschichte. Ein Liebesdrama.


Maureen Phelan erschlägt eines nachts mit einer Devotionalie einen Einbrecher. Eine Reihe von Ereignissen wird dadurch in Gang gesetzt. Ihr Sohn Jimmy - dem Verbrechen nicht fremd sind - holt sich für die Entsorgung der Leiche Hilfe bei seinem alten Freund Tony Cusack. Dieser ist Vater von sechs Kindern, alleinerziehend und Alkoholiker. Das Verhältnis zu seinem ältesten Sohn Ryan ist schwierig. Doch der 15jährige verbringt ohnehin die meiste Zeit mit seiner ersten großen Liebe Karen und treibt sich nachts auf den Straßen herum, um Drogen zu verkaufen. Dort trifft er auch auf die Prostituierte Georgie, die sich gerade Sorgen, um ihren Freund Robbie macht, der wiederum gerne nachts in Häuser einsteigt und seit kurzem spurlos verschwunden ist...


Lisa McInerney ist eine Meisterin der Sprache und des Erzählens


"Lebensklug" nennt Deutschlandfunk Kultur den Debütroman der Irin. Ihr Talent zur Groteske zeichne sie aus, schreibt Der Standard.


Was mir am besten gefällt ist ihr Feingefühl für verschiedene Blickwinkel und ihre Leichtigkeit in der Sprache, auch wenn sie über schwere Themen schreibt. Außerdem sind die Entwicklung der Charaktere durch und durch nachvollziehbar und glaubhaft. Grundsätzlich also ein Buch, das sich schnell weglesen lässt. Was es mir aber dennoch schwer gemacht hat: Die Geschichte voller Drogen, Alkohol, Verbrechen, Gewalt ist so weit weg von meiner Realität, das ich mich in keine Figur wirklich hineinversetzen konnte. Dennoch ist es eine überaus lohnenswerte Geschichte mit einem grandiosen Ende, das alle Fäden wieder zusammenbringt.



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Rezension zu "Glorreiche Ketzereien" von Lisa McInerney

Rabenschwarzer Humor und viel Tiefsinn
Briggsvor 10 Monaten

Ein sehr irisches Buch:
Die Häresien, die Christlichkeit.
Eine Frauengestalt, die dem Buch eher die Unschuld nimmt als der Todesfall, mit dem die Geschichte ihren Lauf nimmt.
Eher als der Drogenweg des jugendlichen Dealers.
Eher als die sich wiederholende Geschichte der unglücklichen Mutterschaft.


Im ersten Teil werden die Personen in ihrem aktuellen Erleben vorgestellt, und gleichzeitig wird ihre Vorgeschichte transportiert.

Dies ist so unaufgeregt und unangestrengt, dass es nicht schwerfällt, die wichtigsten Personen von Beginn auseinanderhalten zu können. Wie wessen Verbindungen allmählich enger gezogen werden, wird zum echten Lesevergnügen.

Eine unglaubliche Intensität steckt in manchen Szenen.

Mitunter braucht es eine Weile, bis man sich am neuen Ort zurecht findet, doch die Szenenwechsel sind gut für die Seele.

Die Sprache, mit der wichtige Vorkommnisse wie Nebengeschehen erwähnt werden... aus ihr erwachsen Cliffhanger ganz anderer Art.

Es fällt Lisa McInerney leicht, die Sympathien des Lesers zu lenken.
Eine junge Liebe, ehrlich, eng, wahr, einen Gefängnisaufenthalt überdauernd. Warum nur fühlt sie sich mit einem Mal an wie zum Scheitern verurteilt?

Kurz nach der Hälfte denke ich, jetzt könnte ein kleiner Bogen das Buch beenden. Wenn Ryan, die zentrale Figur, jetzt die Kurve kriegt, dann können alle anderen keine nennenswerte Katastrophe mehr auslösen.

Er könnte alle retten, und es wäre ein gutes Buch über menschliche Verwicklungen und Tragödien gewesen.
Aber das Buch ist nochmal so lang – es wird sie geben, die Katastrophe.
Als sie eintritt, bin ich entsetzter als erwartet.


Jedes Kapitel hat seinen eigenen Hauptdarsteller. Nur wenige sind nicht vom allwissenden Autor geschrieben, und dieser sind noch einmal direkter, jeweils aus der Ich-Perspektive, und sie tragen Überschriften, die einen enormen Feinsinn verraten.

Kurz vor Ende gibt McInerney diese Struktur auf, jetzt switcht sie zwischen unterschiedlichen Handlungsorten umher. Das erhöht die Schnelligkeit: Es geht deutlich auf die Katastrophe zu...


Teilweise hat das Buch beim Lesen geschmerzt, so eindringlich hat McInerney die Personen, ihre Unzulänglichkeiten, ihre Liebe und die Unausweichlichkeit ihres Handelns beschrieben.
Manches Mal musste ich es zuklappen und Atem holen, bevor ich weiterlesen konnte – ich war froh, dass das möglich war.

Aber es ist gut vorstellbar, dass es einen rabenschwarzen Film geben wird.

Kommentare: 2
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Rezension zu "Glorreiche Ketzereien" von Lisa McInerney

Helden von Cork
walli007vor einem Jahr

Schon mit 15 hat Ryan Cusack das Gefühl, sein Leben geht den Bach runter. Sein Vater war schon immer ein Säufer und nach dem Tod der Mutter ist es für Ryan, den Ältesten, und seine fünf Geschwister auch nicht besser geworden. Mit kleinen Dealereien versucht Ryan, zu etwas zu kommen. Obwohl eigentlich gut in der Schule, schafft Ryan den Rauswurf. Wie ein Licht in dieser Welt ist Ryans Freundin Karine. Doch eine Kette unerwartet schlimmer Ereignisse wird durch den eher zufälligen Totschlag ausgelöst, den Maureen, die Mutter des Gangsters Jimmy Phelan, begeht.


Über fünf Jahre wird der Absturz der Beteiligten, unter ihnen zuerst Ryan Cusack, gezeigt. Sie alle halten sich mit mehr oder weniger unsauberen Geschäften über Wasser, sie bezichtigen sich mehr oder weniger großer Sünden, sie haben grundsätzlich nicht Schuld und mit ihren Handlungen versuchen sie, das Schicksal zu ihren Gunsten zu wenden und erreichen doch das Gegenteil. Der wirtschaftliche Niedergang einer ganzen Stadt scheint sich in Cusacks kleiner Welt widerzuspiegeln. Sein Viertel mit Sozialwohnungen, Kleinkriminalität, Hoffnungslosigkeit und Armut. So garnicht passt das zu dem öffentlichen Bild von Cork, das eher einer heiteren, offenen und wohlhabenden Kommune entspricht. Bei aller Ausweglosigkeit, gibt es nicht immer Momente, in denen andere Entscheidungen getroffen werden können?


Trotz aller Düsternis weist dieser Debütroman von Lisa McInerney doch einige von dem für Cork anscheinen typischen Humor auf. Wenn Maureen den Einbrecher mit einer Heiligenstatue erschlägt, kann man sich ob der Absurdität kaum ein Grinsen verkneifen. Allerdings gefriert dieses schnell auf den Lippen, wenn man die weiteren Ereignisse in Betracht zieht. Irgendwie scheint es für die Protagonisten, die wahrlich nur kleine Helden sind, immer nur weiter abwärts zu gehen. Natürlich ist es schwer aus seinem Milieu herauszukommen, aber wenn man schon quasi einen Fuß draußen hat, warum zieht man den anderen nicht nach. Klar ist es schwierig, wenn man keine Unterstützung hat. Doch nimmt man zum Beispiel Ryan, dessen Geschichte in einem Folgeband weitererzählt wird, warum geht er nicht wieder zurück zur Schule, nur weil er dann ein paar Jahre älter ist? Wenn man wirklich raus will, ist das doch nicht das größte Problem. 


Dieser Roman fesselt mit einer ausgesprochen düsteren Geschichte, bei der man den Protagonisten manchmal den Verstand zurechtschütteln möchte.

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