Lisa Moore Der leichteste Fehler

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Inhaltsangabe zu „Der leichteste Fehler“ von Lisa Moore

David ist Mitte zwanzig, als er aus dem Gefängnis ausbricht. Er weiß, "dass die schwersten Fehler am leichtesten zu begehen sind", und setzt doch alles auf eine Karte. Mit seinem Jugendfreund Hearn versucht David erneut zwei Tonnen Marihuana durch das Hurrikangebiet zwischen Kolumbien und Neufundland zu schmuggeln. Ein scheinbar hoffnungsloses Abenteuer. Denn den neuen Geldgebern ist nicht zu trauen und Phil, der trinkselige Skipper, weigert sich, ohne seine nymphenhafte Geliebte zu fahren. Lisa Moore, die mehrfach ausgezeichnete Autorin aus Kanada, schickt in "Der leichteste Fehler" ihre Helden auf die Suche nach der Freiheit und nach der einen Entscheidung, die das Leben verändern kann.

Ein spannendes Buch über Freiheit, Verrat und Liebe!

— Lisaliest86

Spannende Geschichte von Vertrauen und Verrat. Pageturner - mit Anspruch!

— alasca

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— detlef_knut

Fünf absolut verdiente Sterne - großartiger Roman. Man meint die Zeit zwischen den Buchseiten zu erfühlen, zu erschmecken ...

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  • Ein Fehler wäre, es nicht zu lesen...

    Der leichteste Fehler

    bookscout

    19. July 2015 um 21:48

    Wenn unsere Freiheit eine Freiheit auf Zeit ist, wie frei sind wir dann? Wenn wir, im Vertrauen auf unsere Freiheit, in Wahrheit längst enttarnt sind und andere im Dunklen verborgen nur darauf warten, die von langer Hand geplante Falle zuschnappen zu lassen? Wann kommt der Moment, in dem wir realisieren, dass wir beobachtet, observiert und analysiert werden – und wie reagieren wir dann? Kämpfen wir weiter, angesichts der Ausweglosigkeit, bleiben wir dran, halten wir stand, bis zum bitteren Ende, immer auf der Suche nach dem einen Schlupfloch, das uns erlöst? David Slaney, ein junger Häftling, verurteilt zu vier Jahren aufgrund eines missglückten Drogenschmuggels, schenkt sich selbst kurz vor seinem Geburtstag die ersehnte Freiheit: Er bricht aus dem Gefängnis aus, unterstützt von Helfern innerhalb und außerhalb der massiven Mauern. Gemeinsam mit seinem Jugendfreund und ehemaligen Partner Hearn, der damals straffrei ging, will er den Deal erneut über die Bühne bringen, diesmal allerdings mit erfolgreicherem Ausgang. Nicht zuletzt plant Slaney, so das Herz seiner Ex-Freundin zurückzuerobern. Dazwischen liegen ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, ein Flug nach Mexiko und ein stürmischer Segeltörn von Kolumbien zurück nach Neufundland, verknüpft mit großen Hoffnungen auf ein besseres Leben und dem unstillbaren Wunsch nach Freiheit. Ähnlich geht es Patterson, dem Polizisten, der auf Slaney angesetzt ist und ihn um jeden Preis dingfest machen muss – für seine Beförderung, sein besseres Leben und seine Freiheit. Wer ist nun im Recht? Wer hat mehr Anrecht auf Glück, wer hat es mehr verdient? Denn gewinnen kann nur einer... Lisa Moore hat einen starken Roman zu einem nicht minder starken Thema geschrieben. Mit wenigen Worten schafft sie eine dichte Atmosphäre, kreiert sie schonungslos ehrliche Charaktere, mit denen es das Leben nie gut gemeint hat, die aber dennoch nie aufgeben und unermüdlich um ihr Quäntchen Glück kämpfen. Wie soll man da nur entscheiden, zu welchem der beiden Antagonisten man hält? "Der leichteste Fehler" ist zweifellos keine unkomplizierte, seichte Lektüre, sie fordert, sie zieht einen in ihren Bann und lässt einen so schnell nicht mehr los, selbst wenn man das Buch aus der Hand gelegt hat – trotzdem und gerade deshalb: lesen! Ihr werdet es nicht bereuen ;-)

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  • Unbelehrbar, ab ins Desaster

    Der leichteste Fehler

    detlef_knut

    09. May 2015 um 18:12

    Die in Neufundland geborene kanadische Schriftstellerin Lisa Moore hatte bereits mit ihrem Debütroman „Im Rachen des Alligators“ einen nationalen Bestseller gelandet und befindet sich immer noch auf dem wachsenden Ast. In ihrem 2013 erschienenen Roman „Der leichteste Fehler“ geht es um einen jungen Mann namens David Slaney, der vor wenigen Jahren auf die schiefe Bahn gerutscht ist. Der Roman beginnt mit dem Ausbruch Slaneys kurz vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis, in welchem er die letzten vier Jahre verbracht hat. Naiv und blauäugig hatte er damals mit seinem Freund Hearn geglaubt, mal eben so 2 t Marihuana durch den Atlantik von Kolumbien nach Kanada zu schmuggeln. Sie waren von kanadischen Fischern entdeckt worden. In ihrer Unerfahrenheit glaubten sie, die Fischer würden es bei einem Kopfschütteln belassen. Das taten diese natürlich nicht, sondern informierten die Polizei. Das Ergebnis: Slaney geht für vier Jahre in den Knast, während sein Freund Hearn durch einen guten Rechtsanwalt freikommt. Kurz vor seinem Geburtstag bricht Slaney aus dem Knast aus, um so schnell wie möglich wieder zu Hearn zu gelangen, denn der nächste Coup steht auf dem Plan. Nun begleitet der Leser den Protagonisten auf einem road trip durch Kanada. Dabei erfährt er viele Hintergründe aus dem Leben des jungen Mannes, erfährt, warum Hearn freigekommen war, wie Slaney aufgewachsen ist, welchen Umgang er mit Mädchen pflegt und viele weitere einzelne Details. Geht es ihm zunächst darum, seine Freundin Jennifer wieder zu treffen, so ist das wesentliche Ziel doch sein Freund. Slaney selbst ist in den Jahren erfahrener geworden und würde lieber nicht so risikobereit in das nächste Geschäft einsteigen. Doch schließlich kann ihn sein Freund davon überzeugen, dass alles in Ordnung geht und er sich keine Sorgen machen bräuchte. Letztendlich vertraut Slaney wieder seinem Freund, denn schließlich war es dieser, der in den letzten Jahren diesen neuen Deal organisiert hat. Slaney begibt sich erneut auf eine waghalsige Tour, doch die wahre Gefahr kann er nicht einmal erahnen. Lisa Moore ist ein stiller Roman gelungen, der Ende der 1970er Jahre in Kanada spielt und den Drogenschmuggel von Kolumbien nach Neufundland zum Thema macht. Sie zeigt den großen Drang nach Freiheit, den ein Mensch verspüren kann, und dabei die Berücksichtigung aller Risiken vernachlässigt. Erzählt wird außerdem eine Geschichte von Freundschaft. Es ist eine Geschichte zwischen den Jugendfreunden von damals und deren Entwicklung bis zur aktuellen Handlungszeit des Romans. Faszinierend ist die Stimmung, die sie erzeugt, wenn der Leser versucht, eine Sympathie zum Protagonisten aufzubauen und, ähnlich wie in den Geschichten des großen amerikanischen Schriftsteller T. C. Boyle, erkennen muss, dass der Protagonist auf ein riesiges Desaster zuläuft. Zwar kann der Leser versuchen, den Protagonisten Glück zu wünschen, aber letztendlich ahnt er, dass dieser Wunsch nicht sehr viel helfen wird. Kritisch an dem Buch finde ich zwei Sachen, auf die die Schriftstellerin wahrscheinlich weniger Einfluss hatte. Das ist einerseits der Umschlag der deutschen Ausgabe, dessen Bild gar nichts zu dem Inhalt des Romans aussagt. Zum anderen sind es die fehlenden Anführungszeichen für die wörtliche Rede. Künstlerische Freiheit hin oder her, eine Autorin hat die Pflicht, ihren Lesern das Lesen weitgehend zu erleichtern und ihnen dabei Hilfestellung zu geben. Wenn die Dialoge ohne Kennzeichnung ausgeführt werden, dann erschwert dies das Lesen ungemein. Ständig muss sich der Leser orientierten, und bei jedem Satz versuchen, herauszufinden, ob es sich um eine wörtliche Rede, die Stimme des Erzählers oder gar die Gedanken einer Figur handelt. Nach etlichen Seiten Lesens gewöhnt sich der Leser zwar an diesen Stil, aber besonders attraktiv wird es ihm nicht gemacht. Da bei mir die Geschichten im Vordergrund stehen, vergebe ich dennoch eine klare Empfehlung und sehe dabei über die genannten Kritikpunkte hinweg. © Detlef Knut, Düsseldorf 2015

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  • Krumme Lebenswege sind das, voller unerfüllter Hoffnungen und Scheitern

    Der leichteste Fehler

    WinfriedStanzick

    28. April 2015 um 13:23

    Ihr letzter Roman „Und wieder Februar“  war ein bewegendes Buch, mit einer dichten und sinnlichen Sprache geschrieben, das seinen Leser fesselte und berührte von der ersten bis zur letzten Seite. Seine Botschaft war damals:  irgendwann kann sich Trauer in neue Liebe und neues Glück verwandeln, ohne dass man dem verlorenen Menschen untreu wird. Die Rede ist von der 1964 in St. John in Neufundland geborenen und dort auch lebenden Schriftstellerin Lisa Moore, die ihre Leser auch im neuen, für den kanadischen Literaturpreis Giller Prize nominierten Roman „Der leichteste Fehler“ wieder in die raue Welt Neufundlands führt. Der Roman spielt 1978 und beginnt damit, dass David Slaney aus dem Gefängnis flieht. Dort war er vier Jahre zuvor eingefahren, weil er zusammen mit seinem Freund Hearn ertappt worden war, eine Schiffsladung voll Marihuana auf einem Segelboot von Kolumbien nach Neufundland zu bringen. Während Hearn, der aus sozial besseren Verhältnissen stammt als Slaney, wegen Verfahrensfehlern an einer Strafe vorbeischrammt und seine Ausbildung fortsetzen kann, muss Slaney ins Gefängnis. Vier lange Jahre.  Während dieser Zeit plant Hearn einen neuen Coup und organisiert Slaneys Flucht.  Im Gegensatz zum Leser, der von Lisa Moore schon sehr früh  davon in Kenntnis gesetzt wird, ahnt Slaney sehr lange nicht, dass seine ganze Flucht und die gesamte neue Reise von der Polizei beobachtet wird, teilweise die völlig neue Satellitentechnik nutzend Schon sehr früh, als Moore den Polizisten Patterson einführt, neben Slaney die vielleicht wichtigste Figur in diesem an verschiedenen Charakteren reichen Buch,  mit wenigen, aber starken Worten voller kräftiger Bilder,  knüpft sie an die wunderbare Sprachkraft ihres letzten Buches nahtlos an und  bleibt ihr bis zum Ende treu. Sie lotet die Charaktere ihrer Personen bis in eine Tiefe aus, die ihnen selbst kaum bewusst ist. Sie beschreibt deren Beziehungen, es geht um Vertrauen und Verrat. Aber auch um Liebe und Freundschaft, Freiheit und Abenteuer. Letztlich darum, welchen Sinn das Leben der einzelnen Hauptpersonen für diese selbst hat. Krumme Lebenswege sind das, voller unerfüllter Hoffnungen und Scheitern. Lebenswege voller Tragik und Komik.  Lisa Moore lässt sowohl die „Räuber“ als auch die „Gendarmen“ in einem Wechselspiel aus Gefahr und Verheißung sich auf die Suche nach der Freiheit machen und nach der einen Entscheidung, die alles verändern kann. Eine spannende Geschichte, ein romantischer Roadtrip, bei dem es auch um die großen Fragen des Lebens geht: Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Scheitern, Angst.

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  • Vertrauen - der leichteste Fehler?

    Der leichteste Fehler

    Bri

    20. April 2015 um 10:40

    David Slaney sitzt. Im Gefängnis. Gemeinsam mit seinem besten Freund Hearn hat er zwei Tonnen Marihuanna per Segelschiff aus Kolumbien in seine Heimat Neufundland gesegelt - natürlich, um es dort gewinnbringend weiterzuverteilen. Doch die neufundländischen Fischer sind wachsam und lassen die ganze Unternehmung auffliegen. Hearn kommt auf Kaution frei und setzt sich ab. Slaney nicht. Er sitzt ein. Vier lange Jahre, bis er eine Chance sieht, aus dem Gefängnis zu flüchten. Es gibt wenige Möglichkeiten in den ausgehenden 70er Jahren für junge Menschen in Neufundland, ihr Auskommen zu haben. Die Fischerei, die für die Neufundländer immer schon die Haupteinnahmequelle darstellte, steht vor dem Aus. Slaney und Hearn sind jung, charmant bis charismatisch und keine skruppellosen Kriminellen, eher Abenteurer, die ihre Zukunft in die Hand nehmen wollen, kein großes Verbrechen darin sehen, zwei Tonnen Gras ins Land zu schmuggeln. Und genau wegen dieser Abenteuerlust und des Vertrauens in die eigene Unfehlbarkeit wollen sie es noch einmal versuchen, unter anderen Vorzeichen, eben ohne Fehler zu machen ... Lisa Moore ist Neufundländerin, geboren in St. Johns, der ältesten Stadt Nordamerikas, und wuchs mit den Geschichten über die Waghalsigkeit junger Männer wie Slaney und Hearn auf. Obwohl sie etwas Verbotenes taten, schwebte in den Geschichten um die Verwegenen immer der Hauch von Anerkennung, vielleicht sogar Bewunderung mit. Denn Neufundland, das lange als die ärmste kanadische Provinz galt, ist rauh und unwirtlich. Die Menschen hart und doch sind sie angewiesen auf die Gemeinschaft der anderen. Eine wunderbare Darstellung der neufundländischen Lebensrealität ist Annie E. Proulx in ihrem Pulitzer-Preis gekrönten Roman Schiffsmeldungen gelungen. Aber auch Lisa Moore verleiht tiefe Einblicke, sowohl in die Zeit der 1970er Jahre, die in vielerlei Hinsicht Aufbruch versprachen, als auch in die (neufundländische) Welt. Weg mit alten Regeln und Ketten. Sexuelle Freizügigkeit bzw. Freiheit wurde möglich durch die "Erfindung" der Pille, die Hippiebewegung brach mit allen möglichen Tabus. Doch auf der anderen Seite wurden bereits die ersten Überwachungsmöglichkeiten geschaffen, wie zum Beispiel die Satellitengesteuerte Ortung, die es über einen Sender möglich macht, ein Segelschiff auf den weiten Meeren nicht zu verlieren. Außer es gerät in einen Hurrikan, der den Sender zerstört. All das packt Lisa Moore in ihre Geschichte, in deren Zentrum vor allem der junge Slaney steht, der sich nicht brechen lassen will. Dazu ist er ein zu willensstarker Typ. Kennen lernt man ihn durch viele eingestreute Gedankenschnipsel, die klar machen, dass er kein schwerer Krimineller ist. Auch sein Freund Hearn, der den zweiten Coup in Freiheit vorbereitet, ist kein Krimineller. Beide sind sie einfach tatendurstig und loten Grenzen aus. Nur mit dem Unterschied, dass Hearn immer einen Anwalt zur Seite hat, der ihm das Gefängnis erspart und das obwohl Hearn bei der Planung nicht wirklich logisch oder vorsichtig vorgeht. Die Kohlen holt er ja nicht selbst aus dem Feuer, wenn zum Beispiel ein plötzlich aus den Nichts auftauchender Investor doch nicht so vertrauenswürdig sein sollte, wie es zunächst aussieht. Keine Frage, Slaney ist derjenige, der logischer denkt, sturkturierter vorgeht und deshalb vielleicht auch der Ausführende sein muss. Aber er ist auch derjenige, der seinem besten und langjährigsten Freund trotz aller Warnungen und Zweifel bedingungslos vertraut. Weil Vertrauen für ihn eine Gabe ist, eine Entscheidung: "Oder Vertrauen war eine Tür im Kopf, die man auffliegen ließ. Man traf eine Entscheidung. Was immer da draußen ist: her damit! Und Zweifel war der Wind, der alles zuknallte. Bleib nicht an einem Ort. Lass dich nicht nieder. Das war der Zweifel." Auch Jennifer hat vertraut und zwar in Slaney. Jennifer, Juniper - seine große Liebe, die er zurückgewinnen will, die er besucht, die ihn liebt, aber einen anderen geheiratet hat. Weil sie Angst hatte, um sich und ihr Kind, nachdem der wahre Grund für Slaneys Weggang ans Licht kam. Sie würde mit ihm gehen, ließe er sich nicht noch einmal auf dieses waghalsige Unternehmen ein. Und so sehr Slaney sich nach Jennifer sehnt, so sehr ist einer der zehn Gründe dafür dabeizubleiben, dass ein Ausstieg für ihn hieße, sie hätten ihn gebrochen. Sie - die auf der anderen Seite des Gesetzes, haben einen eigenen Plan und in dem spielt Slaney eine wichtige Rolle. Lisa Moore versteht es meisterlich, Gedankensprengsel zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen. Das mögen manche Leser als wirr oder unstrukturiert empfinden, meiner Meinung nach ist es aber ein gekonnt und sehr bewußt eingesetztes Stilmittel. Und das in einer absolut klaren, schnörkellosen Sprache, die dennoch in keinster Weise abweisend oder kalt wirkt, sondern reinstes Kopfkino anwirft. Lisa Moore sagte in einem Interview, Neufundländer hätten alle eines gemeinsam: Egal, wie lange sie weg waren, sie wollten immer nach Hause, zurück in die Heimat und es habe ihr Kopfschmerzen bereitet, dass sie zunächst nicht wusste, wie sie dieses Problem für Slaney und all die anderen Figuren ihrer Romans lösen sollte. Letzendlich jedoch hatte sie eine Eingebung, die es ihr erlaubte, Ihre Protagonisten nach Hause zu bringen. Ein Glücksfall, der uns Lesern einen der besten Romane des Frühjahrs 2015 beschert hat. Unbedingte Leseempfehlung!

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  • Leben, Abenteuer, Freundschaft

    Der leichteste Fehler

    michael_lehmann-pape

    16. April 2015 um 13:40

    Leben, Abenteuer, Freundschaft Was genau der „leichteste Fehler“ ist, das wird der Leser spätestens in dem Ort Namens Panama aus diesem dichten, bildreichen und mit Tempo versehenen Buch herauslesen. Aber so oberflächlich und vermeidbar ist dieser, wie auch alle anderen Fehler in dieser Geschichte gar nicht unbedingt. Das von Anfang an so ziemlich alles, was Slaney, dem jungen, am 14. Juni 19778, einen Tag vor seinem Geburtstag, aus dem Gefängnis ausgebrochenem Mann sich gar nicht unbedingt ins einer Kontrolle befindet, dass ahnt Slaney keineswegs. Und so kommt eins zum andern. Erwischt worden ist er. Mit seinem besten Freund Brian Hearn. Mit einer millionenschweren Ladung Marihuana an Bord der Segelyacht. Nach vier Jahren Gefängnis nun bricht er aus. Doch frei ist er noch lange nicht. Da haben Leute damals Geld verloren, mit denen nicht zu spaßen ist. Da bleibt der Traum offen, mit einem Coup das Leben endgültig zu regeln. Da bleibt der Wunsch, zu seiner Mutter nach Neuseeland fahren zu können, ein Land, dass ihn aktuell nicht gnädig aufnehmen würde. Und da ist der Plan, noch einmal (und diesmal ohne die Anfängerfehler des ersten Versuches) mit Hean, mit einem (neurotischen) Skipper, mit dessen junger Geliebter (für die Slaney einiges an widerstreitenden Gefühlen entwickeln wird), die Route von Kolumbien nach Kanada noch einmal zu segeln. Mit einem Millionengewinn am Ende. „Slaney wollte das Mädchen nicht auf dem Boot haben. Großer Gott. Er wollte nicht, das dieses schöne, dumme Mädchen mit ihm auf dem Boot war“. Doch Patterson, der ständig nur „quer-versetzte“ und nie beförderte Polizist, der Mann mit den ausladenden Formen, den zu engen Kleidungsstücken und dem medizinischen Schweißproblem, erhält ebenfalls seine Chance. Die beiden dingfest zu machen, vor allem Hean und dabei am besten dem Plan immer einen Schritt voraus zu sein. Alleine schon, wie Moore diesen Patterson einführt, ihn mit wenigen, aber kraftvollen und sehr bildkräftigen Worten umgehend vor die inneren Augen des Lesers setzt, wie sie seine Diät erwähnt und seinen Umgang mit der Schale voll Knabbereien, allein das zeigt schon, zu welcher Sprachkraft sich Moore in diesem Buch aufschwingt. Temporeich, die Dialoge in den Lauf der Worte ohne Punkt und Komma einfließen lassend und immer wieder in die Tiefe vorstoßend. Die Tiefe ihrer Personen, der Beziehungen, der Lieb, der Freundschaft, des Egoismus, der Angst, des Abenteuers, des Lebens an sich. „Was er als Freiheit erlebt hatte, war niemals Freiheit gewesen“. Und dennoch, am Ende der Geschichte, wird Slaney mit leichter innerer Lehre all dieses Leben betrachten. „Sie waren unverfroren gewesen. Nichts, was noch kommen würde, würde jemals mit dieser unbekümmerten Hingabe verbunden sein. Jenes altmodische Wort fiel ihm wieder ein: Abenteuer. Das Abenteuer war aus der Welt verschwunden“. Aber nicht in diesem Roman voller Drehungen und Wendungen, doppelter Spiele, großer Sehnsüchte und echter Freundschaft, die auf große Proben gestellt werden wird. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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