Lisa Moos

 3,9 Sterne bei 140 Bewertungen

Lebenslauf von Lisa Moos

Lisa Moos wurde in Göttingen geboren. Sie arbeitete mehr als zwanzig Jahre als Prostituierte. Seit zehn Jahren lebt sie mit ihrem Sohn auf Mallorca, wo sie auch ihr Buch geschrieben hat.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lisa Moos

Cover des Buches Das erste Mal und immer wieder (ISBN: 9783847513469)

Das erste Mal und immer wieder

 (75)
Erschienen am 15.04.2014
Cover des Buches Das erst Mal und immer wieder (ISBN: 9783896026569)

Das erst Mal und immer wieder

 (47)
Erschienen am 01.06.2005
Cover des Buches Männer-Roulette (ISBN: 9783847510024)

Männer-Roulette

 (18)
Erschienen am 01.12.2013

Neue Rezensionen zu Lisa Moos

Cover des Buches Das erste Mal und immer wieder (ISBN: 9783896029591)
Ariuss avatar

Rezension zu "Das erste Mal und immer wieder" von Lisa Moos

Ein starkes Buch geschrieben von einer starken Frau.
Ariusvor einem Jahr

Dieses Buch lag lange auf meinem SUB, schon seit mehreren Jahren. Von der Thematik war es keines, das meiner Komfortzone entsprach. Noch länger liegen lassen wollte ich es jedoch nicht. Zu meiner Überraschung hat mich diese Biografie erstaunlich gut unterhalten, aber auch geschockt und etwas nachdenklich zurückgelassen. Die ehrliche und konkrete Sprache hat mich von Anfang an gefesselt. Detailliert, ungeschönt und deutlich gibt Lisa Moos uns Einblicke in ihr Leben. Das Buch ist leicht lesbar und sehr offen geschrieben. Ausführliche Beschreibungen der Wünsche ihrer Kunden sorgen für Erstaunen und Ekel. Eine sehr gute, aber auch schockierende Biografie, die zum Nachdenken anregt.

Lisa Moos erzählt ihre eigene Lebensgeschichte, angefangen bei ihrer Kindheit, die einen starken Einfluss auf ihre persönliche Entwicklung und spätere Berufswahl gehabt hat. Es ist eine tief berührende Lebens- und Entwicklungsgeschichte, bei der sogar Menschen, die üblicherweise negativ der Prostitution gegenüber eingestellt sind, ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen können.

Lisa ist elf Jahre alt, als sie zum ersten Mal vergewaltigt wird. Sie versteht nicht, was "Opa Heinz" mit ihr gemacht hat. Deshalb kann sie auch mit niemandem darüber reden. Sie verdrängt die quälende Erfahrung. Natürlich geht dies nicht. Sie grenzt sich ab, hasst die ganze Welt und ist weder in der Gesellschaft noch in ihrer eigenen Familie eingegliedert.

Noch nicht sechszehn, treibt sie ein Kind ab, das durch eine weitere Vergewaltigung entstanden ist. Als Zwanzigjährige verkauft sie ihren Körper zum ersten Mal als Edelnutte in einem Luxus-Bordel.

Prostituierte bleibt sie jahrelang — allerdings mit ein paar Auszeiten: Jedes Mal, wenn sie sich in einen Mann verliebt, sucht sie sich "anständige" Arbeit. Doch lange hält sie das nicht aus. Ihre Beziehungen (darunter zwei Ehen) scheitern.  Psychische Probleme, vermutlich als Folge des frühen Missbrauchs, führen dazu, dass sie, sobald ihr Leben in geordneten Bahnen verlief, dieses Glück zerstörte. Dazu kam die finanzielle Belastung, die sie nicht aushielt, was sie immer wieder ins Milieu zurückzog. Zahlreiche Hochs und Tiefs durchziehen ihr Leben und schwerste Phobien mit Klinikaufenthalten folgen.

Unvereinbar scheint der Gegensatz, den Lisa Moos in sich vereint: Zum einen die hartgesottene Domina, zum anderen die liebende Mutter, die nur das Beste für ihre Kinder will, sie dabei allerdings oft vernachlässigt, indem sie sie zu anderen Leuten gibt.

Dumm ist Lisa nicht: Sie studiert und macht Fortbildungen. Richtig wohl fühlt sie sich jedoch nur, wenn sie ihren Körper verkauft. Das Gefühl, geborgen und wie zu Hause zu sein, findet sie im Club, unter all den anderen Mädchen, die wie sie anschaffen gehen. Dort findet sie gute Freundinnen, die ihr auch helfen, wenn sie Geld braucht oder psychisch am Boden zerstört ist. 

"Das erste Mal und immer wieder" gibt interessante Einblicke in die Welt der Prostitution. Für zart besaitete Seelen ist das Buch nicht zu empfehlen, vor Kindern ist es gut zu verstecken.

Die Autorin erzählt ohne übersteigertes Selbstmitleid und wirft meistens einen klaren, objektiven Blick auf ihr Leben. Trotzdem ist ihre Sprache sehr gefühlvoll und lässt den Leser an ihren Erlebnissen teilhaben.

Natürlich fehlen auch erotische und sexuelle Ausführen aus dem Berufsleben der Autorin nicht. Vor allem die Erzählung aus ihrer Zeit als Domina dürfte für einige Leser, doch eher schockierend sein.

"Das Buch handelt von Gewalt und Sex. Von Ehe und Einsamkeit. Von Prostitution und Muttergefühlen.", schreibt die Autorin in ihrem Vorwort. Es soll "kein Leitfaden für Sex" und "keine Reportage über Prostitution" sein. Und damit liegt sie richtig.

Das Buch handelt von dem Menschen Lisa Moos, von einer jungen Frau auf der Suche nach ihrem Lebensglück. Ohne Scheu erzählt sie von ihren Gefühlen, Sorgen, Ängsten, Abstürzen und Neuanfängen. Sie berichtet, wie es begann und wie sich ihr Leben als Prostituierte entwickelte.

Dreimal wird sie schwanger. Das erste Mal mit Fünfzehn nach einer Vergewaltigung. Dieses Kind lässt sie abtreiben. Bei der zweiten Schwangerschaft war sie in den Kindsvaterverliebt und glaubte, über Nacht ändere sich die Welt. Er versucht sie zu einer Abtreibung zu überreden. Sie heiraten. Die Beziehung zerbricht. Ihr drittes Kind wird nach einem One-Night-Stand von einem Bauarbeiter gezeugt. Als dieser von dem Kind erfährt, versuchen sie gemeinsam eine Familie zu gründen. Diese Beziehung zerbricht nach fünf Jahren. Sie ist alleinerziehende Mutter. Das Geld reicht nirgends. Immer wieder kehrt sie zurück in die Prostitution. Versucht beiden Kindern eine gute Mutter zu sein. Aus nachfühlbaren Gründen gibt sie schlussendlich das jüngere Kind zur Adoption frei. 

Es sind nicht nur Geldsorgen, die sie immer wieder in die Prostitution treiben. Es reizt auch das schnelle Geld für einen Lebensstandard, den sie mit anderer Arbeit nicht erreichen kann. Ein Teufelskreis.

Eindrucksvoll schildert die Autorin ihre innere Zerrissenheit, den ständigen Wechsel zwischen Hoffnung und Resignation und wieder Mut fassen. Ungeschminkt beschreibt sie ihre Arbeit, die unterschiedlichen Wünsche der Freier, die Perversionen, die erbärmlichen und luxuriösen Orte. Dabei spart sie nicht mit Details, gibt schockierende Einzelheiten aus dem Leben als Callgirl, Edelprostituierte und Domina preis.

Das Buch lässt keinen Raum für moralische Verurteilungen, aber auch nicht für übertriebenes Mitleid. Bei allem Elend, das die Autorin erlebt, hatte sie mehrfach die Gelegenheit, aus dem Geschäft auszusteigen. Immer wieder macht sie weiter und dies nicht nur, weil sie finanzielle Rückschläge erlebt.

Wie es ausgeht, erfahren wir nicht. Dazu müsste man die Fortsetzung „Männer-Roulette“ lesen, in dem sie darüber berichtet, wie es ihr nach dem Ausstieg aus dem Milieu erging.

Doch sie ist hoffnungsvoll. "Alles aufgeschrieben, kann ich es verpacken und verschnüren. Dadurch vielleicht verbannen" - "Ändern kann ich nichts mehr, auch mich nicht. Aber stolz auf mich bleiben. Weiterleben, weiterträumen und weiterhoffen."

Ein starkes Buch geschrieben von einer starken Frau.

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Cover des Buches Das erst Mal und immer wieder (ISBN: 9783896026569)

Rezension zu "Das erst Mal und immer wieder" von Lisa Moos

Interessante Schilderung ihres Lebens als Prostituierte
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

In diesem Buch erzählt Lisa Moos intim, offen und detailliert über ihre Erfahrungen als Prostituierte: Leidenschaft, Hemmungslosigkeit, Schattenseiten und sexuelle Obsessionen - und warum sie die Hoffnung auf "die große Liebe" niemals aufgegeben hat.

Lisa Moos hat ihr Leben gut zu Papier gebracht . Ich finde, solche Biografien über das Tabuthema Prostitution ,sollte man auch mal lesen und nicht die Augen vor verschliessen. Vielleicht kann man diese Frauen dann auch besser verstehen.  Es ist eine Autobiografische Schilderung mehr von ihr Selbst und ihren Gefühlen . Ich hätte mir mehr Informationen über die dunkle Seite des  Rotlichtmilleus  gewünscht. Aber trotzdem regt es zum nachdenken an !

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Cover des Buches Das erste Mal und immer wieder (ISBN: 9783896029591)
Liebes_Buchs avatar

Rezension zu "Das erste Mal und immer wieder" von Lisa Moos

Eher für Leser mit starken Nerven
Liebes_Buchvor 6 Jahren

Es ist schwierig, dieses Buch mit Sternchen zu bewerten.
Lisa wird als Kind vom Opa vergewaltigt. Obwohl eine Erwachsene einen Verdacht äussert, kümmet sich niemand weiter um das aus der Bahn geworfene Kind. Irgendwie rutscht sie vollkommen ab in die Verwahrlosung. Nicht nur, dass sie anfängt, als Prostituierte zu arbeiten, auch ihr privates Sexleben ist vollkommen wahllos. Richtige Beziehungen hält sie nicht lange aus, geht immer wieder zurück in die Prostitution. Wegen der expliziten Sexszenen wollte ich das Buch mehrfach abbrechen zu lesen, hab mich aber durchgequält, manchmal auch überblättert. Ich muss nicht lesen, wie Menschen Geld dafür bezahlen, in Scheisse zu baden und Urin zu trinken... Besonders schlimm war es auch zu hören, wie es den Kindern ergeht. Aber als Lisa in eine Nervenheilanstalt muss, fängt sie an, sich der Realität zu stellen. Das hat mich als Leser mit dieser Qual versöhnt. Mehrfach versucht Lisa den Ausstieg, der am Ende wohl auch gelingt. Durch Ablehnung aber auch durch seelische Probleme ist der Ausstieg trotz Ausbildung und Studium nicht einfach. Es ist schrecklich, was Prostitution aus Menschen macht.
Durch die zahlreichen Sexszenen ist das Buch natürlich unangenehm zu lesen. Lange bleibt für Aussenstehende auch unverständlich, wie es sein kann, dass jemand mit Studium lieber anschaffen geht, statt zu arbeiten. Die seelischen Komponenten werden nur angedeutet.
Bei diesem Buch liegt der Schwerpunkt der mehr auf Sex als auf Psychologie. Nochmal würde ich sowas nicht lesen wollen.

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