Lisa Palmes

 4,1 Sterne bei 84 Bewertungen

Lebenslauf

Lisa Palmes, geboren 1975 in Münster, hat u.a. Werke von Wojciech Jagielski, Lidia Ostałowska, Filip Springer, Olga Tokarczuk und Joanna Bator übersetzt. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2017 mit dem Karl-Dedecius-Preis und 2019 mit dem Sonderpreis des Riesengebirgspreises für Literatur.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Spiel auf vielen Trommeln (ISBN: 9783311100331)

Spiel auf vielen Trommeln

Erscheint am 18.02.2026 als Gebundenes Buch bei Kampa Verlag.
Cover des Buches Die Flucht der Bärin (ISBN: 9783518432853)

Die Flucht der Bärin

Erscheint am 18.02.2026 als Gebundenes Buch bei Suhrkamp.
Cover des Buches Unter der Sonne (ISBN: 9783887474232)

Unter der Sonne

Erscheint am 23.02.2026 als Gebundenes Buch bei Transit.
Cover des Buches Renette (ISBN: 9783948259341)

Renette

Erscheint am 10.03.2026 als Gebundenes Buch bei Mauke.

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Neue Rezensionen zu Lisa Palmes

Cover des Buches Bitternis (ISBN: 9783518474938)
TochterAlices avatar

Rezension zu "Bitternis" von Joanna Bator

TochterAlice
Vier sehr spezielle Frauen

Von denen drei - die Jüngste ausgenommen - permanent mit dem Leben hadern: mit ihrer Herkunft, mit ihren Müttern, falls vorhanden und vor allem mit den Männern in ihrem Leben. Dabei sind sie sehr unterschiedlich und haben es nicht leicht, ihre Leser für sich einzunehmen. Ich habe mit großem Abstand gelesen, wobei die Autorin virtuos und kraftvoll schreibt. 

Mein Fazit: Eindringlich geschrieben, polarisierend, zwingt zum Nachdenken. Unvergesslich, aber schwere Kost. 

Cover des Buches Empusion (ISBN: 9783311150978)
dracomas avatar

Rezension zu "Empusion" von Olga Tokarczuk

dracoma
Witzig und originell - und ein wenig düster!

Ein kleiner Kurort im schlesischen Gebirge kurz vor Ausbruch des I. Weltkrieges: hier verortet die Autorin die Erlebnisse und Beobachtungen ihres jungen Protagonisten. Der Klappentext verrät schon die Nähe zu Thomas Manns „Zauberberg“, die tatsächlich unübersehbar ist. Aber die Autorin gibt dieser Reverenz vor dem Altmeister ihre ganz besondere Färbung. Sie ahmt nicht nach, sondern sie erzählt selbstbewusst eine ganz eigene Geschichte – was man schon am Genre des Schauerromans sieht. Olga Tokarczuk fährt einen großen Reigen an Schauermotiven auf: unerklärliche Todesfälle, zwei hexenartige alte Frauen, geheimnisvolle nächtliche Geräusche, dunkle Andeutungen, irritierende Beobachtungen und einiges mehr, und all das verwebt sie mit den dunklen Sagen und Legenden der Gegend.

In einem „Gästehaus für Herren“ sammeln sich die Kranken, darunter der junge Protagonist, ein Student aus Lemberg, der seinem Vater und dessen dringlicher Erziehung zur Männlichkeit entkommen will. Die Bewohner des Gästehauses führen Gespräche über Gott und die Welt, oft unterstützt vom heilsamen Likör „Schwärmerei“, und um was es auch geht: die Gespräche wenden sich den Frauen zu. Auch wenn ihre Ausführungen oft von Husten und Atemnot unterbrochen werden und sie sich nur mit großen Anstrengungen noch weiterbewegen können, so sind sie sich doch einig, dem weiblichen Geschlecht meilenweit überlegen zu sein. Hier versammelt die Autorin mit genussvollem Spott ein ganzes Kaleidoskop an misogynen Urteilen der Philosophiegeschichte. Dieser Gegensatz zwischen Unvermögen und Arroganz gibt dem Roman eine skurrile und heitere Note, auch wenn das Unterschwellig-Düstere-Drohende immer präsent bleibt.

Aber es naht Rache. Diesem Männerstammtisch setzt die Autorin eine Schar von weiblichen Dämonen entgegen, den Empusen, die sich wie die Harpyien der griechischen Mythologie im Brausewind nähern und ihr Opfer, bevorzugt einen jungen Mann, mit ihren Klauen zerreißen. Das auserwählte Opfer ist der junge Student, der Klappentext verrät es schon. Wunderbar, wie hier die Erzählinstanz wechselt und ein geheimnisvoller mythischer Wir-Erzähler auftritt, der schließlich auch das letzte Wort hat, und dazu sehr schöne, lyrische Naturbeschreibungen und witzig-originelle Sprachbilder.

Insgesamt hat mir die Komposition des Romans hervorragend gefallen: wie der Leser sukzessive das Anders-Sein des Protagonisten entdeckt, wie dieses Anderssein sein Leben rettet und wie er sich schließlich selbstbewusst damit arrangiert.

Ein Lese-Genuss!


 

 



 

Cover des Buches Empusion (ISBN: 9783311150978)
irmakvakiflis avatar

Rezension zu "Empusion" von Olga Tokarczuk

irmakvakifli
Ein dichter Raum – doch ohne erzählerische Entladung

Empusion war mein erster Roman von Olga Tokarczuk nach der Verleihung des Literaturnobelpreises – und ich gestehe, dass meine Erwartungen vielleicht zu hoch angesetzt waren.

Tokarczuk bleibt auch hier unverkennbar: ihre Stimme ist eigen, ihre Sprache kunstvoll, die Atmosphäre dicht und klug konstruiert. Und dennoch hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass sich diese erzählerische Dichte nicht in eine entsprechende emotionale oder gedankliche Wucht auflöst.

Der Roman spielt im Jahr 1913, in einem Sanatorium, das in seiner abgeschlossenen, fast klaustrophobischen Welt eine Mischung aus Theaterkulisse und Denkraum bietet. Dabei musste ich unweigerlich an Dürrenmatts Die Physiker denken – auch dort eine Art Kammerspiel mit philosophischem Unterbau und verstörender Grundspannung.

Gleichzeitig erinnerte mich Empusion durch seine skurrilen Figuren und leicht absurde Atmosphäre an moderne Filme/Serien wie Grand Budapest Hotel oder Nine Perfect Strangers. Nur dass hier die Pointierung fehlt.

Die Dialoge zwischen den Figuren, die Reflexionen über Philosophie, Krankheit, Geschlecht und Gesellschaft – all das hat Potenzial, doch es bleibt oft andeutungsweise, ohne erzählerische Zuspitzung. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Geschichte an bestimmten Stellen traut, radikaler zu sein, klarer eine Linie zu verfolgen oder mehr erzählerische Bewegung zu entwickeln.

Trotzdem – und das muss betont werden – hebt sich Tokarczuks Roman durch Stil und Anspruch deutlich vom literarischen Mainstream ab. Er wirkt wie eine Hommage an große literarische und intellektuelle Traditionen. Vielleicht ist Empusion genau das: eine kluge, aber kühle Referenzarbeit.

Ein Buch für Leserinnen und Leser, die Sprache und Atmosphäre mehr schätzen als Plot und Spannung.

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