Um seiner grausamen Vergangenheit zu entkommen, ist der Vagabund Samora gezwungen, aus dem Königreich Ivesmär zu fliehen. Vermeintliche Zuflucht findet er im Nachbarland, mit dem sich schon seit Jahren ein bedrohlicher Konflikt anbahnt. Als er sich entgegen aller Vernunft in die unwiderstehliche Lusseyra verliebt, beschwört er damit eine schreckliche Katastrophe herauf, die nicht nur sein eigenes Schicksal ändert.
Dämon beginnt mit vielen Namen, Charakteren und Orten. Ich werde regelrecht in die Handlung hineingeworfen, was meine Neugier weckt.
Samora ist mit einem Fluch gestraft, im Prinzip eine tickende Zeitbombe und dadurch eine reale Gefahr für sein Umfeld. Er ist ein einsamer Wolf, der die Welt rastlos durchstreift und aufgrund seiner Vergangenheit so recht keine tieferen Bindungen aufbauen mag. Für meine Begriffe ist auch der derjenige, der die Handlung weitestgehend trägt, da er viele Eigenschaften eines tragischen und charismatischen Helden vereint.
Um seine Begleiterinnen, die Schwestern Lusseyra und Yaruna, gibt es spannende Nebenhandlungen, wobei sie in Sachen Charisma nicht mit Samora san jaskar mithalten können.
Auch die Handlung kommt mit viel Potential daher. Ich fühle mich zwischenzeitlich wie in einem Open-World-Game, in dem es unzählige Quests zu bewältigen und Orte zu erforschen gibt.
Leider ist das auch das große Manko des Romans.
Denn durch die vielen kleinen und lesenswerten Nebengeschichten bleibt die Haupthandlung auf der Strecke. Teilweise werden die Subplots zu schnell und eher oberflächlich abgearbeitet, worunter die erzählerische Tiefe insgesamt leidet. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen.
Das ist schade, denn ich wäre gerne noch tiefer in die Welt von Artovia eingetaucht, die mich immer wieder „Witcher Vibes" hat fühlen lassen.
Fazit: E. H. Winter hat eine wunderbare, sehr umspannende Welt erschaffen, in der es unzählige Völker, Orte und Handlungen gibt. Ihr Schreibstil ist angenehm und die Handlung, die sie entworfen hat, bietet Potential für viele weitere Romane.






