Lisa See Tochter des Glücks

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Inhaltsangabe zu „Tochter des Glücks“ von Lisa See

Der Nummer-1-Bestseller aus den USA.Joy ist in L.A. groß geworden und hat es sich in den Kopf gesetzt, in Shanghai nach ihrem leiblichen Vater zu suchen. Dort erlebt sie die Umbrüche der Kulturrevolution, erkennt aber nicht, wie gefährdet ihr Vater ist. Ein Ausweg für ihn, den Kunstmaler, ist es, der Landbevölkerung Malunterricht zu geben. Joy begleitet ihn begeistert und verliebt sich in einen Bauernsohn. Ihrer Mutter ist bewusst, wie schwierig die Situation geworden ist, sie setzt deshalb alles daran, Joy wieder nach Amerika zu bringen, obwohl Mao Chinas Grenzen geschlossen hat.

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  • "Der große Sprung nach vorne"

    Tochter des Glücks
    monerl

    monerl

    16. April 2015 um 17:58

    Meine Meinung: Das ist ein Buch, das einem die chinesische Geschichte etwas näher bringen wird. Ich wusste nichts vom "Großen Sprung nach vorne" und welche Auswirkungen dieser auf die chinesische Bevölkerung hatte. Dazu musste ich erst einmal zu Wikipedia wechseln und dort nachlesen, wie der "Große Sprung nach vorne" definiert wird: "Großer Sprung nach vorn (chinesisch 大躍進 / 大跃进, Pinyin dà yuè jìn) war der Name für eine von Mao Zedong initiierte, von 1958 bis 1961 laufende Kampagne, bestehend aus mehreren einzelnen Initiativen, die den zweiten Fünfjahresplan (1958–1962) der Volksrepublik China ablösen und übertreffen sollte. Mit Hilfe dieser Kampagne sollten die drei großen Unterschiede Land und Stadt, Kopf und Hand sowie Industrie und Landwirtschaft eingeebnet, der Rückstand zu den westlichen Industrieländern aufgeholt und die Übergangsperiode zum Kommunismus deutlich verkürzt werden. Die Kampagne des Großen Sprungs begann nach dem ersten Fünfjahresplan von 1953 bis 1957, sie sollte von 1958 bis 1963 laufen. 1961 wurde die Kampagne nach ihrem offensichtlichen Scheitern abgebrochen.[1][2]"          Quelle: Wikipedia Danach konnte ich der Geschichte richtig gut folgen und war ehrlich entsetzt, wie schlimm die Lebensumstände zu dieser Zeit in der VR China waren. Es war ein Gefängnis im Gefängnis! Im Vorwort schreibt die Autorin, dass von 1959 - 1961 schätzungsweise ca. 45 Millionen Menschen, wegen der Hungersnot, dem "Großen Sprung nach vorne" geschuldet, gestorben sind! Diese Zahl ist so immens groß, dass mir bei der Vorstellung richtiggehend schlecht geworden ist! Das ist nämlich ungefähr die Hälfte der Bevölkerung der BRD. Unvorstellbar, oder?! Und in diese Rahmenhandlung, Ende 50iger / Anfang 60iger Jahre, begleiten wir Joy, Pearl und May von Amerika nach China und zurück nach Amerika. Joy, eine junge Amerikanerin, aufgewachsen in Chinatown, flieht vor den familiären Problemen, für die sie sich schuldig fühlt, in die Heimat ihrer Ahnen, um dort am Aufbau des neuen Chinas mitzuwirken und dem Ruf Mao Zedongs, alle Überseechinesen sollen zurückkommen, zu folgen. Sie wirft damit alle Vorteile als Amerikanerin, den Luxus und die Leichtigkeit des Lebens über Bord und stellt sich den sehr strengen Anforderungen und den Regeln, die zu dieser Zeit in China herrschten. Gleichzeitig ist sie auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater, von dem sie erst vor Kurzem erfahren hat. Er ist ein berühmter Maler in Shanghai. Das macht Joys Suche nach ihm sehr leicht. Joys Vater, Z.G. genannt, muss just zu dem Zeitpunkt, als Joy an seiner Tür erscheint, aufs Land in ein Dorf fahren, um die Landbevölkerung für einige Zeit das Malen zu lehren. So kommt Joy ganz in den Genuss das neue China am eigenen Leib zu erfahren, ohne fließend Wasser, Strom, Kühlschränke und die komfortable Toilette. Als sie sich im Gründrachendorf in Tao verliebt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.. Dieser Roman bringt dem Leser nicht nur geschichtlichen Hintergrund nahe, er zeigt vor allem auch die tiefe Liebe einer Mutter zu ihrer Tochter und was sie bereit ist, für diese zu opfern. In wechselnden Kapiteln, mal aus der Sicht von Joy und dann von Pearl, erfährt der Leser wie es Joy ergeht, welch schmerzliche Erfahrungen sie machen muss und wie sie den Schleier über ihren Augen verliert und sie den Kommunismus, die Kollektive und die Führung Maos endlich aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet. In Pearls Kapiteln fühlt man mit einer Mutter mit, dessen Kind flügge wird, die Fehler des Kindes sieht, nicht verhindern kann und trotzdem alles gibt, um das eigene Kind und dessen Leben zu retten, auch wenn das eigene dadurch zu zerbrechen droht. Ich habe die Augen gerollt und mich immer wieder gefragt, ob es wirklich junge Menschen wie Joy gibt, die offen Auges ins Unglück rennen und vor Naivität kaum lebensfähig sind. Es war schmerzhaft zu verfolgen, wie sie am eigenen Leib erfahren musste, dass sie viele falsche Entscheidungen getroffen hatte. Es war sehr schön zu erfahren wie Joy mit den Jahren reifte und wie Pearls den Kampf um ihre Tochter nicht aufgeben wollte. Dies war für mich ein etwas anderes Buch, sehr lehr- und aufschlussreich und ein Pageturner, obwohl kein Thriller. Ein Buch, das unbedingt gelesen werden muss, wenn man sich für fremde Kulturen und ausländische Geschichte interessiert. ______________________________________________________________________________________ http://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2015/04/buchvorstellung-tochter-des-glucks.html

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  • Tochter des Glücks (Lisa See)

    Tochter des Glücks
    LieLu

    LieLu

    20. January 2014 um 18:33

    C. Bertelsmann Verlag Die Autorin Lisa See ist, wie ihre Protagonistin Joy in „Tochter des Glücks“ eine Amerikanerin mit chinesischer Abstammung. Sie ist Journalistin und Kuratorin mehrerer großer Ausstellungen. Zudem hat sie schon viele internationale Bestseller verfasst und lebt derzeit mit ihrer Familie in Los Angeles. Tochter des Glücks Als Joy erfährt, dass ihre Mutter nicht ihre Mutter und ihr Vater nicht ihr Vater ist, macht sie sich Hals über Kopf auf den Weg nach China, um dort ihren Vater zu finden. Über ihn weiß sie leider nur, dass er Maler ist, was die Suche nicht wirklich leichter macht. Zudem herrscht in China gerade eine große Kulturrevolution und die Chinesen lassen keine Einwanderer rein, die sich nicht als „Helfer beim Aufbau eines kommunistischen Staates“ ausweisen. Doch Joy zieht einen Schlussstrich unter ihr altes Leben, gibt ihren amerikanischen Pass ab und will in ihrer Heimat bleiben. Als sie erfährt, dass Z. G. in Ungnade gefallen ist und in eine abgelegene Provinz geschicjt wurde, um den Bauern dort Malunterricht zu geben, begleitet Joy ihn dorthin. Sie ist begeistert davon die kommunistischen Ideale zu verbreiten und zu leben. Doch sie macht einen entscheidenden Fehler, als sie einen Bauern, in den sie sich verliebt hat, heiratet. Diesen Fehler sieht sie jedoch viel zu spät… Fazit Ein spannendes und turbulentes Buch, welches mitten im Geschehen einsetzt. Die junge Frau Joy, die gerade erst ihr Studium abgeschlossen hat und bei ihrer vermeindlichen Mutter May und Pearl lebt, hat bereits erfahren, dass ihre Eltern nicht die leiblichen Eltern sind. Der Prolog und der Aufbruch nach Shanghai sind sehr spannend und mitfühlend geschrieben. Überhaupt ist der Schreib- und Erzählstil der Autorin sehr ansprechend. Sehr gut gefielen mir auch die unterschiedlichen Sichtweisen der Kapitel. Mal sind sie aus der Sicht von Joy und haben damit einen unübersehbaren ideologischen Aspekt und dann sind sie wieder aus der Sicht von Pearl, die Joy nach China gefolgt ist. In ihren Abschnitten schwingt immer wieder die Sorge um die junge Frau mit. Die Hauptfigur Joy macht auf mich einen sehr sympathischen, aber zum Teil auch verwirrten Eindruck. Der überstürzte Aufbruch, bei welchem sie alle Mauern hinter sich abbricht und sowohl ihre Familie, als auch ihren Freund zurück lässt, kommt für mich zu schnell und unerwartet. Die Verhältnisse, die im China des Romans spielen, hätten mich sofort umdrehen lassen. Nicht nur, dass Joy viele Kontrollen über sich ergehen lassen muss und immer wieder beteuert, dass sie den Kommunismus in China mit aufbauen will, sie muss auch ihren amerikanischen Pass abgeben. Das bedeutet, dass sie nicht so schnell nach Amerika zurück kann. Als Mao die Grenzen verschließt, gibt es gar kein Zurück mehr. Z.G. wiederum ist mir wenig sympathisch, er freut sich nicht wirklich, dass er „nun“ eine Tochter hat, im Gegenteil. Für ihn ist wichtig, dass sie malen kann und dem Kommunismus helfen will. Ein sehr authentischer, abenteuerlicher und atemberaubender historischer Roman, der trotz seiner vielen politischen Aspekte, mit einer Masse von Emotionalität aufwartet. http://immer-mit-buch.blogspot.de/2014/01/tochter-des-glucks-lisa-see.html

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  • Eine Mutter-Tochter-Geschichte

    Tochter des Glücks
    Fatey

    Fatey

    07. December 2013 um 15:39

    Der Roman "Tochter des Glücks" war mein erster Roman von Lisa See. Die 19-jährige Joy, die in Amerika lebt, erfährt, dass ihre Eltern nicht ihre leiblichen Eltern sind. Die Frau, die sie für ihre Tante hielt, ist in Wirklichkeit ihre Mutter. Ihr leiblicher Vater lebte weiterhin in China. Da Joy von der Politik begeistert war und den Kommunismus unterstützen wollte, aber auch ihren leiblichen Vater kennenlernen wollte, reiste sie nach Shanghai. Dort traf sie dann auf ihren Vater und lebte sich relativ schnell ein. Sie heiratete und setzte sich weiterhin für die Politik ein. Nach und nach wurde ihr jedoch bewusst, dass diese Politik, die sie unterstütze Nachteile mit sich bringt und ihr Ehemann nicht der Mann ist, für den sie ihn hielt. Sie spürt regelrecht die Nachteile der Politk und um darunter nicht weiter zu leiden, beschließt sie zu flüchten. Der Roman ist aus unterschiedlichen Sichten der Protagonisten geschrieben, so dass man wirklich mitfühlen kann. Man lacht, weint, trauert, und bangt regelrecht mit. Man bekommt zudem einen guten Einblick in das damalige China und erfährt, was Leid, Armut und Hungersnot wirklich bedeutet. Die "Tochter des Glücks" ist eine schöne Mutter-Tochter-Beziehung, denn ihre Tante, die nicht ihre leibliche Mutter war, kämpft darum, ihre Tochter zu überzeugen, wieder mit nach Amerika zu kommen. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite an wirklich gefesselt und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich kann diesen Roman nur weiter empfehlen!

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  • unendliche Mutterliebe

    Tochter des Glücks
    loewe

    loewe

    10. September 2013 um 20:20

    Mein Buchgefühl Nichts geht über Mutterliebe… Als ich dieses Buch zum ersten mal sah, hat mich einfach nur das cover verzaubert. Wir blicken in die Augen einer jungen asiatischen Frau. Neugierig habe ich mich dem Klappentext zugewandt und was soll ich sagen…noch mehr verzaubert. Dies war mein erstes Buch welches sich in irgendeiner Art mit China beschäftigt, ich habe vorher noch nie etwas über dieses Land gelesen. Doch um es gleich vorweg zu sagen in “Tochter des Glücks” geht es um so viel mehr als um China und seine Sitten und Gebräuche zu einem bestimmten Zeitraum. Hier geht es um Vertrauen, um Freundschaft und um grenzenlose Mutterliebe. Eigentlich gibt es drei Hauptpersonen. Da ist zum einen die 19 jährige Joy, dann gibt es Pearl von der Joy immer dachte es wäre ihre leibliche Mutter und dann haben wir da May, eigentlich die Tante, und doch in Wirklichkeit die richtige Mutter. Als Pearls Mann Sam stirbt erfährt Joy um ihre wahre Herkunft. Plötzlich liegt ihr Leben in Scherben. Aufgewachsen in Los Angeles um 1950, träumt Joy vom Leben in China…Sie glaubt Schuld am Tod des “Vaters” zu sein und macht sich auf nach China um ihren leiblichen Vater aufzuspüren. Bereits die Einreise nach China, welches sich mitten im politischen Umbruch befindet, gestaltet sich nicht ganz einfach. Doch Joy ist fest von der neuen Politik überzeugt und so meistert sie die kleinen Hindernisse. Schnell findet sie Li Zhi-ge ihren Vater. Dieser ist ein bekannter Künstler und soll für einige Zeit aufs Land um der Landbevölkerung die Kunst näher zu bringen. Schnell erkennt er seine Tochter und nimmt sie einfach auf die Reise mit. Im Gründrachendorf angekommen muss sich Joy erst mal an die dortige Lebensweise anpassen. Sie ist begeistert vom Kommunismus und will am liebsten immer dort bleiben und beim Aufbau des Landes helfen. Ausserdem gibt es da ja auch noch Tao. Ein junger Dorfbewohner in den sie sich verliebt hat. Zur gleichen Zeit zerreißt es Pearls Herz. Sie kann und will die Tochter nicht verlieren. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich selber auf den Weg zurück nach China zu machen. Dort angekommen muss sie aber feststellen das Joy nicht mehr in Shanghai ist…Sie muss gute Mine zum bösen Spiel machen und sich dem Regime anpassen. Glücklicherweise kann sie in Ihr ehemaliges Elternhaus einziehen, aber dort ist alles anders geworden. Die einstigen Mieter leben zum Teil noch im Haus und sind nicht wirklich glücklich über Pearls Rückkehr. Pearl ist fest entschlossen ihre Tochter zurück nach USA zu bringen, aber leider kommt alles anders. Beim ersten Treffen der beiden reagiert Joy sehr ablehnend. Erst langsam nähern sich beide wieder an. Joy versucht Pearl die Vorzüge des Kommunismus zu zeigen, doch diese wiegelt ab. Als es nach einer gemeinsamen Zeit in Schanghai noch mal in das Gründrachendorf gehen soll, gehen diesmal alle drei. Pearl ist entsetzt vom Leben der Bewohner, doch Joy schwebt auf Wolken. Sie heiratet Tao und merkt leider viel zu spät auf was sie sich da eingelassen hat. In kurzen Kapiteln, die entweder aus Joys Sicht oder aus der Sichtweise von Pearl stammen, führt uns die Autorin durch Joys Leben. Dieses Buch hat mich in eine andere Welt gebracht. Ich habe über viele Dinge nachgedacht. Auch gerade nun in den Zeiten vor der Wahl…Vieles sieht eben auf den ersten Blick so gut aus, um sich dann in der Realität doch ganz anders auszugehen…Ein Buch nicht nur über unendliche Mutterliebe. In der “Nachlese” bin ich noch einmal über diese mit einem Post it markierten Stelle gestoßen. Ich habe sie mir mal in Schönschrift abgeschrieben und das Zitat bekommt einen Ehrenplatz an meinem Schreibtisch!!! Seite 119 oben Sei freundlich und wohltätig. Gönne Dir eine Pause auf dem unendlichen Weg in die Zukunft, und befreie den Kopf von allen Sorgen.   Ich vergebe 5 Sterne

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  • Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind kennt keine Grenzen

    Tochter des Glücks
    Kerry

    Kerry

    04. August 2013 um 22:52

    Das Leben der 19-jährigen Joy ist nur noch ein Scherbenhaufen. Ihre Mutter Pearl ist gar nicht ihre Mutter, sondern ihre Tante und ihre Tante May in Wahrheit ihre leibliche Mutter. Sam, Perls Ehemann, ist daher nicht ihr Vater, sondern ein chinesischer Maler namens Li Zhi-ge, mit dem ihre Tante/leibliche Mutter in Shanghai eine Affäre hatte. Auch der Selbstmord ihres "Vaters" Sam lastet schwer auf der jungen Frau. Sie will nur noch eines: Fliehen, weg von diesem verkorksten Leben und neu anfangen. Am 23. August 1957 macht sie sich auf nach China, um unter Mao mitzuhelfen, das Land aufzubauen und ihren leiblichen Vater zu finden. In China angekommen, gelingt es ihr erstaunlich schnell, ihren Vater ausfindig zu machen, der dort ein berühmter Künstler ist. Dieser nimmt sich ihrer an und zusammen fahren sie aufs Land, da ihr Vater den Auftrag hat, dort Kunstunterricht zu erteilen. So lernt Joy die Seite des Kommunismus kennen, von der sie immer geträumt hat und ist begeistert. Sie weiß eines: Sie will China nie wieder verlassen, sondern sich voll und ganz dem Aufbau widmen und als sie in Gründrachendorf auch noch den Bauern Tao kennen lernt und sich in ihn verliebt, scheint es das Schicksal überaus gut mit ihr zu meinen. Sie ist einfach nur glücklich. Derweil macht sich ihre "Mutter" Pearl die größten Vorwürfe und sobald sie weiß, wohin ihre Tochter unterwegs ist, macht sie sich umgehend auf den Weg nach China. Sie will um jeden Preis ihre Tochter finden und wieder nach Hause in die USA bringen, denn Pearl weiß, dass das, was man aus China hört, nicht immer der Wahrheit entspricht. Als sie jedoch in Shanghai ankommt, ist Pearl bereits auf dem Land, sodass sie sich ihr Leben vorerst in dieser Großstadt einrichten muss, bis ihre Tochter zurück kommt. Als dies nach einigen Wochen der Fall ist, muss sie feststellen, dass ihre Tochter ihr gegenüber sehr ablehnend reagiert und nicht gewillt ist, mit ihr das Land zu verlassen, sondern ihr Leben hin China zu beschließen. Pearl, die Joy mehr liebt als ihr Leben, gibt die Hoffnung nicht auf und beschließt, solange in Shanghai durchzuhalten, bis ihre Tochter es sich überlegt hat und wieder nach Hause will - oder bis zu ihrem Lebensende, aber eines weiß sie: Auch wenn sie nicht die leibliche Mutter ist - nie wird sie ihr Kind im Stich lassen. Doch unter Maos Herrschaft ist nicht alles so, wie es nach außen dargestellt wird ... Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind kennt keine Grenzen! Der Plot wurde ausgesprochen realistisch und bildgewaltig erarbeitet. Ich konnte förmlich die Reisfelder vor mir sehen, als Joy sich auf dem Land aufgehalten hat und auch die dramatischen Zustände, als es mit Maos Regierung bergab ging, hatte ich jederzeit vor Augen. Die Figuren wurden facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei mir hier ganz besonders gut die Wandlung von Joy, von einem verwöhnten Teenager zu einer reifen jungen Frau gefallen hat. Diese wurde ausgesprochen glaubhaft geschildert und ganz ehrlich, ich wäre wohl an diesem Schicksal zerbrochen. Den Schreibstil empfand ich, gerade auf Grund der bildhaften Darstellung, als sehr angenehm zu lesen, wobei ich bei den eher unangenehmeren Szenen lieber die Augen verschlossen hätte. An dieser Stelle hätte mich mir ein nicht ganz so gut ausgeprägte Kopfkino meinerseits gewünscht. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch sehr schöne Lesestunden bereitet hat, ich es allerdings etwas bedauert habe, den 1. Teil "Töchter aus Shanghai" nicht gelesen zu haben, da ich das Gefühl hatte, das mir einige Details der Vergangenheit Pearls fehlten. Dennoch ist das Buch auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes sehr gut und verständlich lesbar.

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  • Hinter dem Bambusvorhang

    Tochter des Glücks
    Bellexr

    Bellexr

    04. August 2013 um 19:33

    Die 19-jährige Joy lebt in Los Angeles der späten 1950er Jahre, zusammen mit ihrer Mutter Pearl, Vater Sam und Tante May. Ihre Mutter und ihre Tante sind 20 Jahre zuvor aus Shanghai geflohen und betreiben mittlerweile ein kleines Café. Nach einem Streit erfährt Joy, dass ihre Mutter in Wirklichkeit ihre Tante ist und Sam nicht ihr Vater, sondern dass dieser in der Volksrepublik China lebt. Schon seit längerem begeistert von Maos Politik, folgt Joy kurzentschlossen dem Aufruf des Staatsführers, beim Aufbau Chinas mitzuhelfen und dies mit der Suche nach ihrem Vater zu verbinden. Anfangs ist Joy vom Kommunismus begeistert, doch schon bald muss sie feststellen, dass der von Mao herbeigeführte Umbruch nicht nur Vorteile für die Bevölkerung bedeutet. Lisa See gewährt ihren Lesern einen eindringlichen wie auch erschütternden und bewegenden Einblick in das Leben der Volksrepublik China während der Jahre 1957 bis 1962. Aus der anfangs sehr naiven Sicht von Joy erlebt man ein China, welches mithilfe des „ große Sprung nach vorn“ jahrtausendalte Kultur und Lebensart auszulöschen versucht, welches Quantität vor Qualität stellt, und wo das Leben der Bevölkerung bis in die kleinsten Details durchorganisiert und vor allem kontrolliert wird. Joy ist anfangs regelrecht begeistert vom Leben im kommunistischen China. Alle Menschen haben scheinbar denselben Stand, Lebensmittel sind in Hülle und Fülle für alle vorhanden, der Staat kümmert sich um seine Bevölkerung. Joy genießt das Leben in der Kommune des Gründrachendorfs, hilft begeistert bei der Feldarbeit mit.  Doch schon bald merkt die junge Frau, dass die von Mao vorangetriebenen Programme nicht immer sinnvoll sind und sie fängt an diese zu hinterfragen, was allerdings im neuen China tödlich sein kann. Und bald spürt Joy am eigenen Leib, wie Maos katastrophale Wirtschafts- und Agrarpolitik nicht nur ihr Leben massiv bedroht. Die Volksrepublik China erlebt eine unfassbare Hungersnot, die Millionen von Menschleben fordert. Während Joy auf der Suche nach ihrem Vater ist und dabei das Leben im kommunistischen China kennenlernt, macht sich Pearl ebenfalls auf den Weg in ihre alte Heimat, um Joy zu finden. Somit verfolgt man nicht nur den Weg der anfänglich gutgläubigen Joy, sondern lernt die Volksrepublik auch aus der Sicht von Pearl kennen, die ihre Suche nach Joy in Shanghai beginnt und mit offenen Augen die katastrophalen Missstände im Land wahrnimmt. Lisa See erzählt diese fantastische Mutter-Tochter-Geschichte voller Gefühl, warmherzig und sehr eindringlich. Die Autorin gibt ihren Lesern einen äußerst interessanten, aber auch erschütternden Einblick in ein China, dass nach der Abkehr vom Feudalstaat seine Grenzen geschlossen hatte und mit unerreichbaren Zielen versuchte, mit dem großen Bruder Sowjetunion gleichzuziehen und wirtschaftlich Großbritannien und dem verhassten Feind USA zu übertrumpfen. Zudem schildert Lisa See ungeschönt und bewegend die entsetzlichen Auswirkungen, welche die Hungersnot gerade unter der dörflichen Bevölkerung hatte. Fazit: Ein emotionaler, erschütternder und hervorragend recherchierte Blick hinter den Bambusvorhang der Volksrepublik China Ende der späten 1950er Jahre.

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  • Rezension für den Roman "Tochter des Glücks" von Lisa See

    Tochter des Glücks
    DieFlammende

    DieFlammende

    22. May 2013 um 15:49

    "Tochter des Glücks" von Lisa See war mein erster Roman dieser Art und ich muss sagen, ich war / bin beeindruckt. Die Protagonistin Joy will ihren leiblichen Vater kennen lernen, der in China lebt, während sie selbst in LA geboren und aufgewachsen ist. Durch einen Streit mit ihrer Mutter und ihrer Tante läuft sie weg und flieg nach Shanghai und trifft dort auch wirklich ihren leiblichen Vater. Dieser muss jedoch - aus welchen Gründen auch immer - aufs Land raus, was in den 1950er Jahren, wo das Buch spielt, eine Art Strafe war. Joy, die ihren Vater nicht wieder verlieren will, kommt mit in ein kleines Dorf, um ihrem Vater bei der "Strafe", den Bauern die Kunst näher zu bringen, zu helfen. In diesem Dorf jedoch verliebt sie sich in einen Bauernjungen. Ihre Mutter, die ihr hinterher geflogen ist, um sie in die USA zurück zu holen, weiß, wie gefährlich es auf dem Land in China ist. Sie setzt alles daran, um Joy zurück zu holen, allerdings klappt das nicht ... Am Anfang liest sich das Buch als ganz "normaler" Roman, der dem Leser Unterhaltung und Freude bringen will. Allerdings ändert sich dies schnell, als Joy in China ankommt. Da das Buch in der Ich-Form geschrieben wurde - mal aus der Perspektive von Joy, mal aus der ihrer Mutter - kann man sich sehr gut in die Personen hineinversetzen und hat somit einen ganz anderen Einblick. Man erlebt das damalige China praktisch hautnah, ist traurig, wenn die Erzählerin traurig ist und muss grinsen, wenn diese glücklich ist. Als am Ende der "Countdown" kommt, kamen mir schon ein paar Mal die Tränen. Letzendlich muss ich sagen, dass diese Geschichte alles hat, um ein Bestseller zu werden. Sowohl wird die emotionale Seite angesprochen, als auch die politische. Man bekommt einen ganz anderen Eindruck in das "rote China". Ich beispielsweise wusste bis dato nicht besonders viel über diese Zeit, da sie vor meiner Geburt liegt. Jetzt aber bin ich erschüttert über die Umstände, die damals geherrscht haben. Mao, der damalige Vorsitzende von China, wollte sein Land unbedingt verbessern, die Ernte steigern, mehr Nachkommen und so weiter. Auf die Menschen sowohl in den Städten als auch auf dem Land wurde nicht geachtet, sie waren nur ein Mittel zum Zweck. Anfangs war ich erschüttert, warum Joy so einfach ihre Heimat, also Chinatown in LA verlassen und in ein anderes Land reisen kann, ich konnte nur den Kopf über diese Dummheit schütteln. Trotzdem fiebert man letztlich mit Joy mit, ob sie ihren Vater bzw. die Liebe ihres Lebens in dem Land ihrer Vorfahren findet. Ich kann diesen Roman nur weiter empfehlen.

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  • Buchverlosung zu "Tochter des Glücks" von Lisa See

    Tochter des Glücks
    Daniliesing

    Daniliesing

    Endlich ist er da, der wunderbare Roman "Tochter des Glücks" von Lisa See. Mit "Der Seidenfächer" schrieb die Autorin einen Weltbestseller und lädt nun auch in ihrem neuen Buch dazu ein, in eine ferne Welt einzutauchen. Lasst euch von der ergreifenden Geschichte von Joy, die sich in den 1950er Jahren nach Shanghai begibt, um ihren leiblichen Vater zu finden, mitnehmen! Mehr zum Inhalt: Joy ist in L.A. groß geworden und hat es sich in den Kopf gesetzt, in Shanghai nach ihrem leiblichen Vater zu suchen. Dort erlebt sie die Umbrüche der Kulturrevolution, erkennt aber nicht, wie gefährdet ihr Vater ist. Ein Ausweg für ihn, den Kunstmaler, ist es, der Landbevölkerung Malunterricht zu geben. Joy begleitet ihn begeistert und verliebt sich in einen Bauernsohn. Ihrer Mutter ist bewusst, wie schwierig die Situation geworden ist, sie setzt deshalb alles daran, Joy wieder nach Amerika zu bringen, obwohl Mao Chinas Grenzen geschlossen hat. --> Leseprobe Sowohl auf politischer wie auch auf emotionaler Ebene ist Lisa See mit "Tochter des Glücks" ein beeindruckender Roman gelungen. Zusammen mit dem C.Bertelsmann Verlag verlosen wir nun 10 Exemplare unter allen, die uns bis zum 28. April 2013 die folgende Frage beantworten: Stellt euch vor, ihr würdet, wie Joy, euren leiblichen Vater (oder eure leibliche Mutter) nicht kennen. Was würdet ihr alles dafür tun, um ein Treffen zu ermöglichen und wie könnte eine solche Begegnung aussehen?

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    • 228
    Suselpi

    Suselpi

    16. May 2013 um 10:29