Die Schwarzen Brüder

von Lisa Tetzner und Hannes Binder
4,5 Sterne bei18 Bewertungen
Die Schwarzen Brüder
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Leannes avatar

Sehr berührende und traurige Geschichte doch sehr empfehlenswert.

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Schwarz und Weiß- Kaminfeger Jungen-Ein Auf und Ab der Gefühle. Ein unheimlich intensives Buch, fesselnd, spannend

Alle 18 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Schwarzen Brüder"

 Eher Sklaven als Arbeiter sind die Knaben, welche im Mailand des 19.Jh. als 'spazzacamino' in die Kamine steigen müssen. Giorgios Vater ahnt, was seinen Sohn erwartet, doch die Armut lässt ihm keine Wahl. Der Junge muss dahin. In Locarno sammelt der Mann mit der Narbe die Buben aus den Tessiner Bergdörfern und bringt sie in die Großstadt. Neben Not und Krankheit drohen jetzt auch Bandenkriege unter Gleichaltrigen und Hetzjagden der Polizei. Doch Giorgio erlebt auch Freundschaft und die Solidarität im Geheimbund der Schwarzen Brüder. Lisa Tetzner ging von einer alten Zeitungsnotiz aus und begann zu recherchieren. Hannes Binder folgt diesem Ansatz, indem er in jahrelanger Arbeit im Tessin und in Mailand vor Ort skizzierte und für die Figuren historisches Material nutzte. Das Resultat ist kein illustrierter Klassiker, sondern ein in Bildern erzählter Roman.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783794149001
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:142 Seiten
Verlag:Sauerländer Düsseldorf
Erscheinungsdatum:24.09.2002
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.09.2003 bei Patmos erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    buchwanderers avatar
    buchwanderervor 3 Jahren
    Von Freundschaft, Treue und dem Bund der »schwarzen Brüder«

    „»Alles geht wieder vorbei. Auch die Angst und der Schmerz.«“ (S.86)

    Zum Inhalt: Giorgio, so der Name des „Helden“ der Erzählung, führt beileibe kein leichtes oder gemütliches Leben als dreizehnjähriger Junge eines arbeitsamen Bergbauern im verschlafenen Sognogno. In seiner kleinen Welt, bestehend aus der Familie, seiner Nonna (Großmutter), seinen Tieren, den täglichen Aufgaben und seiner Freundin Anita ist er glücklich, fühlt sich geborgen und genießt seine kleinen Freiheiten, ebenso wie die liebgewonnene Routine am Hof.
    Das Schicksal meint es jedoch nicht gut mit der Familie. Sowohl Witterung, als auch Fortuna scheinen sich verschworen zu haben und so stirbt in nur einem Jahr die Kuh am Hof, ebenso wie einige Ziegen und zu allem Überfluss verletzt sich die Mutter bei der Arbeit noch so schwer, dass sie einen Arzt braucht. All das überschreitet die ohnehin angespannten finanziellen Möglichkeiten am Hof. Zur selben Zeit stellt sich ein Mann in Sognogno ein, dessen Metier es ist, junge Burschen für die Arbeit als Kaminkehrergehilfen in Mailand zu kaufen. Ein Kauf mit Siegel und Vertrag, der es dem Vater ermöglicht die Mutter ärztlich versorgen zu lassen und nicht gänzlich in den Ruin zu schlittern. Schweren Herzens willigt er ein. Giorgio kommt auf abenteuerlichem Wege nach Mailand, wobei er unterwegs den jungen Alfredo trifft. Ein schicksalshaftes Treffen wie sich im Laufe der Geschichte noch zeigen wird.
    Giorgio bemüht sich redlich allen Anforderungen seines Meisters, der ihn in Mailand dem Kinderhändler abgekauft hat, gerecht zu werden, doch dessen Frau und Sohn treiben es arg mit dem Jungen. Nach Monaten der Tortur und Hölle die Giorgio nur durch Glück, sein sonniges Gemüt, der Begegnung mit einem Arzt aus dem Tessin und v.a. durch die Unterstützung der »schwarzen Brüder« lebend übersteht, treibt es die Frau des Meisters dann doch zu bunt und Giorgio entschließt sich zusammen mit einigen Kaminfegerjungen aus dem Bund der »schwarzen Brüder«  in die Heimat zu fliehen.
    Die Flucht gestaltet sich alles andere als einfach, zumal einer der Burschen schwer verwundet den Weg antreten muss. Immer wieder steht es auf Messers Schneide, ob die Jungen den italienischen Schergen, die ihnen der Kinderhändler und dessen Kunden, die Kaminfegermeister, auf den Hals gehetzt haben, entkommen. Das Blatt wendet sich erst, als die Buben im Tessin auf dem Landhaus des väterlichen Arztes, der Giorgio schon in Mailand das Leben gerettet hatte, eintreffen.
    Giorgio kann ein Versprechen, welches er seinem Freund Alfredo in Mailand am Sterbebett gegeben hat einlösen, erhält mit seinen Freunden die Möglichkeit aus seinem Leben etwas zu machen und ergreift diese Chance dankbar, ebenso wie seine wackeren Begleiter. Nach Jahren kehrt er mit seiner Frau wieder in das heimatliche Sognogno zurück und der Kreis den einst die Nonna bereits angedeutet hatte schließt sich.

    Fazit: Die Erzählung aus der Feder von Lisa Tetzner wird von der Basler Zeitung zu recht als „Jugendbuchklassiker“ tituliert (Buchdeckeltext). Dementsprechend klassisch „jugendgerecht“ – in einem ausgsprochen positiven Sinne – ist auch der Schreibstil der Autorin, ebenso wie die Ausgestaltung der Spannungsbögen. Obwohl 492 Seiten umfassend, liest sich das Buch kurzweilig, wird nie langatmig oder fade, sondern steigert behutsam seine Anziehungskraft auf den Leser, bis es ihn nicht mehr loslässt, da er schon zu weit mit Giorgio und seinen treuen Freunden durch die idyllischen Lande des Tessin, die dunklen Gassen Mailands und die abgelegenen kleinen Bergdörfer auf dem Weg der »schwarzen Brüder« gewandert ist. Aufbauend auf einer wahren, gut recherchierten Geschichte malt Lisa Tetzner mit Worten wildromatische Landschaften, bevölkert von Charakteren, die ebenso schroff und unbeugsam sind wie ihre Umgebung, ein durchaus differenziertes Gesellschaftsbild, sowie ein ethisch-moralisches Leitbild, das Werte nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern auch Fragestellungen rund um die Gültigkeit von Recht und Gerechtigkeit aufwirft (z.B. die Problematik der Rettung des Kinderhändlers durch Alfredo und Giorgio, der sich die Jungen im Laufe der Geschichte immer wieder stellen.) Man merkt dem Text durchaus das Alter an, aber in einer – aus meiner Sicht – sehr reizvollen Art, die den Grundtenor der Geschichte nur noch mehr unterstreicht. Ein ausgesprochen empfehlenswertes Buch, nicht nur für jugendliche Leser.

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    Anteks avatar
    Antekvor 4 Jahren
    Ein wahrer Kunstschatz

    Die schwarzen Brüder erzählt die Geschichte von Giorgio, dem Kaminfegerjungen. Die arme Bergbauernfamilie aus dem Tessin braucht nach einer schlechten Ernte dringend Geld um einen Arzt für die Mutter bezahlen zu können. Und so muss Giorgios Vater, trotz seinem Vorsatz so etwas nie zu tun, seinen Sohn nach Mailand verkaufen. So bricht Giorgio nach Mailand auf. Schon die Reise dorthin ist mehr als gefährlich, was aber noch gar nichts ist zu dem Elend, das die jungen Kaminfeger in Mailand erwartet. Unmenschliche Schikanen, Unterernährung, damit sie schön mager bleiben und die gefährliche Arbeit in den Kaminen machen das Leben zur Hölle. Obwohl Giorgios Meister noch zu den Guten gehört hat er dort die Hölle auf Erden. Die Ehefrau und vor allem der Sohn, finden immer wieder Gefallen daran ihn zu misshandeln. Hilfe und Rückhalt findet er bei der Bande der schwarzen Brüder, vor allem beim Anführer Alfredo.

     

    Ich habe vor einigen Jahren bereits das Jugendbuch von Lisa Tetzner gelesen und war wirklich mehr als begeistert von diesem fesselnden Roman. Ich habe regelrecht mit ihm Giorgio, der mir sofort ans Herz gewachsen ist, gelitten. Die schockierenden Berichte, die auf einer wahren Begebenheit beruhen, haben mich lange nicht mehr los gelassen. Ich hätte das Jugendbuch immer gerne als Klassenlektüre gelesen, allerdings sind fast 500 Seiten der ausschlaggebender Grund dagegen gewesen.

     

    Umso begeisterter bin ich über dieses genial schöne Buch hier. Die beindruckende Geschichte, wird hier klarerweise gekürzt, aber deshalb nicht viel weniger mitreißend erzählt. Ein absolutes Highlight sind in meinen Augen die super schönen Zeichnungen. Hannes Binder hat hier mit schwarz-weißen Linien regelrechte kleine Wunderwerke geschaffen, die mich wirklich tief beeindrucken. Ich könnte auch nach dem Lesen noch stundenlang in diesem Buch blättern und werde es sicher auch in Zukunft ganz oft zur Hand nehmen.

     

    Wenn es für Ausnahmefälle sechs Sterne geben würde, wäre dies zweifelsohne ein Buch, das sich diese verdient hätte.

    Kommentare: 3
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    Leannes avatar
    Leannevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr berührende und traurige Geschichte doch sehr empfehlenswert.
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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Schwarz und Weiß- Kaminfeger Jungen-Ein Auf und Ab der Gefühle. Ein unheimlich intensives Buch, fesselnd, spannend
    goldenbookss avatar
    goldenbooksvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Ein zu tiefst berührendes Buch, dass einen nicht kalt lässt.
    Ein LovelyBooks-Nutzer
    Asfaloths avatar
    Asfaloth
    NonBelievers avatar
    NonBeliever
    PapierSchafs avatar
    PapierSchafvor einem Monat
    AnnieHalls avatar
    AnnieHallvor 8 Monaten

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