Lisa Williamson

 4.3 Sterne bei 65 Bewertungen
Autorin von Zusammen werden wir leuchten, The Art of Being Normal und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lisa Williamson

Die Kunst und Art und Weise, (nicht) normal zu sein: Die 1980 geborene englische Autorin hat Performing Arts an der Middlesex University in London studiert. Nach ihrem Studium arbeitete sie für den Gender Identity Development Service, der sich speziell an Minderjährige richtet, die mit ihrer Geschlechteridentität hadern. Diese Arbeit inspirierte die Schriftstellerin zum Schreiben ihres Debütromans „The Art of Being Normal“ (2015, dt. „Zusammen werden wir leuchten“). Lisa Williamson lebt mit ihrem Partner in London, wechselt regelmäßig ihre Haarfarbe und steht auf Avocados, Bridget Jones und französischen Martini.

Alle Bücher von Lisa Williamson

Lisa WilliamsonZusammen werden wir leuchten
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Zusammen werden wir leuchten
Zusammen werden wir leuchten
 (55)
Erschienen am 10.12.2015
Lisa WilliamsonThe Art of Being Normal
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The Art of Being Normal
The Art of Being Normal
 (10)
Erschienen am 07.01.2016
Lisa WilliamsonGates
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Gates
Gates
 (0)
Erschienen am 04.05.2012

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zuendegelesens avatar

Rezension zu "Zusammen werden wir leuchten" von Lisa Williamson

Auf der Suche nach der Definition von Normalität gibt es tolle Geschichten wie diese.
zuendegelesenvor 7 Monaten

Meinung

Die erste Situation im Buch ist David Pipers Geburtstag. Man begegnet diesem Charakter und lernt gleich die Familie kennen. Das Seltsame daran ist, dass er sich auf seiner eigenen Feier nicht wohlfühlt. Eher sieht er sich darin bestätigt, unbeliebt zu sein, weil alle anderen geladenen Gäste erst gar nicht erschienen sind. Nach dieser Einführung stellte sich mir die Frage: Wird das eine Geschichte, in der es darum geht, einem pubertierenden Jungen dabei zu begleiten, wie er seinen Frust an der Welt auslässt? Das ließ keinen positiven ersten Eindruck bei mir zurück. Ich wollte trotzdem offen bleiben für alles, was noch kommen sollte. Als plötzlich Leo – ein neuer Charakter – im Fokus stand, war ich verwirrt. Eine kleine Recherche hat ergeben, dass es um zwei Jungen geht. Der entscheidende Hinweis war der Klappentext im englischen Original „The Art of Being Normal“. Der Leser wird also vorab darauf aufmerksam gemacht, dass es zwei Handlungsstränge gibt. Im Deutschen hat man das nicht für nötig gehalten und den Fokus ganz anders gesetzt. Diesen Hinweis hätte ich mir dennoch gewünscht.

Dieser Wechsel zieht sich durch das ganze Buch. Einige Kapitel lang liest man aus der Sicht von David und dann von Leo. Es hat eine Weile gedauert, zu begreifen, dass es zwischen den beiden Handlungen Parallelen gibt. Andeutungen waren zwar genügend vorhanden, diese fühlten sich aber eher wie Vermutungen an.

Trotz des verwirrenden Starts muss ich dem Buch zugutehalten, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben, im Laufe der Handlung. Jeder bekommt seine eigenen, individuellen Raum. Es gelingt beim Lesen, die beiden – David und Leo – langsam kennenzulernen. Es entpuppt sich als ziemlich interessant, vor allem, weil man gerne immer weiter gelesen hätte, aber erst den anderen Teil lesen musste, bevor es aus der anderen Sicht weiter ging. So bleibt die Handlung spannend, weil man natürlich wissen möchte, wie die beiden Leben miteinander verwoben sind.

»Er sieht hoch, und mir verschlägt es fast den Atem, denn, wow, was ich gerade in der Schlange gehört habe, war total falsch. Leos Augen sind überhaupt nicht irre, sondern wunderschön. Sie sind fast hypnotisch, als blicke man in ein Kaleidoskop – meergrün mit goldbraunen Flecken um die Pupille. Sie wirken unglaublich intensiv, als könnten sie dir in die Seele blicken oder so.«

Seite 40, Kapitel 7

David ist ein Junge, der viel von Ängsten geplagt ist. Weil er ein Mädchen sein möchte, fühlt er sich nicht wohl und ist sehr angreifbar. Er hat Träume und ist hoffnungslos in Zachary Olsen verliebt. Zachary ist ein Freund von Harry Bearmont, ein typischer Footballspieler auf der Eden Park Schule. Zusammen mit seinen Anhängern suchen sie sich Leute, die sie ärgern können. David ist für sie leichte Beute. „Freakshow“ ist sein Spitzname. Darauf reagiert er nur selten und wenn, dann zur falschen Zeit. David denkt, dass das Leben anderer Leute besser ist als seines, weil er nicht normal sein kann. Zum Glück hat David seine beiden besten Freunde Felix und Essie, die ein Paar sind. Mit ihnen kann er über alles reden. In der Schule sind sie immer zusammen, sie nennen sich „Die Nonkonformisten“ – sie gehören nirgends dazu.

Leo gibt sich nach außen hin ganz gelassen. Ihn scheint gar nichts zu beeindrucken. Er ist auf der Schule ein Mysterium, um den sich Geschichten wie Sagen und Legenden ranken. Diese nutzt er zu seinem Vorteil, da sich die Schüler von ihm fernhalten und er die meiste Zeit seine Ruhe hat. Sie haben Angst vor ihm und halten ihn für irre, doch eigentlich ist Leo das genaue Gegenteil von einem gefährlichen Typen. Zu Hause merkt man, dass er ein sehr angespanntes Leben hat, in schlechten sozialen Verhältnissen. Zwischen Armut und täglichem Streit bleibt wenig Zeit für ein vernünftiges Gespräch mit seiner Mutter. Sie ist den ganzen Tag arbeiten oder geht weg, um sich neue Kerle aufzureißen. Leo versucht währenddessen herauszufinden, wie er seinen leiblichen Vater finden kann. Denn er hat nur einen Namen und ein Bild. Reicht das aus?

Auffällig ist, dass zwischen den beiden Protagonisten eine soziale Kluft herrscht, welche im Buch nur selten direkt angesprochen wird. Beide denken, dass der andere ein besseres Leben führt – doch äußern sie es nie. Daran ist aber auch sicher die Verschlossenheit von Leo gegenüber anderen Schuld, die solche Gespräche nicht wirklich zulässt. Was sehr schade ist, weil eigentlich ist Leo ein ziemlich guter Charakter, der durchaus hätte mehr sein können.

»›Freundschaft ist kein Schimpfwort, Leo.‹ ›Ich soll teilnehmen?‹ (…) ›Woran soll ich denn Teilnehmen?‹ (…) ›Am Leben, Leo. Ich möchte, dass du anfängst, am Leben teilzunehmen.‹«

Seite 123, Kapitel 19

Das Buch ist ziemlich jugendlich und leicht geschrieben. Passt daher also perfekt zur Zielgruppe. Statt einer „Coming-out“-Story hätte ich mir eher etwas gewünscht, was in die Richtung Aufklärung geht. Es ist wichtig, alle Facetten eines Lebens zu kennen, aber mindestens ebenso wichtig ist es, aufzuklären, um Missverständnisse vorzubeugen und vor allem die Toleranz zu fördern. In diesem Buch gab es durchaus Stellen, die selbst mir – als offenen und toleranten Menschen – noch zeigen konnten, dass ich längst nicht alles weiß. Aus der Tatsache heraus, dass die Autorin mit Transgender zusammengearbeitet hat, wird mir ein bisschen wenig Wissen vermittelt.

Die Geschichte bietet reichlich Abwechslung. Zwischen den einzelnen Leben der Charaktere gibt es noch unvorhergesehene Wendungen, die die Gedankenwelt durcheinanderwirbeln. Der Alltag in der Familie, in der Schule, eigene Wünsche und Bedürfnisse. Es prasselt so viel auf einen herein. Die Transsexualität steht dabei immer wieder im Vordergrund, da sie im Leben der Jungen dominiert. Liebe, Freundschaft und Familie. Was davon ist normal, wenn ich nicht normal bin? Warum kann ich nicht normal sein? Vor allem, als es darum geht, sich zu verlieben und mit dem „Geheimnis“ große Probleme zu verursachen. Um so mehr passiert ist, desto spannender wurde es. Wie geht es weiter?

Ich bin zudem sehr froh, dass die Geschichte keine Meinung aufdrückt und jemanden abstempelt. Sie ist so geschrieben, dass sie zum Nachdenken anregt und zeigt verallgemeinert, wie das Leben von Transgender aussehen kann. Für mich ist es an vielen Stellen aus eigener Erfahrung nachvollziehbar. Gerade die Ängste, sich zu öffnen und selbst zu sich zu stehen, trotz einer anderen Sexualität und das Wohlfühlen im eigenen Körper, das sind Dinge, die für einen großen Anteil der Menschen sehr selbstverständlich ist, aber nicht verstanden wird, wenn es nicht so ist.

  

Fazit

Lisa Williamsons Werk ist sehr wichtig auf dem deutschen Buchmarkt, da es eines der wenigen bekannteren Bücher ist, in dem es um Transsexualität geht. Davon sollte es viel mehr geben. Nicht nur für die jugendliche Zielgruppe. Es sollte zur Normalität werden, dass Transsexuelle in Geschichten vorkommen, ohne große Erklärungen ablegen zu müssen.

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Dex-aholics avatar

Rezension zu "Zusammen werden wir leuchten" von Lisa Williamson

Wundervolles Buch, das noch lange im Gedächtnis bleibt
Dex-aholicvor einem Jahr

Das Buch "Zusammen werden wir leuchten" hat mich von Anfang an neugierig gemacht und von der ersten Seite an begeistert. Das Thema um Jugendliche (und natürlich anderen Menschen in jedem Alter), die sich ihrer Sexualität bewusst werden müssen, ist wirklich wichtig, ist aber für sehr viele noch sehr mit Problemen behaftet. Dieses Buch beschreibt nun in einer witzigen, mutigen und vor allem ehrlichen und realistischen Art aus der Sicht eines Jugendlichen, wogegen David, unser Protagonist, sich wappnen muss, um zu sich selbst ehrlich zu sein und zu denen, die ihm nahe stehen. Seine Gedanken, wie er sich selbst fremd fühlt, wenn er in den Spiegel sieht und sein Körper sich mehr und mehr verändert und ihn verzweifeln lässt, weil es aus seiner Sicht nicht richtig erscheint, man kann es während des Lesens alles nachvollziehen und leidet oder freut sich mit ihm. Ich mochte David und Leo auf Anhieb, sie kommen so natürlich rüber, dass man sich mit ihnen gleich sehr wohl fühlt. Jeder von beiden hat sein Päckchen zu tragen, wobei beide feststellen müssen, dass geteiltes Leid, halbes Leid bedeuten kann. Ihre Reise, jeweils für sich allein oder auch gemeinsam, ist herzerwärmend und manchmal auch traurig, aber dann auch wieder wunderschön und mutig. Das Ende...oh mein Gott, ich hab mehr als eine Träne vergossen und war gleichzeitig so stolz auf David und Leo, und das nur beim Lesen an sich! Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

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N9erzs avatar

Rezension zu "The Art of Being Normal" von Lisa Williamson

Im falschen Körper - The art of beeing normal
N9erzvor einem Jahr

David ist ein Außenseiter ganz klar. Mit gerade einmal zwei richtigen Freunden ist er in der Schule oftmals das Opfer von Mobbing. Denn er hat mit acht Jahren einmal den Fehler gemacht ehrlich zu sein - er hat vor der ganzen Klasse erzählt, dass er einmal ein Mädchen werden will. Auch gut acht Jahre später und mitten in der Pubertät hat sich daran nicht geändert aber nur seine beiden Freunde wissen, dass dem immer noch so ist.

Als plötzlich der neue Junge Leo in einer erneuten Mobbing Attacke gegen David für ihn einsteigt könnte das der Beginn einer tollen Freundschaft sein. Doch Leo öffnet sich nicht gerne anderen Menschen und hat nicht ohne Grund Schule gewechselt.

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Die Thematik von "The Art of being normal" - Transgender - empfinde ich prinzipiell als sehr interessant. Gerade in einer Zeit wo die (meisten) Menschen dem Abweichen der Norm so offen gegenüber stehen auf jeden Fall sehr spannend auch einmal in diese Ecke zu schnuppern. Doch leider muss ich sagen - so richtig warm geworden bin ich mit der Geschichte nicht wirklich.

David und sein Problem mit seinem persönlichen Geschlecht sind ein wirklich gutes Grundgerüst. Aber irgendwie hatte ich zumindest sehr lange nicht wirklich das Gefühl es würde hier wirklich vordergründig um Transgender gehen. Sehr viele auch sehr aktuelle Jugendthemen wie Mobbing, Außenseiter oder Freundschaft stehen viel mehr im Vordergrund.  Sehr "schöne" und gute Themen die behandelt werden, aber das eigentliche Thema ist mir dahingehend ein wenig in den Hintergrund gerutscht.

Erst ab der zweiten Hälfte rutscht Transgender ein bisschen mehr in den Vordergrund - aber dadurch, dass es lange nur so nebenher plätschert wirkt es fast ein bisschen zu aufgesetzt und zu "einfach". Man darf mich hier bitte nicht falsch verstehen - das Buch hat definitiv seinen Charme, seine schönen und auch sehr emotionalen Züge. Aber der Transgender Gedaneke geht mir persönlich ein bisschen unter.

Die Story plätschert so vor sich hin, viele Dinge werden nach ihrem Eintreten einfach sehr leicht hingenommen und bewegen nicht wirklich viel. Der "Alltag" wirkt trotz so großer Diverenzen oftmals einfach viel zu einfach. Schwer in Worte zu fassen aber irgendetwas hat mir gefehlt.

Die Geschichte ist schön zu lesen, sehr leicht aber in ihrer Problematik und in ihrem Aufzeigen einfach zu leicht. Gegen Ende hin auf den letzten Seiten wird die Sache endlich ein bisschen fester, konkreter, direkter und damit auch spannender. Aber davor könnte die Story sich auch einfach um eine "normale" neue Freundschaft drehen.

Schwer zu beschreiben - aber ich hatte scheinbar definitiv höhere Erwartungen an das Buch. Es ist in Ordnung, Transgender wird einfach und auch für Jugendliche leicht und klar verständlich dargebracht. Es kommt auch auf jeden Fall heraus, dass es nicht abnormal ist Transgender zu sein - denn was is schon normal - aber ein bisschen mehr Tiefe hätte ich mir trotzdem gewünscht. Ein Start für den Einstieg in Transgender Stories aber auf jeden Fall noch mit einiger Luft nach oben!

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